Der Hilfeschrei eines Organisten
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Ach, wie war es doch vordem
mit dem Orgeln so bequem!
Denket nur an das Exempel,
das uns gibt der Lehrer Lämpel,
der (nach Busch) saß mit Gefühle
sonntags bei dem Orgelspiele.
Sicher hat er längst gewußt,
was er dabei spielen mußt!
Etwa seit der Wochenmitte
wandelt mit gemessnem Schritte
der Pastor durch seinen Garten,
wälzt im Kopf, dem hochgelahrten,
ungestört den Text der Predigt.
Eh er diesen noch erledigt,
fiel`n ihm schon die Lieder ein; -
der da orgelt fand das fein!
Doch heutzutage - was ist das nur?
Von solcher Ruhe keine Spur!
Das rennet und hetzet,
das schreibet und schwätzet,
das organisiert
und diskutiert
und lenkt die Geschäfte
und hat kaum mehr Kräfte -
und eh der Mensch es noch bedacht,
ist eine Woche rumgebracht.
Des Pastors Gedankenfluß
(wenn er nicht zum Friedhof muß)
wird nun endlich hinbeordert
zu dem, was der Sonntag fordert,
und sodann - zu aller letzt -
er sich an die Lieder setzt. -
Indes der Organist verzweifelt,
seine Lage ist verteufelt.
Es nützt ihm nichts und all sein Gefühle
bei dem Sonntags-Orgelspiele,
wenn er vorher nicht geübt,
was zu singen man beliebt!
Ehrenwerte Herrn Pastoren!
Öffnet diesem eure Ohren!
Sagt nicht nur: "Das reimt sich schön".-
Laßt uns endlich Taten sehn!