XI.
„Jack, please. I am really
tired. I go to bed.”
Ein undefinierbares Grunzen.
„Jack, don’t make me feel so bad. It’s nothing. It’s not worth being so
worried.
It happens now and then for
various reasons. You give it way too much meaning.”
Schweigen.
Ich zerfloss insgeheim vor Mitgefühl. Der Held von Abukir hatte schmählich
versagt. Und nicht mal in einem opulenten Lotterbett.
Es war lediglich ein Sofa gewesen und nicht mal ein teures.
Und ich war Schuld. Wie immer. Ich war an allem Schuld.
Gebt mir eine Pistole oder einen Giftkelch, damit ich meinem unwürdigen
Dasein ein Ende bereiten kann.
Dieses Flittchen. Ich werde NIE WIEDER auf sie hören.
Er war völlig überfordert.
Nachdem ich die Tür zur Toilette geöffnet
hatte, fand ich ihn auf der Terrasse.
Er lüftete und genoss die kalte Nachtluft. Fast Vollmond.
Ich kenne keinen Kerl, der es mag wenn frau lüftet.
Außer Jack. Lag wohl am Beruf.
Kein Wunder war ich so ... voller Energie.
Wäre doch Neumond gewesen.
Ich nahm sein Glas und meins mit ins Freie.
Er drehte sich um, lächelte bezaubernd, als er mich sah.
„Confession?“ fragte er ungläubig. „ Joke“ gab ich zu. “Cheers.“
„You are a riddle,
Helga”
seufzte er.
“Beautiful night.” murmelte er dann,
sah in den klaren Nachthimmel, stieß mit mir an.
„Yes. Enough now. I am
cold.” Es war megakalt. Mickey und
Felix schossen an uns vorbei nach drinnen. Er machte einen beschwipsten
Hopser um auszuweichen, folgte mir, ich schloss die Tür.
Verlegen und unschlüssig standen wir uns gegenüber. Die Musik lief noch.
Boccherini.
„I love that part..”
schwärmte ich.
“Still cold?” wollte er wissen. Ich
nickte. Eine Sekunde später fand ich mich in seinen Armen wieder. Warm.
„Better?“ „Hmm“ brummelte ich, atmete Jackgeruch ein. Es war wie eine Droge.
Na gut. Ich hatte auch ziemlich einen in der Krone. Ich begann seinen Hals
zu küssen. Kleine, schnelle Küsse.
Ab und zu ein sanfter Biss. Er kicherte jedes Mal unmännlich.
“Helga, what are you
doing?“
“What you don’t dare to do. Trying to make things move.” hörte ich mich
sagen.
“Aha.”meinte er vorsichtig. Es
bewegte sich tatsächlich etwas, ohne dass ich DARAUF angespielt hätte. Ich
reagierte wie ich immer DARAUF reagiere.
Ich tue, als habe ich nichts bemerkt, um mein Gegenüber nicht in eine
peinliche Situation zu bringen. Ich hatte inzwischen seine Kehle erreicht.
„Lower your head.” bat
ich leise. Er schien neugierig, tat
es.
Anfangs ließ er sich einfach küssen, dann wurde er aktiv.
Der Griff um meine Taille wurde fester. Der ‚kleine’ Jack mutierte flugs vom
Kindergarteneleven zum Abiturienten.
Der große Jack wurde mutig, bugsierte mich zu ‚seinem’ Sofa.
Nein. Nein. Nicht so. Nicht so schnell.
Bisschen knutschen, bisschen fummeln.
Dann sehen wir weiter. Ich löste mich aus der Umarmung, setzte mich
dekorativ ans untere Ende.
Es ist immer ein göttlicher Anblick, wenn einem Mann das Hirn in die
Hose rutscht. Man kann auf ihnen spielen, wie auf einer Tastatur.
Vorausgesetzt das eigene Hirn funktioniert noch zu wenigstens 50%.
Darüber hätte ich mir im Klaren sein sollen.
K-O-M-M H-E-R .
M-A-M-A H-A-T W-A-S F-Ü-R
J-A-C-K.
Der Blick wird eng, die Modulation knapp.
Mein gekrümmter Zeigefinger hatte ihn in zwei Sekunden neben mir.
Meine super Taktik hatte ihn gleich darauf mit dem Gesicht in meinem
Ausschnitt.
Ich kam mir vor wie ein Torero, wenn der Stier rot sieht. BAMM.
Seine circa 190 Pfund nagelten mich auf das Polster. Ich schnappte nach
Luft.
Er schien es als Leidenschaft zu deuten, manövrierte meinen Rock nordwärts
und meine Bluse nach Süden. Mit mäßigem Erfolg.
Ich wollte gerade protestieren, da verschloss er mir den Mund mit einem
Kuss, der mir das ganze Ausmaß der Situation offenbarte.
Seine XL Zunge war überall. Er hätte Dentist werden sollen, nicht Seemann.
Er war auf das Niveau eines Neandertalers abgerutscht. In wenigen Sekunden.
DU TARZAN ICH JANE.. ach Quatsch.. andersrum.
Meine Synapsen funktionierten auch nicht mehr wie sonst..
„Jack..“ wagte ich zu protestieren, als ich wieder eine Chance hatte,
versuchte ihn ein wenig wegzuschieben.
Keine Reaktion. Sein Gesicht war zwar irgendwo in meiner Kleidung vergraben,
aber die Schallwellen müssten eigentlich seine Ohren erreicht haben...
„Calm down!“ forderte ich nachsichtig aber bestimmt.
Er grunzte nur irgendwas vor sich hin.
Als seine Hände den Eingang in meine Strumpfhose Marke“ Nonchalance“
fanden, wurde ich doch etwas nervös. Seltsamerweise fiel mir just dieser
saudumme, saukomische Witz ein.
Ein Pärchen, dass sich erst getroffen hat,
fällt übereinander her.
Er danach: Wenn ich gewusst hätte, dass du Jungfrau bist, hätte ich mir mehr
Zeit gelassen, Schatz.
Sie darauf: Wenn ich gewusst hätte, dass du Zeit hast, hätte ich die
Strumpfhose ausgezogen...
Er kam bis zu den Knien, dann erstarrte er.
Ein ersticktes Ächzen.
O-O.
Welch ein romantischer Abgang. In meinem Hals vibrierte hysterisches
Gelächter.
Wegen des Witzes. Ich lache niemand aus wegen einer Ejaculatio praecox.
Das wäre jetzt das dümmste. Ich schluckte es heldinnenhaft.
Bevor er sich aufrappeln und die Flucht ergreifen konnte, hatte ich die
‚Nonchalance’ wieder dort wie sie hingehörte, ihn im Arm und murmelte:
“Why hurry? Smooch me a
bit. I like your kisses.” wühlte ein
wenig in seinen Haaren. Das kommt immer gut.
Als wäre es mir entgangen.
Warum musste der Mann so undiplomatisch sein??
Ich winkte mit dem Zaunpfahl und er wollte ihn nicht sehen.
Er löste sich sanft aber bestimmt aus meinen Armen, sah sich hektisch um.
Dann verschwand er auf die Terrasse. Er ließ mich allein.
Ich hätte ihn killen können.
Dieser Idiot. Er hatte hier die Supermachonummer auf dem Sofa abziehen
wollen.
Und der Schuss war nach hinten, äh, zu früh losgegangen.
Geschah ihm soooo recht.
Moment. Dies ist kein gewöhnlicher Mann.
Was wusste er zum Thema?
Nicht viel.
Virtuosity, Hammers over the anvil…oh, nein..
Sid hatte wieder zugeschlagen.
Sheila. Er hatte sich benommen wie Sid mit Sheila. Sie war ein reines Objekt
für ihn gewesen, hatte sich auch so aufgeführt, wegen ihrer Programmierung.
Und ich doofe Nuss hatte es ausgelöst mit meiner lasziven Knutscherei...
Ich musste dringend ein paar andre Filme aussuchen.
Aber wenn ich ihm For the Moment zeigen würde, pennt er mir glatt weg,
bevor...
The Quick and the
dead…hmm.. da würde er sicher wieder
den ‘Faden’ verlieren.
The Crossing?? Vergiss
es...
Breaking up? Viel Ton, viel
Bettdecken, wenig Bild.
Heavens Burning? Nee, bloß nicht die Reißverschlußnummer..
Silver Stallion? FSK ab 6, bis auf die Bachszene und die würde Jack kaum
animieren...
Proof? Da passiert auch nicht viel. Nicht wirklich.
LAC? Fehlanzeige. Nur postkoitales Geplänkel.
Mystery? Da vögeln alle, bloß er nicht...LOL. Pfui, Helga..
Langsam wurde es eng.
Insid.. vergiss es.
Gladiator? Eigentlich mehr ein Film für Schwule.
POL? PFFFFFF
ABM?
Seufz.
Also blieb der Job mal wieder an mir hängen.
Jack kam zart- hellblau gefroren rein und wich mir prompt aus.
„Jack, please. I am really
tired. I go to bed.”
Ein undefinierbares Grunzen.
„Jack, don’t make me
feel so bad. It’s nothing. It’s not worth being so worried.
It happens now and then
for various reasons. You give it way too much meaning.”
Schweigen.
„We had such a nice evening. Don’t spoil it.”
Ich stand auf, ging zu ihm und küsste ihn
auf die Wange. „Sleep well.“ Ein waidwunder Blick traf mich, während ich die
Treppe hochging.
Als ich aus dem Bad kam, prallte ich zurück. Er stand vor der Tür.
Dackelblick und Dackelfalten.
Das hatte ich ganz und gar nicht erwartet.
Ich fühlte mich unbehaglich.
Kein Make up.
Kein BH.
Nur bodenlange, schwarze Viscose mit Spitze.
“What?” wollte ich wissen. Ich versuchte sanft zu klingen.
„Can I sleep in your
chamber?“ kam es schüchtern.
“You mean, in my bed???” Er nickte.
Und wurde knallrot.
„I feel so lonely.
I am not used to be
alone. And I am terribly cold.” nuschelte er.
Der Mutterinstinkt siegte. Er würde
es nicht wagen, nicht nach dieser Pleite.
“Well. You snore, Sir.
Promise me to sleep on your belly.”
Er nickte eifrig.
Ja. Ich wollte ihn trösten. Auch wenn besser nix sonst wäre.
Er war so... so knuddelig. Mir fällt nichts treffenderes ein.
Ein lebendiges Kuscheltier. Mit männlicher Ausstattung. Frei ab 18.
Das mit dem‚ auf dem Bauch schlafen’ war nicht nur als Scharchverhinderer
gedacht.
Ich zog mich zurück in mein ‚chamber’ wie er
es nannte und harrte der Dinge.
Ich wuschelte durch meine halblangen Haare, für alle Fälle, tat als läse
ich.
Natürlich ließ ich mir nix anmerken, als er im Nokiashirt und in Retroshorts
hereinhuschte. Es war nach vier. Geduscht. Er liebte die Dusche.
Bestimmt war da drin ein Dampf wie im Türkischen Bad. Er liebte auch heißes
Wasser. War sicher ein unerhörter Luxus für ihn.
Meine Wasserrechnung würde mich töten. Andrerseits mag ich es gepflegt.
Nichts schlimmeres als ein büffelnder Kerl mit Mundgeruch, Zahnbelag und
Limburger-Füßen, der Deodorant für eine neue Käsesorte hält.
Egal wie gut er in der Kiste sein mag.
Ich hatte ihm natürlich eins gekauft. Ein Deo. Fahrenheit. Lecker.
Wie meine elektrische Zahnbürste funktioniert, hatte ich ihm schon längst
gezeigt. Ich hatte ihm eine eigene Bürste gegeben, die er nach Bedarf
aufstecken konnte.
Wie alles technische, fand er das Spielzeug toll- Ich hörte das typische
Surren, solange er im Bad war.
„Helga, what’s that red thing in your drawer
with the underwear?” fragte er kurz darauf schüchtern, stand unschlüssig vor
dem Bett.
Red?
Underwear?
Drawer?
“It makes
noises like the toothbrush.”
ergänzte er.
OH, SCHEISSE. WAS JETZT?
Ich tat unwissend. Ablenken, irgendwie ablenken.
„I’ll tell you tomorrow,
I am so tired.” Ich klopfte
verzweifelt auf die Decke neben meiner, legte das Buch weg.
Er legte sich neben mich, drehte den Rücken zu mir. Besser so.
Mir war alles recht solange er nicht mehr nach dem roten, surrenden Ding
fragte.
Fuck me swingin’.
Er hatte meinen Vibrator
aufgestöbert.
Jack Aubrey... Der Blitz
soll dich treffen, du neugieriger Vielfrass.
Wie sollte ich DAS
erklären? Er war nicht doof.
Er würde eins und eins und eins zusammenzählen...
und mindestens 3,5 rausbekommen--- AAAAAAAAAAAAAAAAAAA
„Why do you giggle , Helga?” wollte er
vorsichtig wissen.
“Cause you caught me
once again.” kicherte
ich.
“What did I?”
”Sleep. And don’t dare snoring.
Turn on your belly. Please.” wies ich
ihn an. „What?“„Shhh.“ Ich knipste das Licht aus. “Good night.“
Schläfriges Erwidern. Und???
Fünf Minuten später sägte er. In Seitenlage.
Ich wünschte der Mann wäre anderweitig so kreativ.
Also wenigstens ein Gute Nacht Kuss... erst fällt er über einen her und
dann..
Eine Enttäuschung. Nichts neues. Ich seufzte, dachte an die nette
Knutscherei, bevor ihm der Korken aus der Flasche gesprungen war.
Ich war so platt, dass ich trotz Frust und Gesäge bald einschlief.
Oh, du liebe Güte. Was für ein Traum.
Ich befand mich in diesem seltenen Zustand, wo man träumt und weiß, dass man
träumt. Habe ich schon erwähnt. Der Traum war ab 18.
Minderjährige raus.
Ok?
Nur Erwachsene anwesend oder solche, die sich einbilden es zu sein?
Let’s go.
Hände. Warme, sanfte, etwas raue Hände.
Überall.
Eine warme Mauer hinter mir. Ich dränge mich wohlig gegen sie.
Warm und stark. Leichter Knoblauchduft.
Hmm?
Die Hände gleiten auf meine Brüste, umspannen sie, drücken sacht.
Finger reiben zart über die Warzen.
Oh, mann..
Warme Lippen auf meiner Haut. Die Hände drehen mich um.
Der Mund wandert. Ich seufze, als er eine der Aureolen erreicht, zu küssen
beginnt. Die Hände streicheln. Unermüdlich.
Solche Träume sollte man bestellen können...
Die Mauer lebt. Sie bewegt sich. Ich
umschlinge sie.
Sie drängt sich an mich, pulsiert hart und warm an mir.
Ich öffne mich, lasse sie gewähren.
Sie wälzt sich über mich, ihre Bewegungen werden drängender.
Der Mund ist auf meinem, die Zunge verlangt Einlass.
Feucht und warm und süß. Ich sauge an ihr.
Die Hände schlüpfen in meine Kniekehlen, ziehen meine Beine höher.
Ich schlinge sie um das Phantom.
Das ist ein verblüffend realistischer Traum.. WOW
Ich könnte schwören...
Ein Stöhnen entschlüpft mir. Warm und hart fährt es in mich.
Lange. Gemächlich. Dann wird es allmählich schneller, drängt tiefer.
Oh, Mannomann..
Jetzt werde ich doch misstrauisch..
„That is even better than any icecream…” ächzt mir ein bekannter
Bariton atemlos und hingerissen ins Ohr. Ich reiße die Augen auf, sehe nur
einen Wust blonder Haare, der mir halb überm Gesicht hängt. Mein Nachthemd
ist irgendwie verschwunden... er scheint noch das T-Shirt anzuhaben.
Zehn Sekunden später nicht mehr.
Was er kann, kann ich schon lange.
„I will kill you, Jack.
Later. But till then… DON’T
STOP…” brachte ich gerade
noch heraus, bevor er mich vorsorglich mit einem Kuss zum Schweigen
brachte.
Der Blödmann kicherte dabei so albern und frivol, dass ich fast mitkichern
musste. Ich biss ihn in die Zunge, so dass es gerade wehtut.
Strafe muss sein.
Er ließ es mich anderweitig büßen.
Caelin meinte, ich wüsste wo man aufhören muss bei solchen Szenen.
Tja--
Sorry, meinen Damen...;-) |