Erstmals wird Scharm El-Scheich 1762 auf Seekarten eingezeichnet. 1967 blockierte hier der damalige ägyptische Präsident Nasser die Straße von Tiran und damit die Zufahrt Israels zum Roten Meer. Dies löste den Sechstagekrieg aus, in dessen Verlauf Israel die Sinaihalbinsel
besetzte. Nach dem Friedensvertrag von 1979 zwischen Israel und Ägypten wurde Sharm -El-Sheik wieder an Ägypten zurückgegeben.
Von 1977 bis 1979, verbrachten wir hier die Zeit unserer Tauchgänge. Es bedeutete, Sinai stand noch unter israelischer Verwaltung und auch unsere Anfahrt ging immer über Elat, Neviot, Dahab nach Sharm.
Früher war Sharm- El-Sheik ein kleines Fischerdorf (so haben wir es noch erlebt). Durch den Tourismus erlebte es in den 1990er Jahren einen großen Aufschwung. Sharm- El-Sheik ist heute wirtschaftlich völlig auf den Tourismus ausgerichtet und gilt als der mit Abstand teuerste Badeort in Ägypten. Das liegt nicht zuletzt an den idealen Wassersportmöglichkeiten,
die das warme und sehr klare Wasser des Roten Meeres bietet. Speziell unter Tauchern und Schnorchlern ist das ganze Areal (mit dem Nationalpark Ras Muhammad) als das beste Gebiet für diese Sportarten weltweit bekannt. Neben den großen, internationalen Hotels und sehr guten Restaurants wurden auch einige Golfplätze angelegt. Das alles haben wir (Gott-sei-Dank) nicht erleben müssen.
Das folgende Video entstand, als wir auch schon mal im Wüstensand schlafen mussten (1977-79), da die wenigen Betten rund um unser Tauchgebiet belegt waren. Das Ursprungs-Filmmaterial ist ein Super-8-Film gewesen, den ich auf MiniDV konvertiert habe, danach am PC mit Pinnacle Studio 14 Ultimate Collection bearbeitet.
Der Clip ist ein Ausschnitt aus meinem Hauptfilm.
Sharm-el-Sheik und die Naama-Bucht
Es war 1978-79, wir hatten das Glück, dass Rote Meer ziemlich frei vom Massentourismus zu erleben. TAUCHEN. Mit Tauchausrüstung und Kameras Unterwasser zu den Korallen und Fischen. Einen besonderen Stellenwert hatte das Rote Meer für
uns. Dieser Tauchplatz
bot sich
uns besonders an, da ich in Nähe der Sinai-Halbinsel für zwei Jahre zutun hatte. Im Fotobereich hatte ich von Nikon die Nikonos II bis IV im Einsatz. Eine Erklärung für nichtinformierte in der Tauchszene, diese Kameraausführung von Nikon benötigten kein UW-Gehäuse. Die Nikonos-Serie hatte bereits ein Wechselobjektiv-System. Ist natürlich klar, dass der Taucher sich vor dem Tauchgang entscheiden musste, mit welchen Objektiv er seine Bilder aufnehmen wollte. Die
gesamte Abdichtung zwischen dem Inneren
des Gehäuses und der Wasserumgebung geschah mittels O-ringen der verschiedenen Grössen. Die waren bei guter Pflege dicht. Mir persönlich ist einmal die Nikonos III aus den Händen entglitten und 80 m abgetaucht. Da mein Tauchgang zeitlich sich dem Ende zuneigte, war an einem Nachtauchen zur Nikonos nicht mehr zudenken. Ich verschob es auf dem nächsten Tag. Wir, ein Tauchführer hat sich an der Suche mitbeteiligt, fanden des Goldstück gleich wieder. Was ich hier aber sagen will,
die Nikonos war innen noch absolut
trocken
Juwel-Zackenbarsch....(Bild rechts) Der Juwelenzackenbarsch istein Fleischfresser und einer der größten Räuber die man sich nur vorstellen kann. Amliebsten frisst er so viel,
dass er nur noch
in seiner Höhle
auf der Seite liegt und gerade noch mit heftigem Atmen bei Bewusstsein
ist. Er frisst überwiegend Krebse, Garnelen, Muschelfleisch, Fische und Tintenfisch
Baertiger Drachenkopf /Scorpaenopsis barbata ... Der Baertige Drachenkopf lebt im Korallenriff und istperfekt getarnt und an seine
Umgebung angepaßt. Im Licht der Unterwasserlampe sieht eraußerordentlich dekorativ aus.. Seine Stacheln sind giftig. Er verharrt stundenlang an einer Stelle und vertraut seiner Tarnung. Kommt ein Opfer in seinen Aktionsbereich schnappt er blitzschnell zu.
Krokodilfische. Es sind hauptsächlich nachtaktive Bodenbewohner ohne Schwimmblase, die als Lauerjäger auf Beute warten.
Auf Geröllböden sind sie wegen ihrer fleckigen, meist bräunlichen oder grauen
Zeichnung gut getarnt, in Sandböden graben sie sich durch Rüttelbewegungen des
Körpers ein, bis nur noch die Augen und das Maul herausschauen. Nähert sich ein
unvorsichtiger Fisch, so wird er durch Aufreißen des großen Mauls eingesogen.
Fische die in größerem Abstand, bis zu einem Meter über dem Krokodilsfischen
schwimmen werden geschnappt, indem die Krokodilsfische plötzlich senkrecht
emporschnellen. Neben Fischen werden auch Krebstiere, kleine Kopffüßer und Borstenwürmer verzehrt.
Werden die Plattköpfe bedroht, so vertrauen sie auf ihre Tarnung, und stellen
zur Abwehr ihre erste mit Stachelstrahlen bewehrte Rückenflosse auf. Sie fliehen
erst im letzten Augenblick und schwimmen nur ein kurzes Stück, um sich
anschließend wieder auf den Boden zu legen oder einzugraben.
TECHROCHEN!.... Blaupunktrochen sind an ihrer
Schwanzwurzel mit einem oder mehreren Stacheln bewehrt, die er aufrichten
kann und die sowohl Widerhaken als auch ein starkes Gift haben. Rochen zählen
ebenso wie Haie zu den Knorpelfischen. Ihre flache Bauweise ermöglicht es ihnen
sich bis zu den Augen einzugraben. Die Gattung Rochen umfasst sehr viele Arten,
wie Zitterrochen, Nagelrochen oder Stech; Adler;. oder Geigenrochen. Rochen sind
Raubfische die sich von Schnecken, Muschlen, Würmern aber auch von kleineren
Fischen ernähren.
Napoleon-Lippfisch (Cheilinus undulatus) .. (rechtes Bild) Der
Napoleon- Lippfisch ist ein tendenzieller
Einzelgänger, tagaktiv und
ortsgebunden. Er schläft nachts zwischen den Korallen. Er ernährt sich
von Fischen, Mollusken und Krustentieren. Er ist einer der wenigen Raubfische, die giftige Arten verzehren können. Der Taucher kann
sich ihm leicht nähern. Rechts ein Weißspitzhai.
Chaetodon semilarvatus/ Masken-Falterfisch... Dieser Falterfisch
ist im Roten Meeres beheimatet.
Man kann ihn
bei fast jedem Tauchgang sehen, wobei die Tiere fast immer als Paar zu sehen
sind, die sich kaum aus den Augen lassen. Die schöne Gelbfärbung und die blaue
Gesichtsmaske machen die Tiere unverwechselbar. Man sieht die Fische im Verbreitungsgebiet ein mittelgroßes Revier
patroullieren, bei der Nahrungsaufnahme oder ruhig unter plattenförmig
wachsenden Acropora-Korallen stehen.
Der Rotmeer-Anemonenfisch (Amphiprion bicinctus) lebt in den Korallenriffen des
Roten Meeres, des Golfs von Aden und des Tschagos-Archipel. Sie werden alle als Männchen geboren und nur einige entwickeln sich später zu
Weibchen ! Alle Anemonenfische
leben in Symbiose mit bestimmten See-Anemonen. Anemonen sind keine Pflanzen, sondern sogenannte Blumentiere. Sie gehören zum Stamm der Nesseltiere (Cnidaria).
Canyon bei Dahab... es war für uns ein beliebter Tauchgang. Höhlengleich, obwohl nach oben vielfach geoeffnet. Der Eingang befand sich etwa in 15m Tiefe, der Ausgang dann bei ca. 45m. Es gab nur einige Stellen auf dem Weg nach unten, bei denen man den Canyon nach oben verlassen konnte. Rechts so ein Ausgang schön zu erkennen.
Der Dornenkronenseestern (Acanthaster
planci) ist ein oft rotgefärbter Seestern, der sich von Korallen ernährt
(corallivore). Er verfügt über 6 bis 23 Arme und sein Durchmesser kann bis zu 40
cm betragen. Auf seiner Oberseite finden sich 4-5 cm lange spitze Giftstacheln,
die bei Berührung Übelkeit, Lähmungen und starke Schmerzen hervorrufen können.
Der Seestern frisst ausschließlich Steinkorallen, indem er auf sie klettert,
seinen Magen über sie stülpt und Verdauungsenzyme ausstößt. Das
dadurch verflüssigte Gewebe nimmt er dann auf. Er frisst nur bei Nacht und kann
bei Nahrungsknappheit bis zu sechs Monate von seinen Energiereserven
leben. Sie sind neben der Algenblüte auch für das Absterben von
Korallenriffen verantwortlich, besonders am Great Barrier Reef in Australien
haben sie beträchtlichen Schaden angerichtet. Ein einzelnes Tier kann innerhalb
eines Jahres eine Korallenfläche von 13 Quadratmetern vernichten. Die
Dornenkronen "überfallen" ein Riff in regelmäßigen Abständen, wobei Millionen
Seesterne gleichzeitig über das Riff herfallen, vergleichbar mit einer
Heuschreckenplage, und nur die Skelette der Korallen zurücklassen.
Federstern... Die federartigen Arme des Feder- oder Haarsterns dienen dem Fang von Plankton.
Die gewaehlte Position an einer stroemungsreichen Stelle direkt am Riffabfall
ist ein Garant fuer eine optimale Nahrungszufuhr. Der Haarstern ist nachtaktiv.
MEERESSCHNECKE!....Spanische Tänzerin (Hexabranchus sanguineus)
1978 fotografiert bei einem Nachttauchgang.
Die Spanische Tänzerin wird häufig auch Nacktschnecke
genannt, weil diese Schönheit ohne "Haus" leben muss. Die spanische Tänzerin kann bei Gefahr ihren wunderbar gefärbten
Mantel aufrollen und davon schwimmen. Auch ist diese Art ein absoluter
Nahrungsspezialist und ernährt sich wahrscheinlich von Schwämmen,
Seescheiden. Die Spanische Tänzerin wird oftmals von einer
Symbiosegarnele begleitet (Periclimenes imperator) Die Garnele frißt
den Schleim und alles was an Ihr haften bleibt von der Schnecke
ab. Das Eigelege wird durch Giftstoffe geschützt die auch Schwefelsäure
beinhaltet, um Fressfeinde abzuschrecken.
Arabischer Kaiserfisch. Verbreitung: Rotes Meer und Arabisches Meer, um die ganze Arabische Halbinsel
herum. Allgemein oft einzeln in Saumriffen mit reichem Korallenwuchs, aber auch
über Schlamm- grund. Wurde auch bei der Nahrungssuche in nahe beim Riff gelegenen
Seegraswiesen beobachtet. Der Name Arabischer Kaiserfisch ist wegen der Verbreitung vom
nördlichen Golf von Aqaba bis zum westlichsten Arabischen Golf sinnvoll. Sie sind gut durch den großen Seitenfleck der beim adulten Arabischen
Kaiserfisch am Rand unregelmäßiger ist und selten die Rückenflosse erreicht zu
unter- scheiden. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt. Tauchgang beendet. (rechtes Bild), Rita packt die Sachen zusammen.
Unser IGLU (Unterkunft) war 1978 der reine Luxus. (Klimaanlage inklusive). Heute
sieht es wohl wie folgende
Bilder zeigen, aus. Der Luxus hat sich geaendert, die Diving Spots mit Sicherheit verschlechtert. Wir sind noch frühmorgens, vor dem Frühstück aufgebrochen, haben beim Tauchen (20-25m Tauchtiefe) über uns häufig Hammerhaie filmen/fotografieren können. Wie ist es heute?
Ein paar Worte über den wunderbaren Sport, gleich ob Schnorcheln oder mit der Pressluft-Tauchflasche. Die Meinung, das Tauchen sei eine höchst gefährliche Sache, sei nur etwas für die kraftstrotzende
Jugend, ist
völlig absurd. Denn
wenn der Sportarzt keine Bedenken gegen die Ausübung dieser Sportart hat, ist der Betreffende auch tauglich fürs Tauchen. Also, erst Sportarzt dann Sportgeschäft. Ausser Herz, Lunge, Kreislauf und Ohren sollte auch ein gewisses Mass an psychischer Stabilität beim angehenden Sporttaucher vorhanden sein. Ängstliche und übersensible Naturen sollten
das Freigewässer lieber
meiden. Ein menschliches Versagenist der häufige Grund für Tauchunfälle, wenn ich mal vom Tauchunfall sprechen will. Es bedeutet also, dass ein Sporttaucher sich dieses nicht leisten kann. Ist er erst , immer mit (dem Zweiten) seinem Partner unter Wasser, ist eine schnelle Hilfe bei kritischen Situationen
nicht immer ganz einfach. Auch sollte man den Partner
ein wenig
kennen, um das Risiko klein zuhalten.
Zu Film und Foto. Heute muss es ein Erlebnis sein, mit einem Camcorder Videos und Fotos zu erstellen. Es beginnt bereits damit, dass die Länge der UW-Filme, kaum Zeitbegrenzungen kennen. Eher ist die Pressluftflasche leergeatmet. Auch das neue HD-Zeitalter, damit das Bildformat 16:9, tut sein Teil dazu. Zwar muss man dabei bedenken,
dass ein UW-Gehäuse für
den Camcorder,
nochmals den Preis eines Camcorders kostet. (ca. 1500,00 Euro)
Revised and partly renewed by Hansi Wolters, last modified Novembre.2009