Startseite der HP über das "leichte Fliegen"

Es war einmal ...                                   Fluggelände Blumern  

Lage: 4 km SSW von Konzell, 25 km NNO von Straubing, im vorderen Bayerischen Wald,   - Koordinaten 49 02 48,4 N  12 41  38,5  E  - Startrichtung 210 ° (Süd bis Südwest) - Höhenunterschied 240 m - nur für Hängegleiter geeignet - Verein: Regentaler - seit 2007 nicht mehr befliegbar!

Bergkette mit Blumern

Panoramabild vom Fluggelände Blumern der Regentaler. Wie eine Wand versperrt die Bergkette Blumern, Kühleite und Gallner den Weg vom Gäuboden in den Bayerischen Wald. In der Tälern der Kinsach und der Menach führten aber schon vor 1000 Jahren Wege in den "Wald".

Blumern von Süden

Gallner - Kühleite - Blumern, von links nach rechts bzw. West nach Ost.

Die Südflanke bietet hervorragende Soaringmöglichkeiten mit Anschluss an die bekannt gute Thermik. Bei starkem Föhn, wenn in den Alpen Fliegen gefährlich wird, sind hier beste Bedingungen mit gigantischem Fernblick auf die Kette der Nordalpen. Auch die Mittelgebirge bieten berauschende Möglichkeiten für das "leichte Fliegen".

Doch das ist Vergangenheit. 

Der Bauer musste seinen Betrieb verkaufen und der neue Besitzer hat für seine Dammwildzucht das gesamte Gelände massiv eingezäunt. Für die paar Drachenflieger hat er keinerlei Zugeständnisse gemacht. Somit ist eines der ältesten Fluggelände des Bayerischen Waldes Vergangenheit.  Die beiden Fotos sind im Mai 2008 aufgenommen.

Nur mit einer Rampe hatte man eine Chance aus dem Wald heraus starten zu können. 1978 holzte der Blumernbauer ein größeres Waldstück auf der Südseite des Berges ab. Den wenigen  Drachenflieger-Pionieren bot sich die Gelegenheit auch im Bayerischen Wald ein Startgelände mit über 200 m Höhendifferenz zu errichten. Eine schon mehr als waghalsige erste Rampe ermöglichte Starts mit Drachen, deren Gleitwinkel gerade ausreichte eine Landewiese am Fuß des Bergmassivs  zu erreichen.

Noch steht die Rampe, aber inzwischen ist sie vom Gebüsch schon nahezu überwuchert, wie das Luftbild von 2011 zeigt.

Auffallend am Blumernberg ist seine Ost - West - Ausrichtung. Er liegt damit praktisch rechtwinkelig zu den anderen Höhenzügen.

Das Massiv besteht aus 3 Kuppen:  Blumern, Kühleite, mit 704  m der höchste der drei Gipfel und  Gallnerberg.

Vom Gallner wurde früher auch gestartet. Nordrichtung! Schon vor 25 Jahren eine Mutprobe, ob man über die hohen Wipfel   hinwegkommt.

Der Aufbau der Drachen erfolgt  hinter der Rampe auf einer  Wiese. Drachenflieger sind hier unter sich. 

 

Rampe am Blumern
Die 3 m hohe Rampe ist nicht Jedermanns Sache. Man sollte sich schon im Voraus um schwindelfreie Starthelfer bemühen, wenn der Wind etwas stärker bläst. Der Start bei Südwind ist problemlos - für  den, der den Rampenstart beherrscht! Der Berg bietet gute Soaringmöglichkeiten mit Thermikanschluss.

Über die Bäume (Jungbirken) kommt man problemlos hinweg. Rückenwind sollte allerdings nicht vorliegen.

Anfahrt: Geben Sie in Ihr Straßen-GPS als Ziel 94357+ Konzell + Blumern ein. Ab dem Bauernhof führt ein Schotterweg zu einem Fernsehumschaltsender. Dort parken! Waldweg 100 m westwärts folgen.  Dann steht man vor der Rampe.

Herrliche Aussicht in den Gäuboden, bei Föhn bis in die Alpen. Entfernung Landeplatz - Parkplatz/Start 5 km, denn man muss den gesamten Berg umfahren! Orientierung für den Landeplatz: Ortschaft Irschenberg.

Blick auf den Landeplatz Problematisch wird es bei dem   häufigen Südostwind. An der Rampe scheint der Wind von vorn zu kommen, wehe dem der startet und nicht die Bäume rechts und besonders links der Rampe beobachtet. Beides muss sich gleich stark bewegen! 

Leider haben die Aktivitäten der Drachenflieger stark nachgelassen.

Weit geht der Blick vom  Bayerischen Wald in die Donauebene.

Bei starkem Föhn sind nicht nur hervorragende Soaringbedingungen, sondern zugleich freie Sicht auf die Alpen gegeben. 

Die Möglichkeit mit dem Gleitschirm vom Blumern zu starten ist die Wiese am "Parkplatz" beim Sender.  Es bedarf allerdings nicht nur eines Könners, sondern auch des Glückes um hier heil raus zu kommen. Der Wiesenhang zeigt nach Osten, die Schneise nach Süden. So ein "Schrägstart" wird sicher nicht in der Flugschule geübt. Und die Bäume sind auch kein Jungwuchs mehr! Auch diese Wiese ist massiv eingezäunt. Ein Start nicht mehr möglich! Kommt der Wind aus westlichen Richtungen fährt man zum Sommerberg. Die Schneise ist von hier aus zu sehen.

Gallner 2011

Der Patron der Gallnerkirche ist der heilige Sixtus. Und hier oben soll eben dieser Mann als  Hirtenknabe Vieh gehütet und mit einem Hammer einmal ein Zeichen in den Fels geschlagen haben. Als er zu höchsten kirchlichen Würden aufgestiegen war, nämlich als Papst, ließ er, wie es die Legende berichtet, nach dem Zeichen suchen.

Startplatz Gallner

Es war schon 1978 ein Wagnis, bei nördlichen Winden mit dem Drachen über die hohen Bäume unten beim Bauernhof noch  hinweg zu kommen. Daran hat sich nichts geändert. Der Gallner ist deswegen nie als Startgelände zugelassen worden.

Der Ausblick - auch für Erdgebundene - ist allerdings wunderschön. 

Eng verbunden mit der Sagen umwobenen Geschichte der kleinen Gallnerkirche ist der Name des Berges.

"Gall" bedeutet im Altdeutschen Zuchtstier, Jungvieh. Am 1. Mai wurde das Jungvieh (Galtvieh) auf die Bergweide getrieben.

letzte Aktualisierung  September 2011