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Der Steinweg zu Deutsch-Ossig oder die Dorfstraße

Durch jedes Dorf führt eine Straße. In aller Regel bietet diese nichts aufregendes. Vor 500 Jahre etwa, bot sich in dieser Beziehung ein katastrophaler Eindruck. Weder zu Fuß, geschweige denn mit dem Wagen war es möglich, diese Dorfstrasse ohne größere Hindernisse zu begehen oder zu befahren ( erinnert sei an dieser Stelle an unsere gute alte Pflasterstraße ).Aber, ganz plötzlich kam es zu einer Qualitätsverbesserung dieser Straße. Denn unser Dorf lag an einer der wichtigsten Verbindungen von Böhmen über Görlitz in Richtung Ostsee. Diese Straße war gerade in Deutsch-Ossig sehr morastig. Die Görlitzer Bürgerin Agnes Fingerin, welche im Jahre 1465 den Görlitzer Bürgermeister Georg Emmerich auf seiner Reise nach Jerusalem begleitete, wäre um ein Haar im Morast steckengeblieben. So legte sie in Anbetracht dieser für sie unangenehmen Begleiterscheinungen ein Gelübde ab, nach Beendigung der Fahrt den morastigen Weg in ein Steinweg zu verwandeln. Dies geschah dann auch. Allerdings nicht nur des besseren Reisens wegen, sondern um für ihr Seelenheil ein verdienstvolles Werk zu schaffen. Wie dem auch sei, es hatte sicherlich auch Vorteile für unser Dorf. Die Durchreisenden brachten den Ansässigen etwas an Arbeit und Geld. Denn eines muss man hierzu wissen, Straßen -oder Brückenbau galten damals als ein gottgefälliges und verdienstvolles Werk, welches die Tier schonte und das Fluchen der Treiber und Fuhrleute einschränkte.

Auf einer Länge von 1600 Ellen ( etwa 1 km ) soll nun die Dorfstraße mit Katzenköpfen gepflastert worden sein. Die alte Dorfstraße war allerdings eine Nebenstraße, die am Konsum vorbeiführte ( Str. der Solidarität ). Der Volksmund hat diese Episode überliefert. Eindeutige Beweise gibt es dafür allerdings nicht.

 

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