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Am Abend des 10. Dezember 2011 ist am
Himmel über
Deutschland zumindest das Ende einer Totalen Mondfinsternis zu
beobachten. Allerdings
wird der Mond über dem Nordosthorizont erst dann aufgehen, wenn
die totale
Verfinsterung des Mondes bereits wieder vorbei ist. Damit ist auch die
zweite
Mondfinsternis des Jahres 2011 von Deutschland aus nicht
vollständig
beobachtbar.
Mondfinsternisse entstehen
dann, wenn Sonne, Erde und Mond im Weltraum genau auf einer Linie
stehen und
der Mond dabei vom Schatten der Erde getroffen und dadurch verfinstert
wird.
Sie sind also nur bei Vollmond möglich, treten aber nicht
automatisch bei jeder
Vollmondstellung ein. Grund dafür ist, dass die Bahn des Mondes um
die Erde
gegenüber der Bahn der Erde um die Sonne, in der sich der
Erdschatten befindet,
um etwa 5 Grad geneigt ist. Meistens läuft deshalb der Vollmond
oberhalb oder
unterhalb des Erdschattens vorbei. Taucht er jedoch in den Erdschatten
ein, so
entschwindet er dennoch nicht vollständig unserem Blick am Himmel.
Ursache
hierfür ist die Lufthülle der Erde. Denn unsere
Atmosphäre lenkt den
langwelligen roten Spektralanteil des in der Mischung aller Farben
weiß
erscheinenden Sonnenlichtes in den Schattenkegel unseres Planeten
hinein. Aus
diesem Grund leuchtet der Mond während einer totalen Verfinsterung
in einem
roten Lichtschein.
Diese Finsternis nun beginnt
mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde gegen Mittag
(unserer
Zeit) des 10. Dezember um 12:32 Uhr MEZ. Ganz abgesehen davon, dass der
Mond um
diese Zeit in Deutschland noch nicht zu sehen ist, wäre dieses
Ereignis zunächst
aber sowieso nicht beobachtbar, weil im Halbschatten der Erde das vom
Mond
reflektierte Sonnenlicht nur unwesentlich gedämpft wird. So
richtig interessant
wird es dann etwa eine gute Stunde später, denn um 13:45
Uhr MEZ tritt der Mond dann in den Kernschatten der Erde ein.
Aber auch dies ist von Mitteleuropa aus noch nicht beobachtbar, der
Mond steht
immer noch unter dem Horizont und ist nur in Asien, im Pazifik, dem
Westen
Nordamerikas und über Australien am Himmel zu sehen.
Gleiches gilt auch für den Beginn der totalen Verfinsterung, die um
15:06 Uhr MEZ startet. Der
Vollmond durchläuft bei dieser Finsternis die
südlichen Bereiche des Erdschattens, sodass bereits 26 Minuten
später um 15:32 Uhr die
Mitte der Finsternis
erreicht sein wird. Da der Wintervollmond immer in den nördlichen
Bereichen der
Ekliptik steht (also dort wo die Sonne im Sommer auf der Nordhalbkugel
der Erde
zu sehen ist) wird er als erstes im nordöstlichen Deutschland
über die
Horizontlinie steigen.
Der Mondaufgang erfolgt in Eschwege und
Umgebung gegen 16:11 Uhr MEZ, wobei sich diese Zeit natürlich auf
einen optimalen, flachen Horizont ohne
Sichthindernisse wie Berge oder Häuser bezieht.
Dieses
Mal ist die Dauer der totalen Verfinsterung mit 52 Minuten nicht
übermäßig lang
(maximal sind 107 Minuten möglich), denn schon um 15:58 Uhr MEZ tritt der Mond wieder aus
dem Kernschatten der Erde
aus. Zumindest theoretisch
könnte man im Nordosten Deutschlands also sogar
noch den Rest der totalen Verfinsterung des Mondes beobachten, in der
Praxis
jedoch wird auch dort der Mond wohl erst dann nach dem Beginn des
Austritts aus
dem Kernschatten der Erde sichtbar werden. Da um 17:18 Uhr MEZ der Mond dann
wieder komplett aus dem Kernschatten der Erde ausgetreten sein
wird, ist also
von Deutschland aus nur ein mehr oder minder langer Rest der partiellen
Verfinsterung zu sehen. Und je weiter südwestlich man sich in
Deutschland
aufhält, desto kürzer wird dieser Rest sein.
Der
Mond steht an jenem Abend im Sternbild des Stiers und wird damit wie
erwähnt
über dem Nordosthorizont aufgehen. Man braucht also für eine
Beobachtung dieses
Ereignisses einen möglichst ungehinderten Blick nach Nordosten.
Fotofreunde
können den tief stehenden, teilverfinsterten Mond sicher für
ein paar
spektakuläre Naturaufnahmen mit entsprechenden fotogenen
Vordergründen wie z.B.
Bäumen nutzen. Zur eigentlichen Beobachtung des Schauspiels
benötigt man streng
genommen zwar kein optisches Hilfsmittel, in einem Fernglas zum
Beispiel sieht
das Ganze aber doch noch ein wenig beeindruckender aus als "nur" mit
bloßem Auge.
Die nächste Mondfinsternis
ist in Deutschland erst wieder am 25. April 2013
zu sehen, dies wird dann eine sehr kurze partielle Mondfinsternis sein.
Die nächste totale Mondfinsternis gibt es
bei uns gar erst am 28.09.2015 zu sehen.

Abb.: Ende
der Mondfinsternis vom Juni 2011, ein Teil des
Mondes ist bereits aus dem
Kernschatten der Erde wieder herausgetreten. (Foto:
Uwe Bachmann)
UB
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