Rüsselsheim hat ca 59.500 Einwohner auf einer Fläche von 58,30 km². Die Postleitzahl ist 65428 und das Kennzeichen ist GG.

Obwohl der 50 Breitengrad fast durch unser Haus führt, ist die offizielle Geografische Lage 49.9925 Breitengrad und 8.425 Längengrad


Das Rüsselsheimer Stadtwappen

Das Stadtwappen zeigt auf blauem Grund einen silbernen Doppelhaken, die sogenannte „Wolfsangel", der links unten und rechts oben je ein silberner Stern zur Seite steht. Die Wolfsangel stammt aus dem ältesten Gerichtssiegel der Stadt (Abdruck von 1605). Ob das Gerät tatsächlich zum Erlegen von Wölfen verwendet wurde oder dazu geeignet war, bleibt historisch zweifelhaft. Auch die anderen Erklärungen seiner Funktion im Sinne eines „sprechenden Wappens" als Enterhaken usw. sind umstritten. Wichtig ist jedoch, dass die Bezeichnung „Wolfsangel" im Sprachgebrauch verbreitet war und es noch ist. Die beiden silbernen Sterne verweisen auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Grafschaft Katzenelnbogen, die diese Symbole ebenfalls in ihrem Wappen führte.


Chronik der Stadt Rüsselsheim

6.-8. Jh. Die fränkische Siedlung Rüsselsheim entsteht um 830. Erste           schriftliche Erwähnung des Ortes "Rucile(n)sheim" im Lorscher Reichs-Urbar. Die Einwohner unterstehen dem König direkt und sind zu Abgaben verpflichtet.

12.-14. Jh. Güter und Rechte betreffend Rüsselsheim sind vom König an verschiedene Herren als Lehen vergeben. Die Bauern sind nun meist Leibeigene der verschiedenen weltlichen und kirchlichen Herren.

1399 wird ein "Festes Haus" der Grafen von Katzenelnbogen erwähnt, dessen Fundamente sich im Innenhof der Rüsselsheimer Festung befinden. Die Städte Mainz und Frankfurt protestieren gegen die Anlage beim Reich als einer vermeintlichen Zollstätte.

1407 Rüsselsheim ist Amtssitz in der Obergrafschaft Katzenelnbogen.

1435 Eine Rüsselsheimer Kellereirechnung belegt den Anbau von Weinreben der Rebsorte Riesling. Dies stellt die bisher früheste bekannte Erwähnung der Rebsorte dar. 

1437 Kaiser Sigmund erteilt den Grafen von Katzenelnbogen das Privileg für den Bau einer Burg. Die Einwohner müssen die Gebäude und Befestigungsanlagen durch Abgaben mitfinanzieren. Gleichzeitig erhält der Landesherr das Privileg, Rüsselsheim zur Stadt zu erheben. 

1479 Nach dem Tod des letzten männlichen Nachfolgers der Katzenelnbogener wird ihre Grafschaft vom Landgrafen von Hessen besetzt; Rüsselsheim wird hessisch. Die Burg wird allmählich zur Festungsanlage ausgebaut und mit großen Frucht- und Mehlspeichern versehen.

1547 Wegen der Niederlage Landgraf Philipps des Großmütigen von Hessen im Schmalkaldischen Krieg wird die Festung Rüsselsheim geschleift.

1560 Beginn des Wiederaufbaus, für den Steine in Bauschheim gebrochen werden. Rüsselsheimer Bauern müssen Fuhrdienste leisten, um das Material herbeizuschaffen. 

1631 Im Dreißigjährigen Krieg wird die Festung unter schwedische Besatzung gestellt. Zwei Jahre später erhält der neutral gebliebene Landgraf Georg II. von Hessen-Darmstadt die Festung zurück. In den Folgejahren wird das Dorf Rüsselsheim mehrmals von schwedischen Dragonern und Musketieren überfallen, die sich Nahrungsmittel beschaffen wollen.

1686 Die Marktrechte werden erneuert, in Rüsselsheim finden nun jedes Jahr zwei Jahr- und Viehmärkte statt.

1688 Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges wird die Festung von französischen Truppen eingenommen und bei deren Abzug 1689 durch Minen so stark zerstört, dass sie nicht mehr zu Verteidigungszwecken zu gebrauchen ist. 

1786 Ein Reisender berichtet von einer "Pelzscherfabrik" in Rüsselsheim, die auch als Hasenhaarschneiderei bekannt wird.

19. Jh. Entstehung mehrerer Manufakturen und Fabriken. Die Bevölkerung des Ortes wächst stark an. 

1811/27 Alle Rüsselsheimer werden durch Aufhebung der Leibeigenschaft im Großherzogtum Hessen freie Bürger. 

1819 Eine Zichorienfabrik wird gegründet, sie existiert bis 1925. 

1821 Auflösung des Amts Rüsselsheim, der Ort wird in das Amt Dornberg eingegliedert.

1832 Eingliederung in den Kreis Groß-Gerau

1821/36 werden Gesetze erlassen, die die Bauern von der Grundrente befreien. Die Ablösebeträge für das Land sind so hoch, dass viele verschulden.

1845 Einweihung einer neuen Rüsselsheimer Synagoge, ein Vorgängerbau existierte schon wesentlich früher.

1846 Katastrophale Missernte führt im Großherzogtum Hessen zu einer großen Hungersnot.

1848 Mit dem "Gesangverein Liederkranz" wird in Rüsselsheim der erste Verein gegründet. Bereits 1854 fand eine Neugründung statt. Nach 1861 veranstaltet der Gesangverein Liederkranz alljährlich sein Stiftungsfest am Tage von Schillers Geburtstag.

1851 berichtet die in Rüsselsheim stationierte Gendarmerie, dass mehrere Rüsselsheimer Bürger einen "Gesellschaft-Verein" gebildet hätten. Dieser sollte in der Folgezeit überwacht werden, da gemeinsam politische Schriften gelesen und diskutiert wurden.

1855 Die ersten mit Rüböl brennenden Straßenlaternen werden aufgestellt.

1862 Der Rüsselsheimer Schlossersohn Adam Opel lässt sich nach seiner Wanderschaft als "Mechaniker" in seiner Heimatstadt nieder und beginnt Nähmaschinen herzustellen.

1863 Gründung eines Arbeiterbildungsvereins durch den Rüsselsheimer Fabrikanten Ferdinand Stuttmann.

1863 ein "Spar= und Vorschuß=Verein" wird in Rüsselsheim gegründet, die Gründer sind hauptsächlich Handwerker und Gewerbetreibende. Später wird aus diesem Verein die Volksbank werden.

1863 Die Eisenbahnstrecke Frankfurt-Mainz wird fertiggestellt, Rüsselsheim erhält eine Station.

1869 Adam Opel lässt seine erste Fabrik mit Dampfmaschine an der Eisenbahnlinie bauen und verlässt mit seiner Werkstatt den alten Ortskern. Er führt in Rüsselsheim die fabrikmäßige Produktion von Nähmaschinen ein, die er „auf Wanderschaft" in Paris kennen gelernt hatte. Knapp 20 Jahre später werden in seiner Fabrik von einer wachsenden Arbeiterschaft auch Fahrräder produziert.

1877 Stiftung eines Volksbildungsvereins.

1879 Das Rüsselsheimer Marktschiff stellt seine Fahrten ein.

1879 Die erste Rüsselsheimer Freiwillige Feuerwehr entsteht.

1889 Erster katholischer Gottesdienst im evangelisch dominierten Ort Rüsselsheim, organisiert vom im selben Jahr gegründeten Katholischen Männerverein.

1891 Gründung eines Ortsvereins des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes.

1895 besteht ein Arbeiter-Wahlverein, die Rüsselsheimer Arbeiterbewegung erlangt jedoch erst nach der Jahrhundertwende Einfluss auf die Kommunalpolitik.

1898 Das Rüsselsheimer Elektrizitätswerk geht ans Netz.

1899 Das erste Auto, nach dem "System Lutzmann" gebaut und noch "Motorwagen" genannt, verlässt die Werkstatt von Opel. Erst vier Jahre später wird aber in Zusammenarbeit mit der französischen Fa. Darraq eine nennenswerte Anzahl von Fahrzeugen hergestellt.

1902 Zur Unterstützung armer Waisenkinder wird in Rüsselsheim ein "Waisenschutz=Verein" gegründet.

1902/3 Bau der ersten katholischen Kirche, die im Sommer 1903 eingeweiht wird.

1903 Nach Erlass eines Gesetzes zur Wohnungsfürsorge im Großherzogtum, das Baugesellschaften auch zu Krediten für den Bau von billigen Kleinwohnungen verspricht, wird in Rüsselsheim die "Gemeinnützige Baugesellschaft" gegründet. In anderen Orten und Städten von Unternehmern oder Politikern ins Leben gerufen, wird sie in Rüsselsheim von drei Opelarbeitern initiiert. Nach aufwendiger Überzeugungsarbeit gelang es ihnen, die Unterstützung des Gemeinderates zu bekommen. Die ersten Häuser entstehen in der Weinbergstraße.

1904 Mit dem "Gesangverein Vorwärts" wird der erste Arbeiterkulturverein gegründet.

1905 Der Rüsselsheimer "Heimatverein" entsteht.

1909 Zum ersten Mal wird ein Sozialdemokrat zum Beigeordeten gewählt, darf aber wegen seiner Parteizugehörigkeit sein Amt nicht antreten.

1911 Ein Großbrand vernichtet einige Werkshallen der Firma Opel und zieht die Einstellung der Nähmaschinenproduktion nach sich.

1912 Gründung des Gewerkschaftskartells Rüsselsheim als Zusammenschluss von sieben Berufs- oder Fachgewerkschaften.

1914 Mobilmachung für den Ersten Weltkrieg; die Fa. Opel produziert u.a. Flugmotoren für die Reichswehr.

1918/19 Bei Ende des Krieges ist Rüsselsheim französisch besetzt. Ein Arbeiter- und Bauernrat gründet sich, der sich vor den ersten Wahlen zur hessischen Volkskammer im Januar 1919 wieder auflöst.

Um 1923 druckt die Fa. Opel Gutscheine als Ersatzgeld wegen der galoppierenden Inflation.

1919/23 Eine separatistische Bewegung in Rüsselsheim und Umgebung tritt mit französischer Unterstützung für die Gründung einer Rheinischen Republik ein.

1924 Das erste Fließband wird bei der Fa. Opel aufgebaut.

1926 Durch einen Vertrag mit dem Mainzer Überlandwerk erhält Rüsselsheim über ein Rohrsystem erstmals Gas.

1928 Einrichtung der kommunalen Wasserversorgung - bis dahin war Wasser nur am Brunnen oder mit privat installierten Pumpen zu haben.

1928 Entsteht eine Brücke über den Main nach Flörsheim, "Opel-Brücke" genannt.

1929/31 Opel wird vom amerikanischen Automobilkonzern General Motors in zwei Schritten gekauft. 

1933 Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler werden in Rüsselsheim schon im April die ersten sozialdemokratischen Beamten entlassen. Die Stimmen anwesender Gemeinderatsmitglieder der KPD werden bei Abstimmungen nicht mehr gezählt. Mitglieder der Arbeiterbewegung werden in "Schutzhaft" genommen und in das Konzentrationslager Osthofen gebracht. Bald darauf werden auch in Rüsselsheim Bücher verbrannt.

1937 Rüsselsheim feiert 500-jähriges Stadtjubiläum; die Stadtrechte werden erneuert.

1938 Während der Reichspogromnacht wird die Synagoge von Rüsselsheimer Nationalsozialisten verwüstet.

1940/42 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter werden in Rüsselsheim eingesetzt, um die Kriegsproduktion aufrecht zu erhalten, aber auch um kleinere Geschäfte und kinderreiche Familien zu unterstützen. Hinter der Stadt in Richtung Bischofsheim entsteht ein Lager, das mit Stacheldraht abgezäunt ist. 1942 und 1944 fallen viele dort Internierte den Bombenangriffen der Alliierten zum Opfer. 

1942 Walter Rietig, Mitglied einer antifaschistischen Widerstandsgruppe innerhalb der Opelwerke, wird in Berlin hingerichtet.

1942 Die letzten vier jüdischen Familien Rüsselsheims werden verhaftet und deportiert.

1944 Bei schweren Luftangriffen der Alliierten auf Ölanlagen und die Flugzeugindustrie werden viele Gebäude der Fa. Opel, die hauptsächlich Flugzeugteile für die Wehrmacht herstellt, zerstört. Aber auch weite Teile der Stadt werden getroffen. .

1945 Am 25. März besetzen US-Amerikanische Truppen Rüsselsheim, zwei Tage nach ihrer Rheinüberquerung. 

1945 Im April beginnen die Aufräumarbeiten bei Opel mit zunächst etwa 600, bald schon tausend Beschäftigten.

1945 Im September tagt erstmalig der Rüsselsheimer Bürgerrat. Zur Unterstützung des Bürgermeisters werden sechs Ausschüsse gebildet, die sich ehrenamtlich mit der Organisation der Finanzen, Fürsorge, Bau, Wohnungen, Wirtschaft, Sport und Schule befassen.

1946 Die "Kulturgemeinde Rüsselsheim" veranstaltet Symphoniekonzerte.

1946 Erste Gemeinderatswahlen nach dem Zweiten Weltkrieg.

1946 Die "Opel-Brücke" wird als erste Brücke der Westzonen wiederaufgebaut.

1947 "CARE"-Paketspende für Opelkinder, finanziert von den Arbeitern der Automobilwerke des General Motors Konzerns in den Vereinigten Staaten.

1950 Die Rüsselsheimer Stadthalle - am Ort des früheren Volkshauses - wird eingeweiht.

1950/51 Die erste Spielzeit des städtischen Theaterrings wird eröffnet, die Vorstellungen finden in der Stadthalle statt.

1951 Hessischer Metallerstreik, an dem sich die Belegschaft der Opelwerke beteiligt.

1951 Das Dorf Haßloch wird eingemeindet.

1954 Die Stadt Rüsselsheim kauft die Festung vom Land Hessen.

1956 Eingemeindung Königstädtens.

1959 Eröffnung der Stadtunterführung.

1960 Erste Planungen, ein "Polytechnikum" - später als Fachhochschule eingerichtet - in Rüsselsheim zu gründen um die Fortbildung in Maschinen- und Metallberufen zu ermöglichen.

1961 Seit Ende des Zweiten Weltkrieges fanden 7.022 Flüchtlinge Aufnahme in Rüsselsheim.

1961 Évreux (Frankreich) wird Rüsselsheims Partnerstadt.

1969 Im September wird das Rüsselsheimer Stadttheater eingeweiht.

1970 Eingemeindung Bauschheims.

1976 Rüsselsheim erhält ein eigenständiges Amtsgericht.

1976 Mit der Abteilung "Industrialisierung" wird das Museum der Stadt Rüsselsheim eröffnet.

1977 Rugby (Großbritannien) wird Rüsselsheims Partnerstadt.

1979 Als Stadt mit über 50.000 EinwohnerInnen wird Rüsselsheim Sonderstatusstadt und erhält damit auch einen Oberbürgermeister.

1979 Varkaus (Finnland) wird Partnerstadt Rüsselsheims.

1981 Im Sinne einer völkerverbindenden Freundschaft und europäischen Partnerstadt erhält Rüsselsheim vom Rat der Gemeinden Europas die Europafahne.

1991 Kecskemét (Ungarn) wird Partnerstadt Rüsselsheims.

1995 Gründung der Bürgerstiftung Festung