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Andhra
Pradesh
eSeva - ein Staat geht online
Hannover.
Am Nachmittag des 14. März 2003 lud das 'Strategie Forum' von 'Stadt Land
Bund BRD' und 'enac Europe' zu Vorträgen in puncto e-Governance ein. Ziel
sei es, komplizierte Bürokratie und lange Wartezeiten abzubauen und Bürgerinnen
und Bürgern eine Bearbeitung online zu ermöglichen. Kaum zu glauben,
aber "Deutschland ist da noch nicht soweit wie wir. Wir vom Staat
Andhra Pradesh nehmen weltweit mitunter eine Art Vorreiterstellung
ein", wie mir CK Veeresh, Joint Director (Promotion) vom
IT-Department des Staates Andhra Pradesh verriet. "National
Geographic betitelte uns im November 2002 sogar als das nächste Silicon
Valley", so Veeresh weiter.
Was dies im einzelnen bedeutete, erklärte Generalsekretär J.
Satyanarayana, ebenfalls vom Staat Andhra Pradesh, in einem etwa halbstündigen
Vortrag. Herrn Satyanarayana konnte theInder.net bereits im letzten Jahr
interviewen (mehr…).
Jeder Bürger habe das Recht auf Benutzerfreundlichkeit und Komfort. Bürokratie
ist kompliziert, in Indien zumeist unübersichtlich und vor allem
langwierig. Die Regierung des Staates Andhra Pradesh mit IT-Hochburg
Hyderabad rief daher das Online-Projekt "eSeva" ins Leben, um
eine "neue Ära der e-Governance einzuleiten", wie der
Generalsekretär betonte. Ein Staat geht online.
Mit
eSeva erhalte jeder Bürger - auch der Landbevölkerung - die Möglichkeit,
Rechnungen per Mausklick zu bezahlen oder Geburtsurkunden, Lizenzen und
Reservierungen online zu beantragen. Landbevölkerung? Manch einer der Zuhörerinnen
und Zuhörer meinte sich verhört zu haben, wohlwissend, daß die Menschen
auf dem Lande wohl kaum lesen oder gar schreiben könnten.
"Wir haben auch in ländlichen Gegenden sogenannte OLTP (Online
Transaction Processing) Terminalstellen eingerichtet, die von geschultem
Fachpersonal betreut werden. So können wir auch an Analphabeten
herantreten, die wir auf keinen Fall vernachlässigen wollen. eSeva ist für
alle", so Satyanarayana weiter.
Die
Vorteile liegen auf der Hand. Ferientage, an denen man das Beamtentum
vergeblich zu suchen vermag, gibt es bei eSeva nicht. Zumindest online ist
eine Nutzung von 9-19 Uhr werktags und 9-15 Uhr an Wochenenden und
Feiertagen gesichert. 12.000 Besucher besuchen die eSeva-Anlagen täglich
offline. Die allen Erfordernissen zugrunde liegende Technologie basiert
auf Oracle-Datenbanken.
Die Zahlung etwaiger Stromrechnungen erfolge über Online-Banking. Den
Bauern aus dem Dorf ficht das nicht an, der hat keinen Strom.
Offizielle Internetseite: www.esevaonline.com
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