XII.

Während Jack duschte, klingelte das Telefon.

„Mensch, ich vergehe hier.. warum meldest du dich nicht??“ tönte es mir erbost ins Ohr. Oh, shit, ich hatte Caelin vergessen. .. der Artikel in BILD..
 „Hi, Mensch, entschuldige. Du, das bin ich nicht. Ich war selbst total platt. Und der Typ sieht ja echt aus wie Crowe. Wahnsinn. Ich habe eine Doppelgängerin..“ flunkerte ich vorsichtshalber.
Es war schon kompliziert genug. Natürlich würde ich ihr irgendwann alles erzählen, aber nicht jetzt, das überforderte mich.
“Willst du mich verarschen? Das nehme ich dir nicht ab!“ konterte sie.
„Ja, ok. Crowe hat mich am Wochenende angerufen, ob er mal vorbeikommen könne und am nächsten Morgen hat es geklingelt. Wir gingen einkaufen und dabei hat uns die Bildzeitung fotografiert. Wie klingt das?“ frotzelte ich.
„Nach 1,3 Promille. Ok. Aber das ist doch der Hammer. Sie sieht aus wie du und er sieht aus wie Crowe, oder eher wie Aubrey. Das gibt’s doch nicht.“ wunderte sie sich. “Moment mal, es hieß doch er sei nicht mehr im Film.. das passt irgendwie.“
„Jetzt hörst du dich an wie 2,3 Promille. Wie soll eine Figur aus dem Film verschwinden?? Das ist doch alles nur Werbung, damit sie M&C nach der Verleihung mit großem Echo wieder ins Kino bringen können.“ argumentierte ich.
„Das könnte stimmen. Schade, wäre echt aufregend gewesen.“ kicherte sie.
„In your dreams. Du, wir telefonieren am Sonntag noch mal. Ich bin auf dem Sprung.“ „Ok, also bis dann“ Klick. Uff.

Eieiei.  Was für ein Schlamassel. Und dann DAS noch.
Und ich Schlampe hatte ihm, statt heute früh kreischend aus dem Bett zu flüchten, die erste Unterrichtsstunde ( oder waren es zwei gewesen??) für Anfänger zuteil werden lassen. Seine Auffassungsgabe wurde nur noch von seinem Instinkt übertroffen..
Was war nur in mich gefahren??
Nun, das lag auf der Hand. Hüstel.
Oder ließ vielmehr mal wieder im Bad eine halbe Stunde lang kochendes Wasser durch die Rohre laufen.
Als erstes, nachdem ich dem Sündenpfuhl entstiegen war, hatte ich das Corpus Delicti aus dem Bad entfernt und diesmal sicherer versteckt.
 Was für eine Situation. Ich kicherte vor mich hin. Sein ahnungsloses Gesicht, als er mich heute früh danach gefragt hatte... in nächster Zeit dürfte das Teil ohnehin überflüssig sein. Pff. War eh nicht viel in Betrieb gewesen.
Hat da wer schockiert geguckt???
Also, jetzt seid mal nicht so prüde. Diese vier aufgerüschten Flittchen bei “Sex and the City” widmen solchen Themen ganze Sendungen. Aber keine Angst.
So deutlich wie diese „Damen“ werde ich nicht werden.
Das Flittchen in mir, dass mich gestern Nacht in Versuchung geführt hatte, war natürlich richtig gelegen. Spitz wie Nachbars Lumpi.
Vom ersten Tag an. Ich gebe so was sonst nicht zu.
Was mich  zunächst gehindert hatte, waren  mein Stolz und meine Angst davor, dabei  gefühlsmäßig auf der Strecke zu bleiben.
Schande auf mein Haupt. Keine 96 h hatte ich durchgehalten.
Wie sollte ich ihm begegnen, nach dem Auftritt vor wenigen Stunden...
Sack und Asche... wir waren übereinander hergefallen, wie...

Ja, Caelin. Nicht zuviel. Ok.

Mir war bereits nach ein oder zwei Minuten bewusst gewesen , dass dies KEIN Traum sein konnte. Aber was machte ich mir Gedanken.
Der Mann war nicht real und das ganze würde sich binnen kurzer Zeit von alleine erledigen. Genau das ist mein Problem.
 Ich kann mit solchen Sachen nicht cool sein.
Ohne Gefühl ist es eher reizlos. Mit Gefühl ist es schmerzhaft.
Das war auch der Grund für mein langjähriges Zölibat nach zehn Jahren mit mehr Frust und Enttäuschungen als Lust und Liebe.
Ich war einfach  zu dünnhäutig. Oder die Männer zu unsensibel.
Ich musste retten, was zu retten war. Im eigenen Interesse.
Als Jack nach einer knappen Stunde noch nicht runterkam und es verdächtig ruhig war, sah ich nach ihm. Die Badtür stand offen. Kein Jack.
Ich sah ins Schlafzimmer und entdeckte  ihn noch nass  in fötaler Stellung auf dem Bett. Er war wieder in dieses seltsame Koma gefallen.
 Ich deckte ihn zu, nahm selbst eine Dusche, wusch nachdenklich meine Haare.
Das war immer passiert nachdem er sich irgendwie ‚verausgabt’ hatte.
Als habe er ein Energiepensum, dass sich erschöpfe.
Diesmal tauchte er erst nach fast drei Stunden wieder auf.
Mir kam ein Verdacht. Erst eine Stunde, dann zwei, jetzt drei..
Seine Batterie leerte sich. Die Abstände wurden kürzer.
In neun Tagen würde er nur noch vier oder fünf Stunden ‚wach’ sein.
In zwei Wochen nur noch eine einzige. Und dann?
Dann hätte ich hier eine männliche, unbekannte Leiche.
Oder nicht so unbekannt. Bizarr.
Mir wurde schlecht. Sich den Mann, in den man mächtig verschossen ist und  der einem vor kurzem noch äußerst lebendig erschien so vorzustellen ...

Zwei Wochen.
Barbara würde  in zehn Tagen wiederkommen.
Es musste einfach klappen.
Es war nur eine Theorie. Sie schien mir schlüssig. Er hatte Jacks ‚Energie’ aus dem Film mitgenommen. Sie würde nicht ewig halten. Wenn ich recht hatte, würden sich diese ‚Ausfälle’ täglich wiederholen und länger werden. Es würde ihn irgendwann überzeugen. Er würde es verstehen. Hoffte ich.
Ich konnte gut nachvollziehen, dass er bleiben wollte. Wenn es so war, hatte er nur die Wahl zwischen dem Film und einem schattigen Plätzchen six feet under in meinem Garten. Ganz böser Scherz...

Mir war der Appetit auf Frühstück vergangen. Verkatert war ich auch noch.
Scheiß- Sauferei.
Ich deckte trotzdem den Tisch für später. Jack würde sicher Hunger haben.
Er hatte immer Hunger. O’Brians Aubrey war ein Vielfraß, aber Jacks Hunger hatte etwas manisches. Gestern Nacht hatte er drei Liter Eiscreme verputzt.
Und ein halbes Pfund Pralinen. Vom Hauptgang zu schweigen.
 Hatte es mit seinem sinkenden Energiepegel zu tun?
Vielleicht konnte man es so beeinflussen.
Was für ein Wechselbad der Gefühle hatte ich die letzten 48h durchlebt..
Von drei Meter unter Null bis zum Everest...
Schlag 13.00  tauchte er wieder auf.
„How late?“ grummelte er, als er sich zu mir an den Tisch setzte.
Kein Anzeichen von dem Gedächtnisverlust, der sonst dem ‚Koma’ gefolgt war.
Veränderung lag in der Luft.
Er war etwas verorgelt, erholte sich aber zusehends.
Nach der dritten Tasse Kaffee und dem Riesenomelett mit Schinken und Käse, nebst komplettem Baguette mit  fingerdick Butter erreichte er sein Energielevel wieder. Fast bedauerte ich es, ihm ein solch opulentes  ‚Morgenmahl’  bereitet zu haben. Es stimulierte  prompt seine jüngst erwachte Libido.
 Nicht dass es mich WIRKLICH gestört hätte...
 Ich wusste Jacks Tage in der Realität waren gezählt. Leider.
Oder ahnte es.  Was hatte ich dem entgegen zu setzen?
Alles .
Oder nichts.
Urteilt selbst.
Stellt euch einen Jack Aubrey vor, an eurem Tisch.
Er wirft euch halb verlegene, halb animierende Blicke zu während Eier, Schinken und Weißbrot in seinem Schlund  ihrem Schicksal entgegen gehen.
Er hat Manieren. Boccherini im Hintergrund.
Und trägt das überdimensionale T-Shirt, das Nokia euch geschickt hat, mit dem neuen Vertrag. Er greift eure Hand, küsst sie. Die wuchernden Stoppeln bürsten über euren Handrücken. Sein ozeanener Blick hypnotisiert euch.

„What?“ wagte ich die Zeremonie zu unterbrechen.
„What happens to me? I went for the shower hours ago.“ wollte er wissen.
 
Er hatte früher verstanden, als ich erwartet hatte.
„I have an idea but I need more facts. Ask me again next Sunday. I am with you, Jack. I am with you. Trust me.” versicherte ich.
Jack Blick nagelte meinen. Er schien todernst.
„Are you?“ forderte er mich.
„Where was I a few MORE  hours ago?” erinnerte ich ihn unverblümt und leicht beleidigt.
“Ah..well.. you’re right.” gab er zu, schmunzelte ertappt.
„Today is Thursday. I have to observe you. I’ll tell you Sunday night. It’s quite obscure. Maybe I am wrong, don’t want to confuse you.
Jack. I have caused all this. I want the best end to this for you.
But I don’t know yet what might be the best. Ask me Sunday.”
“And till then?”
“Ask me anything you want.”
 scherzte ich.
“Anything???”
“I didn’t say, I would answer.” nahm ich ihn hoch.
Er feixte nur.
„Great breakfast“ nuschelte er nach einer letzten vollen Gabel.
Dann sah er mich nachdenklich an.
Es war so ein undefinierbares  Glitzern in seinem Blick.
„Did I actually hear you say ’I will kill you?” meinte er vorsichtig.
Ich schnaubte verlegen. “Yes.“ Er zog die Brauen hoch, lächelte selig.
„You did. You killed me. You can kill me again any time.“ schnurrte er zutraulich. Ich war aufgestanden, um das Geschirr in den Spüler zu stellen. Er folgte mir, umschlang mich von hinten, begann meinen Hals zu küssen.
„Come, let us kill a bit more.. it felt so good, you felt so good..“ bettelte er scherzhaft, aber durchaus zielstrebig.
“You appear pretty alive for a corpse.” neckte ich ihn.
Er wurde verlegen, rückte ein wenig ab, da ihm bewusst wurde, worauf ich mit dem lebendig angespielt hatte.( Ja, Caelin. Ich halte mich zurück)
“It’s so amazing. Never felt like this before. Overwhelming.” verteidigte er sich  träumerisch. „Duty first.“ bremste ich ihn.
„And then...“ blinzelte er verschwörerisch.
„Then you can tell me, what devil made you do what you did.
You are not a gentleman.” tadelte ich ihn.
Erst sah es aus, als zeige meine Beschwerde Wirkung.
Jack kratzte sich am Kinn, fuhr sich  nervös durch die verwuschelten Haare.
Dann schien ihm etwas einzufallen.
„It seemed you weren’t uncomfortable  at all ...”
wehrte er sich, leicht beleidigt.
You abused my good will and charity. And I was silly enough not to kick you in your balls, Sir.” fauchte ich. Er verzog in einer schmerzhaften Grimasse das Gesicht. Es sah zu komisch aus. Und er wusste es.
Ich warf ihm das Salatsieb an den Kopf.
Er fing es geschickt auf, lachte.
„Was that all?“ reizte er mich.
Die Schöpfkelle streifte sein linkes Ohr, das vorher schon recht lädiert aussah.
„All hands on deck! The enemy is firing with all his guns!” kicherte er übermütig.
Kaum hatte er geendet, prallte eine kleine Chromarganschüssel mit einem satten
KLONG an seiner Stirn ab, um endlich in einem fürchterlichen Scheppern auf den Fliesen zu landen. Jack schwankte.
In dem Moment sah ich den Mann auf der Terrasse  direkt vor der Tür.
Was zum Donner...
Er fotografierte uns!! Ich schrie auf vor Schreck.
  Die Bildzeitung!!
„Jack, we have to get him!! He is after you!! Help me!”
Ich riss die Tür auf, hopste über das Beet. Der Zeitungsgeier war schon im Carport. Dann hörte ich ihn aufschreien. Jack war trotz meiner Sabotage geistesgegenwärtig zum Eingang gerannt und hatte ihn abgefangen, bevor er flüchten konnte.
Er hatte ihn im Schwitzkasten, zerrte ihn herein.
Ein Bild für Götter. Berthold, eindeutig der Spanner aus dem Supermarkt, jaulte in den höchsten Tönen, umklammerte seine Kamera. Ich versuchte sie ihm abzunehmen. Jack drückte ihm ein bisschen den Haupthahn zu, da ließ er freiwillig los. Zum Glück kannte ich mich mit Digicams genug aus, löschte seine Aufnahme von uns.
„Ich werde sie wegen Hausfriedensbruches anzeigen und wegen Belästigung, sie Arschloch!“ fuhr ich ihn an. Berthold hustete, dann ächzte er.
„Ruhig, wir können das doch alles regeln.. Sagen sie ihm, er soll mich loslassen.“
„Kommt nicht in Frage. Wagen sie es nicht, sich noch mal blicken zu lassen. Das ist mein Freund Jack aus Portsmouth, kein Filmstar, sie Idiot! Was soll denn ein Star bei mir?? Er sieht ihm nur ähnlich.“
Der Reporter sah mit Mühe schräg hinter sich hoch zu Jack.
Der fixierte ihn drohend.
„Nun, ja, aus der Nähe  sieht er ihm wirklich nicht ähnlich.“ meinte er enttäuscht.
Fast hätte ich losgelacht.
„Sollte noch irgendwas von ihnen kommen, oder sie es wagen MICH anzuzeigen, ich habe einen Zeugen, sie nicht. Und jetzt raus!!“ pfiff ich ihn an.
„Jack, the asshole wants to take his leave.” erklärte ich.
Jack stopfte ihn in sein Auto.
Ich liebte ihn dafür.
Berthold gab Vollgas, verschwand mit quietschenden Reifen um die Kurve.
Neugierige Gesichter an den Fenstern.
Ich zog Jack  hastig wieder rein. Er stand in Unterhosen und Nokia- Shirt am hellen Nachmittag barfuss auf dem Hof wie Herkules. Oder ein gewisser Kapitän. Mitten im Februar.
Zum Glück war es recht mild geworden.
„What was that, Helga?? What’s going on??” wollte er dann doch wissen.
Ich umarmte und knutschte ihn erst mal heftig.
„You were great! Thank you so much!! You are the hero!” lobte ich ihn überschwänglich. Er sah mich verblüfft an, dann grinste er geschmeichelt, wollte gleich weitermachen, wo ich aufgehört hatte.
„This guy made a picture of you and me yesterday. He thought you are HIM and wanted to make more pictures to sell them. He called me this morning when you asked me what was so funny. He wanted to interview me for money.”
Ich zeigte ihm den Artikel. Er war völlig perplex.
„Why did he?“ wollte er verwirrt wissen.
„HE is a celebrity. To have pictures and a story, or a scandal is big money for the papers.” Er schüttelte den Kopf. „This world is nuts.” murmelte er  sehr treffend.
Dann rieb er sich die Stirn. „Oh, did I hurt you?” entschuldigte ich mich, prüfte ob er eine Beule hatte. Er brummelte nur was von „Wild mare, you are..“

Dann zwinkerte er versöhnlich. Ich küsste ihn auf die Stelle, die etwas gerötet war.
„You made me furious.” rechtfertigte ich mich.
„I like it when you’re getting wild, especially when I am on top, it is like sailing  a storm…” raunte er. OOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO!!!
Er duckte sich grade noch bevor die nächste Schüssel ihn treffen konnte.
„Time to tame the mare a bit.”
verkündete er großspurig, rieb sich die Hände.
Er erwischte mich tatsächlich, bevor ich mich im Klo verschanzen konnte.
Ich durfte ihn morgens nicht mehr so gut füttern, es gab ihm viel zuviel Energie.
Ich bin wahrlich keine Elfe und nicht viel kleiner als er, aber er warf mich wie einen Sack Mehl über die Schulter und stapfte die Treppe rauf.
Ich war so verblüfft, dass ich nicht zappelte. Außerdem hatte ich Angst, er würde mich fallen lassen. Er fluchte wie der Seemann, der er auch war, als er sich den Zeh an der Tür ins Schlafzimmer stieß,  ließ mich unsanft aufs Bett plumpsen. Bevor ich protestieren konnte, lag er neben mir, hinderte  mich am Aufstehen.
„Confess! I may have no experience in these terms, but I am not a jerk. You ripped the shirt off me, I thought you took the skin with it. Admit it!” grollte er spielerisch, sein stoppelbärtiges Gesicht mit den blitzenden Augen über mir.
“What?“ fragte ich unschuldig.
...das war echt aufregend...
„You knew it was me.. äh… this morning. You were awake. Don’t deny! I couldn’t resist. I woke up from your ass brushing against my.. äh.. know what I mean…” stotterte er. Aha, die Morgenlatte. Wie war  doch gleich der Spruch mit dem Zahn der Bisamratte... Das hatte ich leider versäumt. Mensch..
Der Traum hatte wohl einen Trailer... und den hatte ich glatt verpasst.
„And then you turned and my face was vis a´ vis these…” Ein Blick auf meine Oberweite. “ ..my nose was almost between… oh, dear.. Warn a guy, next time…I was hapless.. and then you made those little noises, pleasant noises. As if you’d enjoy…” Hatte ich..? ”…and when you put your legs around me and  started sucking at my tongue.. I was  gone…”

Hey, Jack, du hast den Teil ausgelassen, wo du mir klammheimlich das Nachthemd ausgezogen hast. Wann war DAS denn?? Erzähl mir nicht, das war ich selbst...
Arsch und Titten.
Never out of fashion.
( Ja, Caelin. Es reicht .Ok...)

Ja, ja. Helga ist an allem schuld. Steuererhöhungen, Benzinpreise, Umweltverschmutzung, Irakkrise.
Dass Jack um ca. 7.30 früh alle Vernunft fahren lässt, weil der arme, arme Jack mir notgeilem Flittchen ausgeliefert ist, dass ihn unbewusst, sogar im Schlafe, in den Wahnsinn treibt.

Ja. ja.

Ach, was sollte das Katz und Maus Spiel.  Es war sowieso zu spät.
Meine Handlungen hatten meine Worte längst Lügen gestraft, würden es weiterhin tun.
„Yes! I am mad for you, you voracious ogre!“ stieß ich hervor.
Er rollte mit den Augen.
„OGRE??!!“ donnerte er. Ich stoppte seine Wortgewalt mit einem Kuss.
„Hero. But I must insist on the voracious.” lenkte ich ein.
Er lächelte entzückt, dann wurde  ein frivoles Grinsen daraus.
„Actually. Voracious . I am starving. Feed me.” flüsterte er mir ins Ohr, biss mich sanft in den Hals. Dann hob er den Kopf, als sei ihm etwas eingefallen.
„Helga?“
 „Hmm“ brummelte ich , an seinem unversehrten Ohrläppchen lutschend.
„I looked for that red thing in the drawer.. it’s gone. Did you..” fragte er mich nachdenklich.
Oh, nicht schon wieder.
Wenn man im Thesaurus ein Synonym für gefräßig, lüstern  und neugierig sucht,  erscheint mit Sicherheit der Name Aubrey.
“I have no idea what you are talking about. Must have been a dream…” säuselte ich ahnungslos.
Was blieb mir übrig, als ihn so gründlich von dem Objekt seiner Neugierde abzulenken, dass er es hoffentlich nie wieder erwähnen würde...?

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