Die negative Energiedichte des Schwerkraftfeldes G


von

Werner Traupe




Im Folgenden sollen die Energieverhältnisse im Schwerkraftfeld G näher erläutert und mit den Verhältnissen im elektrischen Feld verglichen werden. Dazu betrachte man die Abbildung B1. Hier  ist eine Hohlkugel überall gleicher Wandstärke und Dichte mit der (positiven) schweren Masse m und dem Radius r2 dargestellt. Das Innere der Hohlkugel ist feldfrei - genau wie bei elektrisch geladenen Hohlkugeln mit überall gleicher Ladungsdichte an der Oberfläche. Da die Gravitationskräfte die Hohlkugel zu verkleinern suchen, leisten sie bei der Reduzierung der Hohlkugel vom Radius r2 auf r1 Arbeit. Nach der Reduzierung der Hohlkugel auf einen Radius r1 füllt sich der Raum zwischen den Kugeln der Radien r2 und  r1, der vorher feldfrei war, mit Schwerkraftfeld. Die Feldstärke außerhalb r2 bleibt dabei die gleiche wie vor der Reduzierung.


Abb. B1:
Hohlkugel mit Masse: Bei Reduzierung der Hohlkugel vom Radius r2 auf r1 wird der Raum zwischen den Kugeln der Radien r2 und r1 , der vorher feldfrei war, mit Schwerkraftfeld ausgefüllt. Die Feldstärke außerhalb r2 bleibt dabei die gleiche wie vor der Reduzierung

 

D.h., obwohl das System aus Masse und Schwerkraftfeld Arbeit geleistet hat, ist ein zusätzlicher Raum zwischen den Hohlkugeln der Radien r2 und  r1 mit Gravitationsfeld gefüllt worden. Ordnet man dem mit Schwerkraftfeld erfüllten Raum Energie zu, so beinhaltet ein feldfreier Raum demnach mehr Energie als ein mit Schwerkraftfeld ausgefüllter Raum! Im Gegensatz dazu steht die Erfahrung mit dem elektrischen Feld, bei dem jede Vergrößerung des elektrischen Feldes oder des Feldraumes mit einer Energiezufuhr von außen erfolgen muss. Denn wäre in Abb. B1 die Hohlkugel positiv oder negativ elektrisch geladen, so würden die abstoßenden elektrischen Kräfte im Gegensatz zum Schwerkraftfall die Hohlkugel zu vergrößern suchen. Bei der Reduzierung des Hohlkugel-Radius von r2 auf r1 muss daher von außen Arbeit zugeführt werden, die sich als elektrische Feldenergie im Raum zwischen den Kugelflächen mit den Radien r2 und  r1 wieder findet.

Das Schwerkraftfeld stellt also ein "Energiedefizit" des Vakuums dar!

Die gleiche Aussage über die Energie im Schwerkraftfeld erhält man mit Hilfe der negativen schweren Masse am Beispiel eines "Plattenkondensators" mit sich abstoßenden positiven und negativen schweren Massen (s. Homepage des Verfassers), wie aus der schematischen Abbildung B2 hervorgeht.


   


Abb. B2 (schematische Darstellung):
Oben: zwei gleich schwere Masseplatten, links mit positiver schwerer Masse m+, rechts mit negativer schwerer Masse m-  und den entsprechenden Schwerkraftfeldlinien. Die Feldlinien sind auf die positive Masse hin-, von der negativen weggerichtet.

Unten: nach der Überlagerung der beiden Felder entsteht ein dem elektrischen Kondensator analoger „Massenkondensator“ mit doppelter Feldliniendichte. Die Felder oberhalb und unterhalb der Platten heben sich wegen entgegengetzter Richtung auf



In Abbildung B2, oben, sind zwei gleich schwere Masseplatten - links mit positiver schwerer Masse m+, rechts mit negativer schwerer Masse m- - und den entsprechenden Schwerkraftfeldlinien (ohne vernachlässigbare Randfelder) abgebildet, die nach der Überlagerung der beiden Felder (Abb. B2, unten) zu einem dem elektrischen Kondensator analogen „Massenkondensator“ mit doppelter Feldliniendichte zusammengesetzt worden sind. Die Felder oberhalb und unterhalb der Platten heben sich wegen entgegengesetzter Richtung auf. Bei Gültigkeit des Energiesatzes berechnet sich die Energiedichte im Feld des gravitativen Plattenkondensators folgendermaßen:
 

Für den Betrag der Schwerkraft-Feldstärke an der Oberfläche einer einzelnen Platte von Abb. B2, oben, gilt (allg. Berechnung nach Gl. (B.18) - s. Homepage des Verfassers ):



Die abstoßende (!) Kraft F, die nach dem Zusammensetzen des Plattenkondensators eine Platte auf die andere ausübt, ist nach Gl. (B.14) (- s. Homepage des Verfassers) und (B.1):




Die Schwerkraft-Feldstärke G zwischen den Platten ist
nach dem Zusammensetzen des Plattenkondensators wegen der Überlagerung der Felder beider Platten doppelt so groß wie bei einer Platte vor dem Zusammensetzen allein, d.h.:



Damit ergibt sich aus Gl. (B.2) für die Kraft auf eine Platte:



Werden die Platten um die Strecke s zusammengedrückt, so muss wegen der Abstoßung der Platten mechanische Arbeit  an den Platten geleistet werden und es verschwindet ein Feldvolumen V. Werden die Platten um die Strecke s auseinanderbewegt, so wird wegen der Abstoßung der Platten von den Platten mechanische Arbeit geleistet und es entsteht  ein neues Feldvolumen V. Die mechanische Energie, die dabei aufgebracht bzw. erhalten wird, berechnet sich demnach zu



Das negative Vorzeichen bedeutet, dass im Gegensatz zum elektrischen Plattenkondensator bei Abnahme
des Feldvolumens dem System mechanische Energie zugeführt bzw. bei Zunahme des Feldvolumens mechanische Energie aus dem System erhalten wird. Im Falle entgegengesetzt elektrisch geladener Platten  würden sich die Platten elektrisch anziehen. Die mechanische Arbeit, die im Falle eines elektrisch geladenen Plattenkondensators die elektrischen Feldkräfte bei Annäherung bzw. bei Entfernung der Platten  leisten , wird aus der elektrischen Feldenergie entnommen bzw. in elektrische Feldenergie umgewandelt. Die Energie W ist daher im elektrischen Fall positiv.


Nun ist  A/2 die Innenfläche einer Platte des gravitativen Kondensators mit negativer Feldenergie und A×s/2 das Feldvolumen V, das bei Annäherung bzw. Entfernung der Platten verschwindet bzw. erzeugt wird. Die Energiedichte des Gravitationsfeldes ist demnach (vgl. auch Gl. (B.22) , s. Homepage des Verfassers):




Die Energiedichte u
des Schwerkraftfeldes nimmt also im Gegensatz zum elektrischen Feld mit zunehmender Feldstärke ab ("Energiedefizit" des Vakuums)!


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