Runrig -
momentan die wohl beste Rockband aus dem wunderschönen Scotland. Mit ihrem Hit
Loch Lomond wurden sie auch bei uns bekannt. Hier nun die Geschichte der Band.
Zum ersten Mal
traten Runrig 1973, damals noch als Trio – Rory MacDonald/Gitarre, Calum
MacDonald/Schlagzeug & Blair Douglas/Akkordeon – in der Kevin Hall in Glasgow
auf.
Ein Jahr später kam Donnie Munro als Sänger dazu. Blair Douglas verließ die Band
kurze zeit später, um von Robert MacDonald am Akkordeon ersetzt zu werden. Nach
einem langen und hartem Kampf gegen den Krebs verlor die Band einen Kollegen und
sehr guten Freund. Bis 1978 war die Musik eine Teilzeitbeschäftigung für die
Studenten. Mit diesem Hintergrund wurde dann das erste Album Play gaelic
aufgenommen. Zu dieser Zeit stieß Maolcolm Jones zur Band. Das zweite Album
wurde dann auf ihrem eigenen Label Ridge Records veröffentlicht, um sich selbst
mehr kreative und finanzielle Freiheiten zu ermöglichen. Es war ein großes
Risiko, aber ebenso eine große Herausforderung – eigentlich bezeichnend für die
gesamte Geschichte von Runrig. Mit der Gründung der Plattenfirma wurde das Hobby
zum Beruf. 1979 gingen sie wieder ins Studio für die Aufnahmen von Highland
connection.
Im Jahre 1981 wurde dann – mit Iain Bayne als Schlagzeuger – das Album Recovery
aufgenommen, welches sich (wie die beiden Alben zuvor) mehr schlecht als recht
verkaufte. Mit Recovery nahm die Band Stellung zur Sozialgeschichte der
schottischen Gaelen. Der Kern der Band, musikalisch, physisch, emotional und
spirituell ist in diesem Zusammenhang zu suchen. Aus diesem Hintergrund
entwickelte sich das Selbstverständnis von Runrig.
Nach dem dritten Album verließen sie ihre Heimat zum ersten Mal, um sich einem
breiteren Publikum zu stellen, das anfing sich für diese Musik zu interessieren.
Obwohl sie keine Folkband im ursprünglichem Sinn waren reflektierten die Songs
diese Tradition aus der sie entstanden. Es war besonders ermunternd zu sehen,
daß auch beim ausländischen Publikum ein leidenschaftliches Interesse an der
gaelischen Musik und Kultur bestand.
Im Jahre 1982 veröffentlichte Runrig ihre erste Single. "Loch Lomond", ein
schottisches Traditional und bereits 1979 auf der LP "Highland Connection"
enthalten, wurde dazu neu arrangiert. Die Single erreichte damals erste
Achtungserfolge. Richtig bekannt wurde der Song jedoch erst später durch die
Zahlreichen Konzerte.
Es war Zeit die musikalischen Parameter wieder zu erweitern. Diesmal mit der
Einstellung des englischen Keyborders Richard Chems. Einekurze, jedoch sehr
lehrreiche Begegnung mit dem kleinen Londoner Label "Simple Records" folgte, die
1984 die Singles "Dance called America" und "Skye" veröffentlichten. Diese
allerdings in Versionen, die so nicht mit der Band abgesprochen waren. Das
Ergebnis war die Rückkehr zu Ridge Records. Unter ihnen wurde 1985 das vierte
Album "Heartland" produziert und kurz danach verließ Richard Chems die Band um
eine Theaterkarriere zu verfolgen. Seine Stelle nahm nun Peter Wishart ein.
Nach dem Flop der Single "The work song" erfolgte Ende 1986 dann auch die erste
kleine Deutschland-Tour und Runrig schaffte es, daß Ihr Stuttgarter Konzert vom
Süddeutschen Rundfunk übertragen wurde. Trotzdem war die Band damals in
Deutschland nur absoluten Insidern bekannt.Das Highlight 1987 war - neben der
Kanadatour und den Spot als Support Act für U2 - das Konzert hinter dem eisernen
Vorhang in Ostberlin. Mit dem Vertrag bei Chrysalis Records entschied sich
Runrig ihr nächstes Album "The cutter and the clan", sowie das lange erwartete
Live-Album "Once in a lifetime" auf internationaler Ebene zu veröffentlichen.
Dabei fand die Single "Protect and survive" sogar den Weg in einzelne deutsche
Plattenläden.
1989 erreichten Runrig mit "Searchlight" Platz 11 der britischen LP Charts - der
größte Erfolg bis dato. Eine Europatournee folgte. Kurz darauf wurde das erste
Video "City of lights" fertiggestellt und erreichte Platz 7 der Charts.
Ebenfalls 1990 entstand die EP "Capture the heart", die Runrig zum ersten Mal in
die britischen Single-Charts katapulitierte ( Platz 49).
Das Jahr 1991 wurde dann sehr hektisch.Das achte Album "Big wheel" wurde im Juni
veröffentlicht (Platz 4 der UK-Charts) und eine weitere Schottlandtour mit dem
legendären Openair am Loch Lomond vor 50.000 Besuchern folgte. Die Single "Hearthammer"
stieg auf Platz 25 der britischen Single-Charts und wurde auch im deutschen
Radio gespielt. Es folgte eine erfolgreiche Europatour und das Buch "Going home"
wurde veröffentlicht.
1992 wurde hauptsächlich im Studio gearbeitet. Neben einigen Festivalauftritten
unterstützten sie zweimal Genesis - einmal in Deutschland und einmal in England.
Im August erfolgte die Veröffentlichung des zweiten Videos "Wheel in motion",
welches Platz 1 der Videocharts erreichte. Außerdem wurde speziell für den
deutschen Markt die CD "Alba - The best of" produziert. Nachdem man die letzten
Monate des Jahres am nächsten Album "Amazing Things" gearbeitet hatte, wurde
Anfang 1993 das Album live promotet. Zweimal tourten sie durch Deutschland und
England und mit 96 Konzerten wurde es die bis heute umfangreichste Tour in der
Bandgeschichte.
1993 entdeckte der deutsche Radiosender SWF3 die Band und puschte sie durch
Konzertübertragungen und starken Radioeinsatz auch in die deutschen Charts.
1994 mußten sich Runrig Zeit nehmen, um neue Songs zu schreiben und die nächsten
Aufnamen zu planen. Ein Live Album (Transmtting-live) Wurde für das Ende des
Jahres geplant und das nächste Studio Album für 1995. Im Frühjahr 1995 gelang
der Band völlig überraschend mit "An ubhal as airde" (dank einer Bierwerbung!!!)
der größte Single-Erfolg (Platz 18) in GB. Außerdem war dies die beste
Platzierung eines gaelischen Titels in den britischen Charts.
Im Juni 1995 spielte Runrig dann ihr bisher größtes Konzert auf deutschem Boden.
20.000 Fans kamen, um die Band auf der Loreley zu erleben. Gegen Ende August
bekamen sie dann einen Überraschungsanruf von den Rolling Stones, die sie als
Support für Ihr Konzert in Schuttorf einluden. Dies war insofern beachtlich, da
Runrig am selben Abend ihr eigenes Konzert in Jubek spielten. Daher war an
diesem Tage eine präzise Planung notwendig, aber beide Konzerte fanden statt.
Im November 1995 wurde dann die CD "Mara" veröffentlicht und eine ausführliche
Tournee folgte. Nach Abschluß stand die Band vor einem weiteren Scheideweg,
musikalisch, sowie geschichtlich. Es wurde intensiver über die persönliche
Zukunft nachgedacht. Donnie Munro wurde immer mehr politisch aktiv und sah seine
Zukunft nach Runrig, in diese Richtung gehend.
Mit der Plattenfirma zusammen wurde entschieden, das der richtige Zeitpunkt
gekommen war, ein Best of Album zu veröffentlichen. Da niemand in der Lage war
sich für eine Auswahl der Songs zu entscheiden, kam man auf die Idee dieses
Album, das ja für die Fans sein sollte, nun auch von diesen auswählen zu lassen.
"Long distance" kam im Oktober 1996 auf den Markt, woraufhin bis zum Frühjahr
getourt wurde.
Danach folgte wieder eine Phase der Neuorientierung. Donnie war in den Wahlkampf
involviert und die anderen genossen den Luxus einmal ohne Deadlines und ohne
jegliche Vorgaben arbeiten zu können. Nach den Wahlen im Mai 1997 sollte dann
Donnies Austritt bekannt gemacht werde. Durch die Öffentlichkeitsarbeit im
Rahmen des Wahlkampfs bekamen jedoch die Medien Wind von den Veränderungen und
das ganze gelang etwas unglücklich an die Öffentlichkeit.
Die Abschiedstour führte Runrig dann im Juni nach Dänemark und im August nach
Großbritannien und Deutschland, wo sie im Kölner Tanzbrunnen vor 9.000 Fans
auftraten. Die letzten Shows waren emotional sehr beanspruchend, aber es war
auch die passendste Art sich von Donnie zu verabschieden. Die Konzerte waren
atmosphärisch die bewegensten ihrer gesamten Geschichte.
Festgehalten wurden diese Bilder im Buch "The end of one era" und in dem Video "Donnie
Munro´s farewell - Live at Stirling Castle".
Den Winter 1997/98 verbrachte Runrig dann damit, eine neue Besetzung für den
offenen Posten zu finden und war damit erst einmal erfolglos. Zwar bekamen sie
unzählige Bewerbungen, aber der oder die Richtige war leider nicht dabei.
Da 1998 auch das 25-jährige Bandjubiläum anstand, wurde ein Projekt ins Leben
gerufen, welches sich die Fans schon lange gewünscht hatten. Nämlich eine
Sammlung von all ihren gaelischen Songs auf CD. Die Aufnahmen wurden im Mai in
Form einer Doppel-CD mit dem passenden Namen "Gaelic collection"
veröffentlicht.
Im Juni 1998 kam dann die überraschende Wendung. Ein neuer Sänger wurde
gefunden. Eher durch Zufall entdeckte man Bruce Guthro. Einer der Söhne der
Managerin von Runrig brachte ein Videoband aus Kanada mit, auf dem sich unter
anderem Aufnahmen mit Bruce Guthro befanden. Dieser wurde sofort eingeladen und
man war sich gegenseitig gleich sympathisch. Bruce war bisher nur in Kanada in
Erscheinung getreten und hat dort zwei Alben veröffentlicht. ( Ein drittes ist
in Planung).
Bereits im August wurde Bruce Guthro dem Publikum vorgestellt (also 2 Monate
nach dem ersten Kennenlernen!). Die Band gab zwei Konzerte in Tonder (Dänemark)
und die Reaktion der Fans war positiv. Die Feuertaufe war bestanden und ein
neues Album wurde eingespielt. Vorher gab man im Oktober in Deutschland und
England sowie im Dezember in Schottland Konzerte, um Bruce Guthro dem breiteren
Publikum vorzustellen. Dabei wurde die Band teilweise euphorisch gefeiert (
Glasgow Barrowlands)
Im Frühjahr 1999 war es dann soweit. Das neue Album "In search of angels" wurde
veröffentlicht und erreichte mit Platz 26 in den Album Charts in Deutschland die
bis jetzt beste Platzierung. In Großbritannien wurde außerdem die Single "the
message" auf den Markt gebracht.
Im April fand die "In search of Angels"- Tour statt, die die Band auch wieder
nach Deutschland brachte und im Mai wurde in GB und Deutschland (allerdings in
unterschiedlichen Fassungen) die Single "Maymorning" veröffenlicht.
Währenddessen trat Connie Munro am 6. Mai bei den schottischen Parlamentswahlen
für die Labour Party an und verlor überraschend in seinem Bezirk gegen seinen
Gegenkandidaten. Damit verpaßte er den erwarteten Einzug ins schottische
Parlament. Über seine weitere Zukunft läßt sich zur Zeit noch nicht viel sagen.
Fest steht nur, daß er sehr bald ein eigenes Soloalbum herauszubringen wird,
welches auch schon bereits fertig gestellt ist. Der Veröffentlichungstermin ist
für September geplant.
Discographie folgt demnächst!!
Big Country - eine
sehr gute Rockband. Gute Texte und
mit ihrem Hit "Look Away" wurden sie auch bei uns bekannt. Reinhören lohnt.
Leider haben sich Big Country aufgelöst - eine schottische Legende ist zu Ende.
Was bleibt??
Wunderschöne CD´s die immer ein Genuss sind.
Der Sänger Stuart Adamson der als vermisst gemeldet wurde, ist tot in
Hawaii gefunden worden.
Die Story von Status Quo
    
 
um nur einige
zu nennen...
    
Die
Gründungsmitglieder waren:
Alan Lancaster - ist der immer fröhliche Bassist. Geboren wurde er am 7.Feb.
1949 im Londoner Stadtteil Peckham
Mike (Francis) Rossi - ist als Gitarrist, Sänger und wichtigster Songschreiber
der Boß und Gründer von Status Quo. Geboren am 29. Mai 1949 im Londoner
Stadtteil Forest Hill. In seinen Adern fließt italienisches Blut.
John Coghlan - ist der Älteste bei Status Quo. Der Drummer wollte ursprünglich
Pilot werden. Fliegen und Geländefahrten mit seinem Range Rover sind heute seine
Hobbys. Geboren am 19. Sep.1946 im Londoner Stadtteil Dulwich.
Rick Parfitt - ist als Sänger und Gitarrist mit seinen langen blonden Haaren der
Star von Status Quo. Er kam als letzter, 1967 zur Gruppe und heiratete 1973 die
deutsche Studentin Marietta. Geboren wurde Rick am 12. Okt. 1948 im Londoner
Stadtteil Woking.
  
1962 lernen sich
Alan Lancaster und Francis Rossi auf der Sedgehillschule im Süden Londons kennen
und gründen ihre erste Gruppe "Spectres", als John Coghlan dazukommt. Sie treten
bei Schulfesten, für Arbeiter-Vereine und auf Campingplätzen auf. Hier lernen
sie auch 1965 Rick Parfitt kennen, der mit zwei Mädchen die Gruppe "The
Highlights" gegründet hatte. Erst 1967 schließt sich Rick seinen Freunden an.
Sie nennen sich "Traffic Jam", und haben als fünften Mann den Organisten Roy
Lynes dabei. 1968 taufen sich die fünf in "Status Quo" um und landen mit
"Pictures of Matchstick Men" ihren ersten großen Hit. "Ice in the Sun" und der
Treffer von 1970, "Down the Dustpipe", führen die Boys jedoch in eine Sackgasse.
Zur Teenie - Band abgestempelt, verpassen sie den Anschluss an den Heavy - Rock.
1971 scheint die Gruppe zu zerbrechen, als Organist Roy Lynes aussteigt. Status
Quo aber geben nicht auf. Ein neues Image mit schulterlangen Haaren und Jeans
und harter Rock`n Roll - Rhythmus bringen sie wieder auf Erfolgskurs. 1973 haben
sie es geschafft, mit "Paper Plane" sind sie wieder in den englischen
Hitparaden. Mit "Mean Girl" gelingt ihnen noch im selben Jahr auch bei uns der
große Durchbruch. Inzwischen gehören Status Quo zu den international
erfolgreichsten Rockgruppen.
Obwohl John Coghlan und Alan Lancaster die Band verlassen haben gehören Status
Quo immer noch zu den besten Live Rockgruppen der Welt. Wer einmal ein Konzert
von ihnen besucht hat, wird es immer wieder tun. Sie spielen hauptsächlich ihre
alten Hits und glaubt mir, ab dem ersten Gitarrenklang ist in der Halle die
Hölle los.
Juwel
im Acrylsarg
Vor 28 Jahren kamen die ersten CDs auf
den Markt
Für
Physiker ist es nur Polycarbonat. Eine Scheibe, in die ein Stempel ein
Muster hineingepresst hat. Dabei steckt darin Musik. Vor 20 Jahren, im
August 1982, erblickten die ersten beiden Audio Compact Discs das
Licht der Welt in einer Fabrik in Hannover - Langenhagen - Abbas Album
"The Visitors" und Walzer von Chopin, eingespielt von Claudio Arrau.
Es war nur ein kleiner Schritt für die Entwickler der Philips -
Tochter Polygram, aber ein großer Moment für die Musikfreunde. Klein,
kompakt und knisterfrei sollte sie sein, die "laseroptisch auslesbare
Platte". Und genug Informationen speichern, damit man Beethovens
Neunte am Stück hören kann. Davon hatte ein Mann geträumt, der
regelmäßig nach Langenhagen kam, um den Tontechnikern beim Abmischen
seiner Aufnahmen die Hand zu führen. Herbert von Karajan. In einem
Salzburger Labor sollen ihm Tüftler 1981 einen Prototypen der CD
überreicht haben. Auch in Japan bastelten Entwickler an einer
Nachfolgerin der Langspielplatte. Schuld daran war angeblich die Frau
von Sony - Chef Akio Morito. "Ich will was kleines" soll sie ihrem
Mann ins Ohr gesäuselt haben. Einen Apparat , mit dem sie überall
Musik hören kann. Herr Morito erfüllt seiner Frau jeden Wunsch. Erst
kommt der mit dem Walkman nach Hause. Und dann mit der CD.
Diese Legenden ranken sich um die Entstehung des Silberlings. Wer hat
ihn denn nun wirklich erfunden? Bodo Wiechmann, Geschäftsführer des
Langenhagener Werks, das inzwischen zur Universal - Group mit einem
Anteil von 22 Prozent am weltweiten Musikmarkt gehört, formuliert es
salomonisch: "Beide Geschichten sind war." Fest steht nur: Die erste
CD - Fabrik der Welt entstand in Langenhagen.
Eine abenteuerliche Geschichte. Philips hatte seine 100-prozentige
Tochter, die Polygram, gefragt, ob sie diese Wunderwaffe im Kampf um
neue Hörer in Serie produzieren wollte. In der Belegschaft grummelte
es. Das theoretische Know-how war zwar vorhanden, aber Maschinen, die
die CDs produzieren könnten, existierten nicht. Auch die Endgeräte
mussten noch entwickelt werden. Und wer garantierte, dass die Scheiben
auch in die CD-Player der Konkurrenz passten?
Die Polygram setzte alles auf eine Karte. Die Uhr tickte, denn
Sony-Chef Akio Morito tüftelte ebenfalls an Plänen für eine CD-Fabrik.
Und Philips hatte sich in den Kopf gesetzt, die Japaner zu schlagen.
In nur 500 Tagen sollte das Langenhagener Werk fertig sein. 100
Millionen Mark investierte der Konzern in den Standort. Die Entwickler
haben nicht viel geschlafen in jener zeit. Kaum hatten sie eine
Kinderkrankheit ihres neuen Babys kuriert, traten drei neue auf. Rolf
Wengler, einer der Väter der CDs, erinnert sich noch gut an die
Schrecksekunde, als ein Kollege entdeckte, dass die Technik schon vor
einem fettigen Fingerabdruck auf der Scheibe resignierte: "Die läuft
ja gar nicht." Am Ende hatten sie es doch geschafft. Am 17. August
1982, einen Monat vor den Japanern, drückte Claudio Arrau den
Startknopf für die Produktion.
Die CD mit den von ihm eingespielten Chopin-Walzern hängt heute nicht
gerahmt im Büro des Chefs, sondern schlummert in ihrem Acrylsarg.
Jewelboc haben die Langenhagener diese Hülle genannt. Dass sie neben
dem Booklet, einem unleserlichen Pixelbuch, tatsächlich ein Juwel
enthielt, diese Erkenntnis setzte sich nur langsam druch. Was war der
lupenreine Sound gegen das wohlige Kribbeln, das entsteht, wenn sich
die Nadel mit leisem Knistern in die Rille senkt?
Erst 1988 verkaufte Polyram mehr CDs als LPs. Zwei Jahre später wurde
die Plattenproduktion in Hannover eingestellt. Die Technik hatte über
die Nostalgie gesiegt.
Schnödes Polycarbonat.
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