Eine Theorie der Schwerkraft
von
Werner Traupe
Zusammenfassung
der Links zu anderen
Seiten des Verfassers:
Die
Interferenz der Gravitationswellen
Impuls- und Divergenzproblem
der Schwerkraft / Erhaltungssatz der
Schwere / Permanente
Schöpfung
negativer
Energieinhalt / negative
Energiedichte des Schwerkraftfeldes G
Gravitomagnete
/ gravitomagnetisches Moment μ / Kräfte
und Drehmomente von
Gravitomagneten
Mechanismus von Quasaren und
der Jets
Die
Feld-Energiestromdichte S im Schwerkraftfeld
Die Schwerkraft der Antimaterie
Bei der Interferenz von Gravitationswellen, erzeugt durch zwei schwingende Massen, muss wegen der Allgemeingültigkeit des Impulssatzes die Summe der an den Massen angreifenden Schwerkräfte der Summe der Strahlungsimpulskräfte der Gravitationswellen entgegengesetzt gleich sein. Dabei ist i.a. zu berücksichtigen, dass durch die endliche Ausbreitungsgeschwindigkeit der Gravitationswellen die Schwerkraftänderungen an den Massen verzögert (retardiert) eintreffen. Eine exakte Lösung dieses Zwei-Körperproblems mit retardierten Kräften erhält man durch Anwendung von Grundgleichungen, die analog denen der Elektrodynamik (insbesondere Maxwellsche Gleichungen) aufgebaut sind. Sie werden im Folgenden unter dem Begriff "Gravitodynamik" zusammengefasst. Der fundamentale Unterschied der Gravitodynamik gegenüber der Elektrodynamik zeigt sich allerdings in den Vorzeichen der Gleichungen. Diese führen zu Phänomenen, die i.a. konträr zu denen der Elektrodynamik sind (s. unten).
Die wegen der Analogie zur Elektrodynamik in der Gravitodynamik zunächst als fiktiv bzw. virtuell eingeführte negative schwere Masse bzw. Masse mit "negativer Schwere" dient dem leichteren Verständnis der Gravitodynamik. Sie ist zunächst eine reine Rechengröße. Ein Impuls- und Divergenzproblem der Schwerkraft bei der Paarerzeugung (Materie und Antimaterie) legt jedoch den Schluss nahe, dass Materie und Antimaterie eine entgegengesetzte Schwerepolarität besitzen (s. unten).
Weitere postulierte Größen der Gravitodynamik sind das Schwerkraft-Magnetfeld (Gravitomagnetfeld) und die gravitomagnetische Lorentzkraft, die beide in Verbindung mit bewegter Materie auftreten (s. unten).
Im Folgenden werden die oben genannten Größen und ihre
mathematische
Verknüpfung durch die Grundgleichungen der Gravitodynamik
näher
erläutert.
Massen mit positiver und negativer Schwere
In der Abbildung A4 ist der schematische Verlauf des Schwerkraftfeldes von Massen mit einer positiven und einer negativen Schwere (Materie und Antimaterie) von gleicher absoluter Größe dargestellt (obere Zeile) und mit dem Verlauf des entsprechenden Feldes von elektrischen Ladungen gleicher absoluter Größe verglichen. Die in der Abbildung angegebenen Feldrichtungen sind identisch mit der Richtung der Kraft auf eine in das Feld eingebrachte positive Probeladung bzw. Probemasse mit positiver Schwere. Bei eingebrachten negativen Probeladungen bzw. Probeschweren sind die Kraftrichtungen den eingezeichneten entgegengesetzt. Nach Abbildung A4 ist es offensichtlich, dass die Richtung der elektrischen Feldstärke der der Schwerkraftfeldstärke entgegengesetzt ist.
Daraus folgt, dass sich im Gravitationsfall zwei Massen mit gleicher Polarität der Schwere anziehen, zwei Massen mit entgegengesetzter Polarität abstoßen - im Gegensatz zu elektrischen Ladungen. Alle Massen der Milchstraße und die der übrigen Galaxien der lokalen Gruppe können wegen ihrer gegenseitigen Anziehung als gleichnamig bezüglich der Schwere angenommen werden. Per Definition sollen sie eine positive Schwere besitzen. Somit stoßen sich die oben in der oberen Zeile dargestellten Massen mit positiver und negativer Schwere (Fall a, Dipolfeld: Materie und Antimaterie) ab, während sich jeweils die beiden Massen mit positiver Schwere (Fall b: Materie) und die beiden Massen mit negativer Schwere (Fall c: Antimaterie) anziehen.
Eine Folge des Energieerhaltungsatzes ist ferner der negative Energieinhalt des Schwerkraftfeldes im Gegensatz zum positiven des elektrischen Feldes. Elektrische Ladungen und die Schweren verhalten sich also bezüglich der Kraftwirkungen und des Energieinhalts ihrer Felder konträr.
Der aus der Paarerzeugung herleitbare Erhaltungssatz der Schwere
(analog:
Erhaltungssatz
der elektrischen Ladung) führt zu dem Schluss, dass
Materie
und Antimaterie im Kosmos in gleicher Menge vorhanden
sind.
Massen in Galaxiengruppen bzw. -haufen haben gleiche
Schwerepolarität (Materie oder Antimaterie)
und ziehen sich nach Abb. A4 gegenseitig an. Galaxiengruppen bzw.
-haufen
unterschiedlicher Schwerepolarität (Materie und Antimaterie) stoßen sich
nach Abb. A4
ab, so dass sich zwischen ihnen Leerräume (Voids)
bilden.
Die
Galaxien bzw. Galaxienhaufen unterschiedlicher Schwerepolarität
streben
daher auseinander (Galaxienflucht).
Und zwar werden die am Rande
des Kosmos befindlichen
Galaxien bzw. Galaxienhaufen eine größere Beschleunigung
erfahren
als die im Innern. Dieser Vorgang kann verglichen werden mit einem in
einem
Ballon eingeschlossenen Gas von z.B. Zimmertemperatur, dessen
Moleküle
sich beim Platzen des Ballons aufgrund ihrer thermischen Bewegung (=
Abstoßung)
zuerst am Rande beschleunigt nach außen bewegen
(Druckgefälle
nach außen), während die Moleküle des Zentrums -
über
die Brownsche Molekularbewegung gemittelt - zunächst an Ort
und Stelle unter einem gegenüber dem Rand erhöhten Druck
verharren.
Somit scheint die negative
Energie
des Schwerkraftfeldes und die
daraus resultierende gravitative Abstoßung von gleichviel Materie
und
Antimaterie im Universum identisch mit der "Dunklen Energie" zu sein, die
für eine beschleunigte Expansion des Kosmos sorgt.
Ein Impuls- und Divergenzproblem der Schwerkraft bei der Paarerzeugung führt außerdem zu dem Schluss, dass die Entstehung von monopolarer Schwere beim Urknall gegen den Impulssatz verstößt und die Urknalltheorie daher korrekturbedürftig ist. Alternativ ist eine evtl. heute noch andauernde spontane Erzeugung von Materie und Antimaterie (Permanente Paarerzeugung = "Permanente Schöpfung") denkbar. Die kosmische Hintergrundstrahlung könnte eine Folge dieser permanenten spontanen Erzeugung von Elementarteilchen und deren Rekombination zu Materie und Antimaterie sein.
Der Erhaltungssatz der Schwere muss außerdem bei allen nuklearen Umwandlungen berücksichtigt werden. Eine Folge des Erhaltungssatzes der Schwere ist z. B. die hohe spezifische Schwere der Neutrinos (u.a. = "Dunkle Materie").Die Existenz negativer Schwere hat für die
Gültigkeit
der im Folgenden aufgestellten Grundgleichungen der Gravitodynamik
allerdings
keine Bedeutung. Das gleiche gilt auch für die Existenz von z. B.
negativer Ladung hinsichtlich der Gültigkeit der
Grundgleichungen
der Elektrodynamik (insbesondere Maxwellsche Gleichungen).
Das Schwerkraft- oder Gravitomagnetfeld
Es wird ein dem magnetischen Feld der Elektrodynamik analoges
Schwerkraftmagnetfeld
oder "Gravitomagnetfed"(X-Feld) postuliert, mit dem die
Grundgesetze
der Gravitationsdynamik, kurz Gravitodynamik genannt,
formuliert
werden (s. unten). Das Schwerkraft- oder Gravitomagnetfeld ist
im
Zusammenhang mit bewegter Materie vorhanden, wie die nachfolgende
Abbildung
A6 zeigt. Hier ist rechts eine sich nach links mit der Geschwindigkeit
v bewegende kugelförmige Masse mit positiver Schwere und
Schwerkraftfeld
G
dargestellt, die von einem Gravitomagnetfeld X umgeben ist. Zum
Vergleich sind links die bekannten Verhältnisse an einer
elektrisch
positiv geladenen Kugel mit elektrischem Feld E und magnetischem
Feld H im Vakuum dargestellt (bei Blick in Richtung von v: Richtung
Abb. A6: Rechts: Schwerkraftfeld G und Schwerkraftmagnetfeld X einer bewegten Masse positiver Schwere. Links zum Vergleich: Elektrisches Feld E und Elektromagnetfeld H einer bewegten positiven Ladung.
von H im Uhrzeigersinn, Richtung von X per Definition entgegen
dem Uhrzeigersinn). In beiden Fällen ist die Existenz eines
Magnetfeldes
auf relativistische Effekte gegenüber ruhenden Beobachtern
zurückzuführen.
Der experimentelle Nachweis des Gravitomagnetfeldes unter irdischen
Versuchsbedingungen wird wegen seiner geringen Wirkung
(gravitomagnetische
Lorentzkraft bzw. gravitomagnetische Induktion) auf große
Schwierigkeiten
stoßen. In Spiralgalaxien
dagegen scheint das
Gravitomagnetfeld
eine beherrschende Rolle zu spielen, wie eine Berechnung der
differentiellen
Rotationsgeschwindigkeit am Beispiel der Andromeda-Galaxie mit Hilfe
der
Grundgleichungen der Gravitodynamik ergab (s.unten).
Rotierende schwere Körper besitzen ein
Schwerkraftmagnetfeld und können als Schwerkraftmagnete bzw. Gravitomagnete
betrachtet werden.
Die Kräfte und Drehmomente von Gravitomagneten sind
entgegengesetzt zu denen von
Elektromagneten. Der Mechanismus von Quasaren und
der Jets
und auch
der
Pulsare lässt sich durch
die Existenz eines gravitomagnetischen Moments
spezifisch
schwerer rotierender Körper erklären.
Die Grundgleichungen der Elektro- und Gravitodynamik
In der folgenden Tabelle werden alle Größen und
Beziehungen
der Gravitodynamik denen der
Elektrodynamik
gegenübergestellt (beide im cgs-System ).
In dieser Tabelle sind die gravitodynamischen Gleichungen denen der
Elektrodynamik
in einigen Fällen formal gleich, in den übrigen unterscheiden
sie sich lediglich durch das Vorzeichen. Wählt man die Richtung
des
Gravitomagnetfeldes X entgegengesetzt zu der in Abb. A6, so ändert
sich das Vorzeichen der Gleichungen, in denen X linear vorkommt
(Ersatz
von X durch -X).
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für negatives F, abstoßend für positives F ) |
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über Kraft im Zentralfeld, vgl.(B.6a) bzw.(B.6b) |
1dyn = 1g.cm.sec-2 = 10-5 Newton |
1dyn = 1g.cm.sec-2 = 10-5 Newton |
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allg. Definition über Potenzial |
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Ladung q / Schwere m |
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Ladung q / Schwere m |
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Ladung q / Schwere m |
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H / X (Einheit v. f : dyn/cm3) |
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E / H bzw. G / X im Falle j = 0 ((B.33) u. (B.34) Induktionsgesetz) |
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E, H bzw. G, X mit j |
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Unter der Schwere m ist die mit der trägen Masse mtr verknüpfte schwere Masse zu verstehen. Deren Einheit ist mit einer trägen Ruhemasse mtr von ca. 3870 g verbunden. Nach der Gleichung (B.6b) erfahren zwei kugelförmige träge Massen von jeweils 3870 g mit homogener Dichte und einem Mittelpunktsabstand von 1cm je nach Polarität eine Anziehungs- bzw. Abstoßungskraft von 1dyn - entsprechend hohe Dichte der Massen vorausgesetzt, damit sich ihre Mittelpunkte bis auf 1cm nähern können.
Eine träge Masse kann
also entweder eine positive oder
negative Schwere besitzen (analog: positiv oder negativ
elektrisch geladene
träge Massen).
Unter Benutzung der Grundgleichungen und einigen mathematischen
Umformungen
erhält man analog zu den Rechenoperationen der Elektrodynamik den
Energie- und Impulssatz der Gravitodynamik:
Der Energiesatz der Gravitodynamik
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darin bedeuten: ![]() |
Der Energiesatz der Gravitodynamik besagt
(vgl.
integrale Form):
Die zeitliche Änderung der negativen (!) Energien U von
Schwerkraftfeld (Index
gr) und Gravitomagnetfeld (Index grm) im Volumen V und die
Leistung
G.j, die das G-Feld an der Schwerestromdichte j in V verrichtet, ist
gleich
der gesamten Gravitationsstrahlungsenergie, die sekundlich durch
die Oberfläche A des Volumens V ab- bzw. zuströmt, je nach
der
Richtung der Feld-Energiestromdichte S (Pointing-Vektor,
s. auch Vektorprodukt).
Diese Überlegung soll die
Abbildung B6a näher erläutern. Hier sind rechts eine
schwingende
Masse der Schwere m und links zum Vergleich eine schwingende Ladung q
abgebildet.
Von beiden Strahlungsquellen gehen gravitomagnetische bzw.
elektromagnetische
Wellen aus.
Abb. B6a: Unterschiedliche Richtungen der Energiestromdichte S der elektromagnetischen Wellen einer schwingenden Ladung q (links) und der gravitomagnetischen Wellen einer schwingenden schweren Masse m (rechts)
Der Impulssatz der Gavitodynamik
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darin bedeuten: ![]() |
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darin bedeuten:
![]()
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Der Impulssatz der Gravitodynamik besagt
(vgl.
integrale Form):
Die zeitliche Änderung von mechanischem Impuls dImech/dt
= Fmech (durch Schwerkraft und gravitomagnetische
Lorentzkraft)
und von gravitomagnetischem Feldimpuls dIS/dt = FS
ist z. B. im Falle von Massen monopolarer Schwere
im Volumen V gleich einer Kraft FM, die von Kraftquellen
außerhalb von V auf die schweren Massen in V ausgeübt wird.
So kann FM z.B. die Kraft der Sonne auf eine
bewegte Masse (z.B. Raumsonde) sein, die sich im Volumen V
außerhalb der Sonne mit der
Geschwindigkeit v bewegt und damit einen gravitodynamischen
Feldimpuls IS in V besitzt. Für eine einzelne
träge
Masse mtr in V
gilt: dImech /dt = Fmech = mtrdv/dt
(mtr = träge Masse in g).
Die Kraft FM berechnet sich mit Hilfe des Maxwellschen
Spannungstensors
Tmn der Gravitodynamik, den man aus dem entsprechenden
Tensor
der Elektrodynamik durch Ersatz von E durch G und von H durch X und
Multiplikation
mit -1 erhält.
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Formal sind Energie- und Impulssatz von
Elektrodynamik und
Gravitodynamik
identisch |
Für eine Kugel vom Radius R mit homogener Dichte der Schwere m bzw. für eine Kugel vom Radius R mit homogener elektrischer Ladungsdichte der Ladung q lautet der Feldimpuls IS , wenn sich die Kugel mit der Geschwindigkeit v bewegt (kleine Geschwindigkeit v gegenüber c):
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Im Falle einer Kugel lässt sich daher bei Einbeziehung des
Feldimpulses
IS der Impulssatz bzw. die Bewegungsgleichung der Kugel
schreiben:
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Im Falle der Elektrodynamik wird durch den positiven
elektrodynamischen
Feldimpuls IS die träge Masse mtr
vergrößert,
im Falle der Gravitodynamik durch den negativen
gravitodynamischen
Feldimpuls IS verkleinert. Im letzteren Fall wird die
träge
Masse wegen des negativen Feldimpulses bzw. der negativen
Feldenergie
stärker beschleunigt bzw. abgebremst als nach der Newtonschen
Grundgleichung
( Kraft = Masse x Beschleunigung ) zu erwarten wäre. D.h. im
Gravitationsfall tritt im Gegensatz zur Elektrodynamik
- bei Beschleunigung eine über FM
/ mtr hinausgehende zusätzliche Beschleunigung auf,
denn
der Aufbau von negativer Gravitationsenergie (= Entnahme von positiver
Energie aus dem Vakuum) vergrößert die kinetische Energie
der
trägen Masse mtr.
- bei Abbremsung eine über FM /
mtr hinausgehende zusätzliche Abbremsung auf, denn der
Abbau von negativer Gravitationsenergie (= Rückfluss von positiver
Energie in das Vakuum) geht auf Kosten der kinetischen Energie der
trägen
Masse mtr.
Im Falle der Elektrodynamik kann die Vergrößerung der
trägen
Masse mtr wegen des Quotienten q2/R nur
relativ gering ausfallen, da eine große Konzentration
gleichnamiger
Ladung auf engstem Raum (kleines R) wegen der Abstoßung
gleichnamiger
Ladung nicht möglich ist. Nur im Falle der Gravitodynamik
kann
durch die Anziehung von großen Massen gleichnamiger Schwere eine
größere Massenkonzentration auftreten (Neutronensterne,
Zentren
von Galaxien), so dass dann unter dem Einfluss der Schwerkraft wegen
des
großen Quotienten m2/R eine relevante
Reduzierung
der trägen Masse mtr möglich und die
Beschleunigung
dieser Masse unerwartet groß ist. So kann z.B. die unerklärlich hohe
Beschleunigung von
Galaxien
in Haufen, die man auf die Schwerkraft einer sogenannten "Dunklen Materie" zurückführt,
eine Folge der Reduktion der Massenträgheit der Galaxien
sein.
Unter Einbeziehung der Feldträgheiten ist demnach das
Verhältnis
der schweren Masse zur trägen Masse nicht konstant. Es
hängt
vor allem vom Verhältnis m2/R ab.
Die Gravitationswellen der Gravitodynamik
Aus der Kombination von (B.34) und (B.36) erhält man für
das
Schwerkraftfeld G und das Gravitomagnetfeld X die den Wellengleichungen
der Elektrodynamik analoge
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Die Gravitationswellen enthalten negative Energien, da
nach Glchgn. (B.22) und (B.32) die Feldenergien für das G- und das
X-Feld negativ sind. D.h.: das feldfreie Vakuum enthält mehr
Energie
als das mit G-und X-Feld ausgefüllte Vakuum. Es findet daher durch
Gravitationswellen ein Zufluss von "Vakuumenergie"
auf beschleunigte
Massen statt (s. Abb. B6a, oben). Die z.B. auf Kreis- bzw.
Ellipsenbahnen rotierenden Massen (Erde, Mond usw.) entnehmen aus dem
Vakuum
- quasi aus dem Nichts - Energie (gravitomagnetische
Synchrotronstrahlung).
Die jährliche Energieentnahme ist jedoch - relativ zu ihren
kinetischen
Energien - verschwindend gering und kaum messbar.
Wegen der starken thermischen Bewegung der Plasmateilchen im Innern
von Sternen gehen von diesen Gravitationswellen aus, die im Vergleich
zu
den elektromagnetischen Wellen mit Materie kaum wechselwirken - analog
Neutrinos. Die Energie, die den Zentren der Sterne durch diese
Gravitationswellen
zufließt, entzieht sich jedoch der Berechnung wegen fehlender
Daten.
Prinzipiell gilt aber auch hier: Den Sternen fließt durch
Gravitationswellen
ständig gravitomagnetische Energie zu, die aus dem Vakuum - quasi
aus dem Nichts - entnommen wird.
Den Energietransport
der Gravitationswellen im
Vergleich
zu dem der elektromagnetischen Wellen verdeutlicht die Abbildung B3a.
Hier sind die Feldstärken eines elektromagnetischen und eines
gravitomagnetischen Wellenpakets von Planwellen dargestellt, die sich
beide in x-Richtung mit
der Geschwindigkeit c ausbreiten. Die
Feldstärken E und G sind dabei parallel zur xy-Ebene und die
Feldstärken H und X parallel zur xz-Ebene angenommen worden. Während im Falle der Elektrodynamik die
Feldenergiestromdichte
S die gleiche Richtung wie die
Ausbreitungsgeschwindigkeit c hat (vgl. (B.39)), ist sie im Falle der
Gravitodynamik der Ausbreitungsrichtung genau entgegengesetzt (vgl. (B.40)). Das
gleiche gilt auch für die Feld-Impulsstromdiche P=S/c (vgl.
(B.39a) und
(B.40a)).
Die gleichen Verhältnisse des Energie- und Impulstransportes lassen sich auch an dem Beispiel von Abbildung A6 (s. oben) der mit der Geschwindigkeit v bewegten Ladung bzw. Masse erläutern (vgl. Abbildung B7): Die Feldenergiestromdichte S und die Feldimpulsstromdichte P=S/c von Ladung q und Schwere m nehmen für beide Fälle mit zunehmender Entfernung von der Masse bzw. Ladung und zur Symmetrieachse hin ab. Die Richtung von S bzw. P=S/c ist jedoch im Falle der Elektrodynamik der der Gravitodynamik entgegengesetzt:
Im Falle der Elektrodynamik strömt während der
Bewegung
der Ladung die Feldenergie und der Feldimpuls aus dem Raum hinter der
Ladung
in den Raum vor die Ladung. Im Falle der Gravitodynamik ist es genau
umgekehrt:
Da die Feldenergie negativ ist, strömt bei der Bewegung der Masse
Vakuumenergie aus dem Raum vor der Masse in den Raum hinter die
Masse.
Die Gravitationswellen üben bei Emission, Absorption und
Reflexion
auf Massen einen Sog aus (s.unten).
Emission, Absorption und Reflexion von
Gravitationswellen
Die Verhältnisse bei der Emission, Absorption und Reflexion von
gravitomagnetischen Wellen im Vergleich zu denen von
elektromagnetischen
Wellen zeigen die folgenden Abbildungen:
Die Emission von elektro- und gravitomagnetischen Wellen verdeutlicht Abbildung C1. Während bei den elektromagnetischen Wellen die Feldenergiestromdichte S und Feldimpulsstromdichte P=S/c die gleiche Richtung haben wie die Ausbreitung der Wellen, sind bei den Gravitationswellen die Richtung von S bzw. P=S/c und die Ausbreitungsrichtung der Wellen entgegengesetzt. Das hat zur Folge, dass im Falle der Elektrodynamik auf den Wellensender infolge des Strahlungsrückstoßes eine Kraft FS ausgeübt wird, die der Richtung von S bzw. P=S/c entgegengesetzt ist (actio = reactio). Im Falle der Gravitodynamik wird jedoch auf den Wellensender eine Kraft FS ausgeübt, die ebenfalls der Richtung von S bzw. P=S/c entgegengesetzt ist (actio = reactio), aber die gleiche Richtung wie die Ausbreitung der Gravitationswellen hat ("Strahlungssog").
Abb. C1: Gravitationswellen-Emission
Die Absorption von Wellen zeigt Abbildung C2. Die im Falle der Elektrodynamik durch den Strahlungsdruck auf den Wellenabsorber ausgeübte Kraft FS hat die gleiche Richtung wie die Wellenausbreitung. Im Falle der Gravitationswellen haben jedoch FS und Ausbreitung der Wellen entgegengesetzte Richtung ("Strahlungssog"). Das verlangt der Impulssatz. Eine Absorption von Gravitationswellen bedeutet jedoch, dass der Wellenabsorber die negative Wellenenergie kompensiert, d.h. Energie liefert. Diese Bedingung ist jedoch i.a. nicht erfüllbar.
Abb. C2: Gravitationswellen-Absorption
Die Reflexion von Wellen zeigt Abbildung C3. Hier ist die Richtung der Kräfte FS relativ zu der der einfallenden Wellen die gleiche wie bei der Absorption von Wellen.
Abb. C3: Gravitationswellen-Reflexion
Die Spiralgalaxien
In Spiralgalaxien existiert ein gravitomagnetisches Moment μ, das im Wesentlichen auf das Zentrum der Galaxie konzentriert ist (Abb. D3) und senkrecht zur Rotationsebene der Galaxie steht. Im Zentrum befindet sich die überwiegende Masse der Galaxie und auch der Hauptanteil des gravitomagnetischen Moments der Galaxie, wie eine Berechnung am Beispiel der Andromedagalaxie gezeigt hat (s. unten).
Aufgrund der gravitomagnetischen Lorentzkraft (Glchg. (30a)) erfährt eine Masse, die sich in der Galaxienebene auf das Zentrum (AGN = Active Galactic Nuclei) einer Spiralgalaxie zubewegt, eine derartige Ablenkung auf eine in Abb. D4 durch Pfeile dargestellte Bahn, dass sie die Rotation und damit das gravitomagnetische Moment des Zentrums verstärkt. Dadurch wird allein durch Massenzuwachs bei anfänglich kleinen Galaxien der Drehimpuls des Zentrums immer weiter vergrößert.
Abb. D4: Ablenkung von Massen,
die sich in der
Galaxienebene in Richtung auf das Galaxienzentrum bewegen, durch die
gravitomagnetische Lorentzkraft
Die Ähnlichkeit der Struktur von Spiralgalaxien und Wirbelstürmen
hat einen einfachen Grund: Während für die Bildung der
Spiralstruktur
von Wirbelstürmen die Corioliskraft verantwortlich
ist,
kann
die Spiralstruktur von Spiralgalaxien auf die gravitomagnetische
Lorentzkraft
(vgl. Glchg. (B30a)) zurückgeführt werden:
Bei den Wirbelstürmen ist das vektorielle
Produkt der Corioliskraft aus der Geschwindigkeit der Luft
und der Winkelgeschwindigkeit der
Erdrotation für die Spiralstruktur verantwortlich, bei den
Spiralgalaxien das vektorielle
Produkt der gravitomagnetische
Lorentzkraft aus der Geschwindigkeit der Massen und dem
gravitomagnetischem Feld.
Die gravitomagnetische Lorentzkraft wirkt bei Massen einer
Spiralgalaxie, die um das
Zentrum in der gleichen Richtung wie das Zentrum rotieren, der
Anziehungskraft
(Schwerkraft) des Zentrums entgegen. Das führt unterhalb eines
Geschwindigkeitsmaximums
zu einer mit r zunehmenden Rotationsgeschwindigkeit der Massen.
Nimmt man an, dass die gesamte Masse M einer Galaxie und ihr
gravitomagnetisches
Moment μM bei r = 0 konzentriert sind, so gilt für die
Rotationsgeschwindigkeit
vm einer rotierenden schweren Masse m mit
vernachlässigbarem
eigenen gravitomagnetischen Moment μm im Abstand r vom
Zentrum:
Darin bedeuten:
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Zentrale schwere Masse (Zentrale Schwere) |
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Gravitomagnetisches Moment der zentralen Schwere M |
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spezifische Schwere der trägen Masse mtr |
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Lichtgeschwindigkeit |
Verschwindet das gravitomagnetische Moment μM des Zentrums, geht Bewegungsgleichung (D.32) in das 3. Keplersche Gesetz über.
Bei Annahme einer Konzentration der gesamten Masse und ihres
gravitomagnetischen
Moments im Zentrum (r = 0) der Andromedagalaxie erhält
man
z.B. für die Rotationsgeschwindigkeit vm einer in
der Scheibenebene in der gleichen Richtung wie das Zentrum rotierenden
Masse der Schwere m nach obiger
Näherungsformel
(D.32) die Abb. D7 mit folgenden Werten für die
Schwere M
und das gravitomagnetische Moment μM der Zentralmasse der
Andromeda:
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(entspricht
3,28 . 1011 Sonnenmassen)
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Abb. D7:
Rotationsgeschwindigkeit der
Andromedagalaxie in Abhängigkeit vom Radius (Näherung (D.32),
s. oben)
Da entgegen dieser Modellvorstellung die zentrale Masse und das
zentrale
gravitomagnetische Moment der Andromeda nicht bei r=0 konzentriert sind
und die in der Nähe des Zentrums rotierenden Massen evtl. eine
reduzierte
Massenträgheit (s. oben) und ein gravitomagnetisches Moment μm
besitzen, weichen die wahren Rotationsgeschwindigkeiten bei kleinen
Radien
(r < 2 kpc) von der Näherung ab. Außerdem sind die
Rotationsgeschwindigkeiten
für große Radien zu korrigieren. Denn der Einfluss der
Halomasse lässt die Rotationskurve bei großen Radien nicht
weiter
absinken, wie eine Berücksichtigung des Halos zeigt: Ab r>20
kpc erhält
man daher einen nahezu konstanten Verlauf der Rotationskurve, wenn man
mit einer Dichte des Halos (Gas, Staub und Neutrinos) von etwa
10-25g/cm3
rechnet (entspricht der Masse eines Wasserstoffmoleküls H2 pro
33 cm3
).
Zum Aufbau einer Spiralgalaxie sind anfänglich i.a. zwei bzw. drei Materiecluster (z.B. Gaswolken) erforderlich, da zwei bzw. drei Cluster immer eine Ebene - die Ebene der Spiralgalaxie - mit senkrecht zur Ebene stehendem gravitomagnetischen Moment des Zentrums bilden können. Deswegen haben Spiralgalaxien i.a. immer in der Nähe des Zentrums maximal zwei bzw. drei Spiralarme: nämlich die in die Länge gezogenen Cluster. Werden Zwerggalaxien mit gravitomagnetischem Moment des Zentrums in der Nähe der Ebene einer Spiralgalaxie von dieser angezogen, so wird die Zwerggalaxie nicht nur auf die in Abb. D4 durch Pfeile dargestellte Bahn gezwungen, sondern erfährt auch ein Drehmoment, dass das gravitomagnetische Moment der Zwerggalaxie in die gleiche Richtung wie die des galaktischen Zentrums zu drehen versucht, so dass das gravitomagnetische Moment der Galaxie zusätzlich verstärkt wird. (Zwei Elektromagnete reagieren entgegengesetzt: Sie haben das Bestreben, sich in vergleichbarer Lage antiparallel zueinander auszurichten.) Bei gleichgerichtetem gravitomagnetischen Moment von Zentrum und Zwerggalaxie wird außerdem die Zwerggalaxie allein durch ihr gravitomagnetisches Moment zusätzlich zur Schwerkraft vom Zentrum angezogen - im Gegensatz zur Abstoßung von zwei gleichgerichteten Elektromagneten (s. Kräfte und Drehmomente von Gravitomagneten).
Man kann davon ausgehen, dass alle Galaxien ein gravitomagnetisches Moment besitzen und damit mehr oder weniger im Prinzip der obigen Bewegungsgleichung (D.32) gehorchen.
Da bei elliptischen Galaxien die Rotationsgeschwindigkeiten vm vergleichsweise gering sind, kann bei ihnen auf ein vergleichsweise großes gravitomagnetisches Moment μM geschlossen werden. Denn nach (D.32) ist die Rotationsgeschwindigkeit vm bei großem gravitomagnetischen Moment μM über große Radien hinweg vergleichsweise gering. Das damit verbundene große Gravitomagnetfeld der Ellipsen verhindert den Zufluss von intergalaktischem Gas zur Galaxie – analog: Abschirmung der Erde gegenüber elektrisch geladenen Teilchen der Sonne durch das Erdmagnetfeld. Das erklärt die Gasarmut von Ellipsen.
Aus der Steilheit der Rotationskurven von Spiralgalaxien der Typen
Sa
bis Sc kann ferner
geschlossen werden, dass das gravitomagnetische
Moment μM
der Spiralgalaxien im Verhältnis zu ihrer schweren Zentralmasse M
in
der Reihenfolge Sa, Sb, Sc abnimmt.
Ein Buch mit dem Titel
"Gravitodynamik" (PDF-Datei, 2.5 MB) enthält
die ausführlichen Ableitungen obiger Formeln . Sie sind
analog den Rechenoperationen der Elektrodynamik unter
Einhaltung
der Grundprinzipien der Physik (Impuls- und
Energiesatz) durchgeführt worden.
Vorteilhaft für das Verständnis der Berechnungen sind
Kenntnisse in der Elektrodynamik.
© Copyright 2007 by Werner
Traupe . Alle Rechte vorbehalten