|

Minimum
Übersicht
Fußstart-UL Minimum-Praxis
Minimum-Geschichte Minimum-Treffen Minimum-Ausbildung -
E-Minimum

| Norbert
Schwarze hört nach über 30 Jahren auf. Alle Muster der Geräte werden
von vier Enthusiasten aus dem Raum Berlin übernommen. Es sind Leute,
die zum Glück nicht vom Minimum leben müssen, aber mit wachsender
Begeisterung ausbilden und bauen. Sie haben bereits mit der Fertigung in
Altes Lager in der eigens gegründeten Firma ALF (Altes Lager
Fliegermeister) begonnen.
Am
30 Oktober 2010 haben sie zudem nach endlich geglücktem Kontakt mit Wulff
Seiffert die Lagerbestände für die Fertigung des Seiffert Mini 2 und für
das Seiffert Trike von Wulf Seiffert selbst übernommen. |
www.fliegermeister.com
| Ansprechpartner : Markus Hanisch
- Volkmar Kienöl
Mobil : 0176 / 54883768 |
Adresse :
- Mühlenweg 11
- 14913 Niedergörsdorf
|
|
Das sind die neuen "Macher
" des Minimums.
Von links: Volkmar
Kienöl, Norbert Schwarze, Nick Kuschmierz und Markus Hanisch bei der
Übergabe in Norberts Werkstatt.

Prototyp des neuen Minimums
aus Berlin
Weitere
Fotos |
| Der Begriff Minimum
ist zum Synonym für fußstartfähige Ultraleichtflugzeuge geworden. Doch inzwischen gibt
es eine Reihe von verschiedenen Typen leichter Ultraleichtflugzeuge, sowohl echt
fußstartfähige, als auch Geräte mit Rollstart. In die Gruppe der Fußstart UL (Definition) gehören auch die motorisierten Gleitschirme und
Gleitschirmtrikes. Die Klasse heißt jetzt leichte, motorisierte
Luftsportgeräte bis 120 kg Leermasse. Zu
Beginn der Ultraleichtfliegerei (behördlich zugelassen und erlaubt ab 1984) war es meist
die Absicht, einen Hängegleiter mit einem Motor auszustatten, um damit auch unabhängig
von Bergen in die Luft zu kommen. Viele Drachenflieger sahen gerade im Minimum dazu das
ideale Gerät. Wer einen Hängegleiter beherrscht, kann auch Minimum fliegen. Erlaubt ist
das natürlich in Deutschland nur mit einer extra Lizenz.
Mit Beginn des Gleitschirmbooms in
den neunziger Jahren ging die Zahl der Drachenflieger kontinuierlich zurück, und damit
auch die potentiellen Minimumpiloten. Heute ist das Minimum in der UL-Szene ein
Nischenprodukt. Trotzdem gibt es nach wie vor viele aus Passion überzeugte Minimumflieger
- weltweit!. Denn das Minimum dürfte - inoffiziell - das am meisten gebaute UL eines
Hersteller sein. Über 1250 Geräte sind in alle Erdteile verkauft worden. Siehe dazu Geschichte des Minimum. |
| Auf dieser Seite wird das von der Firma
NST in Theenhausen (15 km nordwestlich von Bielefeld) produzierte Minimum näher
vorgestellt. Norbert Schwarze, Brunnenheide 55, 33824 Werther, Tel.
05203 - 72 81 Einen subjektiven Erfahrungsbericht mit dem
Minimum können Sie hier nachlesen. Technischer Aufbau
Das Minimum kann ohne
Werkzeug innerhalb einer halben Stunde (normales Arbeitstempo) zerlegt werden. Die Fläche
wird auf dem Autodachständer transportiert, der "Rest" hat im Kofferraum auch
eines Kleinwagens (vorgeklappte Rücksitze) Platz. Der Aufbau, einschließlich
Vorflugkontrolle, dauert etwas länger, wobei die meiste Zeit für den Hängegleiter
- jede Menge Segellatten! - nötig ist.
Fläche Hängegleiter,
der bis zu einer Abflugmasse von 150 kg zugelassen ist. In der Vergangenheit gab es eine
größere Zahl solcher Drachen. Heute ist die Auswahl an Neugeräten relativ klein
geworden, z. B. Firma bautek mit dem Astir und Milan,
Focus 18 (Fa. Schönleber) oder die Starrflügler Exxtacy und Atos. Auf dem Gebrauchtmarkt
wird jedoch noch vieles angeboten. Gebrauchtbörse unter DULV.
Rettungsgerät Das
Rettungsgerät ist in einem Container an der Turmspitze befestigt. Fallschirme im Gurtzeug
sind ungeeignet, da sie beim Auslösen in den Propeller gelangen könnten. Die Firma
Charly baut quasi als Monopolist noch dieses Help-System. Preis für die 55 qm große
Schirmfläche ca. 850,- Euro.
| Fahrgestell
An die Basis des Hängegleiters werden zwei Räder montiert. Durch Verdrehen
sind sie steuerbar. Das dritte Rad des Fahrgestells ist am Stützrohr der Motoreinheit
platziert. Die gesamte Motoreinheit wird mit einer Schraube am Kielrohr (spezielle
Aufnahmeeinheit in Aufhängepunkt) befestigt. Gegen seitliches Pendeln ist sie durch
Abspannseile, die zu den Seitenrohren verlaufen, gesichert.
Der Pilot liegt in einem Drachenflug-
Gurtzeug. Das kann eine einfache Liegeschürze, ein Karpfengurt, z. B. Keller-Gurt
oder ein moderner Fronteinsteiger sein.
|

|
Motor
Zum
Einsatz kommt der Solomotor.
weitere Fotos zum Minimum
Einzylinder Zweitakter Solo
220 ccm
Bing Vergaser
Auspuff - Renault-Topf bei früheren Modellen!
Vespa-Topf
Resonanzauspuff |
Leistung je nach
Schalldämpfer von 11 über 14 bis 18 PS bei 6000 rpm
Benzin: Mischung 1 : 50Preise: ab
3500 € für UL-Einheit
|
Sonderzubehör:
Elektrostarter, 300,-
Das Minimum ist auch mit dem Hirth-Motor F 33 mit etwa 24 PS zu haben! 500,- Aufpreis
Auch ein Minimum-Trike
gibt es.
|
| Handling am Boden Das Minimum ist durch die steuerbaren Räder an der
Basis des Hängegleiters voll rollfähig. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die knappe
Liegeposition über dem Boden. Aber je tiefer der Schwerpunkt, desto besser ist die
Steuerbarkeit in der Luft. Auf Gras ist die Ausrollstrecke (abgestellter Motor) etwa 20 m.
Auf Asfalt kommt man ohne "bremsen" bei laufendem Motor kaum zum Stehen. Um
nicht mit den (kostbaren) Schuhen bremsen zu müssen, habe ich eine einfache Bremsvorrichtung angebaut. |
 |
Start
Obwohl das Minimum offiziell zu den Fußstart-UL gezählt wird,
wird ein echter Fußstart (das Gleiche gilt auch für die Landung) in der Praxis nicht
mehr durchgeführt. Mit Laufen die Abhebgeschwindigkeit zu erreichen ist praktisch nur
bei gutem Gegenwind möglich. Doch wozu das Risiko eines Fehlstarts eingehen? Beim Rollen
erreicht man die Geschwindigkeit auch bei etwas Rückenwind - gefahrlos. Und für
den Gashebel/ Zündschalter hat man immer eine Hand frei. Mit Mundgas zu starten ist schon
gewöhnungsbedürftig! Moderne Geräte sind so gebaut, dass der Anstellwinkel nicht
mehr richtig eingehoben werden kann. Die Kielstange liegt schon auf dem Hauptschubrohr
auf. Analoges gilt für die Landung. Ein Ausdrücken, wie bei einer Stehendlandung mit dem
Hängegleiter, ist so nicht mehr möglich.
Also rollt man zum Startpunkt, gibt
Vollgas. Das Minimum rollt los und hebt bei entsprechender Geschwindigkeit ohne weiteres
Zutun ab. Zur Sicherheit zieht man die Basis sofort etwas heran, um die Geschwindigkeit
weiter zu erhöhen. Das Foto unten kann sowohl vom Start als von der Landung sein.
| Handling im Flug
Gesteuert wird das Minimum wie ein Hängegleiter.
Aufgrund der zusätzlichen Motoreinheit und des Benzintanks ist das Handling insgesamt
etwas zäher, die Reaktion auf gewohnte Steuerbügelausschläge verzögert.
Steilkurven und Rechts- Linkskombinationen sind aber gut möglich. Thermikflüge sind mit
Einschränkung zu machen. Wer ruppige Luft mag! Das Steigen aufgrund von Thermik sollte
aber mindestens 1,5 m/s betragen, weil das Sinken ohne laufendem Motor je nach Gerät
um 1,5 m/s beträgt. Der optionale Elektrostarter ermöglicht den Wiederstart
des Motors, wenn der Thermikofen zu wenig her gibt. Eine tiefgelegte
Motoraufhängung bringt eine
verbesserte, leichtere Steuermöglichkeit. |
 |
 Das
Minimum kommt zur Landung als wenn ein Drachenflieger eine Bauchlandung vollführt. Die
Räder verhindern allerdings, dass man mit dem Bauch, genauer dem Unterteil des Gurtzeugs, den
Boden berührt. Zunächst setzt das Spornrad auf. Die leichte Überfahrt
lässt man
ausgleiten, keineswegs abrupt ausdrücken, wie man es vom Hängegleiten gewohnt ist.
Um die Aufsetzgeschwindigkeit zu
reduzieren und die Ausrollstrecke, insbesondere auf Asphaltpisten
zu verkürzen, sollte man den Motor
in ca. 15 m Höhe rechtzeitig abstellen. |
Landung
Aufgrund der höheren Masse (je nach
Benzinmenge ca. 40 - 50 kg) und des größeren Luftwiderstandes ist die
Sinkgeschwindigkeit um
einiges höher als beim "reinen" Drachenfliegen.
Je nach Gerät muss man mit
Sinkwerten um 1,3 - 1,8 m/s rechnen. Das erfordert eine korrekte
Landeeinteilung, zumal die Steuerbarkeit viel "zäher" ist als
ohne Motoreinheit.
Bei Seitenwind sollte man schon
mal quer zur Landebahn aufsetzen. Allzu stabil ist das Fahrwerk nämlich nicht.
Und jede Vertiefung (Loch) schlägt voll auf die Basis des HG
durch, nicht eben Geräte schonend. |
|
Ausbildung:
Es gibt nur wenige Flugschulen, die noch Minimum ausbilden. Voraussetzung
man kann bereits Drachenfliegen!
|
 |
|
Auf der Internetplatform des
Dachverbandes DULV sind viele Flugschulen aufgeführt, die noch Minimum
ausbilden - angeblich. Die meisten dürften jedoch kein eigenes Gerät
mehr haben, so dass man gleich mit dem eigenen Minimum die praktische
Ausbildung beginnt. Hier
der Link zur Flugschulübersicht.
|
Was ist sonst noch zu
beachten?
Jahresnachprüfung
Das Minimum muss nach Vorgabe des Herstellers auf
technische Mängel überprüft werden. Eine ebenfalls vorgeschriebene
Jahresnachprüfung kann der Halter selbst durchführen. Er muss also nicht wie bei Trikes und Dreiachsern einen Prüfer
Klasse 5 dazu beauftragen, kann und soll das natürlich, wenn er selbst technisch ein Laie
ist.
Medical Die
flugärztliche Untersuchung entfällt.
Versicherung
Obligatorisch ist eine Halterhaftpflichtversicherung. Günstige Tarife bietet der DULV an. (ca. 60,- €, hinzu
kommt noch der Jahresbeitrag zu diesem Verband.)
Scheinverlängerung
Die Lizenz für Fußstart-UL gilt unbegrenzt. Nähere finden Sie hier.
Mein persönlicher Rat
Das Minimum ist in seinen Betriebsgrenzen ein sicheres und im Unterhalt relativ billiges
Ultraleicht. Konkurrenzlos günstig im Vergleich zu den anderen Leicht-ULs
ist der Anschaffungspreis.. Man sollte sich aber keineswegs an Trikes oder gar Dreiachsern orientieren.
Die Windempfindlichkeit darf nicht unterschätzt werden. Und wer Bequemlichkeit und
Komfort will, darf nicht Minimum fliegen. Er muss schon eher ein Purist sein - und sollte
keine zwei linken Hände besitzen. Es gibt immer etwas zu kontrollieren und zu schrauben.
Ein gewisses Gefühl für die filigrane Technik und ein Blick für
"Schwachstellen" ist sehr wichtig. Wer sich nur reinsetzen und Vollgas geben
möchte, der sollte sich lieber ein Trike kaufen - für den 3 - 4fachen
Preis.
Ich fliege seit 1985 Minimum - mit einer
Unterbrechung von 2001- 2004 - und möchte die gut 1000 Flugstunden nicht missen. Ich
bin vom Trikefliegen wieder zum Minimumfliegen zurückgekehrt. Lesen Sie hier einen persönlichen Eindruck. |
Ausbildung
Diese
Angaben gelten auch entsprechend für die Ausbildung mit den anderen Typen von
Fußstart-UL.
Flugschulen
Die theoretische
Ausbildung ist im Prinzip die gleiche wie für ein Trike oder einen Dreiachser. 60 Std.
Unterricht und Prüfung in Navigation, Luftrecht, Meteorologie, Technik, Flugfunk,
Verhalten in besonderen Fällen, menschliches Leistungsvermögen in einer Flugschule. Hat
man den beschränkten Luftfahrerschein (A-Schein) reduziert sich die Theorieausbildung auf
40 Std. Bei Nachweis des BZF /Flugfunkberechtigung wird das Fach Funk erlassen. Wer den
B-Schein hat, benötigt nur mehr 30 Theoriestunden.
Praxis: Da es in
Deutschland kein Minimum für zwei Personen gibt (vom Mini II, das
schon seit Jahren nicht mehr gebaut wird, mal abgesehen), muss man das Drachenfliegen
(Steuerung) schon beherrschen. Am besten man hat den A-Schein, der Lernausweis reicht
jedoch von den Vorschriften her aus. Der Berliner Markus Hanisch baut jetzt das Mini
II wieder nach, allerdings mit besserem Viertaktmotor. Eine moderne
HG-Fläche ist in Erprobung. Damit soll die Ausbildung mit
(mitfliegendem!) Fluglehrer wieder möglich sein.
Unter Aufsicht eines
Fluglehrers absolviert der Schüler 25 Std. Flugausbildung (hauptsächlich Lande- und
Notlandeübungen. Reduziert sich auf 20 h, wenn die Ausbildung innerhalb eines
halben Jahres gemacht wird. Auf mindestens 5 Überlandflügen wird die Navigation
trainiert. Diese für Trikes konzipierte Ausbildungsrichtlinie reduziert sich bei
Fußstart-UL, denn mit dem Gerät fliegen kann der Schüler ja schon (A-Schein!). So
beschränkt sich die Praxis hauptsächlich auf das Üben Fliegen am
Flugplatz, Notlandeübungen und die Überlandflüge.
An Kosten sollte man mit
folgenden Preisen rechnen (erhebliche Abweichungen je nach Flugschule): Theorie (60 Std.)
ca. 500 Euro, Praxis 750,- mit eigenem Gerät 500,-. Wer als Fußgänger anfängt muss
natürlich die Grundausbildung zum A-Schein hinzurechnen, bzw. in einem Doppelsitzer
wesentlich mehr und teuere Stunden einrechnen.
Eine Menge Papierkram:
Ausbildungsmeldung der Flugschule, 2 Passbilder, Nachweis über Sofortmaßnahmen am
Unfallort bzw. Kopie des Führerscheins, sofern dieser nach 1965 ausgestellt wurde,
Erklärung über schwebende Strafverfahren gemäß § 24 Abs. 3 LuftVZO, polizeiliches
Führungszeugnis (Belegart 'N'), Ausbildungsmeldung der Flugschule, Ausbildungszeugnis
Theorie, Ausbildungszeugnis Praxis.
Die wirkliche Praxis sieht etwas
anders aus. Wer sich für ein Minimum oder den Mosquito, Raven ... oder den Paramotor
entscheidet, sollte bereits erfahrener HG (GS)-Pilot sein - also mindestens
A-Schein. Dann legt er sich sein Gerät zu und schult mit diesem. Doppelsitzer-Ausbildung
gibt es ja ohnehin nicht. Ich kenne keine Flugschule, die ein Gerät für Doppelflug hat,
zumindest beim Minimum. Der erste Flug ist also gleich ein Alleinflug. Keine Bange: Wer
Drachenfliegen kann, kann auch Minimumfliegen - wer den F-Schlepp hinter einem UL
beherrscht, bringt auch einen Mosquito in die Luft. Analoges gilt für Gleitschirm. Das
Aufziehen des Schirmes ist wohl das Diffizilste an der Sache. Ein eigenes Gerät
spart erheblich Ausbildungskosten - wenn man überhaupt eine Flugschule mit Minimum findet.
Die Preise schwanken je nach fliegerischen Fähigkeiten des Aspiranten und Flugschule
zwischen 1200.- und 2000.- Euro, den Theorieunterricht eingeschlossen.
Der Schein gilt unbefristet, er muss
nicht wie die Trike-Lizenz für Geräte über 120 kg Leermasse alle 5 Jahre verlängert werden. |
|