Seit der Erzeugung von Antiwasserstoff im CERN, dem Europäischen Labor für Teilchenphysik, gibt es experimentell die Möglichkeit, die Schwerkrafteigenschaft von Antiwasserstoff zu erforschen. Aus theoretischen Überlegungen lässt sich ableiten, dass bei Gültigkeit des Impulssatzes die Antimaterie eine der Materie entgegengesetzte Schwerepolarität besitzen muss. Im Folgenden werden diese Überlegungen anhand der Paarerzeugung von Materie und Antimaterie dargelegt. Sollten die Untersuchungen im CERN die bipolare schwere Masse von Materie und Antimaterie bestätigen, hat dieses Ergebnis sicherlich einen großen Einfluss auf das kosmologische Weltbild und erfordert ein Überdenken der Urknalltheorie. Im Rahmen dieser Abhandlung wird eine Alternative zur Urknalltheorie vorgestellt.von
Werner Traupe
Die
reale
Existenz von Massen mit negativer Schwere lässt sich aus der
Paarerzeugung ableiten, s. Abb.1. Hier ist die durch ein
Gammaquant
erzeugte Materie und Antimaterie (z. B. Elektron und
Positron)
mit
entgegengesetzter Ladungspolarität q1 = - q2 und
mit den
schweren Massen m1
und m2 gegenüber einer schweren Masse M mit der
elektrischen
Ladung Q dargestellt:
Abb.1:
Paarerzeugung zweier
Teilchen aus Materie und
Antimaterie
mit den Ladungen q1 und q2
bzw.
den schweren
Massen m1 und m2 und eine schwere Masse
M mit der elektrischen Ladung Q
Die in der
Abbildung
angegebenen Feldrichtungen sind identisch
mit der
Richtung der Kraft auf eine in das Feld eingebrachte positive
Probeladung bzw.
positive schwere Probemasse (Materie). Bei eingebrachten negativen
Probeladungen bzw. negativen schweren Probemassen (Antimaterie) sind
die
Kraftrichtungen den eingezeichneten entgegengesetzt. Daraus folgt: Die Materie mit positiver Schwerepolarität und die
Antimaterie mit negativer
Schwerepolarität (Fall
a, Dipolfeld) stoßen sich
gravitativ ab, während sich
jeweils Materie untereinander (Fall
b) und Antimaterie untereinander (Fall
c) gravitativ anziehen - im Gegensatz
zum elektrischen Verhalten von positiver und negativer Ladung.
Bei
der
Annahme q1 = q2 und m1 = m2
würde
man bei der
Ausbreitung der
Feldkräfte F von q1,
q2 , m1 , m2 ein Divergenzproblem
erhalten (s.
Abb.2): Denn
an der Front der Feldausbreitung müsste
für die Kräfte F
auf eine Probeladung q bzw. Probemasse m im Abstand r vom Ort der
Paarerzeugung
gelten: divF ungleich 0.

Derartige Feldanomalien sind jedoch unbekannt und stehen z. B. bei der Annahme q1 = q2 elektrodynamisch im Widerspruch zu der Maxwellschen Gleichung
(vgl.Gl. (B.15), s. Homepage des
Verfassers ). Der Impulssatz der Elektrodynamik, der aus den
Maxwellschen Gleichungen abgeleitet ist, würde also im Falle q1
= q2
seine Gültigkeit verlieren. Allein aus diesem Grund gilt bei der
Paarerzeugung q1
= - q2 (oder: q1 + q2 = 0 :
Erhaltungssatz der Ladung). D.h.: Der Prozess der Paarerzeugung ist
immer
mit der Ausbildung eines elektrischen Dipolfeldes
verbunden, das sich bei der Trennung von positiver und negativer
Ladung
nach den Maxwellschen Gesetzen der Elektrodynamik unter Einhaltung der
Bedingung div E = 0 in den Raum hinein fortpflanzt.
Aus
all
diesen Überlegungen muss gefolgert werden: Ein Zentralfeld
wie das elektrische bzw. das gravitative der Teilchen
kann nicht
allein aus sich heraus entstehen. Dazu ist immer ein anderes Feld
entgegengesetzter Polarität notwendig. Denn nur wenn bei der
Paarerzeugung
Kraftfelder als Dipolfelder
entstehen, deren Dipolmoment
bei der Trennung der Paare von Null aus anwächst, können bei
der Paartrennung
und der sich anschließenden Ausbreitung dynamischer Felder Feldanomalien
und eine Verletzung des
Impulssatzes vermieden werden.
Der inverse
Prozess der
Paarerzeugung, die Paarzerstrahlung von zwei Teilchen (Annihilation),
ist daher analog zu obiger Überlegung nur dann möglich, wenn
beide Teilchen
zusammen elektrisch wie gravitativ ein Dipolfeld mit
absolut
gleicher Ladung bzw. absolut gleicher
schwerer Masse bilden. Demnach
können
z.B. ein Proton und ein Elektron deswegen nicht annihilieren, da sie
zwar
zusammen absolut gleiche Ladungen mit entgegengesetzter Polarität
aber keine
absolut gleich schweren Massen mit entgegengesetzter Polarität
besitzen.
Zusammenfassend gilt also:
|
Normale Materie besitzt
eine zur Antimaterie entgegengesetzte Polarität der schweren
Masse.
Bei der Paarerzeugung entsteht immer Materie und Antimaterie mit exakt
gleichviel positiver und negativer Ladung sowie exakt gleichviel
positiver und negativer schwerer Masse. |
Eine Konsequenz aus obiger Überlegung anhand der
Paarerzeugung ist
allgemein bei
allen Teilchenprozessen
der Erhaltungssatz der Schwere:
|
Summe der schweren Massen
= const. |
Die permanente Paarerzeugung des Kosmos ( "Permanente Schöpfung")
Dieser aus der Paarerzeugung herleitbare Erhaltungssatz der schweren Masse (analog: Erhaltungssatz der elektrischen Ladung) führt hier zu dem Schluss, dass Materie und Antimaterie im Kosmos in gleicher Menge vorhanden sein muss. Massen in Galaxiengruppen bzw. -haufen haben danach gleiche Schwerepolarität (Materie oder Antimaterie) und ziehen sich nach Abb. A4 gegenseitig an. Galaxiengruppen bzw. -haufen unterschiedlicher Schwerepolarität (Materie und Antimaterie) stoßen sich nach Abb. A4 ab, so dass sich zwischen ihnen Leerräume (Voids) bilden. Die Galaxien bzw. Galaxienhaufen entgegengesetzter Schwerepolarität streben deswegen auf Grund der Abstoßung auseinander (Galaxienflucht) und können daher nicht annihilieren. Man kann davon ausgehen, dass der nächste Glaxienhaufen mit Antimaterie auf Grund seiner Abstoßung von unserer normalen Materie sehr weit von uns entfernt ist, so dass wir von diesem Antimateriehaufen außer elektromagnetischer Strahlung praktisch nichts empfangen können. So werden zwar Antiteilchen von den „Antiwelten“ als kosmische Strahlung ausgesandt. Das Zusammentreffen mit der Erde ist aber auf dem Weg zur Erde wegen der großen Entfernung ihres Ursprungs, wegen der Annihilation mit normaler Materie, wegen der Wechselwirkung mit den Photonen der kosmischen Hintergrundstrahlumg (inverser Compton-Effekt) und wegen der Abstoßung von unserer normalen Materie unwahrscheinlich. Das erklärt auch den negativen Ausgang der bisherigen Experimente mit dem Alpha-Magnet-Spektrometer, das in Erdnähe Antiatome aufspüren soll.Da
nach den
obigen Überlegungen die nach der Urknalltheorie
entstandenen ausschließlich monopolaren
schweren Massen gegen den Impulssatz verstoßen und auch bei der
Entstehung der
Materie des Kosmos der Impulssatz seine Gültigkeit besitzen
sollte, ist die
Urknalltheorie in seiner jetzigen Form korrekturbedürftig. Es muss
wegen der
Gültigkeit des Impulssatzes gefordert werden, dass Materie und
Antimaterie in
gleicher Menge und mit entgegengesetzter Polarität der schweren
Masse
entstanden sind. Da eine solche Entstehung in der Urknalltheorie zu
einer
sofortigen Vernichtung der Teilchenpaare hätte führen
müssen, ist eine
bipolare Entstehung nur denkbar:
|
a) mit extrem
geringer Teilchenpaardichte, d. h. mit größerem Abstand
der Erzeugungsorte der Teilchenpaare in einem größeren
Raumgebiet und |
Die extrem
geringe
Teilchenpaardichte ist notwendig, damit sich die entstandenen
Teilchenpaare
nicht sofort wieder durch Annihilation vernichten. Der längere
Zeitraum bei der
Entstehung ist wegen der enormen Gesamtmasse des Kosmos erforderlich.
Über die
spontane
Entstehung der bipolaren schweren Masse des Kosmos (Materie und
Antimaterie) nach dieser Überlegung sind im Einzelnen folgende
Abläufe denkbar,
wenn man sich der Einfachheit halber auf die Entstehung des leichten
Wasserstoffs beschränkt:
Nach der spontanen
Paarerzeugung von Protonen und Antiprotonen bzw. Elektronen
und Positronen mit positiver bzw. negativer schwerer Masse aus
dem
Vakuum bzw. „Nichts“ entsteht ein Wasserstoff - Antiwasserstoff -
Plasma
("Urplasma") von extrem geringer Dichte. In diesem
Plasma können folgende Beschleunigungen durch elektrische
Kräfte
beobachtet werden:
Die
Beschleunigung der
Elektronen und Positronen ist wegen ihrer geringen Masse am
größten.
Schwerkräfte im Vergleich zu den elektrischen Kräften sind in
dieser Phase
vernachlässigbar. Durch die im Plasma stattfindende Vereinigung
(„Rekombination“) der elektrisch geladenen
Nach der
Vereinigung zu
elektrisch neutralem schwerepositiven Wasserstoff bzw. zu
schwerenegativen
Antiwasserstoff tritt nun die wesentlich schwächere Schwerkraft in
Aktion. Sie
führt zu Mini-Clustern gleicher Schwerepolarität, die im
Laufe der Zeit an
Größe zunehmen und sich bis zu Galaxiengröße
entwickeln können. Parallel zur Clusterbildung setzt eine
Abstoßung von
schwerepositiven und
schwerenegativen Clustern (Materie und Antimaterie) ein, an
deren
Ende die Anordnung von Materiewolken, Galaxien und Galaxienhaufen am
Rand von
Leerräumen steht (s. oben).
Denkbar ist,
dass die
511 keV - Annihilationsstrahlung von Elektronen und
Positronen der
permanenten Schöpfung mit der beobachteten diffusen,
großräumig verteilten 511 keV-Strahlung
identisch ist.
Im
Falle
einer über einen längeren Zeitraum bzw. heute noch
andauernden Entstehung von
Materie und Antimaterie ist es denkbar, dass die beobachtete kosmische Hintergrundstrahlung (CMB)
von dem
Materie-Antimaterie-Plasma von extrem geringer Dichte ausgehen kann.
Bedingung
dafür ist: Alle Teilchen des Materie-Antimaterie-Plasmas
müssen in einem
vollständigen thermischen Gleichgewicht
sein, d.h. die Geschwindigkeitsverteilung
aller Teilchen gehorcht der Maxwell-Verteilung.
Die Temperatur des
Plasmas beträgt 2,725 K.
Es ist ferner
denkbar, dass
in diesem Falle ein Teil der kosmischen Strahlung
mit den Teilchen
des Materie-Antimaterie-Plasmas der permanenten Schöpfung
identisch ist.
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