Die
Kräfte und Drehmomente von
Gravitomagneten
von
Werner Traupe
Zum leichteren Verständnis der Kräfte von
Gravitomagneten
im Gravitomagnetfeld X betrachte man die Abbildung B5a. Hier sind zwei
rotierende Masseringe mit positiver Schwere dargestellt, die bei
Blickrichtung
vom Südpol in Richtung Nordpol beide gegen den Uhrzeigersinn
um ihre Achse rotieren. Die Richtung des Gravitomagnetfeldes X des
linken
Ringes und der Lorentzkraft FL auf den rechten Ring sind
eingezeichnet.
Wie ersichtlich, wirkt nach Gl.(B.30a) (s. Homepage des
Verfassers)
auf den rechten Ring
eine
gegenüber
dem linken Ring abstoßende gravitomagnetische Kraft. Wären
beide Ringe
elektrisch
positiv geladen und rotierten beide bei Blickrichtung von Süd nach
Nord mit dem Uhrzeigersinn um ihre Achse, so wäre die
Richtung
von H gleich der von X auf Abb. 5a. Dann ergibt sich aber auf den
rechten
Ring auf Grund der elektromagnetischen Lorentzkraft nach Gl.(B.29a) (s. Homepage
des Verfassers) eine anziehende magnetische Wirkung,
da die elektromagnetische Lorentzkraft
der hier eingezeichneten gravitomagnetischen
entgegengesetzt ist.
Abb. B 5a: Lorentzkraft FL auf
einen rotierenden Ring (rechts) im Gravitomagnetfeld
X eines anderen
rotierenden Ringes (links)
Gravitomagnete
wirken also im Vergleich zum
elektrodynamischen
Analogon entgegengesetzt,
wie oben beschrieben. Das zeigt übersichtlich zusammengefasst
die Abbildungen B 5c. In ihr ist die Kraftwirkung von Elektromagneten
denen
von Gravitomagneten gegenübergestellt. Die Gravitomagnete kann man
sich hier auch als um die
Längsachse rotierende Massestäbe
vorstellen,
wobei - von Süd nach Nord gesehen - der Stab aus positiver
schwerer
Masse entgegen dem Uhrzeigersinn rotiert, wie in Abb. B5a gezeigt.

Abb. B 5c:
Magnetische Kräfte von
Gravitomagneten und Elektromagneten zum Vergleich
Die magnetischen Kräfte von Elektromagneten und von
Gravitomagneten
sind
also - wie ersichtlich -
konträr. Aus der Abbildung B 5c lässt
sich außerdem ableiten, dass das Gravitomagnetfeld eine negative
Energie besitzt. Man vergleiche dazu die beiden Fälle a
der Abbildung B 5c. Danach verkleinert sich bei
Annäherung
der Stabmagnete das Volumen der Magnetfelder zwischen den Stäben.
Bei den Elektromagneten wird durch die Anziehung der Stäbe bei
Annäherung mechanische Energie abgegeben, die aus dem
Elektromagnetfeld entnommen wird. Bei den Gravitomagneten muss bei Annäherung der Stäbe wegen ihrer gegenseitigen Abstoßung
mechanische Energie aufgebracht werden, die in
das Volumen zwischen den Stäben zur Verringerung des
Energiedefizits des Gravitomagnetfeldes abgegeben
wird.
Ein
weiteres Beispiel soll nochmals den Unterschied zwischen
Elektromagneten
und Gravitomagneten verdeutlichen. In Abbildung 5d ist ein Magnet der
Elektro-
bzw. der Gravitodynamik in Teilmagnete zerlegt, so dass man das
gegensätzliche
Verhalten – besonders an ihren Polen - besser erläutern kann. Wie
ersichtlich, stoßen sich die jeweils 3 äußeren
Teilmagnete
der Elektrodynamik an ihren Enden voneinander ab, werden jedoch von den
übrigen
des
Stabes angezogen. Im Falle der Gravitodynamik ziehen sich
Abb.
B 5d: Magnetische Kräfte von
Teilmagneten im Falle der Elektro- und
Gravitodynamik
die jeweils
3 äußeren Teilmagnete gegenseitig an, werden jedoch von den
übrigen des Stabes abgestoßen – wenn man einmal die
anziehende
Wirkung der Schwerkraft der mittleren auf die äußeren
Teilmagnete als gering annimmt und die abstoßende
gravitomagnetische Wirkung der mittleren Teilmagnete untereinander
durch ihre anziehende Schwerkraft kompensiert denkt. Diese Eigenschaft
der Gravitomagnete spielt eine besondere Rolle beim Mechanismus der
Quasare
und der Jets massereicher
Körper.
Massen
mit Drehimpuls können nach Abb.5a auch als Gravitomagnete mit dem gravitomagnetischen Moment μ betrachtet werden.
Allgemein gilt für
die Kraft F auf einen Gravitomagneten mit dem gravitomagnetischen Moment
μ im
Gravitomagnetfeld X :
Die Richtung von
μ
ist analog zur Elektrodynamik von „Süd“ nach „Nord“ des
Gravitomagneten gewählt worden (vgl.
auch Abb. 5e, unten).
Ein
konträres Verhalten relativ zur Elektrodynamik gilt auch für
das Drehmoment, das ein
Gravitomagnet
in einem Gravitomagnetfeld erfährt, wie man sich an Hand der Abb.
B5a und den Gleichungen (B.29a) und (B.30a) für die
Lorentzkraft
(s. Homepage
des Verfassers)
klarmacht.
Für dieses Drehmoment N, das ein Gravitomagnet (rotierender
„Massestab“)
mit dem gravitomagnetischen Moment μ
im Gravitomagnetfeld X erfährt, gilt:

Diese
Gleichung ist formal bis auf das Vorzeichen identisch mit der Gleichung
der Elektrodynamik. Allgemein gilt auch hier, dass die Drehung von
Magneten
im Feld eines anderen immer so ist, dass sich die Magnete parallel zu
den
Feldlinien ausrichten, wie Abb.B5e zeigt. Im Falle der Gravitomagnete
erfolgt
die Drehung im Magnetfeld X jedoch entgegengesetzt zu der eines
Elektromagneten
im Magnetfeld H,
Abb.
B 5e: Drehmomente
von Elektro- und Gravitomagneten im H- bzw. X-Feld
so dass μ
und X schließlich entgegengesetzt („antiparallel“) ausgerichtet
sind!
Es sei darauf hingewiesen, dass bei der Wahl
einer entgegengesetzten
Richtung von μ
relativ zu der oben angegebenen die Gleichungen
(B.69d)
und (B.69h) formal identisch mit den entsprechenden Gleichungen der
Elektrodynamik
werden (d.h. ohne das negative Vorzeichen).
Um das gravitomagnetische Moment μM
einer rotierenden Masse M zu berechnen, betrachte man die
Abbildung B 5b. Hier ist ein um sein
Zentrum
rotierender Ring der schweren Masse M mit dem Radius RM und
gleichmäßiger
Massenverteilung dargestellt.
Abb. B 5b: Das gravitomagnetische
Moment eines rotierenden Ringes
Das gravitomagnetische Moment μM
von M lautet analog zur Elektrodynamik (A=Ringfläche. Der Einheitsvektor eF zeigt auf
Abb. B.5b vom
Betrachter
weg!):
Hier
ist IM der Schwerestrom der
schweren Masse M des Ringes analog zum Ladungsstrom der Elektrodynamik
:
Damit
wird aus (B.69e) mit (B.69f) und der Ringfläche A = π
· (RM)2:

wobei
der Index r von vrM andeuten soll,
dass
die zu M gehörende träge Masse des Ringes einen Drall
(Drehimpuls)
besitzt.
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