Zum stürmischen technischen Fortschritt
in Europa am Beginn des 20. Jahrhunderts gehört ohne Zweifel auch die Produktion der
damals modernsten Maschinen im Nähmaschinenwerk Wittenberge.
Viele Generationen haben in den 100 Jahren des Bestehens des Werkes
hier Arbeit gefunden und in schöpferischer Weise den technischen Fortschritt mit
vorangetrieben.
Als Jugendfunktionär habe ich das Werk vor Jahrzehnten besucht, die
Erinnerung daran sind verblasst, um so lebhafter erinnere ich mich daran, dass ich bei
einem Besuch in New York im Dezember 2002 Gelegenheit hatte, das historische
Industriegebäude von Singer mit seiner gußeisernen Fassade zu bewundern.
Zur 100-jährigen Tradition des Werkes gehören gute und weniger gute
Zeiten. So haben die Nähmaschinenwerker dazu beigetragen, dass sich Frauen und Männer
schick kleiden konnten, aber die auf ihren Maschinen genähten Stoffe dienten auch dazu,
Soldaten für den Krieg einzukleiden.
Kein Zeitabschnitt der Geschichte sollte ausgeklammert werden, aber der
Blick auf die Zukunft gerichtet sein, in der Menschen Arbeit haben und das Produkt ihrer
Hände Arbeit nur friedlichen Zwecken dient.
In dem Sinne zum Hundertjährigen meine besten Grüße und
Glückwünsche.
Hans Modrow