Das Kornhaus (ältestes Gebäude der Stadt) Giengen an der Brenz
Natürlich steht das wohl älteste Gebäude der Stadt Giengen seit langem unter Denkmalschutz.(aber wird das einen Abriss verhindern ?)  Zur Foto-Übersicht 

Im Jahr 1555 ließ der Rat der Reichsstadt Giengen im Geißenmarkt die beiden Kapellen St. Elisabeth und St. Veit abtragen, um an ihrer Stelle das "Neue Kornhaus" zu errichten. Damit wurde der Zimmermann und Werkmeister Hans Mertz aus der benachbarten und befreundeten Reichsstadt Ulm beauftragt. 
Das Ergebnis ist ein großes Steingebäude mit einem markanten und in Giengen einmaligen
Treppengiebel, sowie zwei seitlich angebrachten Bogennischen. 
Auf dem Kupferstich von Merian, der die Stadtansicht vor dem Stadtbrand 1634 zeigt, sieht man das Kornhaus deutlich eingezeichnet. Zumindest die Steinmauern haben den Brand überstanden, wie auch der Chor der nahen Stadtkirche und die daneben gelegene Ramminger Kapelle relativ unbeschädigt blieben.
Der heute vorhandene
Dachstuhl stammt nicht mehr aus der Entstehungszeit des Kornhauses. Er hat den verheerenden Stadtbrand natürlich nicht überstehen können und wurde um 1680 wieder errichtet.
 
Die bisherige Überlieferung, dass nur vier "unvermögliche" Häuser stehen geblieben seien, ist wohl damit zu erklären, dass es mit einer drastischeren Schilderung des Stadtbrandes leichter war Spenden für den Wiederaufbau zu sammeln.

Als Giengen 1802 seine Selbständigkeit verlor und zu Württemberg kam, ging das Kornhaus in das Eigentum der "Kurfürstlichen Cameralverwaltung" über.

1870 wurde der "Alte Württembergische Fruchtkasten" verkauft und dort die erste Giengener Malzfabrik eingerichtet.

Seit 1999 befindet sich das imposante Gebäude in städtischem Besitz.

Am Gebäude befindet sich eine Erläuterungstafel.

Für das auf dem ganzen Areal geplante Kinocenter, scheint ein Abriss oder eine Zerstörung des Dachstuhls nicht ausgeschlossen.



Aus der Beschreibung des Landesdenkmalamts:  
Eingetragen in das aufgrund von Art.97 Abs.7 der Württembergischen Bauordnung angelegte Landesverzeichnis der Baudenkmale am 08.10.1925 unter Oberamt Heidenheim, Gemeinde Giengen/Brenz lfd. Nr.10,
Gilt als in das Denkmalbuch eingetragenes Kulturdenkmal nach § 28.1.2 DSchG.

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Bezeichnung:
ehemaliges Kornhaus

Beschreibung:
Massives Gebäude; 1555 nach Abbruch der Kapellen St. Elisabeth und St. Veit durch den Ulmer Werkmeister Hans Metz erstellt; Staffelgiebel, im Stil der Bachsteingotik; erinnert an die Patrizierhäuser nordischer Hansestädte.
1870 Umbau zur ersten Malzfabrik Giengens.

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Erstellt am 13.02.1999
Aktualisiert am 28.09.2002
© 1999-2002 Ulrich Stark
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