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Boogie Nights, 16. März Kurhaus Baden-Baden

imgDie sechs Abenden mit fünf veschiedenen Locations der Boogie Nights gingen vom 12. bis 17. März 2007.
Das 3. Internationale Boogie-Woogie Festival gastierte wieder in Baden-Baden und ich war am 16. März im Kurhaus. Ein gigantischer Abend der fast vier Stunden, eine 20-minütige Pause inbegriffen, dauerte und von einem unglaublich engagierten und überaus lustigen Entertainer Martin Schmitt moderiert wurde. Ein geniales Zusammentreffen aller Musik, was am Ende noch einmal mit einem Zusammenspiel aller Musiker des Abends das I-Tüpfelchen aufgesetzt bekam.
Hier nun etwas zu den einzelnen Acts, bei manchen gibt's noch Videos. Lest es einfach nach.

Boogie Boys, POLEN

imgDen Anfang machten die Boogie Boys. Bestehen aus zwei Pianisten und einem Schlagzeuger heizten sie durch schnellen Boogie-Woogie, mit teils polnischem Gesang ein. Sie sind große Talente in der polnischen Boogie-Woogie Szene und so kamen sie auch rüber.
Kleine Spiränzchen, wie auf dem Bild, als sie zusammen und einer auf dem Kopf spielte, waren keine Seltenheit. Entweder stand der eine hinter dem anderen auf dem Klavierhocker, oder der Schlagzeuger ging durch die Reihen während er auf dem Boden weitertrommelte.
Junge Talente des schnellen und moderneren Boogies. Klasse!

Jean-Pierre Bertrand, FRANKREICH

imgDer französische Vertreter des Abends pflegt den klasischen Boogie mit nur einem Klavier zu spielen. Im Gegensatz zu den Boogie Boys war es insgesamt natürlich nicht so dynamisch, hatte aber sein ganz eigenes Feeling. Nach einem Stück zum Einspielen ließ er es noch einmal so richtig krachen und spielte auch mit Mundharmonikaspieler Albert Koch zusammen ein Stück.
Klassischer Boogie in reinster Form. Weiß man ihn zu schätzen, ist er umwerfend.

Bob Seeley & Bob Baldori, USA

imgEr ist Bob Seeley, 79 Jahre alt und seit 55 Jahren auf der Bühne. Er spielte mit Bob Baldori im Duett. Der älteste Protagonist des Abends hatte einiges drauf und zeigte, was man im Alter noch so alles kann. In seinen jungen Jahren begleitete er unter anderem die Blueslegene Sippie Wallace. Aufgenommen in die Boogie Woogie Hall Of Fame ist er natürlich längst und wurde schon mit Preisen und Würdigungen überhäuft und lieferte eine exzellente schon mit seinem Kumpanen...






img ...Bob Baldori. Ex-Chuck Berry Pianist und ausgezeichneter MuHarmonikaspieler. zusammen mit dem etwas älteren Bob spielten sie den Boogie im Duett. Hier blieb es nicht beim Klavier alleine, sondern Baldori griff auch bei dem ein oder anderen Stück zur MuHa. Eine gelungene Abwechslung, die das Programm der beiden auflockerte, auch wenn man es bei dieser geballten Spielfreude nicht gebraucht hätte, war es trotzdem sehr positiv.
Respekt an den "Opa" des Abends. So was hat man lange nicht gesehen.

Martin Schmitt, DEUTSCHLAND

imgDer Gastgeber des Abends kam aus München. Doch das Anmoderieren der einzelnen Künstler war nicht das einzige. Nach Bob Seeleys & Bob Baldoris Auftritt setzte sich der weltklasse Pianist an seinen schwarzen Flügel. Mit "King Of The Road", ein alter Roger Miller Klassiker aus dem Jahre 1964, und "Hit The Road Jack" begeisterte das Publikum und lockerte es mit Gesangsübungen oder vierstimmig im Kanon gesungenen Akkorden auf.
Sehr interessant war seine Geschichte wie er von der Tuba zum Klavier kam und was ihm damals in München alles mit der Tuba im kalten Winter passierte.
Er kombinierte perfekt den Entertainer mit dem Pianist.

imgSpäter bewies er noch, dass er Blasinstrumente mit dem Mund nachmachen konnte, welche sogar verblüffend echt klangen.
Alles in allem leitete er wunderbar durch den Abend und Künstler wie Robbie Williams oder Michael Mittermeier könnten sich sicher eine Scheibe seines Entertainments abschneiden. Wüssten wir nicht, dass es die Boogie Nights waren, könnte es genauso gut ein Abend voller Comedy gewesen sein, kombiniert mit perfektionierter Spielkunst.
Thank You!

Vitello Tonnato & The Roaring Zucchinis, DEUTSCHLAND

imgVitello Tonnato ist der Name des Sängers, der trotz deutscher Herkunft alles auf englisch machte. Seine Unterstützer, The Roaring Zucchinis, machten ihre Sache gut.
Sie hatten das längste Programm. Man kann sie eigentlich nicht bemängeln, allerdings war die Spielzeit etwas zu lang und nicht ganz im Rahmen des Abends. Trotzdem waren sie die Begleitung für die Tänzer, darunter drei Profipaare. Der Tanzpart des Abends war also auch gelungen und Vitello Tonnato & The Roaring Zucchinis konnten beruhigt als größte Kombo des Abends hinter die Bühne schreiten.

Albert Koch, DEUTSCHLAND

imgEr sprang hin und her an diesem Abend. Er war bei den Boogie Boys, Jean-Pierre Bertrand, Seeley & Baldori und an der Schlusssesion beteiligt.
Der Profi in Sachen MuHa-Spielen zeigte uns so gleich, was man aus diesem unscheinbaren Instrument heraus holen kann. Seinen Koffer hatte er immer dabei, in dem die MuHas aufbewahrt waren.
Der bluesigen Stil passte perfekt zur Musik und immer wieder hatte er einen neuen Lauf bereit.
Nach der gigantischen Schlusssession am Ende, bei der fast alle Künmstler noch einmal zusammen mitwirkten, war er mit Baldori an der Mundharmonika und lieferte sich noch einen kleinen "MuHa-Kampf" im Stile der Blues Brothers mit ihm.
Ein gigantischer Abend ging zu Ende und ich war mir sicher: Nächstes Jahr muss ich wieder hier hin!

--> Video: Mundharmonika-Solo Orange Blossom Special (entschuldigt die nicht ganz ruhige Haltung der Kamera :-))