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Problematik der Fehleranalyse im Mathematikunterricht – Eine Zusammenfassung aus:
Götz Krummheuer (1995): Der mathematische Anfangsunterricht: Anregungen für
ein neues Verstehen früher mathematischer Lehr- Lern- Prozesse, 2. Aufl.-
Weinheim, Kapitel 2.2 |
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In
seinem Buch „Der mathematische Anfangsunterricht - Anregungen für ein
Verstehen früher mathematischer Lehr- Lern- Prozesse“ geht G. KRUMMHEUER
unter anderem auf die Problematik von Fehleranalysen ein. Mit Hilfe
von Fehleranalysen sollen kognitive „Fehlkonzeptionen“ gefunden werden. Aus
der Sicht G. KRUMMHEUER ist es aber ein Problem direkt zwischen fehlerhaften
und fehlerfreien kognitiven Entwicklungen zu unterscheiden. Es sollte immer
bedacht werden, dass ein Kind vielleicht Fehler aus der „fertigen“ Mathematik
gemacht hat, dass ein Fehler aber auch ein Ausdruck eines intelligenten
Wesens ist. |
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Neuere Arbeiten zur Fehleranalyse greifen die konstruktivistische Grundannahme auf. Ein wichtiges Ergebnis dieser Untersuchungen zeigt, dass viele Schülerfehler „auf systematischen Regeln bzw. Fehlstrategien beruhen, die gewöhnlich keinen zufälligen, sondern einen sehr sensiblen und individuellen Ursprung haben“ (RADATZ 1980, S. 29) Das
bedeutet, dass sich viele Kinder etwas dabei gedacht haben, wenn sie Fehler
machen. Nach
RADATZ (1980) gibt es ein Modell, dass den Lernprozess in mehrere Phasen
gliedert, denen man spezifische Fehler zuordnen kann. Zwei
dieser Phasen sollen betrachtet werden. Zum einen die Informationsaufnahme,
zum anderen die Informationsverarbeitung. |
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Nach
G. KRUMMHEUER beruhen Fehlermöglichkeiten bei der Informationsaufnahme auf
einem unterschiedlichen Sprachverständnis oder einem unterschiedlichen
Verständnis von Veranschaulichungen. Gerade
das Sprachverständnis ist für den Erfolg im Mathematikunterricht von großer
Bedeutung, da der Unterricht ein sprachgebundener sozialer Prozess ist.
Schwierigkeiten treten zum Beispiel auf, wenn die Fachsprache sich mit der
Umgangssprache überschneidet (z. B. „Viereck“), wenn Bedeutungsunterschiede
auftreten ( z. B. aus „und“ wird ein „plus“). Unterschiedliche Bedeutungen derselben
Wörter oder Zeichen können die angemessene Informationsaufnahme beeinflussen.
Gerade
für den Mathematikunterricht ergibt sich auch die Schwierigkeit des
„Übersetzens“. Oft wird eine konkrete oder vorgestellt konkrete Situation in
die mathematisch- symbolische Sprache übersetzt. Eine andere Fehlerquelle bei der Informationsaufnahme können die Veranschaulichungen sein. Im Mathematikunterricht sollen bildliche Darstellungen und Handlungen an konkretem Material zum Verständnis der mathematischen Aussage verhelfen. Als Beispiel seien die Wendeplättchen, die Cuisenaire- Stäbchen, der Zahlenstrahl oder auch die Hundertertafeln genannt. Fehler können hier wiederum beim Sprachverständnis liegen. Aber auch Wahrnehmungsschwierigkeiten oder Orientierungsprobleme können auftreten. |
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Hier
soll anhand eines Beispiels verdeutlicht werden, dass Fehler auch
konstruktiven Charakter haben und meistens systematischer Art sind. In diesem
Fall wird der Fehler der Informationsverarbeitung zugerechnet, das heißt, das
Kind hat sich eine Regel rekonstruiert, an die es sich hält. Beispiel:
Fehler bei der Addition und Subtraktion Addition:
7 + 6 = 12 oder 8 + 5
= 12 Subtraktion:
14 - 6 = 9 oder 12 - 5 = 8 Hier
wurde vermutlich immer dieselbe Zähltechnik genutzt. Es kam zu einem Weiter-
bzw. Zurückzählen von der ersten Zahl ausgehend. Zum Beispiel von der 7 an um
6 Schritte. Die 7 wurde als erster Schritt gezählt. Bei
der Subtraktion wurde das Zurückzählen von der 12 an um 5 Schritte vollzogen,
wobei die 12 auch als erster Schritt gezählt wurde. Dieses
Zählen beruht auf einer Regel. Auch wenn es nach der Mathematik als
fehlerhaft angesehen werden kann, rechnet das Kind jedoch regelhaft. G.
KRUMMHEUER geht auch auf weitere Fehlermöglichkeiten ein, die bei der
Anwendung des Stellenwertsystems oder auch bei der Multiplikation und
Division auftreten können. Diese Fehlermöglichkeiten können aber alle eine
Regelhaftigkeit aufweisen. |
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Man sollte
als Lehrer(in) immer bedenken, dass es viele Phasen des Unterrichts gibt, in
denen es zu Fehlermöglichkeiten kommen kann. Vor allem, sollte man sich
bewusst darüber sein, dass jeder einzelne Schüler den Unterricht auch
unterschiedlich wahrnimmt. Nicht alle Veranschaulichungen, die einem
vielleicht selber logisch sind, müssen auch für die Schüler logisch
sein, nicht jede Aussage oder Erklärung ist für alle Schüler gleich
verständlich. Fehlerbildungen liegen also nicht immer nur am Schüler, sondern
können auch durch den Lehrer hervorgerufen werden. Erstellt
von: Sabine |