5. DISKUSSION

 

Die vorige Beschreibung zeigt lediglich begriffliche Betrachtungen über die Etymologie ausgewählter Wörter der deutschen Basislexikon, und schließen nicht notwendigerweise sprachgeschichtliche oder andere wahrscheinliche Annahmen in sich, d.h. man kann überhaupt nicht mit volle Sicherheit behaupten, dass eine rekonstruierte Ursprache einmal existiert hat. Stamm Rekonstruktion zeigt nur Spuren für Sprachkontakt- und Sprachtypologieforschungen an, die aber ohne Kriterien einfach missverstanden werden können.

Die Ergebnisse dieser Forschung bestätigt allerdings bedeutsame Ähnlichkeiten zwischen der Basislexikon der ural- und germanischen Ursprachfamilien und die Einsamkeiten zahlreicher ihrer Wortstämmen, die bzw. eine Parität von 37,9% in der erforschten Begriffen erreicht, mehr als z.B. zwischen italisch-germanischen (27%) oder slawisch-germanischen (24%) Wurzen (Ethnologue, 2000). Um die Existenz einer intimeren oder sogar genetischen uralo-germanischen Beziehung zu erproben, sind aber weitere Untersuchungen erforderlich, die die vielfältigen semantischen Bereiche der Basislexikon umnehmen sollen. Der Nachweis der indouralischen Hypothese (bzw. Makrosprachfamilie, die das Indoeuropäische und das Uralische umfasst), die schon 1869 von Vilhelm Thomsen skizziert wurde, könnte gelingen, wenn man auch Phänomene in der verschiedenen Rahmen der Sprachwissenschaft (Phonologie, Morphologie und Syntax) findet, die auch durch uralischen Evidenze zu erklären sind. Obwohl eine solche Theorie noch nicht behauptet ist, unterstützen diese und andere Dateien diese Ansicht.

Künnap (1997) hat schon eine eindrucksvolle Liste von 33 Phänomenen — 17 im Bereich der Phonetik und 16 im Bereich der Morphosyntax — erhalten, die seiner Meinung nach die uralischen Sprachen Spuren in den indoeuropäischen Sprachen hinterlassen hätten. K. Wiik (1997) nennt als deutlichstes Phänomen die Tatsache, dass das Vokalsystem der uralischen Grundsprache völlig das der indoeuropäischen Sprachen übernommen hat. Viele Sprachwissenschaftler (Koivulehto, Kylstra, Riessler) stützen diese Hypothese, wonach das Finnougrische ein phonetisches Substrat (aus Vokalen und Konsonanten) im Russischen, Baltischen und Germanischen hinterlassen hätten. Die oben erwähnte Haupttheorie lautete also, dass dies mit einem uralischen Lexikonsubstrat im Germanischen oder gar im Indoeuropäischen zu tun hat.

Zum Vorbild, was jedoch noch zu bestätigen ist, wurden manche Sätze aus uralischen Sprachen ausgesucht, und mit den entsprechenden deutschen Übersezungen nebeneinander gelegt.

 

 

maŋ1 χoðəm2 (Toivonen, 1948:357)

meine1 Hütte2

χetʃiλ1 taŋi2 eʔka3 (Erdélyi, 1970:71)

... ein heißer1 Tag2 (Sommer) ist3.

tæw12 kaʔtə3 puːmtæstə4 (Munkácsi, 1983:200)

... er1 mich2 [an die Hände]3 [gebunden hat]4.

æm1λəχ2 rækwilawm3 (Munkácsi, 1983:492)

... es [auf mich]1 [mit einem Mal]2 [geregnet wurde]3.

tæw1 petræj2 næmtaws3 (Munkácsi, 1983:328)

... er1 Peter2 [gennant wurde]3.

ɑm1γəŋ2 so̰ŋstilem3, næjγ4 χaŋsleŋ5 (Munkácsi, 1983:576)

... ich1 dir2 es zeige3 (show), damit du4 es kennst5.

ira1 laχimaʔla2 laŋkalela3 (Erdélyi, 1970:114)

... der Herr1 lachend2 aufschrie3

imiλaŋtisæ1 ilimpa2 (Erdélyi, 1970:45)

... er [mit seiner Grossmutter]1 [gelebt hat]2

tat1 kuʔtʃe2 χeʔnaŋti3? (Erdélyi, 1970:108)

Wohin2 gehst3 du1?

 

 

 

 

Draus deuten neue Aussichten für großräumige Forschungsbereiche an. In dieser Linie soll man nicht einmal mögliche Hypothesen verwerfen, wie z.B. dass das Germanische uralischer Herkunft wäre, und durch Kreolisierung von Indoeuropäern assimiliert würde, oder gar, dass die Germanen aus einer Zweig der gemeinen Indouralischen ursprünglich seien.