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1.Auflage 1917 |
12.Auflage 1926 |
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Mit 8 Zeichnungen und 192 Farben |
Mit 10 Zeichnungen und 252 Farben |
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Die Reinheit. Ebensowenig wie ein reines
Schwarz kommen reine Farben bei den Aufstrichen und gefärbten Stoffen vor.
Wohl aber gibt es Annäherungen, in denen mehr als 90/100
reiner |
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(Ende
Seite 19) |
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Farbe enthalten sind. Aufstriche
von Kadmiumgelb, Mennige, Zinnober, ferner bunter Samt stellen solche
Annäherungen dar. Im Gebiet von Veil, Blau und grün sind solche
Reinheitsgrade nicht bekannt; dort gelangt man nur schwierig bis 60/100 . |
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Reinheitsreihen. Reinere Farben sind von weniger
reinen (welche grau enthalten) beim Betrachten leicht zu unterscheiden, wobei
Stufen der Reinheit empfunden werden. So wird jedermann von der nachfolgenden
Reihe urteilen, daß die Farben von links nach rechts fortschreitend an
Reinheit abnehmen; jede Ver- |
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tauschung zweier Farben wird alsbald als
Störung der Reihenfolge erkannt. Ebenso ist keinem Zweifel unterworfen, dass die Reihe der Reinheiten stetig
ist, indem zwischen je zwei bezüglich der Reinheit unterscheidbaren
Farben stets eine mittlere eingeschaltet werden kann. Hierbei gelangt man
bald zu einer Schwelle, hinter welcher objektiv vorhandene
Reinheitsunterschiede nicht mehr empfunden werden. Demgemäß verhält sich die Reihe der Reinheiten ganz wie
die der unbunten Farben, indem die Reinheit (wie dort die Helligkeit) von 1
bis 0 abnehmen kann. Wir werden, um Brüche zu vermeiden, hier wie dort in
Hundertstel schreiben; eine Reinheit 20 bedeutet, daß 20/100
oder 1/5 der unreinenFarbe
aus reiner Farbe und 80/100 = 4/5
aus Grau bestehen. |
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Arten
der Reinheitsreihen. Von der
Graureihe sind indessen die Reinheitsreihen in folgenden Punkten verschieden.
Erstens gibt es so viele verschiedene Reinheitsreihen, als es Farbtöne gibt,
da jeder Farbton seine Reinheit von 1oo bis 0 ändern kann. Zweitens aber hat
auch jeder Farbton eine unbestimmt große Anzahl verschiedener
Reinheitsreihen. Denn man kann der reinenFarbe
zunächst Weiß nach allen Verhältnissen zusetzen und erhält so eine
Reinheitsreihe, die von der Farbe bis Weiß führt. Ferner kann man das gleiche
mit jedem Grau und zuletzt mit Schwarz ausführen und erhält jedesmal eine
neue Reihe, die von der früheren ver- |
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(Ende Seite 20) |
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schieden ist. So zeigen die vier Folgen 97
bis 112 dasselbe Rot, dessen Reinheit stufenweise durch Zumischung von Weiß,
zwei Arten Grau und Schwarz vermindert ist. |
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Bemerkenswerterweise pflegt man die mit
Weiß verunreinigten Farben der obersten Reihe nicht als unrein zu
bezeichnen; ebenso wird man auch zögern, die der untersten (Schwarz-= Reihe
so zu nennen, während für die beiden mittleren
(Grau-) Reihen diese Bezeichnung ohne weiteres benutzt werden wird. Dies läßt
erkennen, daß die beiden äußersten Reihen eine Sonderart besitzen oder
„ausgezeichnete Fälle“ gegenüber den mittleren
darstellen. Wir betrachten daher die drei Arten besonders. |
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(Ende
Seite 21) |
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Dritter
Abschnitt |
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Hellklare und dunkelklare Farben
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Vollfarben. Farben, welche nur den Farbton zum
Ausdruck bringen, ohne beigemischtes Weiß, Grau oder Schwarz (S: 11 und 12) heißen
Vollfarben: Sie sind Ideale, die in wirklichen Aufstrichen oder Färbungen
sich nicht herstellen lassen, denn solche enthalten immer Weiß und Schwarz
neben der Vollfarbe. Die S. 13 u. f. verwendeten
Farben, die sich den Vollfarben so weit nähern, als es technisch möglich war,
enthalten alle noch rund 5 v. H. Weiß und möglichst wenig Schwarz. |
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Die hellklaren Reihen. Die Farben, welche durch Zusatz von Weiß
zur reinen Farbe entstehen, wie 41-44, sollen hellklare Farben genannt werden.
Sie haben folgende Besonderheiten. Kleine Mengen Weiß, die man der
reinen Farbe zufügt, machen sich im Aussehen sehr stark-geltend, ähnlich wie
kleine Mengen Weiß im Schwarz. Doch ist dieser Einfluß vom Farbton abhängig.
Er ist am deutlichsten bei Blau und Veil, schwächer bei Gelb. Das hängt mit
der Eigenhelligkeit der Farbe zusammen, die beim Gelb am größten, beim Blau
am keinsten ist. Umgekehrt werden kleine Mengen reiner
Farbe, die man dem Weiß zufügt, sehr wenig bemerkt. Zunächst erscheint das
Weiß nur etwas dunkler, ohne daß man den Farbton deutlich erkennen kann, und
erst wenn der Zusatz rund 10/100 .
überschreitet, macht sich der Farbton als solcher
geltend. Auch hier werden Verschiedenheiten mit dem Farbton beobachtet. Es bestehen also für die Mischungen
aus Weiß und Vollfarbe ganz ähnliche Beziehungen wie die für die Mischungen
aus Weiß und Schwarz. Im übrigen verlaufen die hellklaren
Reihen zwischen Weiß und Vollfarbe ebenso stetig wie zwischen Weiß und
Schwarz. Nur sind die Verschiedenheiten an beiden Enden der reihe nicht so groß wie bei der Schwarz-Weiß-Reihe; sie ist verhältnismäßig am größten bei Blau und veil, am geringsten bei gelb. |
Die hellklaren Reihen. Die Farben, welche durch Zusatz von Weiß
zur Vollfarbe
entstehen, wie 41-44, sollen hellklare Farben genannt werden. Sie haben
folgende Besonderheiten. Kleine Mengen Weiß, die man der Vollfarbe zufügt, z. B. mittels
-des Farbkreisels, machen sich im Aussehen sehr stark-geltend, ähnlich
wie kleine Mengen Weiß im Schwarz. Doch ist dieser Einfluß vom Farbton
abhängig. Er ist am deutlichsten bei Blau und Veil, schwächer bei Gelb. Das
hängt mit der Eigenhelligkeit der Farbe zusammen, die beim Gelb am größten,
beim Blau am keinsten ist. Umgekehrt werden kleine Mengen Vollfarbe, die man dem
Weiß zufügt, sehr wenig bemerkt. Zunächst erscheint das Weiß nur etwas
dunkler, ohne daß man den Farbton deutlich erkennen kann, und erst wenn der
Zusatz rund 10 v. H.
überschreitet, macht sich der Farbton als solcher geltend. Auch hier werden
Verschiedenheiten mit dem Farbton beobachtet. Es bestehen also für die Mischungen
aus Weiß und Vollfarbe ganz ähnliche Beziehungen wie die für die Mischungen
aus Weiß und Schwarz. Im übrigen verlaufen die hellklaren
Reihen zwischen Weiß und Vollfarbe ebenso stetig wie zwischen Weiß und
Schwarz, |
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und es besteht
auch hier eine Unterschiedsschwelle; die von den
gleichen Bedingungen abhängig ist wie die unbunte. Es gibt deshalb zwischen
Weiß und jeder Vollfarbe einige Hundert unterscheidbare Abstufungen. |
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(Ende Seite 20) |
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Normung der hellklaren Farben.
Um in die unübersehbar große Mannigfaltigkeit der bunten Farben
Ordnung und Übersicht zu bringen, ist es auch hier nötig, sie zu normen, wie
das in der Graureihe geschehen war. Diese Arbeit wird dadurch erleichtert,
daß in beiden Fällen ganz ähnliche Gesetze bestehen. Um
nämlich Abstufungen hellklarer Farben herzustellen, welche gleichabständig
erscheinen, muß man die Verhältnisse ebenso nach einer geometrischen Reihe
bestimmen wie bei der Graureihe (S. 9). Dabei tritt
die Vollfarbe an die Stelle des Schwarz, während die
Anteile des Weiß dieselben sind wie dort. Man bezeichnet sie
demgemäß auch mit den gleichen Buchstaben a c e g i l n p usw. wobei a wie in der unbunten Reihe
Weiß (ohne Buntfarbe) bedeutet. Mit c wird die blasseste, d. h. am meisten
Weiß enthaltende Farbe bezeichnet, mit p die tiefste mit dem wenigsten Weiß.
Doch ist p keineswegs die tiefste überhaupt herstellbare Farbe, denn auf Wolle,
Seide, insbesondere Samt kommt man nach tiefer. Nur die benutzten
Papierfärbungen bewirken hier eine praktische Grenze. |
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Bezeichnung der hellklaren Farben. Von jeder
Vollfarbe leitet sich eine Reihe hellklarer Farben bis zum Weiß ab. Da wir 24
Farbtonnormen haben, so entstehen 24 Reihen genormter hellklarer Farben, die
erstens durch; die Nummer des Farbtons, zweitens durch die Stufe des
Weißgehalts gekennzeichnet sind. So gehören zum zweiten Ublau 14 die
hellklaren Abkömmlinge mit dem Weißgehalt c, e, g, i, l, n, p, und es liegt
nahe, diesen Farben die Zeichen 14 c, 14 e, 14 g usw. zu erteilen. Um aber
zum Ausdruck zu bringen, daß es sich um hellklare, also (annähernd)
schwarzfreie Farben handelt, fügen wir den Buchstaben a hinzu, der ja Weiß,
also die Abwesenheit von Schwarz bedeutet.
Die erwähnten Farben erhalten also die, Zeichen 14 ca, 14 ea, 14 ga usw. Da jede Vollfarbe derart 7
hellklare Abkömmlinge bekommt , ist die Anzahl der
hellklaren Normen 7 X 24 = 168. Die
hellklaren Reihen 8 ca - 8 pa
und 20 ca
- 20 pa sind umstehend zur Anschauung gebracht. |
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Herstellung. Dem Maler sind
die hellklaren Reihen bekannt, da sie (annähernd) entstehen, wenn man einen
möglichst reinfarbigen Farbstoff mit zunehmenden Mengen eines weißen vermischt.
Bei der Malerei mit Wasserfarben werden ähnliche Reihen erhalten, wenn man
den Farbstoff in immer dünneren Schichten
auf das weiße Papier legt. Hierbei |
Herstellung. Dem Maler sind
die hellklaren Reihen bekannt, da sie entstehen, wenn man einen möglichst reinfarbigen Farbstoff
mit zunehmenden Mengen eines weißen vermischt. Bei der Malerei mit
Wasserfarben werden ähnliche Reihen erhalten, wenn man den Farbstoff in immer
dünneren Schichten auf das weiße Papier
legt. Hierbei |
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(Ende Seite 21) |
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stellt sich heraus,
daß auch diese Reihen (wie alle Reihen in der Farbenlehre) stetig verlaufen. Eine genauere Untersuchung ergibt
indessen; daß beim Vermischen mit Weiß oder Verdünnen mit Wasser der Farbton
des Pigments meist eine Veränderung erfährt. Im Gold geht der
Farbton mit zunehmender Verdünnung nach Gelb. |
stellt sich heraus,
daß auch diese Reihen (wie alle Reihen in der Farbenlehre) stetig verlaufen. Eine genauere Untersuchung ergibt
indessen; daß beim Vermischen mit Weiß oder Verdünnen mit Wasser der Farbton
des Pigments meist eine Veränderung erfährt. Im Kreß geht der Farbton mit zunehmender
Verdünnung nach Gelb. |
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Im Rot um 25 bleibt er stehen, darüber hinaus weicht er nach
der blauen Seite ab. Veil wird blauer, Blau wird grüner bei der Verdünnung, |
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Rot und Veil ändern sich wenig; Blau wird
grünlicher bei der Verdünnung; |
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Grün bleibt stehen, Gelbgrün wird blauer. Dies sind die allgemeinen
Verhältnisse, die indessen noch durch die besondere Natur der Farbstoffe
beeinflußt und abgeändert werden. Auch verhält sich derselbe Farbstoff etwas
verschieden, wenn er, mit Deckweiß vermischt |
Grün um 21 bleibt stehen, Gelbgrün wird blauer.
Dies sind die allgemeinen Verhältnisse, die indessen noch
durch die besondere Natur der Farbstoffe beeinflußt und abgeändert
werden. Auch verhält sich derselbe Farbstoff etwas verschieden, wenn er, mit Deckweiß
vermischt |
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(Ende
Seite 22) |
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oder als Lasur über Weiß gelegt wird,
im erste Falle werden die Mischungen im allgemeinen blauer. Dies rührt daher,
daß alle „trüben Mittel" (zu denen Deckweiß gehört) eine blaue Farbe
bewirken, wenn sie auf einem dunklen Grunde liegen. Ein solcher
ist bei den Mischungen mit Deckweiß durch die Körnchen des Farbstoffs
gegeben. Die Blätter 113-116 zeigen die
Farben eines. blauen Farbstoffs
(Preußischblau) bei zunehmender Verdünnung, während 117-120 die
zugehörigen Farbtöne des Farbtonkreises zeigen. |
oder als Lasur über Weiß gelegt wird,
im erste Falle werden die Mischungen im allgemeinen blauer. Dies rührt daher,
daß alle „trüben Mittel" (zu denen Deckweiß gehört) eine blaue Farbe
bewirken, wenn sie auf einem dunklen Grunde liegen. Ein solcher
ist bei den Mischungen mit Deckweiß durch die Körnchen des Farbstoffs
gegeben. Die Blätter 115-118 zeigen die Farben eines. blauen
Farbstoffs bei
zunehmender Verdünnung, während 119-122 die
zugehörigen Farbtöne des Farbtonkreises zeigen. |
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Man erkennt, daß die Abweichung um so
größer wird, je weiter die Verdünnung geht. Zwischen 113 und 116 beträgt sie
acht Stufen des Farbenkreises.. |
Man erkennt, daß die Abweichung um so
größer wird, je weiter die Verdünnung geht. Zwischen 115 und 118 beträgt sie zwei Normstufen. |
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Änderung des Aussehens. Durch die Verschiebung des Farbtons beim
Verdünnen oder Mischen mit Weiß, welches fast die einzigen Erfahrungen sind,
welche wir über die hellklaren Reihen machen, sind unsere ungeprüften
Vorstellungen über diesen Zusammenhang
|
Änderung des Aussehens. Durch die Verschiebung des Farbtons beim
Verdünnen oder Mischen mit Weiß, welches fast die einzigen Erfahrungen sind,
welche wir über die hellklaren Reihen machen, sind unsere ungeprüften
Vorstellungen über diesen Zusammenhang
|
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(Ende Seite 23) |
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stark beeinflußt.
Betrachtet man genaue
hellklare |
stark beeinflußt.
Betrachtet man genaue
hellklare |
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Reihen, so wird man
deshalb zunächst die Verdünnungen von Gold, Veil und Ublau als zu rot, die
von Gelbgrün als zu blau
beurteilen. Wir müssen erst lernen, welches die richtigen Reihen sind. |
Reihen, so wird man deshalb zunächst die Verdünnungen von Kreß, Veil und Ublau
als zu rot, die von Eisblau und Gelbgrün als zu blau beurteilen. Wir müssen erst lernen, welches die
richtigen Reihen sind. |
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(Ende
Seite 23) |
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Am auffallendsten ist die Abweichung
um den Punkt 50 -des Farbenkreises (Ultramarinblau).
Man wird es zunächst nicht glauben wollen, daß.
die Reihe 121-125 wirklich denselben
Farbton darstellt, der nur zunehmende
Mengen Weiß enthält, sondern wird die helleren
Farben als viel röter ansprechen. Tatsächlich erfordern aber alle diese
Farben das gleiche Gelb Nr. 00 zur Neutralisierung, und man erhält die
helleren Farben aus den dunkleren, wenn man sie
optisch mit Weiß mischt. |
Am auffallendsten ist die
Abweichung um den Punkt 13 -des Farbenkreises (Ublau). Man wird es zunächst
nicht glauben wollen, daß.
die Reihe 123-127 wirklich
denselben Farbton darstellt, der nur zunehmende
Mengen Weiß enthält, sondern wird die helleren
Farben als viel röter ansprechen. Tatsächlich erfordern aber alle diese
Farben das gleiche Gelb 1
um reines Grau durch optische Mischung zu ergeben, und man erhält die
helleren Farben aus den dunkleren, wenn man sie
optisch mit Weiß mischt. |
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Bezifferung. Um die hellklaren Farben gleichen Farbtons voneinander
zu unterscheiden, fügt man der Nummer des Farbtons den Anteil reiner Farbe in
Hundertsteln hinzu. Da die hellklare Farbe aus reiner Farbe und Weiß und
nichts anderem besteht, so ergänzt hier der weiße Anteil den reinen zu 100.
Nennt man den ersten r, den zweiten w, so gilt für jede hellklare Farbe die
Beziehung r + w = 100. Ist z.B. in einer hellklaren
Farbe ¼ Weiß enthalten, so ist w=25 und r=75. Sollen gleichzeitig der Farbton und
die Reinheit bezeichnet werden, z.B. der Farbton Nr. 21, der 25/100 Weiß
enthält, also 75/100 Reinheit hat, so lautet die Bezeichnung dieses Rot 21 . 75. Man merkt sich, daß zuerst immer die Nummer des
Farbtons, sodann der Wert der Reinheit kommt. |
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Die dunkelklaren Reihen.
Während die hellklaren Reihen der verschiedenen Farbtöne sich
technisch mit guter Annäherung verwirklichen lassen, gilt dies nicht für die dunkelklaren. Dies
liegt daran, daß es keine schwarzen Aufstriche gibt, die nicht sehr deutlich
erkennbare Mengen Licht zurückwerfen, wie man das beim Vergleich mit dem Schwarz des Dunkelkastens (S. 7) sieht. Ebenso werfen auch alle anderen
dunkelfarbigen Aufstriche einige Hundertstel weißes Licht zurück, und dieses
trübt in deutlicher Weise die
Reinheit der Erscheinung. Am besten kann man dunkelklare Farben an bunten Glasfenstern, namentlich alten
Kirchenfenstern, sehen, in deren Farben Weiß nicht oder nur wenig vorkommt. Dort, wo die Farben des bunten Glases
(absichtlich durch das Einbrennen eines schwarzen
Pulvers oder unabsichtlich durch Staub und Ruß) stufenweise bis zur
Undeutlichkeit verdunkelt werden, erscheinen dunkelklare Farben, die von der
reinen Farbe des bunten Glases bis
zum vollständigen Schwarz führen. |
Die dunkelklaren Reihen.
Mischt man
Vollfarben mit zunehmenden Mengen Schwarz, so entstehen dunkelklare Reihen,
die ähnlichen Gesetzen folgen wie die hellklaren. Während aber die hellklaren
Reihen der verschiedenen Farbtöne sich technisch mit guter Annäherung
verwirklichen lassen, gilt dies nicht
für die dunkelklaren. Dies liegt daran, daß es keine schwarzen Aufstriche
gibt, die nicht sehr deutlich erkennbare Mengen Licht zurückwerfen, wie man
das beim Vergleich mit dem Schwarz
des Dunkelkastens (S. 7) sieht. Ebenso
werfen auch alle anderen dunkelfarbigen Aufstriche einige Hundertstel weißes
Licht zurück, und dieses trübt in deutlicher
Weise die Reinheit der Erscheinung. Am besten kann man dunkelklare Farben an bunten Glasfenstern, namentlich alten
Kirchenfenstern, sehen, in deren Farben Weiß nicht oder nur wenig vorkommt. Dort, wo die Farben des bunten Glases
(absichtlich durch das Einbrennen eines schwarzen
Pulvers oder unabsichtlich durch Staub und Ruß) stufenweise bis zur
Undeutlichkeit verdunkelt werden, erscheinen dunkelklare Farben, die von der
reinen Farbe des bunten Glases bis
zum vollständigen Schwarz führen. |
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(Ende Seite 24) |
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Hier ist eine Beimischung von Weiß ausgeschlossen; |
Hier ist eine Beimischung von Weiß ausgeschlossen; |
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(Ende Seite 24) |
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weil
deren Ursache bei Aufstrichen und Geweben, das von der Oberfläche
zurückgeworfene ungefärbte Licht, nicht vorhanden ist.1) |
weil deren Ursache bei Aufstrichen und Geweben, das von der
Oberfläche zurückgeworfene ungefärbte Licht, nicht vorhanden ist. |
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In Gestalt von Aufstrichen kann man die dunkelklaren
Farben nur unvollkommen verwirklichen; die Farben der Blätter 126 bis 130 (s.S.
26) stellen die beste Annäherung dar, die sich mit den verfügbaren Hilfsmitteln
erreichen läßt, doch enthalten sie noch 03 bis 02 weißes Licht. |
In Gestalt von Aufstrichen kann man die dunkelklaren
Farben nur unvollkommen verwirklichen; die Farben 128 bis 132 stellen die beste Annäherung dar, die sich mit den
verfügbaren Hilfsmitteln erreichen läßt, doch enthalten sie noch 04 bis 02 Weiß. |
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(Ende Seite 25) |
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Abstufung der dunkelklaren Farben.
Ein ähnliches Gesetz, wie es
für die Abstufung der unbunten und der hellklaren Reihen maßgebend ist, gilt
auch für die dunkelklaren. Nur nimmt hier die Vollfarbe dem Schwarz gegenüber
die Stelle des Weiß ein. Um also eine
gleichabständige Reihe dunkelklarer Farben gleichen
Farbtons herzustellen muß man den Anteil Vollfarbe nach einer geometrischen
Reihe abnehmen lassen. Daraus folgt: man kann große
Mengen Schwarz zur Vollfarbe setzen, ehe es merklich wird, während schon
kleine Mengen Vollfarbe im Schwarz
deutlich erkennbar sind. Gegenüber dem Weiß
(in den hellklaren Farben) verhält
sich also die Vollfarbe wie Schwarz,
gegenüber dem Schwarz (in den dunkelklaren Farben) verhält sie sich wie Weiß. Eine Bezeichnung der dunkelklaren Färben wie bei den hellklaren (S. 21) ist nicht erforderlich, weil sie praktisch nicht vorkommen. |
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Änderung des Aussehens. Während bei
den hellklaren Reihen das blaue Gebiet die stärksten Änderungen des
Aussehens aufweist, zeigen sich solche bei den dunkelklaren im Gelb. Wir
pflegen verdunkeltes Gelb gar nicht Gelb zu nennen (wie wir es z.B. bei
verdunkeltem Blau tun), sondern Olivgrün. Die Farben 131-136 sind annähernd dunkelklare Gelbe
des Farbtons 00 mit zunehmenden Mengen Schwarz und 06 Weiß. Sie machen ebenso den Eindruck einer wesentlichen
Änderung des Farbtons nach der
grünen Seite mit zunehmendem Gehalt an Schwarz, wie sich 121 bis 125 mit zunehmendem Gehalt an Weiß nach
der roten Seite zu verändern
scheinen, während sie doch die gleiche Gegenfarbe haben und aus dem reinen
Gelb 131 durch bloße Verdunkelung erzeugt werden können. Auch hier liegt die Urteilstäuschung daran, daß wir im täglichen Leben keinerlei Gelegenheit
haben, richtige dunkelklare Reihen kennenzulernen. Daß bei ihnen ein innerer
Zusammenhang besteht, macht sich aber geltend, wenn man solche Reihen als
Schmuckfarben verwertet, wobei sie ihren
harmonischen Reiz entfalten. |
Änderung des Aussehens. Während
bei den hellklaren Reihen das blaue Gebiet die stärksten Änderungen des
Aussehens aufweist, zeigen sich solche bei den dunkelklaren im Gelb. Wir
pflegen verdunkeltes Gelb gar nicht Gelb zu nennen (während wir z. B. verdunkeltem Blau seinen Namen lassen),
sondern Olivgrün. Die Farben 133-138 sind annähernd dunkelklare Gelbe des Farbtons 2 mit zunehmenden Mengen Schwarz und 04 Weiß.
Sie machen ebenso den Eindruck einer wesentlichen Änderung des Farbtons nach der grünen Seite mit
zunehmendem Gehalt an Schwarz, wie sich
123 bis 127 mit zunehmendem Gehalt an Weiß nach der roten Seite zu verändern scheinen,
während sie doch die gleiche Gegenfarbe haben und aus dem reinen Gelb 133 durch bloße Verdunkelung erzeugt werden können. Auch hier liegt die Urteilstäuschung daran, daß wir im täglichen Leben keinerlei Gelegenheit
haben, richtige (annähernd)
dunkelklare Reihen kennenzulernen. Daß bei ihnen ein innerer Zusammenhang besteht,
macht sich aber geltend, wenn man solche Reihen als Schmuckfarben verwertet,
wobei sie ihren harmonischen Reiz
entfalten. |
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(Ende Seite 26) |
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Bezifferung. Für die Bezeichnung der dunkelklaren Farben
gilt dieselbe Regel wie für die hellklaren: es wird erst die Nummer des
Farbtons, sodann der Betrag der Reinheit in Hundertsteln angegeben. Eine rote
Farbe des Farbtons 21 mit 25/100 Schwarz, also 75/100 Reinheit, hat das
Zeichen 21.75. |
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1)Man kann sich
auf gleiche Weise dunkelklare Farben erzeugen, indem man die eben
beschriebenen Bedingungen herstellt, nämlich einen verdunkelten Raum, in den
das Licht durch eine reinfarbige Tafel fällt. Solche werden
hergestellt, wenn man farblose Gelantine (in Wasser
1:10 gelöst) mit gelösten Farbstoffen versetzt, auf wagerecht ausgerichtete
Glastafeln gießt und trocknen läßt. Auf der Glasseite wird dann ein
verlaufender Überzug von schwarzer Farbe angebracht. |
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(Ende Seite 25) |
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Dieses Zeichen ist aber dasselbe wie das der roten Farbe
mit 25/100 Weiß. Hieraus wird nochmals deutlich, das
Farbton und Reinheit nicht genügen, um eine Farbe zu kennzeichnen. Es muß
offenbar noch eine Angabe über die Beschaffenheit des unbunten |
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Anteils hinzugefügt werden, der nicht nut
schwarz oder weiß, sondern jedes dazwischenliegende Grau sein kann. Jedes von
diesen hat eine besonder Wirkung und erfordert
daher seine besondere Bezeichnung. |
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(Ende Seite 26) |
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Die
trüben Farben. Eine Farbe,
welche neben reiner Farbe noch bestimmte Anteile sowohl Schwarz wie Weiß
enthält, heißt eine trübe Farbe, im Gegensatz zu den klaren, welche nur Weiß
oder Schwarz neben der reinen Farbe enthalten. Alle Anstrichfarben gehören streng
genommen zur Klasse der trübrn Farben, da sich aus
ihnen die letzten Spuren Weiß und Schwarz nicht fernhalten lassen. Doch
beschränken wir zweckmäßig den Namen auf solche Farben, die merkliche Mengen
Grau enthalten. Die trüben Farben, welche von einem
gegebenen Farbton abstammen, bilden nicht wie die klaren eine einfaltige
Reihe, sondern eine zweifaltige. Eine hellklare Farbe kann, wenn sie ihren
Farbton beibehalten soll, sich nur insofern ändern, als der weiße Anteil
größer oder kleiner wird; dasselbe gilt bei den dunkelklaren Reihen für den
schwarzen Anteil. Eine trübe Farbe kann sich aber nicht nur durch vermehrung oder Verminderung des
vorhandenen Grau ändern, sondern auch bei gleichem Anteil Grau dadurch, daß
dieses Grau dunkler oder heller wird. Die trüben Farben in der Gruppe 97 bis
112 (S21) sind so geordnet, daß die wagerechten Reihen annähernd gleiches
Grau in zunehmenden Mengen, die senkrechten gleiche Mengen Grau von zunehmend
dunklerer Beschaffenheit enthalten. Genauere Angaben über Zusammensetzung
und Bezifferung der trüben Farben finden sich im folgenden Abschnitt. |
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(Ende Seite 27) |
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Vierter Abschnitt |
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Die trüben Farben |
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Die Mannigfaltigkeit.
Wenn eine Farbe neben der Vollfarbe gleichzeitig Weiß und Schwarz enthält,
so heißt sie trüb. Versucht man, sich alle trüben Abkömmlinge vorzustehen,
die von einer gegebenen Vollfarbe abstammen können, so wird man gewahr, daß
dazu |
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