Ulla's Reisebericht

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Hallo,

hier also nun mein Reisebericht:

 

Durch den Schub habe ich bis zum letzten Tag gezweifelt, ob ich gehen soll.

Aber letztendlich haben alle meine Ärzte dazu geraten. Und alle haben diese mitgeholfen mir es möglich zu machen.

Vom Neuro bekam ich noch drei Oktagam-Infussionen. Vom Neurochirurgen gab es ein Tag vor dem Abflug noch eine Spritze in die Wirbelsäule, das für den langen Flug der Nerv betäubt war – und der Schmerztherapeut verschrieb mir gr. Mengen an starken Schmerzmitteln.

Mit meinen Reisebüro hatte ich ausgemacht, das sie mir – sollte es nötig sein einen Rückflug organisieren würden.

So vorbereitet brachte mich mein Freund nach Frankfurt – dort traf ich dann meine Bekannten die mit mir unterwegs waren.

Elke – mit ihr war ich vor zwei Jahren auf den Malediven.

Petra eine Bekannte von Elke die sich uns kurz entschlossen angeschlossen hatte und Anja die letztes Jahr mit Elke auch auf Angaga war.

Ich selbst kannte nur Elke näher – die andern nicht.

Aber telefonisch und per Mail waren sie aufgeklärt über meinen Zustand – und auch sie wollten das ich mitgehe.

PICT0089.JPG (2959649 Byte)Abflug 20.40 Uhr

Der 10 Stunden Flug von Frankfurt nach Male – war obwohl wir bei Condor diese Premiumsitze gebucht hatten eine Tortur.

Die Premiumsitze waren nicht das – was uns versprochen wurde – die Maschinen waren noch nicht umgerüstet – sodas es normale Sitze waren, nur das die etwas mehr Abstand hatten – dabei hatten wir 300 Euro mehr dafür bezahlt.

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Beim Landen wurde der Flieger dann plötzlich durchgestartet  - wir waren verwundert – aber der Pilot sagte was von Scherwinden. In einem Malediven-Portal fand ich dann in einem anderen Reisebericht folgendes:

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Was wir sonst noch erwähnen möchten
Donnerstag, 27. November 2008, Abflughalle Male Airport: Wir schauten mit anderen Abreisegästen aus dem Fenster des Restaurants, um die ankommende Condor-Maschine zu beobachten. Wir verfolgten den Landeanflug. Doch was war das plötzlich? Die Maschine war beim Landeanflug noch viel zu hoch, sodass der Pilot die Maschine durchstarten musste. Das Flugzeug drehte ab und flog den Male-Airport ca. 15 Minuten später noch mal an. Diesmal klappte die Landung.

 

Im Nachhinein war uns dann doch mulmlig zumute.

 

Recht kaputt und völlig zugedröhnt kamen wir dann ca. 10 Uhr (dortige Zeit)  in Male an – und irgendwie war plötzlich alles vergessen – das türkisblaue Meer strahlte uns an – und wir zurück.

Wir wurden mit einen kl. Bus zum Wasserflughafen – Gebäude gebracht.

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Dort musste ich dann für meinen zu schweren Koffer nachzahlen – und dann ging das Abenteuer richtig los – wie kommt man in so einen wackeligen Flieger mit kleiner Klappleiter. OK auf dem Hosenboden – jeder versuchte mir zu helfen – und irgendwann war ich drin.

Der Flug war klasse – unter uns das Meer – und die kleinen Inseln... traumhaft.  PICT0109.JPG (2508937 Byte)

Irgendwann war unsere Insel Angaga in Sicht  DSC_0332.JPG (2904247 Byte) – wir landeten dann ein Stück vor der Insel an einen Floss  - das so ca. 5 x 5m gross war.                                            

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Angaga ist ca. 320 x 180 m  gross – oder klein – wie man es nennt – und es hat 50 Bungalows (sprich max 100 Gäste)   DSC_0465.JPG (2539024 Byte)

Es hatte doch recht starken Wellengang und so wurde es nun abenteuerlich... – ich dachte schon ich schaffe es nicht auf das Boot – aber dann hat ein Mitreisender einfach mich angepackt und schwups war ich über der Reeling und sass auf den Planken – da blieb ich dann auch bis wir am Steg angekommen sind.

Auch dort wurde wieder von allen geholfen – so das ich gut aus dem boot kam.

Über den Holzsteg ging es dann recht einfach mit dem Rolli – aber dann war nur noch SAND  - tiefer Sand – keine Chance – und eine Buckelei für die anderen den Rolli zu ziehen.

 

So hackte ich bei zwei Leuten ein – und wackelte auf meinen tauben Beinen zur Rezeption.

Dort bekamen wir einen leckeren Drink und Erfrischungstücher.

Wir vier hatten ja drei Bungalows – und zwei davon waren nebeneinander – etwas waren wir enttäuscht das nicht alle drei nebeneinander waren – aber stellten dann fest das es nicht schlimm war – weil der andere auch nicht weit weg war – und wir einen super Strandabschnitt hatten – wo wir alle Liegen hinstellen konnten und sonst kein anderer am Strand weilte._IGP2041.JPG (2434499 Byte)

 

 

Kaum angekommen  (es war so 15 Uhr)– zogen wir uns um und wackelten wieder eingehackt (einer brachte den Rolli immer hinterher – damit ich mich wenn es gar nicht mehr ging setzen und ausruhen konnte) in warme (28 Grad) Wasser – herrlich – Tauchermaske auf – Schnorchel dran – und los ging der erste Schnorchelgang zu einen Korallenstock in unserer Lagune (10 m vom Ufer entfernt).

Wir waren überwältigt was wir da schon alles sahen. Ich testet ob ich mit Flossen „schwimmen“ konnte – es ging – komischerweise besser als ohne – da konnte ich nicht schwimmen – da drehte es mich ständig.

Wir waren sehr müde – da keiner von uns auf dem Flug geschlafen hatte – also trotteten wir noch zur Bar um die Zeit abzuwarten bis es Abendessen gab (20.30) – bei der Bar konnte man schön auf der Terrasse sitzen und aufs Meer blicken – das Wasser fing so ca. 3 m davor an.

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Abendessen (dort war ich darauf angewiesen das mir meine Reisebegleiter am Bufett den Teller füllten – was sie aber auch gerne machten).

Konnte es mir halt nicht selbst aus der grossen Auswahl aussuchen  .DSC_0590.JPG (2714459 Byte)

Endlich konnten wir dann schlafen – aber o weh – die Matraze war der Horror – bretthart.

Ich bastelte mir zwar aus den übrigen Kissen und allen Handtüchern  eine Stufenlagerung.

Aber schlafen konnte man es echt nicht nennen.

Naja irgendwann ist jede Nacht zu Ende. Ich brauchte extrem viel Schmerzmedikamente

Am Tag sieht alles besser aus.

Der nächste Tag bestand aus frühstücken – dann 2 – 3 Schnorcheln am nahen Hausriff  - Mittagessen – 2 Stunden Mittagsschlaf auf der Liege im Schattten  - dann wieder 2  - 3 Stunden Schnorcheln – Sonnenuntergang beobachten (dauert so ca. 1 Stunde) und dann Bar – Essen gehen – wieder bar (reden und spielen) Drinks waren super lecker.

Aber ich konnte mich nicht so recht an die Abhängigkeit gewöhnen – jeden Schritt brauchte ich jemand – und obwohl sie mir alle gerne halfen (auch andere Urlauber auf der Insel waren alle seeeeehr hilfreich) – war mir unwohl.

Abends im Bett – war ich immer so weit – das ich mir vor nahm „morgen rufe ich das Reisebüro an und lasse den Rückflug buchen“.

Zudem konnte ich einfach im diesem Bett nicht liegen – am nächsten Morgen brauchte ich ca. 10 Minuten bis ich mich aufsetzen konnte  - leider kam ich auch nicht ans Telefon – eben weil ich mich nicht rühren konnte.

Aber die „Wassertherapie“ war dann tagsüber wieder ausgleichend – und letztendlich verpasste ich immer den Zeitpunkt wo ich jemand im Reisebüro erreichen konnte.

Am 10.ten Tag merkte ich plötzlich –das ich wieder wusste wo meine Beine sind – also ich konnte sie wieder zuordnen – und ab da konnte ich auch mit Krücken mich wieder ein kl. Stück fortbewegen.

Das war die Wende... so konnte ich zumindest selbständig z.B. auf Toilette.

Was mich erstaunte am nächsten Morgen sprachen mich völlig fremde anderen Urlauber drauf an – das ich doch viel besser mich bewegen würden –und wie sehr sie sich freuten.

 

Vorallem Elke und ich waren täglich ca. 5 –6 Stunden am Schnorcheln – man konnte die

 gesamte Insel umschorcheln  DSC_0919.JPG (2644446 Byte)– natürlich in Etappen – und das schönste Riff war am schwersten zu erreichen – aber es war einfach herrlich.

Unter Wasser war ich so normal - hier hatte ich keine Behinderung, bzw gr. Einschränkungen - ich kam mir vor wir "normal".  Und auch die Schmerzen war hier nicht so stark wie "an Land".  Hier habe ich mein Grübeln ausgeschaltet .

Haie – Schildkröten,  Falterfische – oft in grossen mengen – Schnapper die 80 cm gross waren und einem ganz nah kamen –Rochen, nach drei Tagen hatte ich fast alles gesehen – was in meinem Bestimmungsbuch drin war.

Wir konnten gar nicht genug bekommen. Durch unseren Schnorchelanzug waren wir vor Sonnenbrand geschützt – und das nutzen wir aus.

Und so ging es unter Wasser zu:

Bekannte aus einen Malediven-Forum waren inzwischen auch eingetroffen und wir waren eine nette Clique die jeden Abend in der Bar UNO spielten und doch recht viel tranken.

Wir machten dann noch einen Ausflug auf eine Einheimischen Insel mit – wir hatten unheimliches Glück – eine grosse Schule Delfine war auf der Strecke – sprang und kamen immer wieder an die Oberfläche.

Hier ein kl. Film: und

Am Bug schwommen sie mit... der Kapitän hielt das Boot an und wir konnten uns gar nicht satt sehen.

Die Insel selbst war leider nicht so interessant – zumal man uns  einfach alleine lies.. und im Prinzip konnte man nur eine Strasse nehmen – dort war ein Shop am anderen – aber leider hatten die fast nur Schund.

Mein Rollstuhl war dort allerdings doch etwas exotisches – und es gab einen Auflauf – und die Männer wollten mir ihre Kinder auf den Schoss setzen  -was die armen Kinder nicht wollten weil sie angst hatten.

Auf der Rückfahrt ging dann der Motor des Dohnis (das Boot der Malediver) kaputt – und ratet mal wo: genau an der Stelle wo die Delfine waren – und sie schwommen ständig um unser Boot herum.

Es war traumhaft ... 

Irgendwann wurden wir dann von einem Motorboot (Speedboot) abgeholt - das hieß wieder umsteigen mitten im welligen Meer. Aber inzwischen war ich ja schon geübt darin :-).

Leider vergingen die Tage dann doch viel zu schnell.  

Irgendwie macht man dort nichts anderes ausser auf der faulen Haut liegen - schnorcheln - und essen.

Ich lag oft stundenlang nur da und blickte aufs Meer ... die schönste Zeit war für mich immer wenn die Sonne unterging - die Farben waren täglich anderst und es war immer total ruhig - man hörte echt NIX (ggf. mal da Plätschern der Wellen) - da  ist etwas was man so überhaupt nicht gewohnt ist.

Tja nach drei Wochen hieß es dann Abschied nehmen... leider ging es mir ein Tag vor Abflug gar nicht mehr gut - ich bekam in der vorletzten Nacht Fieber und starke - sehr starke Ohrenschmerzen. Dadurch das ich dort viel Morphium gebraucht hatte - hatte ich nicht bemerkt das ich, wie fast jeder der Schnorchler auch eine Ohrenentzündung hatte  - und hatte diese verschleppt.

Mein Gesicht war einseitig total aufgeschwollen und ich hatte hohes Fieber. Durch den Druck im Flieger ging es mir immer schlechter... leider hatte da auch die Sitzreservierung nicht geklappt - so das ich auf dem Rückflug neben einem Fremden sass.

Ich versuchte den Flug mit allen möglichen Medikamenten zu überstehen - und irgendwann kamen wir zurück nach Frankfurt  wo ich wieder von meinem Freund in Empfang genommen wurde - dieser brachte mich dann direkt ins Krankenhaus.

Dennoch war diese Reise wunder, wunder schön und irgendwie für mich ein Grund mit allem irgendwie weiter zu machen... und zu hoffen das ich irgendwann nochmal dort hin reisen kann und ggf. sehe ich dann auch mal einen Manta :-)

November2009:   die nächste Reise ist gebucht - ich halte es einfach nicht aus.

Im März geht es erst ein Woche auf Schnorchel-Safari mit einem Katamarn und dann noch zwei Wochen nach Eriyadu *freu*

  Fotoalbum

 

Stand: 04.11.09