Hochseefischer treffen sich überall! |
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Kutterfest im Harz und Bordfest an der Unstrutvon Volker Mitschke
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Der
Harz ist immer eine Reise wert. Nicht nur weil ich dort aufgewachsen
bin, sondern diesmal hatte mein Besuch im Harz einen besonderen Grund.
Fredo Fietz hatte zum Kutterfest in seiner Gaststätte „Zur Unterklippe“ nach Friedrichsbrunn geladen. Na gut, was ist schon ein Kutterfest im Gebirge?
Jedoch,
Erich Fitzel, ein ehemaliger Hochseefischer und ausgezeichneter Kollege
aus Bad Suderode, sprach in der Vergangenheit so begeistert eben von
diesem Fest, so dass es kein Überlegen gab. Und, neugierig waren die
Seeleute ja schon immer. Sowieso auf dem Wege an die Unstrut nach
Nebra, zum Bordfest der „Elvira Eisenschneider“, liegt es doch nahe
dort mal vorbei zu schauen. Also,
wenn das Fest genauso wird wie der Empfang in der „Unterklippe“, dann
wird die Reise nicht umsonst gewesen sein. Speise- und Getränkekarte
sowie die Stimmung wie gewünscht. Erwähnenswert die maritime Ecke
und hier ein Tisch mit eingelassenem Kompass mit anschließendem Stern
aus kleinen Messingschildchen auf
dem jeder Seemann mit Name, Rang und Beschäftigungsort verewigt
ist welcher irgendwann seine müden Beine unter diesen Tisch gesteckt
hat. Doch
davon wollte ich nicht hauptsächlich berichten. Der
erste Abend war unserem ehemaligem Fangdirektor Kpt. Günther Kröger
für eine Buchlesung vorbehalten. Leider musste er absagen. Fredo Fietz
hatte frühere Video’s über eine Reise von Reportern auf der ROS 206
„Guben“ und einen tollen Film, gesprochen von Kpt. Heinz Adler, als
Äquivalent vorbereitet. Übrigens,
respektabel wie Fredo einen roten Faden durch die gesamten zwei Tage
der Veranstaltung zog. Kpt.
Horst Seffner sprach nach diesen Videos über ein uns allen Hochseefischern
interessierendes Thema. Die Aufrechterhaltung unserer Traditionen,
besser, der Wiederaufbau einer Präsentation unseres Lebens, unserer
Arbeit auf See und an Land. Ergo, die Geschichte der Hochseefischerei
der DDR. Ausgefüllt
der zweite Tag. Fredo hatte am Vormittag einen Besuch in einer „Schnapsbrennerei“
organisiert. Der Nachmittag wurde begonnen mit einer Harzer Bläsergruppe.
Der Shantychor Halberstadt e.V. stellte einen Teil seines maritimen
Liedgutes, unter anderem „Unser Kurs geht nach Norden in die Barentssee“,
vor. Extra für diesen Tag in’s Repertoire genommen. Tanzgruppen gaben
ihr Bestes. Mögen diejenigen mir verzeihen welche ich möglicherweise
vergessen habe, denn...... ......faszinierend
für mich waren die Erlebnisse in meiner unmittelbaren Nähe. Hier war
ein Kapitän aus Hannover gekommen, welcher 1957 – 1960 in Rostock
zum Hochseefischer ausgebildet wurde, jedoch später einen anderen
Weg in der Seefahrt genommen hatte. Ein anderer packte einen Ordner
mit Bildern aus seinem Betrieb, dem Fischfang Rostock, aus und präsentierte
ihn stolz. Ich erkannte einen Koch wieder, mit dem ich auf der „Karl-Marx-Stadt“
1961 zusammen gefahren bin. Hans-Joachim Steinkrug von der „Heinz
Priess“ saß mit seiner Gattin neben mir. Kpt. Walter Schulz mit Frau
waren dabei. Die Stützpunktleiterin von Magdeburg begrüßte die
Leiterin der ehemaligen Poststelle. Vor und hinter unserem Tisch erzählten
Seeleute Episoden aus der Fischerei. Erstaunlich zu hören, in Halberstadt
und Wernigerode existieren Marinekameradschaften, denen auch ehemalige
Angehörige der Hochseefischerei angehören. Hier
erinnerte ich mich und verstand die Frage die eine „Seezunge“ im Gästebuch
von Wilfried Gilles HomePage stellte. Kurz: was ist es denn, was den
Seemann trotz Entbehrungen und teilweise außerordentlich schwierigen
Bedingungen auf See von seinem Beruf so, ja, ich sage mal, schwärmen
lässt. Der
Tag klang ganz langsam aus mit Heilbutt aus dem eigenen Räucherofen,
Bratwurst, Steak, und Getränken,
und, und... Rückblick:
der Harz ist im Allgemeinen eine Reise wert, im Besonderen Friedrichsbrunn
mit der „Unterklippe“ und dem Kutterfest. Hier
an dieser Stelle Herzlichen Dank an meinen ehemaligen Kollegen, Erich
Fitzel mit seiner Gattin für seine unendliche Harzer Gastfreundschaft,
welche nicht überall selbstverständlich ist. Schön war es auch in
ihrem Haus, als Erich seine „Seekiste“ öffnete und wir mit Bilder
aus unserer gemeinsamen Fahrtzeit in Erinnerungen geschwebt haben. Irgendwann
naht immer ein Abschied. Doch vor uns lag ein weiterer Höhepunkt,
das Treffen der Besatzung der ROS 404 „Elvira Eisenschneider“ an der
Unstrut in Nebra. Es
ist seit vielen Jahren eine schöne Tradition dieser Besatzung jedes
Jahr sich zusammen zu finden. Der Leser wird fragen, warum denn unbedingt
in Nebra? Ja, hier hat man sich schon öfter getroffen und man fand
die dortige Jugendherberge für solche Veranstaltungen wie geschaffen.
Und, in der Nähe ist der Organisator Frank Pudelko zu Hause.
Bestmann „Pudel“ mit Frau waren dann auch diesmal die perfektesten
Organisatoren. Großen Dank dafür. Zusätzlich
bemerkt, auch die Treffen in den vergangenen Jahren an der Müritz
waren tadellos vom I.NO mit
Frau in Szene gesetzt. Dem
Trend eines Navi’s im Auto noch nicht gefolgt, musste ich mich mit
der Karte begnügen. Die letzten 10 km konnte ich mich nicht verfahren,
denn der Duft des Räucherofens mit Aal, Lachs und Heilbutt wies mir
den Weg. Und richtig, Harry Altenburg war dabei für die Jung’s und
dessen Gattinnen zu sorgen. Ein
Teil der Besatzung war schon anwesend, der Rest der zum Treffen zugesagt
hatte, sollte am nächsten Tag kommen. Der
anwesende Teil hatte die Zeit genutzt um die Umgebung kennen zu lernen,
bzw. Kenntnisse über Weimar, Jena, Naumburg, Freyburg, etc., wieder
aufzufrischen. Alle
Ankömmlinge wurden herzlichst begrüßt, die Frauen kannten sich über
Jahre und hatten Verständnis wenn ihre Männer sich mal absonderten
und anfingen zu „fischen“. Für
mich und meine Frau waren die zwei Tage in Nebra wieder mal ein Erlebnis.
Und wenn man sieht aus welchen Entfernungen die ehemaligen Besatzungsmitglieder
gekommen waren, dann ist es doch nicht fremd , wenn man fragt, was
ist es denn nun, was den Beruf des Hochseefischers so anziehend gemacht
hat. Aus
Ungarn, dem Erzgebirge, von der Müritz, aus Rostock, Güstrow, Potsdam
und Schwerin hatten die Jung’s wie eh und je den Weg gefunden. „Gebt
uns ein Schiff und wir fahren los“. Na gut, mit der Seediensttauglichkeit,
wie es heute heißt, wird es bei einigen hapern, gleichwohl, bei Museumsschiffen
gibt es ja auch besondere Abnahmebedingungen. Wir
haben viel gelacht, das Unangenehme der Seefahrt war ausgeklammert.
Wir hatten schöne Tage. Für Unterhaltung, Essen und Trinken war immer
gesorgt. Besonderheiten wurden mitgebracht und waren am Tisch gefragt,
z.B. „Wurscht“ aus dem Erzgebirge, um nur ein Beispiel zu nennen. Sollten
wir gesund bleiben, dann trifft sich die Besatzung der „Elvi“, wie
wir Insider sagten, an gleicher Stelle zu gleicher Zeit wieder. Es
ist schon ein Erlebnis. Es
gäbe noch viel zu berichten, der Leser wird irgendwann ob der Fülle
des Inhaltes müde, denke ich. Jedem
soll gesagt sein, es ist richtig, wenn Günther Kröger folgenden Titel
eines seiner Bücher gewählt hat, „Hochseefischer,
Menschen ganz besonderer Art.“ |