VIII.

 

Jack war am nächsten Morgen sehr zahm. Ich strafte ihn mit Schweigen.
Wir tauschten seit einer Stunde Blicke aus dem Augenwinkel.
Ich kann  auch ein echtes Arschloch sein. Ihn wie Luft behandelnd, setzte ich mich mit Kaffee und Cornflakes vor den PC und surfte ausgiebig.
Er wagte sich zu nähern, nahm sich einen Stuhl und sah mir zu.
„Why did you get so mad? I don’t understand you.” wollte er  nach Minuten der Stille vorsichtig wissen.
„That’s obvious.“ murmelte ich zynisch, scrollte weiter.
„Shall I go?” War das die neueste Version von Breaking Up, die er hier gab??
Den hatte er doch noch gar nicht... oder doch? Ich traute ihm zu, dass er es selbst hingekriegt hatte... auch ohne  Fernbedienungen.
Das Cover hatte ihn sicher animiert.
„Do what you want.” warf ich achtlos dahin, nahm einen Schluck Kaffee.
Wohin hätte er gehen sollen? Zum englischen Konsulat?
Er wäre früher oder später in der Psychiatrie gelandet.
„Wo kommen sie her?“„ Ich bin aus einem Film gesprungen..“
Er seufzte.
“Helga, please. It was just a joke. I didn’t mean to offend you.”
Er stand auf, stellte sich hinter mich, eine Hand legte sich schwer auf meine Schulter. Es war eine typische Männergeste.
He, Kumpel, war nicht so gemeint. Lass uns einen saufen gehen.
Meine Nerven lagen blank. In der Nacht davor hatte ich lange nachgedacht.
Was wollte ich eigentlich, was erwartete ich? Wie so oft hatte ich alles den Bedürfnissen anderer untergeordnet. Jacks Bedürfnissen.
Ich war natürlich längst in ihn verschossen. Kunststück.
Er war ein Heuler. Schräg, aber ein Heuler. Intelligent, sein altmodischer Charme, die Tatsache, dass er meinetwegen den Film verlassen hatte.
Crowes Stimme und seine Optik.
Keine Heilige hätte dieser Kombination widerstehen können.
Es kotzte mich an, dass es so war. Dass er Recht gehabt hatte.
.. with your longing looks...
Ich holte tief Luft, sprang über meinen Schatten.
“Jack, I believe you. Try and understand. I am responsible for you. I caused your escape from the movie.
I don’t know how to get you back. I don’t know how to handle you,
Don’t know if I damage anything  by showing you my world. I fear I have ruined this great effort you are part of by making you leave. I feel very guilty.
I am on the edge. And you joke around with the possibility I could have fucked your mind with all this information regarding your creator.
Jack, this is a very bizzarre situation and I am about to go crazy.”

eröffnete ich ihm mit brutaler Ehrlichkeit. Der Griff an meiner Schulter wurde fester, eine zweite Hand kam hinzu.
Die starken Finger begannen mich zu massieren.
„Relax.“ Etwas in der Stimme ließ mich den Kopf zurücklegen, gegen ihn lehnen.
„Let yourself go.“
Das war eine Seite an ihm, die ich nur aus dem Film kannte.
Fürsorglich, verlässlich, der Fels in der Brandung.
Ich hatte dieser Seite bisher gar keine Chance gelassen.
„I couldn’t see the consequences of my leaving,  I didn’t  know anything about your world. It was all about meeting the lady who was so obsessed with the film, and apparently with me. It was spontaneous.  But, honestly, I don’t want to go back that soon. It is so amazing to be here, so interesting and challenging.” erklärte er.
Ich erzählte ihm lieber nicht, was ich vorhatte, sollte Barbara noch eine Kopie haben. Stattdessen genoss ich  schamlos die Massage.
„Jack, I am sorry,  I reacted over the top. But I was so scared I could have  put something bad and destroying in your mind. I would have spoilt all the effort HE put into the film by creating your character.”

Abrupt nahm er die Hände weg.
Ich hörte ein wütendes Schnauben, drehte mich um.
„HIM, HIM, HIM, HIM... I can’t hear it any longer!! “ schimpfte er.
Seine hellen Augen funkelten angriffslustig und mit der wuchernden Gesichtsmatratze sah er Crowe ähnlicher denn je. Ich starrte ihn schockiert an.
„What...“ stotterte ich. Er baute sich vor mir auf, stemmte eine Hand in die Hüfte, die andre fuchtelte mir vor dem Gesicht herum.
„Did HE leave  from anywhere to meet you?” Ich sah ihn blöde an.
„Answer me!“ forderte er. “Äh, no, why should he..” stammelte ich ratlos.
„He doesn’t even know you exist..” 
Das weckte meinen Kampfgeist.
„He might do!
If he saw me there is a good chance he would remember me!”
konterte ich. Das war nicht übertrieben. Crowe war bekannt für sein gutes Gedächtnis. „And so what?“ blaffte er mich an. Ich war verwirrt.
„What is your point? “ wollte ich verärgert wissen.
„HE is home and I am here.  All you think and talk about is HIM.
HIS films, HIS efforts, HIS  pictures on these cards I saw on the.. how you call it..?”
“Computer.” “Yes. You are obsessed with this guy.“ stieß er hervor.
Ich bekam langsam Angst. Er war dabei mich  erfolgreich zu zerlegen und wusste sicher nicht was er anrichten würde.
Es würden nur Einzelteile übrig bleiben, die ihm keine Pasta mehr kochen würden.
Jack sah eine Weile auf den Boden, dann wieder zu mir.
„He is your age?” brummte er. Ich nickte.
“Isn’t he married or engaged at that age at least?”
wollte er mit einem giftigen Unterton wissen. Herzlichen Dank.
„He is married since last spring and has become father 10 weeks ago.”
“You are crazy for a married man, who has children ?? “
“I was crazy for him long before he got married. It just didn’t change anything for me. And long before I recognized anything regarding the creations of one Patrick O’Brian. Ah, come on, Jack. How did you know I wasn’t?” konterte ich.
Er grinste hinterhältig, trat einen Schritt vor und nahm meine Hand.
Ich zog sie weg.
„No ring.
And should a married woman look at another  man THAT way??Over and over again? Eighteen times???“ knurrte er, wütend über meinen Reaktion. Wo er recht hatte, hatte er recht.
„You observed my hands???
From the screen?? Now, who is obsessed?” schoß ich zurück.
„Mylady, you are. And it is way worse with you, cause you should know better! I couldn’t. I couldn’t.  I didn’t know anything. You fooled me.
You looked at me and meant HIM.”
Er klang verdammt enttäuscht und bitter, drehte sich um  und ging runter ins Erdgeschoss.

Ich hatte schon gewusst, warum ich so panisch vor ihm geflohen war im Kino.
Ich war vor mir selbst geflohen. Vor meiner inneren Stimme.
Und jetzt hatte ich sie leibhaftig  hier in meinem Haus, als habe sich das Schicksal einen gewaltigen Scherz erlaubt und der Stimme auch noch Crowes Timbre und Physis verliehen. Das war Zynismus pur. Damit kenne ich mich aus.
Hobbyzynikerin. Irgendwo im Himmel hatte jemand mir einen Boomerang mit all meinem Zynismus der letzten 41 Jahre bepackt und mit einer fleischgewordenen Illusion namens Jack Aubrey geschickt. Ich hätte die Sendung auch gar  nicht annehmen können. Ich hatte sie eingepackt und konnte  sie nicht schnell genug in Sicherheit bringen. Um in vollem Umfang damit konfrontiert zu werden.

Es dauerte eine Stunde, bis ich fähig war runter zu gehen.
Mein Hirn rotierte. Jack rumorte in der Küche, sprach mit den Katzen.
Was bezweckte er mit diesem Tiefschlag? Eifersucht? Neid?
Im Prinzip ist es  dasselbe.
WAS WOLLTE ER VON MIR?
Es war ganz einfach. Er wollte, was jeder Mann will, der sich aus dem Fenster gelehnt hatte. Die Bestätigung, dass er sich nicht zum Arsch gemacht hat und es dankend aufgenommen wird. 
Ich Idiot.
Alles was er von mir gehört hatte war: Du bist nicht echt. Du bist nicht Crowe.
Wenn Crowe dich nicht gespielt hätte, gäbe es dich gar nicht.
Ich hatte ihn mit seinen Filmen gefüttert, mit seinen Bildern.
Sieh her! Das bist nicht du! Das ist ER! Du bist nur ein Teil.
Ein Dreiundzwanzigstel. Anteil sinkend.  Er ist ALLES. Du bist nur eine Illusion, die blöde genug war aus einem Film zu hopsen und zu glauben, du seiest gemeint.
„I had slimmer women than you are.” Er hatte mich verletzen wollen.
Aus keinem anderen Grund als dem, dass ich ihn verletzt hatte.
Das Motiv seiner„Existenz“ völlig missachtet hatte.

Und obwohl sie dich umsorgt und umhätschelt und  dich füttert, dir Unterhosen kauft, vergisst sie nie dich daran zu erinnern, was du bist. Und wer ER ist.
Warum tut sie das?
Weil sie ANGST hat. BLINDE BLÖDE ANGST.
Ihr Herz will nicht mehr gebrochen werden.
Sie will nicht wieder die Kontrolle verlieren.
Und schon gar nicht wegen einer Illusion.
Denn diesmal würde es besonders weh tun. Zu sehr. Zu sehr.

Er blieb unten. Ein Zeichen, dass er auf meine Reaktion wartete.
Als ich die 16 Stufen hinunterging, wusste ich nicht, was ich sagen sollte.
Ich wusste nur, dass ich sie gehen musste, um irgendwo hin zu gelangen.
Er lümmelte auf dem Sofa, warf mir einen, in der ersten Hälfte erwartungsvollen, in der zweiten Hälfte tadelnden Blick zu.

Er hatte erfolgreich gezappt. BBC. Stellt euch vor. Ein Mann aus dem 18.Jh.
Und ich hatte ihn behandelt wie ein Schoßhündchen.
Er tat dasselbe, was ich mit ihm getan hatte. Er strafte mich mit  Schweigen.
Ich hatte es verdient.
„Captain Aubrey.“ Er reagiert nicht.
„Jack?“ Nichts.
„You are worse than me, you Nemesis!”

Sein blondes Löwenhaupt wandte sich zu mir.
 Er versuchte ein Grinsen zu verbergen.
„No more films with HIM that might interest you?” wagte ich zu fragen.
Seine  Antwort war höchst verblüffend.
Er sah mich lange an. Milde. Wohlwollend. Dann lächelte er.
„Without these films I’d hardly be here.”
Nicht nur ich war in mich gegangen.
„Right. These made the way. “ stimmte ich zu.
Dann nahm ich allen Mut zusammen.
„Forgive me. I hurt you, Jack. I didn’t mean, I didn’t  even recognize.
You were unreal to me, at least I treated you that way. I reflected about your words. And I see how much I hurt you. But please understand how unbelievable
this must be to me. I couldn’t show you appreciation. It was such a shock.
And then the shock to be confronted with all related things. Even now I don’t know who and what you are, what’s on you
r mind. But, be sure, I like you.
Not because of HIM. You are a different person to me.
Very different. Would I spend so much money on a guy I dislike??”

Seine Miene war eine Mischung aus Verständnis, Amüsement und Tadel beim letzten Satz.
Dann sagte er etwas, dass mich in schallendes Gelächter ausbrechen ließ.
„What’s in your magic fridge, Helga? I am hungry.”
Der Mann wusste, wie man Konflikte löst.
„Not too much, Sir. Shall we go shopping?”
Sein begeistertes Gesicht machte die Antwort überflüssig.

„Helga, what’s .. Joghurt?” Er stand an der Eiscremetruhe und plünderte sie förmlich. Bei Waldbeere-Joghurt geriet er ins Schwimmen.
Alles andre hatte er nach der Verpackung identifiziert.
 
„Try it. It’s great. Kind of sour milk.”
 
Er verzog angeekelt das Gesicht, warf die Schachtel zurück.
 Wir waren seit einer Stunde im größten Supermarkt der Gegend zugange.
 Für Jack war es der reinste Abenteuerspielplatz. In Jeans, Sweatshirt, Loafers und der schwarzen Jacke sah er ganz normal aus.
Wenigstens für jeden, der Crowe nicht kannte. Unser Wagen enthielt bereits verschiedene Weine, Sekt, eine Flasche Champagner, verschiedene Filets und Steaks, Gemüsemix, Garnelen.
Vor dem Käseregal flippte er fast aus. Er packte mindestens zehn verschiedene Sorten ein. “I hope you have a valid creditcard with you.” witzelte ich, rollte mit den Augen.”
“Äh, no. What a card..?”Ich lachte, winkte ab.
Dieser Typ beobachtete uns schon wieder. Er war vorher schon um uns herumgeschlichen. Ich drehte mich abrupt zu ihm, sah ihm direkt ins Gesicht.
 Er tat, als habe er es nicht bemerkt, strebte einem anderen Gang zu.
Jack kam mir strahlend mit einer Flasche Jack Daniels entgegen.
„Look!
There’s my name on it!”
Diese Begeisterung fürs Einkaufen schien er von Crowe mitbekommen zu haben.
Aber leider nicht dessen Platinkarte. Irgendwann bremste ich ihn.
Nur bei der Schokolade ließ ich ihm noch mal die Zügel locker.
Er entpuppte sich als Süßschnabel. Und nur vom Feinsten.
Fedora und Cadburry.
Einfacher Geschmack, der Mann. Nur vom Besten.
Und eine Box Trüffelpralinen.
„What are you up to? Orgy?” zog ich ihn auf mit einem Blick auf unseren gut geladenen Wagen voller Gaumenkitzler. Er zuckte unschuldig die Achseln.
Ich bezahlte mit Karte, Jack sah aufmerksam zu, packte alles in die Klapp-Box, die ich immer zum Einkaufen mitnehme.
Am Ausgang war ein Bäcker. “Stop, let us get some French bread and cake. That must do till the evening. We will cook tonight. Ok?”
Er sah mich nachdenklich an, nickte abwesend.
 Schwer bepackt gingen wir zum Wagen.
„Helga“ meinte er vorsichtig, als ich losfuhr. “What did you mean with that credit card? What’s about it? You don’t have money. It’s a substitute. Did we spend much of it?”
“Well, a bit more than I usually do. I suggest you clean the kitchen in return.” schlug ich scherzhaft vor.
Er sah mich verwirrt an, probierte die Trüffelpralinen.
Dann pennte er mir wieder weg.
Von einer Sekunde zur anderen. Ich konnte ihn gerade noch aus dem Auto bekommen und zum Sofa zerren, dann fiel er komplett ins Koma.
Diesmal dauerte es über zwei Stunden. Ich sprang langsam im Dreieck.
Etwas stimmte nicht. Ich verstaute die Einkäufe, räumte auf, saugte Staub.
Er wachte nicht auf. Meine Nerven begannen zu flattern.
Um mich abzulenken, stellte ich ein Menü für den Abend zusammen.
Öffnete schon mal eine Flasche Rotwein zum Dekantieren.
Als ich kurz auf der Toilette war und zurückkam, saß er hellwach auf dem Sofa und lächelte mich munter an. “You, ok?“ fragte ich besorgt. “Sure, why do you ask?” meinte er verwundert. “You fell asleep for 2 hours.
Like yesterday.Odd.”
“I slept? I don’t remember.”
Er zuckte mit den Achseln.
„But now I am starving! Where is the cheese we bought?“
Und schon war er unterwegs zu seinem magischen Lieblingsschrank.

Etwa 18 Stunden später...

Jack pennte noch. Es war kurz nach neun. Ich saß mit einer Tasse Kaffee am PC. Ich konnte nicht mehr schlafen. Eine Mail von meinem Editor war in der Box.
Der Betreff lautete: Du bist in der BILD, und ich wage nicht zu fragen...
Dann die Mail:
... ob das der ist für den ich ihn halte. 3. Seite unten links.
Answer asap!!
Hä?
War Caelin von Marlboro auf Marihuana umgestiegen?
BILD?
BILDZEITUNG
Mir ging eine Leuchtreklame auf. Der Typ gestern im Supermarkt...
Ich warf mir was über, düste zum Bäcker. Ich hatte eh frische Brötchen fürs Frühstück holen wollen, dort lag auch immer das Schundblatt der Nation aus.
Ich wagte nicht hineinzusehen, bevor ich zuhause war.
Es traf mich wie ein Hammer.

Meine Visage frontal und Jack im Profil.

Fuck me swinging

DOPPELGÄNGER ODER ORIGINAL?

Unser  süddeutscher Reporter Jörg B. hatte gestern eine Begegnung der unerwarteten Art.

Eigentlich außer Dienst, fiel ihm  bei Real ein Paar auf, dass  lautstark Englisch sprach und dessen männliche Hälfte verdächtige Ähnlichkeit mit einer Größe aus der Filmwelt aufwies. Gemeint ist R. Crowe, Star des hochnominierten Weir-Streifens Master & Commander. Auf jüngsten Bildern zeigte sich der Schauspieler mit kurzem Haar, wie bei der Premiere in Hamburg. Der Mann im Supermarkt hatte langes, blondes Haar, wie Crowe im Film.  Ansonsten war die Ähnlichkeit laut  unserem Reporter bestechend.  Die Identität der Frau  ist noch unbekannt.

Wir bleiben dran .

Das Bild, das dieser Aasgeier gemacht hatte, daneben zum Vergleich ein Shot von der Hamburger Premiere. Der absolute Witz war, dass ich auf dem Bild ebenfalls mit drauf war, da uns der NDR am Red Carpet interviewt hatte und wir mitten im Schussfeld gestanden hatten. Zum Glück war ich etwas verdeckt, während zwei meiner Freundinnen gut erkennbar waren.
Und schon klingelte mein Telefon.
Das war bestimmt Caelin. „Ja?“„Hallo, spreche ich mit Frau..........?“
Alarm.
„Mit wem spreche ICH denn bitte?“ fragte ich zuerst mal.
Die Stimme klang verdächtig glatt.
“Jörg Berthold, Redaktion Bild. Wenn sie an einem Interview betreffs ihren Freund interessiert sind, es könnte sich lohnen.“ kam er sofort zum Punkt.
„Mein Freund? Werden sie mal konkret, ich komme nicht ganz mit.“
„Frau...., lassen wir doch die Spielchen. Er ist es doch?“
„Er ist wer?“ stellte ich mich doof.
 „Na, Crowe!! Seien sie nicht blöd. Da steckt Kohle drin.“
 Ich lachte lauthals ins Telefon.
„Noch ein Opfer. Mein armer Kumpel Jack aus Portsmouth wird ständig deswegen angequatscht. Ich muss sie enttäuschen, er ist es nicht. Vergessen sie es.
Wie sind sie überhaupt an meine Telefonnumm...“ Zack. Aufgelegt.
Diese Geier.
Ich lachte ungläubig vor mich hin, während ich die Brötchen auspackte und den Tisch fürs Frühstück deckte.

Jack wankte völlig zerknüllt die Treppe runter. Er hatte mal wieder die Fleecepants vergessen. Mein XXL Nokia  Shirt hing ihm weit genug über die Buxen, um mich vor einem Hormonschock vor Mittag zu bewahren.
Er kratzte sich erst am Hintern, dann an der Vorderseite, ein wandelndes Klischee.
„Whats’s so funny?“ krächzte er  verkatert.
 Wir hatten gestern noch mächtig die Kuh fliegen lassen.
 Was heißt gestern, es war wohl vier heute früh als  ich ins Bett kam.
 Die Küche sah aus wie Waterloo.
„You, Jack. You are an image to die for.”  frotzelte ich.
Er tapste weiter, fing mich zwischen Tisch und Sofa ab. Ich fand mich in einer  verschwitzten Umarmung wieder, ein feuchter, kratziger Kuss traf meine Wange.
Baaa.
„Let’s go back to bed. I missed you.” Seine Hände begannen zu wandern.
Er war noch reichlich daneben, trat mir mit seinen Quadratlatschen auf den Fuß.
Ich schob ihn ein wenig von mir.
„Autsch. You go and take a shower, Sir. Then we have breakfast. It is my turn to be hungry at least once. Then we’ll do the kitchen and then there might be a tiny chance for a little nap.” erwiderte ich mit gespielter Strenge.
Er murrte, dann säuselte er mir “I didn’t think of a nap“ ins Ohr und trollte sich wieder nach oben. Wenig später hörte ich die Dusche rauschen und ihn lauthals das Lied von den ‚Spanish Ladies’ anstimmen.
Tja. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Was soll ich da noch  sagen?
Besser eine Weile  nix mehr.

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