
Merkur, innerster und auch kleinster Planet des Sonnensystems, bietet im Juni 2012 die zweite und letzte Chance des Jahres, ihn am Abendhimmel zu sehen und zwar im Zeitraum vom 11. bis zum 25.Juni. Da klingt es zunächst paradox, wenn man gleichzeitig erfährt, dass Merkur erst in der Nacht zum 1.Juli seine größte östliche Elongation zur Sonne mit ca. 26 Grad Winkelabstand erreicht. Aber Merkur steht dann schon wieder mit geringerer Deklination und damit südlicher als die Sonne in der Ekliptik und somit kann er sich in der langen Dämmerung mitteleuropäischer Sommernächte eben nicht mehr am Himmel durchsetzen. Je südlicher man sich aufhält (z.B. im Mittelmeerraum), desto besser sind die Möglichkeiten Merkur dann zu sehen, eben weil es dort auch früher dunkel wird. Zurück nach Deutschland, die Tage um den 18.06. bieten damit die besten Chancen, den rund 0m hellen Planeten knapp über dem Nordosthorizont bis kurz vor 23 Uhr MESZ zu erspähen.
Venus liefert mit dem Transit vor der Sonnenscheibe am frühen Morgen des 06.06.2012 eines der astronomischen Highlights dieses Jahres. Mehr dazu gibt es in einer Extraseite hier zu diesem Thema.
Unser roter Nachbarplanet hat nach seiner diesjährigen Oppositionsstellung zur Sonne Anfang März seine Glanzzeit für dieses Jahr schon hinter sich. Er „dümpelt“ deshalb den ganzen Sommer über mehr oder minder unspektakulär am Abendhimmel herum, von dem er sich dann Ende August auch endgültig verabschiedet. Er strebt in der Ekliptik vom Sternbild Löwe kommend zum Sternbild Jungfrau und passiert um den 14.08. herum in respektvollem Abstand den ebenfalls dort befindlichen Planeten Saturn. Liegt seine Helligkeit Anfang Juni noch bei immerhin +0m5, so sinkt sie aufgrund der immer größer werdenden Distanz zur Erde bis Mitte August auf +1m2 ab. Marsuntergang am Westhorizont ist Anfang Juni noch gegen 2 Uhr Sommerzeit, Ende August dann schon kurz nach halb zehn Uhr. Da man auch in schon größeren Amateurteleskopen keine Details mehr auf dem im Juli nur noch knapp 6 Bogensekunden kleinen Marsscheibchen erkennen kann, verabschieden wir uns an dieser Stelle bis auf Weiteres und guten Gewissens vom roten Planeten.
Jupiter,
größter Planet unseres Sonnensystems stand Mitte Mai in
Konjunktion zur Sonne
und ist ab etwa Mitte Juni wieder früh
morgens zunächst nur tief, im weiteren
Verlauf der Sommermonate aber zunehmend höher und auffällig
am Morgenhimmel zu
sehen. Am 17.06. bietet die sehr schmale Sichel des abnehmenden Mondes
morgens
eine Aufsuchhilfe, um den Gasriesen etwas 2 Grad südwestlich von
ihr erstmal
wieder aufzufinden. Ende des Monats tritt Jupiter gegen Viertel nach
drei Uhr
morgens über die Horizontlinie, Ende Juli dann um kurz nach
halb zwei Uhr und
Ende August
dann bereits wieder kurz vor Mitternacht. Seine scheinbare
Helligkeit steigt im Verlauf der Sommermonate von anfangs -2m0 auf -2m3 an. Im
Verlauf des hier betrachteten Zeitraums bedeckt die Mondsichel von der
Erde aus
betrachtet dreimal hintereinander den Planeten. Von diesen Ereignissen
ist bei
uns jedoch nur die Bedeckung
am 15.07.
beobachtbar, die Bedeckungen am 17.06. und am 12.08. entgehen uns
leider. Umso
wichtiger ist es, sich den 15.07. schon Mal dick im persönlichen
Beobachtungskalender anzustreichen. Die Bedeckung findet zwischen ca.
3:40 Uhr
und 4:15 Uhr statt und sollte für alle Natur- und Sternfreunde
einen
rechtspektakulären Anblick am Morgenhimmel bieten. Mehr dazu lesen
Sie dann rechtzeitig
in einem gesonderten Ausgabe hier auf den Seiten der VAAE.
Auch für
den Ringplaneten Saturn gilt in diesem
Sommer ähnliches, wie für den Mars: Auch
er zieht sich nach seiner Oppositionsstellung im April jetzt wieder
Stück für
Stück von der abendlichen Himmelsbühne zurück und wird
ab Ende August
schließlich wieder vorübergehend unsichtbar. Bis dahin
erfolgen seine
Untergänge am Westhorizont Anfang Juni gegen halb vier Uhr in der
Früh, Anfang
Juli gegen halb zwei Uhr und Anfang August dann schon deutlich vor
Mitternacht.
Seine scheinbare Helligkeit sinkt im Verlauf der Sommermonate von +0m5 auf +0m9 ab. Gut
zu verfolgen ist die rechtläufige (sprich in Richtung Osten
gerichtete)
Bewegung des Planeten vor dem Hintergrund der Sterne mit Hilfe des etwa
gleichhellen Hauptsternes des Sternbilds Jungfrau Spica, von dem er
sich
zunehmend wieder in östlicher Richtung entfernt. Außerdem
gesellt sich Mars zu
den beiden hinzu, wobei die bereits erwähnte Begegnung der beiden
Planeten um
den 17.08. herum schon besser in einem Fernglas, als mit bloßem
Auge am
Abenddämmerungshimmel zu beobachten ist.
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