Startseite der HP über das "leichte Fliegen"

Paramotors - motorisierte Gleitschirme

einfach und preiswert, aber windempfindlich  

Start mit dem Paramotor

Paramotors ist die offizielle Bezeichnung für motorisierte Gleitschirme.

Wer mit dem Gleitschirm umgehen kann, erlernt das motorisierte Fliegen praktisch im Handumdrehen. Grundkurs für GS ist bei Beginn der Schulung Voraussetzung (Lernausweis!). Aber Vorsicht: In Deutschland braucht man dazu eine komplette UL-Ausbildung (60 Std. Theorie + Praxis). Motorschirme sind gleichfalls zum Start/Landung an zugelassene Flugplätze gebunden. Natürlich, der einfache, schnelle Aufbau verleitet geradezu zum Schwarzfliegen, Start von der grünen Wiese, Landung hinter dem eigenen Haus. Doch wird man "gerichtsmassig" kommt der Flug extrem teuer. Von Versicherungsfragen bei einem Unfall mal ganz zu schweigen.

Der Einzylinder-Zweitaktmotor (10 - 30 PS Ausführungen sind auf dem Markt) wird in einer Haltevorrichtung auf den Rücken geschnallt. Ein Metallkäfig schützt den Propeller bei unsanften Landungen (trotzdem geht viel kaputt!) und vor aallem den Piloten. Gefährlich sind Einklapper des Schirms in Bodennähe (bei Thermik und Windscherungen). Der Pilot kommt sehr unsanft auf den Boden der Tatsachen. Hohe Verletzungsgefahr! Man hat ja noch zusätzlich den Motor auf dem Rücken, ca. 25 kg. Die Alternative hierzu ist das Motorschirmtrike. Hier sitzt der Pilot wie im "Hängegleiter-Trike" und hat kein Gewicht zu schultern. Die Motorleistung hier ist um einiges höher - und auch der Preis.

Flyke 08 Start mit dem Flyke - einem Paratrike. Die Schwierigkeit besteht darin, die Kappe ordentlich aufzuziehen und einen geraden Startverlauf hinzubringen.

Das Besondere an dieser Ausführung: Ohne Gleitschirm ist das Gerät als Liegendfahrrad nutzbar, sogar mit Gangschaltung. Der Motor darf zwar auf der Straße dran bleiben (gilt rechtlich als Gepäck), gestartet darf er nicht werden, um  mit Propellerschub an den Autos vorbei zu brausen.

Motorschirm-Trike Einzelsitzer

Gerade  die Entwicklung bei  den motorisierten Gleitschirmen ist   hoch innovativ. Die Hersteller versprechen sich in dieser Sparte noch große Zuwächse. Bei ULs mit Drachenflächen (Fußstart  und Trike) ist der Trend seit Jahren rückläufig.

Bei den Gleitschirmtrikes erscheint es mir sinnvoll nach zwei Kategorien zu unterscheiden.

1. Gleitschirmtrikes mit einer Leermasse bis 120 kg

2. Gleitschirmtrikes mit einer Leermasse über 120 kg

Die ersteren sind unter wesentlich einfacheren Zulassungs- und Betriebsbedingungen zu fliegen. Siehe hierzu die Übersicht bei Fußstart-UL.

Die zweite Gruppe hat die gleichen Rahmenbedingungen wie die Trikes mit Hängegleiterflächen.

Aufbau auf dem Rollfeld Nicht jeder Flugleiter erlaubt den Aufbau und die Startvorbereitung auf dem Rollfeld - Voraussetzung aber für einen Start mit einem Motorschirm auf einem Flugplatz.

Glücklich, wer einen reinen UL-Platz in der Nähe hat. Viele Piloten (Gerüchte sprechen von bis zu 90 %) fliegen einfach von einer geeigneten Wiese weg. In D ist das natürlich verboten: Schwarzfliegerei! Wehe, es ruft mal ein Zeitgenosse die Polizei oder es passiert etwas. Keine Versicherung zahlt!

Motor

Verschiedene Zweitakter (Solo, Hirth, Simonini, Snap ..., sogar mit Wasserkühlung werden eingebaut

Wasserkühlung

Ausbildung - ist eine komplette UL-Ausbildung

Theorie: 60 Std. Unterricht und Prüfung in: Navigation, Luftrecht, Meteorologie, Technik, Flugfunk, Verhalten in besonderen Fällen, menschliches Leistungs- vermögen
Praxis: 25 Std. Flugausbildung und Prüfung, davon mind. 5 Std. Alleinflug, mind. 5 Überlandflüge, mind. Gleitsegel L-Schein + 30 Höhenflüge oder höherwertig,
Bemerkungen: Bei Nachweis des BZF /Flugfunkberechtigung wird das Fach Funk erlassen.   Eine Gleitsegelausbildung (mind. L-Schein +30 Höhenflüge) wird vorausgesetzt.
Papierkram: fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis Klasse 2, polizeiliches Führungszeugnis (Belegart 'N'), Nachweis über Sofortmaßnahmen am Unfallort bzw. Kopie des Führerscheins, sofern dieser nach 1965 ausgestellt wurde, Erklärung über schwebende Strafverfahren gemäß § 24 Abs. 3 LuftVZO, 2 Paßbilder, Ausbildungsmeldung der Flugschule, Ausbildungszeugnis Theorie, Ausbildungszeugnis Praxis

Flyke Das fliegende Fahrrad - richtig. Von diesem Motorschirm-Trike kann man die Motoreinheit (Hirth-Motor mit ca. 25 PS) ohne großen Aufwand abmontieren und das Trike als Liegend-Fahrrad nutzen.

Es besitzt sogar eine Gangschaltung. Kosten ca. 2000 Euro ohne Motor.

Sogar mit der Motoreinheit darf man auf öffentlichen Straßen unterwegs sein, denn sie ist nicht fest mit der Fahreinheit verbunden. Also gilt der Käfig mit Motor als Fracht.

Für das Fahren sollten Sie allerdings einiges an Muskelkraft mitbringen und Steigungen tunlichst meiden.

im Flug

Nichts für Flüge gegen den Wind. Mit etwa 40 km/h sind Motorschirme unterwegs.

Das Ohr nah am Motor - notgedrungen. 

Da hilft, wenn man nicht schon schwerhörig ist, ein ordentliches (teures) Headset mit eingebautem Funkanschluss. Ein normaler Motorradhelm ist viel zu wenig Geräusch gedämmt.

Neu als Erprobungsprogramm 2007: Flugplatzzwang soll aufgehoben werden. Unter gewissen Voraussetzungen darf in einigen Bundesländern von "der grünen Wiese" gestartet werden. Gilt vorläufig und nur für einzelne Personen. Näheres beim DULV

Probleme mit dem Motorschirm:
*  
Wo gibt es zugelassene Plätze? Die wenigsten für UL zugelassenen Flugplätze dulden die Motorschirme.
   Grund: Sie sind einfach zu langsam und blockieren bei Start/Landeanflug den übrigen Flugverkehr
*  Es sollte wenig Wind vorherrschen. Windstille erschwert den Start aber ungemein, Wind ab 20 km/h bedeutet, man kommt bei einer   Eigengeschwindigkeit von 30 - 45 kaum noch vorwärts. Fliegen mit dem Motorschirm heißt entspanntes Fliegen in den Abendstunden bei schönem Wetter. Wer nur von A nach B fliegen will, sollte sich ein Trike oder besser einen Dreiachser zulegen. Meine Empfehlung: Schulung auf einem dieser UL´s mit anschließender Einweisung (geht schnell, ein Gleitschirmschein selbstverständlich vorausgesetzt!) auf den Motorschirm. So stehen einem alle Wege der UL-Fliegerei offen.