XIV.

Walzer.
Der einzige Standardtanz, den ich außer Boogie und Fox noch beherrsche.
Wie gut. Denn sie spielten Walzer. Zu 75%. Mindestens.
Wiener und den anderen. Beim Wiener Walzer dreht man sich nur.
Jack, sturmerprobt und wantentauglich war ganz in seinem Element.
Ich bat nach dem dritten Einsatz um Pause.
Mein Begleiter, den alle mit offenem Mund anstarrten, wegen seines irren ‚Kostüms’ und seiner absolut ‚echten’ Art hier aufzutreten, sah mich besorgt an.
„Dear, are you not well?” Ich lächelte verkrampft.
„Ah… All these turns make me dizzy… let’s get a drink and some food…”
FOOD. Das wirkte immer bei ihm. Er reichte mir galant den Arm und führte mich zum Büffet, reichte mir einen Teller.
„Please, fill it for me. Mylady. Ahh, yes. The lobster. And the shrimps. Some of this … and some of that here.. Noch während ich auflegte, schob ich ihm etwas in den Mund. Das Tanzen verbrauchte zuviel Energie.
Wir würden unseren Eintritt hier wettmachen, soweit das Buffet es hergab.
Jack würde sonst zu lange ins Koma fallen. Protein.
Ich naschte eine Crevette, die anderen schob ich ihm in den Schlund.
Er war absolut in seinem Element.
Ich hatte unabsichtlich einen Volltreffer gelandet.

Die Limo lieferte uns vor einer Art Halle ab.
In einem Ortsteil meiner Geburtsstadt.
Zwei livrierte Diener säumten den Eingang.
Darüber ein Banner.

Rule Britannia, Britannia rule the waves
Britains never will be slaves

Das Motto der Royal Marine. Jack sah mich nur an.
„How did you know…???” Seine Pupillen waren fast schwarz im Halbdunkel.
Ich tat geistesgegenwärtig als sei das alles Absicht gewesen und erhielt dafür einen Kuss, der einem die  Strapse und Korsetts, Push ups und sonstige Ersatzteile schmelzen lässt.

Er stieg aus, reichte mir die Hand. So stolzierten wir hinein, als hätten wir unser Leben lang nichts andres getan. Alles war maritim dekoriert, Fischernetze, Ruderboote waren mit Abdeckungen zu Tischen und Buffets umfunktioniert.
Riesige Segel und Takelagen waren an den Wänden und der Decke gespannt.
Man kam sich vor wie auf einem Segelschiff. Meeresrauschen vom Band im Hintergrund. Jack traute seinen Augen nicht, strahlte mich nur kopfschüttelnd an.

Sechs mit Zusatzzahl---- das war drei Kilo Pasta mit Ketchup wert..

Samstag war ich auf die Anzeige im Net gestoßen. Ich hatte nach einem Event gesucht, zu dem ich ihn mitnehmen konnte. Dies war perfekt.

Historischer Kostümball/ 19Jh.
Veranstalter: Segelclub Bodensee/ Gemeindehalle Sillenbuch
Ein historischer Abend mit Lifemusik und maritimem Buffet von Vinzenz Klink/Weine, Bier, Spirituosen und Sekt der Region
Historisches Kostüm Voraussetzung
Ein ganz besonderer Abend, abseits des gewöhnlichen Faschingstrubels
Ein Chauffeur holt sie ab, wenn sie im Umkreis von 40km wohnen.
Einzelkarten für Nichtmitglieder übrig
All inclusive  p.P. 299.-€

Der Preis haute mich erst mal um, aber irgendwie klang es gut.
Ich wollte Jack etwas bieten, bevor er zurück musste.
Er würde wohl nie wieder die Gelegenheit bekommen, eine solche Veranstaltung zu besuchen. Und bei Klink hatte ich schon immer mal speisen wollen.
Ich hatte in den letzten Jahren gelernt auf meinen Bauch zu hören.
Also tat ich es. Mit Kreditkarte würde die Rechnung mit etwas Glück erst nächsten Monat kommen...

Das Publikum war eher stark  in der späten zweiten Lebenshälfte, kein Wunder bei den Preisen. Ich kam mir vor wie in einer Jane Austen Verfilmung.
Oder einem Roman von O’Brian...
Jede Menge Ballroben, Hochfrisuren und Geschmeide. Die Herren in Gehrock und schmalen Hosen oder in historischer Uniform, wie mein umwerfender Captain. Die Musik kam von einem Streichersextett, sonst aus der Konserve.
Ich schmiss mich fast lang, als just bei unserem Auftritt, wir waren mit die letzten die eintrafen, eine sehr vertraute Melodie erklang.
‘La Musica Notturna’von Boccherini und es klang ganz nach der Version vom M&C Soundtrack... Jack sah mich irritiert an. Ich zuckte die Achseln, grinste nur vielsagend.  Es ist die Schlusssequenz, als er und Stephen ein bisschen auf ihren Instrumenten rumalbern. Nach dieser Sequenz hatte Jack den Abgang gemacht... Volltreffer.
Mein persönlicher Schutzengel war heute Abend in Höchstform.

„Mylady“ meinte Jack knapp, verbeugte sich kurz und zog mich auf die  leere Tanzfläche. Er  sah mir eine Sekunde lang in die Augen, auf eine Art, die ich nicht deuten konnte.  Drei Atemzüge später fand ich mich im ersten Walzer des Abends wieder. Applaus wurde laut. Anscheinend hatten wir den Abend mit Jacks spontaner Einlage eröffnet. Er war ein sehr ordentlicher Tänzer.
Gute Führung, wen wundert’s, gute Haltung. Und er liebte es ein bisschen anzugeben. Seine Uniform war mit Abstand die beeindruckendste. Nun.
Sie war echt. Er war echt.
Ok. Echt unecht.
Jemand reichte uns Sekt, als die Musik verklang. Das Sextett sprang ein mit etwas aus der ‚Zauberflöte’. Ein Mädchen oder Weibchen...
Träumte ich? Eines meiner Lieblingsstücke... danke, Wolferl*...
„Bravo! Es wurde auch Zeit!“ lobte uns der Spender, ein Herr im Rentenalter in Gehrock und steifem Kragen. Kurzes, weißes Haar, markante Nase.
 Eine artige Verbeugung.
„Günther von Dors. Vorsitzender des Segelclubs. Herzlich Willkommen! Herr und Frau...?“
Jack strahlte ihn irritiert an.
Er verstand natürlich keine Silbe.
„Oh, vielen Dank für diese Begrüßung, Herr von Dors! Wir sind nicht verheiratet. Dies ist mein Freund Jack, zu Besuch aus England, seines Zeichens  Offizier in der Royal Marine. Der Abend ist eine Überraschung für ihn. Ich wusste selbst nicht, was uns erwartet. Ich habe erst Samstag gebucht. Und ich bin überwältigt! Ach, nennen sie mich Helga. Jack kann meinen Namen auch nicht aussprechen. Viel zu deutsch.“ Er lachte. Der Mann gefiel mir.
„Jack versteht nur Englisch.“ ergänzte ich.
Er begrüßte  in  schwäbelndem, aber sonst sehr ordentlichem Englisch  meinen Begleiter.
“Royal Marine?
How interesting? Where are you stationed, Jack?” Der Angesprochene reagierte sehr clever.
„Thank you, Sir. What a great soiree´!  At the moment I am stationed at this lovely ladies’ house. Afterwards I might return to the Caribean sea. My orders aren’t sure yet. You sail?”Kluger Goldilocks.
Ich warf ihm einen dankbaren Blick zu. Er deutete ein Zwinkern an.
Ein Herr forderte mich auf. Ich sah meinen Begleiter fragend an.
Er nickte, unterhielt sich weiter mit von Dors.
Zwei Walzer später klatschte er ihn ab. Ebenfalls ein Mitglied des Clubs.
„Ihr Begleiter trägt ja ein fantastisches Kostüm! Woher hat er es?“
„Erbstück. Sein Ururururgroßvater diente als Offizier unter Nelson. Es ist seins.“ log ich ohne rot zu werden. Mein Tänzer pfiff anerkennend durch die Zähne. „Verzeihen Sie, Sie sehen ebenfalls hinreißend aus!  Auch original?“
Er fiel fast in mein Dekollete...
„Der Inhalt schon. Ein Drittel der Haare, die Wimpern und das Outfit sind gefälscht!“ witzelte ich. Er sah mich einen Moment perplex an, dann lachte er.

„Jack, please. Let me breathe!” Er schmunzelte nur.
„Just this waltz. Don Giovanni.” LA DONNA  E MOBILE.
Zu deutsch: Launische Weiber... frei übersetzt.
“Hehe. Don’t  get too comfortable here. Since when do you speak Italian?” wollte ich wissen. “Since when do you?” konterte er.
“You should know by now, I am a woman of various talents..”
Er feixte.
Wieviel Sekt ich da schon hatte? Vier oder fünf. Dauernd riss mir jemand das kaum geleerte Glas aus der Hand und drückte mir ein gefülltes hinein.
„Indeed, indeed.“ stimmte Jack hinterlistig zu und zog mich Richtung Buffet.

Es war superb. Seafood in allen Varianten. Wir schlemmten uns durch Lobster, Lachs in mindestens acht Varianten, Garnelen, gegrillten Thunfisch, Scampi, eingelegt und gegrillt. Muscheln. Gebacken, in Soße, frische Austern und mit Pasta. Das maritime  Schlaraffenland a´ la Klink. Knoblauchbrot.
Jack entdeckte es zuerst. Er verbarg das knusprige Stück, schob es mir ohne Vorwarnung in den Mund. Sein Gesichtsausdruck war PRICELESS.
Blauer Marlin, Forelle aller Arten, Sushi, zu dem ich Jack überreden musste und als besonderer Gag: kroße Fischstäbchen und Frikadellen mit verschiedenen Saucen. Knoblauch, Sahne-Dill, Mehrrettich und süßsauer.
 Ich klopfte von Dors, der auch Organisator war, kräftig auf die Schulter, lobte ihn für das fantastische Buffet.
„Oh, Vinzenz ist ein alter Kumpel von mir. Loben sie ihn, nicht mich..“
Jack hatte gerade eine erotische Begegnung mit Tortellini al Salmone e Mozzarella. Als ich mich ihm näherte, schob er mir eine Gabel voll in den Mund. Sein Blick sagte alles. Er war in Ekstase. Ich kannte diesen Blick.
Mit Lachs und Mozzarella gefüllte handgemachte Tortellini, in einer Sahne- Weißweinsoße.
Wir fütterten uns gegenseitig. Es hatte etwas sehr, ähemm, eindeutiges.
Man beobachtete uns. Es war mir scheißegal. Keine Sau kannte mich hier. Keine Sau kannte Jack. Hoffe ich doch...??
„Ein 95’er Schnaiter Wartbühl müsste dazu gut passen..“ meinte von Dors, hielt uns zwei Kelche Weißwein hin. Unser Enthusiasmus gefiel ihm.
„Wollen sie mich heiraten, Herr von Dors“ scherzte ich beschwipst, aber noch Herrin meiner Sinne. Wir stießen an. Exzellenter Wein. Exakte Temperatur.
Ich dachte  eine Mikrosekunde an die Nudeln mit Ketchup.
Das war es wert. Keine Frage.

Drei weitere Walzer, dann flüsterte Jack mir verschämt etwas zu.
„What?“ Ich hatte ihn nicht verstanden.
„Go wash your hands and stay.” 
murmelte er verschwörerisch.
Ich überlegte kurz, dann ging mir ein Licht auf.
Es waren sicher die 1000 Watt, die seine Augen funkeln ließen.
Man sagt Seafood aphrodisische Wirkung nach. Jack schien auch davon gehört zu haben. Was mich anging, der Mann an sich war mir anregend genug.
Also tat ich wie mir geheißen.
Er huschte herein, als ich tatsächlich meine Hände wusch, sah sich um.
„Anyone else here?” Ich schüttelte vielsagend den Kopf, fand mich wenige Atemzüge darauf  mit noch feuchten Händen in einer der drei sehr gepflegten Kabinen wieder.
„Jack, come on. Not here. You are nuts.” kicherte ich.
„Either here or on the dancefloor.“ ließ er mir herausfordernd die Wahl.
“Well, never did it on a dancefloor..”
nahm ich ihn hoch.
„Great. They’ll kick us out, but what the hell…
” scherzte er, machte Anstalten die Tür zu öffnen. Ich gab ihm einen Klaps.
„Confess, you dirty boy! What did you read when Mom was gone? Quickie?”
Er kicherte. Einige Strähnen hatten sich aus dem Zopf gelöst, hingen ihm dekorativ ums Gesicht.
Statt zu antworten, setzte er sich auf die geschlossene Toilette und zog mich auf  seinen Schoß, der eindeutig auf das maritime Buffet reagiert hatte. Oder auf was auch immer. Nach heftigem Geknutsche und allerlei Verrenkungen, fand ich es nicht wirklich stimulierend.
Sex auf’m Klo?
Solch ein stimmungsvolles Ambiente, fantastisches Essen und Getränke, tolle Musik, Walzer ..und dann auf’m Klo?
NEEEEEE
„Jack..“
„Hmm...“ 
brummelte er irgendwo aus den Tiefen meines Ausschnitts.
„Jack, not here.”
“Hmm?”
“I will make up for it later. But not here.”*
Er tauchte auf  und sah mich an wie ein Kind, dem man den Lutscher geklaut hat. „Jack, don’t make me feel bad. I am not in the mood. Not here.”
Er seufzte, als würde er demnächst ableben. MÄNNER.

Die göttlichen Tortellini waren  aufgefüllt worden. Ich tröstete ihn mit einem Teller voll, eigenhändig.
Wir tanzten und tranken und aßen und ... und...und...und

„Was haben Sie denn da für ein Prachtexemplar dabei?“ sprach mich eine Blondine von links an, als Jack mal für Kapitäne war.
Sie funkelte vor Neid. Ihr Begleiter war kahl, knorrig und ein Vierteljahrhundert älter. Meiner stand gut in Fleisch und Haar und war sage und schreibe Eins  komma zwei Jahre jünger als ich, wen ich vom Alter Ego ausgehen durfte. Ätsch.
Sie war Pamela Anderson  goes Germany. Ganz Silikon und Botox.
Und  Wasserstoffperoxid.
„Sagen sie es nicht weiter. Er ist von einem Callboy Service.  Er macht sich ja ganz gut in der Uniform, aber sonst.. TOTE HOSE..“
Ich warf ihr einen verschwörerischen Blick zu.
Sie zog schockiert die gemalten Brauen hoch und verabschiedete sich.
Jack wunderte sich, warum ich so lustig drauf war, als er zurückkam.

Von Dors gesellte sich zu uns, wollte uns fürs Frühjahr auf sein Boot einladen.
„Das ist wirklich ein tolles Angebot, aber ich fürchte Jack wird nicht  können. Er muss Sonntag zurück und wie sein Dienstplan dann aussieht... wer weiß...“ erklärte ich bedauernd. Er musterte meinen Begleiter eingehend.
Dann wandte er sich wieder mir zu.“ Sagen Sie mal, Helga. Als Offizier solch langes Haar? Ist das denn erlaubt??“
Oh, shit. „Das ist eine Perücke. Ich bin vom Fach. Jack hat ein Faible für seinen Namensvetter Jack Aubrey. Diese Romanfigur von Patrick O’Brian .Kennen sie die Bücher?? Sehr zu empfehlen. Eins davon wurde verfilmt, lief kürzlich im Kino..“ ohhhh, shut up... wenn er den Film gesehen hat..
Er hatte nicht. Ufff.
„Nein, aber ich kenne die Hornblower Serie. Danach habe ich den Abend gestaltet. Also ist er als diese Figur verkleidet??“ Ich nickte.
Jack sah mich argwöhnisch an. Er hatte seinen Namen gehört.
„I just told Mr. Von Dors, you are a fan of Jack Aubrey and so you came here as him.” Er zog nur die Brauen hoch, lächelte irritiert.
„What the hell is going on?? You tell people who I am???” zischte er mir kurz darauf zu. „Calm down, I only said you ‘play’ Jack Aubrey..”
Seine Brauen wanderten zum Haaransatz, das schien ihn vollends zu verwirren.
Ich zwinkerte ihm zu. Das Dessertbuffet wurde gerade gebracht.
Nach einem Teller voll hausgemachtem Tirami Su, exotischem Obstsalat und Windbeuteln in Form von Schiffchen, gefüllt mit einer himmlischen Himbeer-Mascarpone Creme, hinuntergespült mit ‚Canstatter Zuckerle’ war mein verfressener Captain mit dem süßen Zahn wieder  im Lot.

Irgendwann, in einem Nebel aus Walzer, Windbeuteln, Fischstäbchen, Sekt und Jack bekam ich mit, dass eine Kostümprämierung stattfand.
Ich lächelte alle begeistert an.
Dann verlor ich den Faden..

Ich kam in der Limo zu mir.
„Wohin?“ wollte der Fahrer wissen. Ich nannte ihm die Adresse.
Er programmierte sein System, fuhr los.
„Jack?“
„Yes, dear?“
„How late?“
„No idea.“
Er fragte den Fahrer.  Viertel vor sieben.
Woaaaa
„What happened? I lost it somehow..” Er kicherte, statt zu antworten.
“Hope you kept me from anything odd…”  wagte ich zu sagen.
“We won the contest.” meinte er stolz.
“Which contest?”
“Costume” Er klang selbst etwas erschöpft.
„Really???“ fragte ich lahm.
“Did you enjoy yourself?” wollte ich noch wissen.
“Oh, dear. It was magnificent.” seufzte er entzückt, drückte mir einen schlecht gezielten Kuss auf. Er traf meinen rechten Nasenflügel.
Als wir zuhause ankamen, gab ich dem Fahrer ein dickes Trinkgeld und wankte mit Jack zur Haustür.
Mickey saß davor und sah mich vorwurfsvoll an. Mein Schwager öffnete gerade die Garage, sah verblüfft herüber. Wahrscheinlich glaubte er Halluzinationen zu haben. Seine Schwägerin, der eiserne Single, stand mit einem langhaarigen Kerl in Uniform  in aller Frühe vor ihrer Tür...
Ich winkte ermattet, schloss auf. Die Vögel begannen schon zu zwitschern.
Mickey schoss rein und die Treppe rauf.
 Felix schoss  die Treppe runter und raus. Launische Weiber.
Jack öffnete die Terrassentür. Ein Mann der lüftet, nicht verfroren ist.. unglaublich..

Die kalte Luft brachte mich zur Besinnung.
„Go for the bathroom. I need longer.” schickte ich ihn hoch. Er verlor unterwegs sein Outfit. Jacke, Hemd, Stiefel, Strümpfe, Kniehose. Ich sammelte alles ein, hängte es über die Galerie, während die Dusche rauschte.
Ich zupfte mir den falschen Wilhelm vom Kopf und die  falschen Wimpern von den müden Lidern, bürstete meine Haare und schminkte mich ab.
Einen Stock höher hörte man erledigte 190 Pfund in die Matratze krachen.
Dorthin zog es auch mich.
Fünf Minuten später  kroch ich geduscht und völlig fertig neben ihn.
Er schnarchte schon.
Da war doch was gewesen auf dem Klo..??
Ach. Morgen, äh, übermorgen war auch noch ein Tag.
Und dann noch drei.
Der Countdown lief.
Ich schmiegte mich an das schnarchende ‚Prachtexemplar’ , schlang die Arme um seine Mitte. Er gab ein schläfriges Brummen von sich.
Und mal wieder kein Underwear... ich kicherte noch ein Weilchen selig vor mich hin, dann klinkte sich mein übermüdetes Bewusstsein aus....

*Wolfgang Amadeus Mozart

zurück                                          weiter