Fehler im Unterricht - Rechtschreibfehler

  1. Worin bestehen nun die möglichen Gründe bei der Entstehung von Fehlern?
  2. Welche Bedeutung hat Rechtschreibung in den Schulen heute und wie gehen sie damit um?
  3. Welche Rechtschreibprobleme haben Schüler?

Vielleicht sollte man sich, bevor man auf die Arten von Rechtschreibfehlern eingeht, erst einmal die Frage stellen, wodurch kommt es zu Fehlern, welches sind die häufigsten Ursachen?

Wird in den Schulen möglicherweise zu wenig gelesen und zu wenig geschrieben? Üben die Schüler nicht genügend oder hat Orthographie an Bedeutung verloren?

In Mathematik wird z. B. ein Rechtschreibfehler zu keinem Punktabzug führen. Sind damit die Schwerpunkte schon festgelegt oder steht man nur den Inhalten größere Bedeutung zu?

1.   Worin bestehen nun die möglichen Gründe bei der Entstehung von Fehlern?

Mangelnde Schreibmotivation führt zur Fehlerhäufigkeit, in widerwillig geschriebenen Texten findet man auffällig viele Fehler. Bei zunehmender Ermüdung werden die meisten Fehler z. B. im letzten Viertel eines Aufsatzes gemacht. Ebenso könnte die Aufmerksamkeit auf die Sprachinhalte Fehler auslösend sein, ebenso wie Sprachstörungen, Ungeübtheit und mangelnde Konzentration.

Gewiss lässt sich nicht jeder Fehler erklären und für manche Fehler wird man wiederum mehrere Erklärungen haben, im großen und ganzen dürften folgende Gründe vorherrschend sein:

Fehlerhaftes Sprechen ist in erster Linie durch vorbildliches Sprechen/Nachsprechen, aufmerksames Hören und Sprech-/Sprachübungen zu verringern. Dadurch dürften sich vor allem Fehler wie dem, ihm, einem usw. vermeiden lassen.

Unzureichendes Training ist besonders bei jenen Wörtern der Fall, die sich nicht in Regeln fassen lassen,(denn, dann, nämlich, vielleicht) und zu denen kaum Herleitungen möglich sind. Angesichts dieser Fehler helfen ständig wiederholte Übungen im Satzzusammenhang.

Unaufmerksamkeit, die sogenannten "Flüchtigkeitsfehler" z. B. Kleinschreibung am Satzanfang, Weglassungen der Umlautstriche und eine Reihe von Auslassungsfehlern, lassen auf mangelnde orthographische Aufmerksamkeit zurückzuführen. Mit genügender Distanz hätte der Schreiber die Möglichkeit seinen Text mit Abstand zu sehen. Das Durchlesen kurz nach dem Schreiben bringt in der Regel keinen Erfolg, da dann die Ermüdung besonders groß ist.

Bildung falscher Ableitungen (Hypothesen), in diesem Falle hat der Schreiber über die Schreibung des Wortes nachgedacht, bzw. eine Regel angewendet, - nur eben eine Falsche (kahm - wie nahm).

Mangelndes Regelwissen, insbesondere im grammatikalisch-syntaktischen Bereich. Hierbei handelt es sich in erster Linie um die Fehler in der Groß- und Kleinschreibung, in der Konjunktion "daß" und in der Getrennt- und Zusammenschreibung.

Insgesamt lässt sich sagen, dass

  • 29% aller Fehler durch Regelwissen,
  • 24% durch visuell-ganzheitliche Verfahren,
  • 28% durch auditiv-analytische Sprech- und Hörübungen,
  • 8% durch basale Sprachübungen
  • 5% durch Nachschlagen und
  • 8% durch aufmerksames Überprüfen des Textes vermieden werden können

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2.   Welche Bedeutung hat Rechtschreibung in den Schulen heute und wie gehen sie damit um?

Die Einstellung zur Rechtschreibung hat sich verändert, gar keine Frage! Früher war es in jedem Fach selbstverständlich, "richtig zu schreiben". Sehen heute Lehrer die Rechtschreibung nur noch als notwendiges Übel?

Glaubt man der PISA – Studie, so zeichnet sich unsere heutige Schülergeneration durch schlechtes Lesen und Schreiben aus.


Durch die Wandlung der Normen unterschiedlichster Art wäre die Erziehung zu einer angemessenen Einstellung der Rechtschreibung gegenüber mehr als angemessen.

 

Das bedeutet: Regeln dienen als Hilfe, dass muss man als Selbstverständlichkeit akzeptieren. Trotzdem sollten Regeln auch kritisch betrachtet werden. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Rechtschreibregeln führt eher zu einer besseren Rechtschreibleistung als eine gleichgültige Haltung den Regeln gegenüber. Die Rechtschreibung muss in jedem Fach Bedeutung erhalten.

Resignation ist falsch, Rigidität auch. Toleranz statt >Laissez – faire< ist ein Prinzip des Rechtschreibunterrichts und richtig. Gutes und richtiges Lesen ist nur mit richtiger Orthographie möglich, somit liegt die Bedeutung der Rechtschreibung im Ermöglichen von störungsfreiem Lesen.
Trotzdem lässt sich abschließend sagen, dass sich jegliche Art von Unterricht heute mehr denn je am Schüler orientieren muss. Die PISA – Studie drückt das so aus: "Deutschunterricht ist immer noch geprägt von der bildungsbürgerlichen Idee; Output statt Input - soll künftig das Leistungsmerkmal der Bildungspolitik sein. Problemorientierter Unterricht, Konzentration auf intelligentes Wissen, Verzicht auf Formelplantagen in den Köpfen und Büchern...".

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3.   Welche Rechtschreibprobleme haben Schüler?

Aus einem Forschungsprojekt entstand ein Fehlerlexikon, in dem die Anzahl und die Häufigkeit falsch geschriebener Wörter festgehalten wurden. Die Wörter stammen aus Aufsätzen aus dem
2.-10. Schuljahr.1

Fehlerkategorien - Häufigkeitsrangfolge

  • Klein- statt Großschreibung der Nomen (13,94%)
  • Groß- statt Kleinschreibung (9,33%)
  • das statt daß (8,59%) (alte Rechtschreibung)
  • Flexionsendungen falsch oder fehlen – außer Dativ/ Akkusativ (5,84%)
  • Einfach- statt Doppelkonsonanz (5,38%)
  • Getrennt- statt Zusammenschreibung (5,28%)
  • Fehler in der Schreibung des h (4,79%)
  • Fehler in der Schreibung der s- Laute (4,28%)
  • Dativendungen falsch (3,9%)
  • Sonstige Konsonantenweglassungen (3,82%)

Abschließend ist über die Funktion des (Richtigen) Schreibens zu sagen:

Die Hauptfunktion des Schreibens ist kommunikativer Natur. Schrift muss lesbar sein. Besonders in der Schule wird für andere geschrieben.

Gut wäre auch Lesen und Schreiben nicht isoliert zu unterrichten, sondern miteinander zu verbinden.

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Erstellt von: Martina