Vorwort

 

Ich habe versprochen, es auf dem anderen Gebiet zu wagen, und meine Versprechen pflege ich zu halten,

selbst wenn es etwas dauert. Wir beginnen also in kleinen Schritten....

 

Zum RC Fan wurde ich wie viele von Euch durch den Gladiator (wie sollte es anders sein...) und rein zufällig

passt diese Figur auch noch ganz gut in eine andere Epoche, die mich seit je her brennend interessiert.

Nennt sich die Artus-Sage spielt etwa 220 Jahre nach Maximus, allerdings nicht, wenn man sich auf die ersten

Bände der Avalon-Triologie von Marion Zimmer Bradley bezieht.

Ich gestehe, ich war nicht sonderlich authentisch, aber das war auch nicht die Absicht Dennoch konnte ich nicht widerstehen,

die beiden Themen ansatzweise miteinander zu vermischen. Was dabei heraus gekommen ist, findet Ihr im Anschluss.

Viel Spaß dabei!

 

Asin

Die Heirat der Erde

 

 

 

Sie wusste nichts über die Römer. Alles, was sie wusste, war, dass sie ihre Welt nicht verlassen wollte. Sie liebte die Dinge so, wie sie waren. Die Römer jedoch bedrohten ihre Welt. Sie versuchten ihrem Volk weis zu machen, dass dessen Art zu leben schlechter war, als die ihre. Und nun war ausgerechnet sie dazu auserkoren worden, gemeinsam mit den Ältesten über die Freiheit der Stämme zu verhandeln.

 

Ihr behagte dieser Gedanke überhaupt nicht. Ihr Verhandlungspartner sollte der neue Konsul der Provinz Britannia sein. Angeblich war er der Liebling des vorletzten Kaisers Marcus Aurelius und nach dem Tod dessen Sohnes Commodus zu einem der einflussreichsten Männer Roms avanciert. Er hatte Rom die Republik zurück gebracht und sie von einem Despoten befreit. Dennoch sie wusste, die Römer gaben nicht viel auf die Worte einer Frau. In ihren Augen waren Frauen dazu da, Kinder zu gebären, den Haushalt zu führen und ihrem Manne in allem stets zu Diensten zu sein.

 

Eine Vorstellung, die sie anwiderte. In ihrer Welt galt eine Frau genauso viel wie ein Mann. Starb ein Häuptling zu früh, übernahm automatisch seine Frau die Führung des Stammes. Jene aber, die wie sie selbst eine Tochter der großen Göttin waren, genossen ein besonders hohes Ansehen. Sie beherrschte die Kunst des Heilens und war eingeweiht in einige der Mysterien. Kein Kelte hätte es je gewagt, Hand sie an zu legen, es sei denn, sie holte ihn sich selbst ins Bett. Schwer vorstellbar, dass die Römer in ihrer Dekadenz sich damit würden anfreunden können.

 

Gwendolyn seufzte. Sie hatte mehrfach versucht, die Ältesten davon zu überzeugen, dass es für alle Beteiligten besser war, wenn sie den Verhandlungen fern bliebe, aber es gab kein Zurück. Die Versammlung hatte ihre Entscheidung gefällt und sie hatte sich dem zu beugen. So gut es ging, versuchte sie sich vorzubereiten auf den kommenden Tag. Doch so sehr sie sich auch konzentrierte, die Nebel ließen sich nicht vertreiben und alles, was sie sehen konnte, war die Gestalt eines imposanten Mannes. Gehärtet durch unzählige Kämpfe, mit tiefen Falten auf der Stirn, die sich aber im nächsten Moment in ein strahlendes Lachen verwandeln konnten, das sein Gesicht wie das einen Buben erscheinen ließ und seine Augen zum leuchten brachte. Diese Augen hatten eine ganz eigene Intensität, konnten durchbohren oder umfangen, blau wie der Himmel oder grün wie ein tiefer See erscheinen. Goldene Flecken tanzten in ihnen wenn er lachte. Die Kraft, die diese ganze Erscheinung ausstrahlte, war einfach unfassbar und doch zum Greifen nah. Obwohl seine Kleidung und sein Äußeres ungewohnt in ihren Augen war, hatte sie Mühe sich dem Bann dieses Römers zu entziehen.

Nur mit Aufwendung all ihrer Kraft konnte sie sich von der Schale lösen, die ihr den Blick auf ihn ermöglicht hatte. Wer immer er war, sie würde ihm schon bald begegnen. Was sie jedoch erwarten würde, wagte sie noch nicht einmal zu ahnen.

 

 

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Es war eine unruhige Nacht gewesen. Immer wieder hatte sie dieser Römer in ihren Träumen verfolgt, doch nie kam sie weiter als bis zu dem Eingang des Lagers. Sie würde sich bei den Verhandlungen ganz auf ihr diplomatisches Geschick und die Güte der Göttin verlassen müssen. Damit war sie keine große Hilfe für die Älteren, die es jedoch schon als genügend empfanden, Gwendolin in ihrer Nähe zu wissen.

 

Kurz nach Sonnenaufgang machte sich die kleine Gruppe auf den kräftigen kleinen Pferden der Gegend auf den Weg in Richtung des römischen Lagers. Je näher sie diesem kamen, um so erschreckender wurden seine Ausmaße. Endlose Palisaden waren in die Landschaft gesetzt worden, in deren Schutz sich die Zelte der Soldaten in Reih und Glied duckten. Die Erde war zertrampelt und jetzt im Frühling von den häufigen Regenfällen matschig. Pfützen machten sich breit und einen Teil der sorgsam abgesteckten Wege unbrauchbar. Für Gwendolin war es schier unglaublich soviel Präzision in einem derartig chaotisch scheinenden Lager zu entdecken.

 

An die 6000 Mann stark musste diese Einheit sein. Sie wusste aus den Berichten ihrer Späher, dass dies bei weitem nicht das einzige Lager dieser Größe war. Überall waren derartige Unterbringungen erbaut worden. Instinktiv wurde ihr klar, dass ihr Volk, selbst wenn es sich je wieder vereinen sollte, dem nichts entgegen zu setzen hatte. Sie waren schon jetzt die Verlierer gegen diesen übermächtigen Gegner. Alles, was ihnen blieb, war, einen Vertrag auszuhandeln, der es ihnen gestattete, einen größtmöglichen Teil ihrer eigenen Kultur zu retten. Die Zeit war ihr einziger Verbündeter. Vielleicht hatten sie den Hauch einer Chance, wenn Rom sich eines Tages selbst überlebte. Dies war schließlich nicht der erste Ansturm dieser Art und bislang war es keinem Römer vergönnt, die Kelten vollständig zu unterjochen.

 

Die Eskorte, die die kleine Gruppe  begleitete, näherte sich dem Zentrum des Lagers, in dem sich das Praetorium befand. Es war das einzige aus Stein gebaute Haus in diesem Wirrwarr aus Zeltbahnen und machte mit seinen Säulen im Eingangsbereich einen imposanten Eindruck. Zwei Wachen waren vor dem Eingang postiert und schauten lauernd zu der Gruppe Kelten hinüber. Der Zenturio, der ihre Gruppe anführte, stieg vom Pferd und passierte die Wachen ungehindert, als er im Inneren des Gebäudes verschwand. Ungeduldig wartete die Gruppe Kelten auf die Rückkehr ihres Begleiters. Nach scheinbar endlosen Minuten erschien dieser und hieß sie alle absitzen. Ihre Füße berührten gerade den Boden und die meisten von ihnen waren noch damit beschäftigt, ihre Pferde den Soldaten zu übergeben, als der neue Konsul der Provinz Britannia durch den Eingang des Praetoriums trat.

 

Gwendolin hielt die Luft an. Ungläubig starrte sie auf den Mann in der prachtvollen Uniform, der jetzt nur einen knappen Meter von ihr entfernt stand, und dessen Präsenz sie vollkommen umgab. Nur zu gut und zu schnell konnte sie verstehen, wie es diesem Mann gelang, eine ganze Armee zu befehligen. Er konnte sich auf die Treue und die Loyalität seiner Soldaten verlassen, wie kaum ein anderer Kommandeur. Trotz seines höheren Ranges war und blieb er doch ihr Tribun. Vielleicht war das auch der Grund, warum kein Prätorianer auf dem Lagergelände zu sehen war. Dieser Römer verließ sich lieber auf seine Legionäre.

 

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Langsam hatte er sich der Delegation genähert und blieb nun einen knappen Meter entfernt von ihnen stehen. Die Wachen sicherten seinen Rücken, während die Eskorte hinter der Gruppe Kelten Aufstellung bezogen hatte. Sein Zenturio machte sich gewissenhaft daran, ihm alle Mitglieder der Abordnung namentlich vorzustellen und Maximus Decimus Meridius hörte ihm aufmerksam zu. Immer wieder schoss sein Blick aber zu der Frau, die die Gruppe begleitete. Sie mochte Anfang 30 sein und damit schon im fortgeschrittenen Alter. Dennoch schien ihr Körper zart und weich. Ihre Gesichtzüge waren fein und erinnerten an die Statuen in seiner Heimat. Ihr Teint war sonnengebräunt und das lange braune Haar fiel ihr in einem kunstvoll mit Bändern geflochtenen Zopf auf den Rücken. Am reizvollsten jedoch schien ihm der Kontrast zwischen den dunklen Haaren und den eisblauen Augen, die mit den langen Wimpern ihrem Aussehen etwas Exotisches und Geheimnisvolles gaben. Diese Wirkung wurde unterstrichen von dem nachtblauen leinenen Kleid, das sie trug. Ein Schal hatte ihre Haare bedeckt, solange sie im Sattel saß. Nun hatte sie das Tuch für die Vorstellung abgestreift und sich statt dessen um die Schultern gelegt. Unbewusst fuhr sich Maximus mit der Zunge leicht über die Lippen.

 

Es war lange her, dass er mit einer Frau zusammen war. Seine lange Krankheit nach dem Kampf mit Commodus hatte ihm viel Kraft gekostet. Lucilla hatte alles in Bewegung gesetzt, um ihm am Leben zu erhalten. Die besten Ärzte des Imperiums waren zusammen gerufen worden und wie durch ein Wunder gelang es ihnen tatsächlich, ihn wieder zurück ins Leben zu holen. Noch einmal musste er Olivia Lebe wohl sagen und sie weiter auf ihn warten lassen, während sein Sohn, Marcus, auf den elysischen Feldern herum tollte. Sein Körper war genesen, sein Geist jedoch hatte sich ausschließlich auf die vor ihm liegende Aufgabe konzentriert. Lucillas Liebe blieb unerwidert. Sie zog sich mehr und mehr zurück und widersprach auch nicht, als er schließlich entschied, das Konsulat in Britannia zu übernehmen. Angesichts all dieser Ereignisse verwirrte ihn die Wirkung, die diese Unbekannte auf ihn ausübte, um so mehr.

 

Als der Zenturio ihm diese Frau nun offiziell vorstellte, glitt sein Blick unverhohlen über ihre schlanke anmutige Gestalt. Sie straffte die Schultern zur Erwiderung und strich sich das Haar aus dem Gesicht. Deutlich prangte nun der Halbmond auf ihrer Stirn und wies sie als Priesterin aus, bevor der Zenturio Gelegenheit hatte, es auszusprechen. Maximus verbeugte sich. „Herrin, es ist mir eine Ehre eine Tochter der Göttin in unserem Lager willkommen zu heißen.“ Diese Geste war als Ehrerbietung gemeint, bot ihm aber gleichzeitig die Möglichkeit sein ungebührliches Verhalten wieder gut zu machen. Diesen Kelten musste es ernst sein mit ihrer Verhandlungsbereitschaft, wenn sie das Risiko eingingen, eine ihrer heiligen Frauen in sein Lager zu bringen. Maximus hatte genügend Zeit in Britannia und Germanien verbracht, um über den Stellenwert der Priesterinnen genug zu wissen, ohne ihre Macht bei den Stämmen zu unterschätzen. „Ich bedanke mich bei euch allen für euer Kommen.“, fuhr er nun an die ganze Gesellschaft gewandt fort. „Bitte betrachtet euch als meine Gäste. Ich werde versuchen, euch euren Aufenthalt hier so angenehm, wie möglich zu gestalten, und hoffe, dass wir zu einer einvernehmlichen Lösung kommen werden.“ Mit diesen Worten machte er eine einladende Geste in Richtung des Eingangs und schritt forschen Schrittes voran durch das Portal.

 

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Die Verhandlungen gestalteten sich einfacher, als Gwendolin befürchtet hatte. Allem Anschein nach hatten sie es hier ausnahmsweise mal mit einem Konsul zu tun, der vertraut war mit den Sitten und Gebräuchen ihres Landes. Bereits während des ersten Tages gelang es der Delegation sich mit Maximus über die Verpflegung der Soldaten im Tausch mit den Weide- und Wasserrechten zu einigen. Sie erhielten die feste Zusage ihren Lebensstil beibehalten zu können. Mehr noch – es sollte ein Austausch der Kulturen statt finden. Während die Kelten Zugang zu der Bibliothek der Römer in Londinium erhalten sollten, versprachen die Ältesten Lehrer in das Lager zu schicken, die den interessierten Soldaten die Sprache und Sitten des Landes näher bringen würden. Alles in allem war es ein für alle Seiten befriedigendes Ergebnis und ein erfolgreicher Tag neigte sich dem Ende, als die Runde sich schließlich auflöste. Tatius, der Zenturio vom Morgen war während der kompletten Verhandlung anwesend und beeilte sich nun, den Gästen ihre Quartiere zu zuweisen. Auch Gwendolin hatte sich bereits auf den Weg gemacht, war dann aber mit der Entschuldigung umgekehrt, sie hätte ihren Schal vergessen. Sich beeilend, kehrte sie in den Verhandlungsraum zurück. Als sie ihren Schal aufnahm, fühlte sie Maximus Blicke in ihrem Nacken. Den ganzen Tag über hatte sie auf einen Moment gehofft, in dem sie mit ihm alleine in einem Raum sein konnte. Nun stand er keinen Meter von ihr entfernt. Er hatte seine Rüstung mit einer wollenen Tunika getauscht, die in losen Falten um seinen Körper drapiert war. Alles, was sie tun musste, war, ihre Hand auszustrecken, um diese Ausgeburt an männlicher Kraft zu berühren und sich ihm hinzugeben. Deutlich konnte sie in seinen Augen ein Aufblitzen erkennen. Auch er begehrte sie. Die Blicke, mit denen er sie den ganzen Tag bedacht hatte waren unverkennbar. Im letzten Moment jedoch besann sie sich und hielt sich zurück. So sehr dieser Konsul ihr Land auch zu kennen schien, er war nicht ein Teil dessen. Noch konnte sie nicht wissen, wie er auf eine Annäherung reagieren würde. Er war sicherlich ein Mann von Ehre. Ihn in Versuchung zu bringen und damit seine Lebensweise anzugreifen, stand ihr nicht zu.

 

Vorsichtig machte sie einen Schritt zurück, bevor sie ihm ins Gesicht sah. „Seid gegrüßt, Konsul.“, hob sie mit ihrer tiefen melodischen Stimme an und neigte dabei leicht den Kopf. „verzeiht, wenn ich noch einmal eure Ruhe störe, aber ich hatte meinen Schal hier vergessen.“ Sie hatte ihren Kopf wieder erhoben und sah den Römer nun an. Ein Lächeln umspielte seine Augen, seine Hände beschäftigten sich mit dem Becher Wein, den er in den Händen hielt. „Schade“, erwiderte er leicht hin, „Ich hatte gehofft, ihr wäret um meinetwillen zurückgekehrt.“ Gwendolin hob fragend eine Augenbraue, was dazu führte, das Maximus den Becher beiseite stellte und nun über das ganze Gesicht lächelte. Ein Anblick, der ihr beinahe den Atem nahm. „Nun ja“, hob er zu einer Erklärung an, „So weit ich informiert bin, wählen die Priesterinnen in eurer Kultur ihre Gefährten stets selbst aus und binden sich niemals fest an einen Mann. “ Hatte er bislang im Plauderton gesprochen, so wurde seine Stimme nun eine Spur dunkler. Er machte einen Schritt auf sie zu und blieb unmittelbar vor ihr stehen. Sein Blick fixierte den ihren, während sie das Gefühl hatte, in diesen Augen zu ertrinken. Ihre Knie wurden weich und nur mit Mühe gelang es ihr, ihre Fassung zu wahren. „Sagt mir, Herrin,“ fuhr er kaum hörbar fort, „was muss ich tun, um heute nacht von euch erwählt zu werden?“ Diese Worte reichten, um ihr weitere Schauer über den Rücken zu senden. Wie selbstverständlich fanden ihre Hände den Weg zu seiner Taille. Vorsichtig lehnte sie sich an ihn und bot ihm ihren Mund mit leicht geöffneten Lippen dar. „Vielleicht habe ich meine Wahl bereits getroffen“ hauchte sie ihm entgegen.

 

Für die meisten Männer wäre dies das Startsignal gewesen, sich auf die angebotenen Freuden zu stürzen, nicht aber so für diesen Römer. Beinahe behutsam nahm er Gwendolin in den Arm. Sanft strichen seine Finger über die Linien ihres Gesichts. Unendlich langsam näherte sich sein Mund dem ihren. Vorsichtig und ganz sanft berührten seine Lippen die ihren, begannen sich zu erkunden und miteinander zu spielen. Jede seiner Berührungen sandte einen Stromstoß durch ihren Körper. Sie war auch in der Liebe eine erfahrene Frau, aber auf diese mit Mühe bezähmte männliche Kraft, gepaart mit der Unschuldigkeit seines Kusses, war sie auf keinen Fall vorbereitet gewesen. Völlig wehrlos begann sie in seinen Armen dahin zu schmelzen, während ihr Körper sich ihm noch ein Stück weiter entgegen bog. Maximus nahm das Angebot an. Sein Griff um ihre Hüfte wurde fester, seine andere Hand glitt automatisch an ihrem schlanken Hals entlang, während seine Zunge nun fordernd Einlass in ihren Mund begehrte. Sie gewährte ihm, worum er bat, und verlor sich vollends in seinem Kuss. Nur am Rande bemerkte sie, dass Maximus sie hoch hob und in einen anderen Raum brachte. An dem großen wuchtigen Bett, in der Mitte dieses Raumes war unschwer zu erkennen, dass es sich um sein Schlafgemach handelte. Vorsichtig stellte er sie wieder auf ihre Füße. „Seid ihr sicher, dass ihr das wollt?“, fragte er mit belegter Stimme, während sein Blick sich begierig an ihr fest sog.

 

Gwendolin sagte nichts. Stattdessen begann sie wie selbstverständlich ihren Zopf zu entflechten. Mit geschickten Fingern lösten sie dann ihren Gürtel und die Spangen ihres Kleides, dass sich augenblicklich löste und ihren Körper entblößte. Mit einem Schütteln ihres Kopfes fielen ihre aufgelösten Haare um ihre Schultern und umgaben sie wie ein Schleier. Es war schon längst zu spät, um umzukehren. Seine Küsse hatte ihr gezeigt, wie sehr sie ihn wollte. Alles in ihr schrie danach, seine Hände auf ihrer nackten Haut zu spüren. Nun, da sie so vor Maximus stand, wie die Göttin sie schuf, konnte sie es kaum abwarten, sich mit ihm zu vereinen und ihm die Lust zu schenken, nach der sie sich beide so sehnten. Ohne weitere Worte schritt sie auf ihn zu. Begierig glitten ihre Finger unter seine Tunika und fuhren über seine feste nackte Haut, halfen ihm, sich von der Kleidung zu befreien. Entzückt ließ sie ihren Blick über seinen nackten Körper wandern, während er begierig den ihren maß. Sie konnte nicht widerstehen. Wie von selbst begann ihr Mund über seine Brust zu gleiten, spielte ihre Zunge mit seinen Brustwarzen und wanderte dann langsam an ihm hinunter. Maximus stöhnte auf, als Gwendolin seine Mitte erreichte und ihre Zunge begann, seine Härte zu umspielen. Spielerisch nahm ihr Mund ihn auf, begann sich rhythmisch zu bewegen, während ihre Finger ihr Tun unterstützten. Instinktiv griff er nach ihrem Kopf und begleitete ihre Bemühungen. Immer schwerer ging sein Atem und nur mühsam gelang es ihm die Kontrolle zu behalten. Kurz bevor er zu explodieren drohte, zog er Gwendolin zu sich hoch. Ohne jegliche Mühe setzte er sich die zierliche Frau auf seine Hüften und stöhnte erneut auf, als er sich unvermittelt in den warmen Falten ihres Fleisches wieder fand. Auch Gwendolin entfuhr ein kurzer Schrei, als sie ihn in sich aufnahm. Alles in ihr stand in Flammen. Einzig auf das Zentrum ihrer Lust ausgelegt, das sie beide vereinte.

 

Mit einem hörbar eingesogenen Laut hob Maximus sie erneut hoch und trennte ihrer beiden Körper voneinander, nur um sich dann sofort dem Bett zuzuwenden. Langsam ließ er sich und Gwendolin darauf gleiten, begleitet von seinen Küssen, die ihren Körper bedeckten. Seine Hand hatte sich bis zu ihrer Mitte vorgetastet, während die Frau in seinen Armen von Sekunde zu Sekunde mehr zu seinem Eigentum wurde. Er genoss das Gefühl, diese Keltin zu besitzen, kostete ihre Hingabe und Hilflosigkeit gegen seine Stärke bis zum letzten Quäntchen aus. Er trank ihren Duft und liebkoste ihre Haut, bis es ihn selbst um den Verstand brachte. Als er ihre warme Feuchte spürte, war es auch um seine Kontrolle geschehen. Alles in ihm schrie danach, diese Vereinigung endlich zu vollziehen. Gwendolin hatte alles um sich herum vergessen. Sie stöhnte und wimmerte, wand sich in seinen starken Händen und flehte ihn an, sie endlich zu nehmen. Sie glaubte, den Verstand zu verlieren, als er endlich wieder in sie eindrang. Mit einem Mal war sie nicht mehr das liebestolle Weib, sondern die Göttin selbst übernahm die Kontrolle über ihren Körper. Immer weiter forderte sie die Stärke des Römers heraus, der ihr wie von Sinnen in diesen Liebeswahn folgte. Er tat das einzig mögliche und überließ sich seinem Gott, öffnete seinen Geist und Körper für die Höheren, die ihn beschützten. Jeglicher Kontrolle entzogen, nahm er die Frau in seinen Armen auf eine Weise und Härte, wie er es nie in seinem bisherigen Leben getan hatte, und doch. Dies hier war stärker, als alles, was beide bislang erfahren hatten. Es war ein Kampf, begleitet von der Süße der Lust und der Hitze einer unbändigen, nicht zu stillenden Leidenschaft. Immer höher trug es sie hinauf, zu den Gipfeln der Vollkommenheit, während ihre Körper alles daran setzten, sich völlig in dem anderen zu verlieren. Alles, um sie herum war pulsierendes Leben, dass sie einfing und zum Höhepunkt trieb.  Immer tiefer zog sie ihn zu sich hinein, immer drängender wurden seine Stöße, bis sich ihr Schoß ihm vollends öffnete und er seinen Samen mit einem mühsam unterdrückten Schrei in ihr entleerte. Ein Bild tauchte in der Sekunde ihrer nun vollkommenen Vereinigung auf, das sie beide als Paar in einer längst vergangenen Zeit zeigte. Eine Stadt in Felsen gebaut und vom Meer umspült, umgab sie. Schlangen wanden sich um ihrer beider Handgelenke als Zeichen ihrer Verbundenheit. Dann war das Bild verschwunden und alles was blieb, war eine maßlose Erschöpfung.

 

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Die ersten Strahlen des neuen Morgens drangen bereits durch das Fenster als Maximus erwachte. Verwirrt registrierte er den warmen, geschmeidigen Körper Gwendolins neben sich, die sich vertrauensvoll an ihn angekuschelt hatte. Es brauchte ein paar Minuten, bis er den gestrigen Abend rekonstruieren konnte. Der Schmerz in seiner Lendengegend ließ ihn schließlich vollends zur Besinnung kommen. Was, beim Teutates, war da passiert? Das Bild der fremden Stadt tauchte wieder vor ihm auf und mit ihm kam das Gefühl einher, ab sofort untrennbar mit dem Land, in dem er sich befand, verbunden zu sein. Maßlos erstaunt über diese Einsicht wandte er seinen Blick Gwendolin zu. Ihre eisblauen Augen waren geöffnet und sahen ihn unverhohlen an. „Es tut mir leid“, sagte sie leise, „Ich wusste nicht, das Sie vor hatte, dich auf diese Art und Weise an diese Erde zu binden.“ Maximus räusperte sich und griff nach dem Becher mit Wasser, der neben seinem Bett stand. Gierig trank er einen langen Schluck und gewann so gleichzeitig Zeit, um sich zu fassen. „Sag mir, was passiert ist“, begehrte er dann mit fester Stimme zu wissen. Gwendolin rutschte unbehaglich hin und her. „Sie hat mich benutzt, um sich mit dir zu vereinen. Es war ihr Schoß, der sich dir ergeben hat. Du und deine Götter, ihr habt sie besiegt und doch seid ihr nun untrennbar mit ihr verbunden.“ Gwendolin räusperte sich, bevor sie weitersprach. „Nach unseren Sitten bist du nun nicht mehr länger nur der römische Konsul des Landes, sondern kannst für dich den Königstitel beanspruchen. Du hast in der vergangenen Nacht mit mir das uralte Ritual der Heirat der Erde vollzogen. Damit hat Sie ihr Land deinem Schutz unterstellt. Gratuliere, Maximus, Bezwinger der Göttin, größer konnte dein Sieg nicht sein.“

 

Er sah die Tränen nicht, die Gwendolins Gesicht benetzten. Die, an die sie glaubte, hatte selbst alles verraten, was jemals für Gwendolin einen Stellenwert besaß. Beschämt stand sie auf und kleidete sich an. Ohne zurück zu blicken, verließ sie das Prätorium, holte ihr Pferd und ritt aus dem Lager, nicht jedoch ohne vorher den Alten zu berichten, was geschehen war. Maximus bemerkte ihr Fortgehen nicht. Fassungslos war er zurück in die Kissen gesunken und starrte an die Decke. Nur allmählich  gelang es ihm, die Tragweite von Gwendolins Worten zu erfassen. Noch wund von der Nacht, stand er schließlich auf und begann seinen normalen Lebensrhythmus wieder aufzunehmen. Er fügte sich in sein Schicksal und schützte das Land so gut es ging, das unter seiner Führung Wohlstand und Frieden erlangte. Viele Jahre gingen ins Land, bis er schließlich doch in seine Heimat zurück kehrte. Gwendolin, die Weiße, hingegen kreuzte nie wieder seinen Weg.