Eine
Besonderheit
der gravitomagnetischen Lorentzkraft im Innern von
Rotationskörpern hoher
Dichte, bei denen die Zentrifugalkraft selbst bei hohen Drehzahlen
gegenüber
der Schwerkraft zu vernachlässigen ist, führt auf folgendes
Phänomen:
Da
diese Körper
trotz starker Rotation wegen ihrer hohen Dichte ohne die
gravitomagnetische
Lorentzkraft FL nahezu Kugelform haben, nehmen sie
allerdings durch
eine entsprechend große Lorentzkraft etwa die Form eines
Rotationsellipsoids an,
wie die Abbildung D11 zeigt. Denn die gravitomagnetische Lorentzkraft FL (vgl. Gl. (B.30a), s. Homepage
des
Verfassers)
ist im
Innern dieser Rotationskörper mit ihrer
radialen Komponente (senkrecht
zur Rotationsachse)
immer auf die
Rotationsachse hin gerichtet - unabhängig
von der Drehrichtung und der Schwerepolarität m des
rotierenden Körpers . Die radiale Komponente der Lorentzkraft
erhöht daher
den
Druck
auf das Zentrum und verformt den rotierenden Körper zu einem
Rotationsellipsoiden mit langgestreckter Achse in
Nord-Süd-Richtung. Insbesondere besitzt die gravitomagnetische
Lorentzkraft FL
eine axiale Komponente (parallel
zur Rotationsachse), die vom
Zentrum in Richtung auf die Pole zeigt -
ebenfalls unabhängig von der Drehrichtung
und der Schwerepolarität m des
rotierenden Körpers .
Da auch an den Polen und
über ihnen bis
weit in den Raum hinein eine axiale
Komponente der Lorentzkraft FL vorhanden ist, kann aus Nord-
und
Südpol Materie in Form von Jets
ausgestoßen werden. Bei analogen Vorgängen der
Elektrodynamik gilt genau das
Gegenteil: Im Falle eines rotierenden elektrisch geladenen Körpers
mit Ladungen
gleicher Polarität und homogener Dichte ist die radiale Komponente
der
elektrodynamischen

Abb.
D11: Rechts: Rotationskörper
hoher Dichte mit gravitomagnetischem Moment μ. Rotationsachse:
Nord-Süd-Richtung. Links:
Querschnitt
senkrecht
zur Rotationsachse mit Blickrichtung von S nach N.
Lorentzkraft (vgl. Gl. (B.29a), s. Homepage des Verfassers)
von der Achse weg nach außen und die
axiale auf das Zentrum
hin gerichtet. Über
Nord und
Südpol fokussiert das gravitomagnetische
X-Feld
durch die radiale
Komponente der gravitomagnetischen Lorentzkraft FL die
Jets, die über den Polen wegen der axialen
Komponente von FL weiter beschleunigt werden.
Die Beschleunigung ist besonders groß, wenn bei
sehr großer gravitomagnetischer Lorentzkraft die große Achse
des
Rotationskörpers in Nord-Süd-Richtung relativ zum
Durchmesser
sehr lang ist, so
dass an den Polen nur eine geringe Schwerkraft gegenüber der
axialen Komponente
der Lorentzkraft herrscht und damit die Jetmaterie die Pole leichter
verlassen
kann (vgl. Abb. B5d, s. "Gravitomagnete")

(Induktionsgesetz, s. Homepage
des
Verfassers ) sorgt dann der
Rotor der Schwerkraftfeldstärke G nicht
nur
für eine zusätzliche Zunahme der Rotation des Neutronensterns
sondern auch für einen Drall ("Spin") der Neutronen, die wiederum
die Schwerkraft-Magnetfeldstärke erhöhen.
Die
Jetmaterie über den Polen
bewegt sich wegen der gravitomagnetischen Lorentzkraft FL
auf
schraubenförmigen Bahnen um die X-Feldlinien. Dabei wird von der
Jetmaterie
gravitomagnetische Synchrotronstrahlung und wegen der unterschiedlich
hohen Geschwindigkeiten von
Elektronen und Protonen hauptsächlich von den Elektronen des Jetplasmas elektromagnetische
Synchrotronstrahlung ausgesandt.
Die Leistung L der
elektromagnetischen Synchrotronstrahlung berechnet sich z. B. im Falle von
Teilchengeschwindigkeiten v<<c laut
Elektrodynamik zu (cgs-System):

Setzt man nun für die Beschleunigung nach Gl. B.30a (s. Homepage des Verfassers)

so erhält man für L:

oder unter Benutzung
der Komponente v┴
(senkrecht zu X) von v :

In diese Gleichung
sind für
v┴
bzw. q im Falle eines
Wasserstoffplasmas die Geschwindigkeit und Ladung der Elektronen
bzw. der Protonen einzusetzen. Da die Elektronen die absolut gleiche
Ladung q
und die gleiche spezifische Schwere sm = m/ mtr
aber eine größere Geschwindigkeit v besitzen als die
Protonen, ist
hauptsächlich mit einer elektromagnetischen Synchrotronstrahlung
der Elektronen
zu rechnen.
Die Synchrotronfrequenz der Teilchen berechnet sich mit Hilfe der
Kreisbeschleunigung der schraubenförmigen Bahnen mit dem Radius r
zu:

Nun gilt für die Kreisfrequenz schraubenförmiger Bahnen:

Einsetzen von (D.43) in (D.42) liefert die Synchrotron-Kreisfrequenz:

Da die spezifische Schwere sm = m/mtr für Elektronen und Protonen gleich ist, rotieren beide elektromagnetisch wegen (D.44) im Falle v<<c unabhängig von ihrer Geschwindigkeit mit einer nur von X abhängigen Frequenz, strahlen jedoch nach (D.41) wegen unterschiedlicher Geschwindigkeiten mit unterschiedlicher Leistung.
Neben
dieser
elektromagnetischen Synchrotronstrahlung, die allein auf die Wirkung
des
Schwerkraftmagnetfeldes X zurückgeführt werden kann, findet –
wie
oben erwähnt – auch
ein Zufluss an Energie durch die gravitomagnetische
Synchrotronstrahlung in Richtung auf das Jetplasma statt. Die
Größenordnung
dieses Energiezuflusses aus dem umgebenden Vakuum („aus dem Nichts“)
ist
allerdings schwer anzugeben.