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Kapitel 46 - Täuschung "Pssst, General." Diesesmal wachte Maximus augenblicklich auf, das Messer in der Hand, und kurz danach befand er sich auch schon auf dem Boden seines Zeltes, obwohl er sich ein wenig verwirrt fühlte. Wie spät war es? Es kam ihm vor, als ob er eben erst eingeschlafen war. "Hier bin ich", flüsterte er zurück. "Mach heute später am Tag keinen Ausritt, Herr." Maximus dachte mit einem Anflug von Humor an seine Unterhaltung mit Julia. "Das hatte ich auch nicht geplant." "Cassius hat vor, Dich zu einem Ausflug in die Umgebung mitzunehmen. Er beabsichtigt, daß Du von Deinem Pferd fallen sollst, während Du eine schmale Brücke passierst, in den Fluß stürzt und ertrinkst. Wenn Du nicht ertrinken solltest, werden Dich seine Männer so lange unter Wasser drücken, bis Du tot bist." Maximus mußte beinahe lachen. "Und das soll vermutlich wie ein Unfall aussehen? Es gibt keinen einzigen Mann in der gesamten römischen Armee, der glauben würde, daß ich einfach von meinem Pferd falle." Claudius klang ein wenig verletzt. "Ich sage Dir nur, was ich gehört habe, Herr." "Es tut mir leid, Claudius. Ich bin nur so müde, und im Moment erscheint mir alles so lächerlich." Maximus schüttelte ungläubig den Kopf über das, was er hörte. "Sie haben vor, den Sattelgurt anzuschneiden ..." "Und wie wollen sie es einrichten, daß der Sattelgurt just in dem Augenblick durchreisst, wenn ich auf der Brücke bin?" Die ganze Sache klang verrückt ... verrückt genug, daß Maximus plötzlich vollständig wach war und sehr argwöhnisch. War es klug von ihm, Claudius immer noch zu trauen? Er erhob sich auf die Füße so geschmeidig und leise wie eine Katze und gewegte sich zur rückwärtigen Wand des Zeltes, wo er das Messer in die Naht steckte und diese aufschlitzte indem er die Stiche durchtrennte und dann den Spalt mit den Fingern auseinanderriss. Ebenso unauffällig kehrte er wieder zu seinem Platz auf dem Fußboden zurück. " ... mußt mir vertrauen ... " war alles, was Maximus von Claudius' letzter Bemerkung mitbekam. "Ich traue Dir, und ich werde sehr vorsichtig sein. Danke für die Warnung, Claudius. Hast Du nach dem Abendessen mit dem Tribun gesprochen?" Er zögerte, Marcellus' Namen zu nennen. "Bis jetzt hatte ich noch keine Gelegenheit, Herr. Ich dachte mir, ich sollte zuerst mit der Warnung direkt zu Dir kommen." "Ich weiß das zu schätzen, Claudius, und ich werde sehr vorsichtig sein." "Ich werde Dich jetzt wieder schlafen lassen, Herr." Claudius erhob sich und begab sich zur hinteren Seite des Zeltes wie er es schon zuvor getan hatte. Innerhalb des Zeltes ging Maximus neben ihm her und schaute durch die Öffnung an der Rückseite auf den Rücken des sich entfernenden Mannes ... und auf seinen kahlen Kopf. Es war derselbe kahle Kopf den er beobachtet hatte, als dieser den Raum neben jenem verließ, welchen er mit Julia geteilt hatte. Langsam sank Maximus zu Boden. Er wußte, daß seine Erinnerung an Claudius ungetrübt war. Der Mann, der jene Tapferkeitsmedaille in Germanien erhalten hatte, dieser Mann hatte dichtes helles Haar. Dafür hätte er sein Leben verwettet. Hatten sie Claudius getötet, damit jener kahle Mann die Identität des Soldaten annehmen konnte, um ihn in ein falsches Gefühl der Sicherheit zu wiegen? Was ging hier vor sich? Waren Marcellus und Julia ebenfalls Teil dieses Täuschungsmanövers? Marcellus sicherlich ... aber Julia? Zorn kochte in seinen Adern. Nach einigen tiefen beruhigenden Atemzügen schlenderte Maximus zum Eingang seines Zeltes und schreckte die vor sich hin dösenden Wachen auf. Mit verschwörerischem Grinsen sagte er. "Mich juckt da was, und ich kann mich einfach nicht kratzen. Diese rothaarige Sklavin ... Julia ... bringt sie mir her." Die Wachen blickten einander offensichtlich alarmiert an und einer sagte: "Sie gehört Cassius, Herr." "Nun, Cassius war nur zu bereit, sie früher in dieser Nacht zu teilen. Ich bin sicher, daß er nichts dagegen hat, dies nocheinmal zu tun." Die Wachen rührten sich nicht von der Stelle. "Schließlich bin ich sein Gast." Nachdem er einen Augenblick nachgedacht hatte, nickte der dienstälteste der Wache mit dem Kopf und ein anderer Mann hastete in Richtung des Prätoriums. Weniger als fünfzehn Minuten später kehrte er zurück und zerrte eine ganz offensichtlich verängstigte Julia hinter sich her, die ihr Gewand über der Brust zusammengeklammert hielt. Ihre Augen weiteten sich, als sie Maximus' ansichtig wurde, und man warf sie ihm grob in die Arme. Er nickte den Wachen dankend zu, bevor er sie hochhob, einen Arm unter ihren Brüsten, sie durch die Zeltöffnung trug hinüber zu seinem Bett und sie dort wieder absetzte. Er hatte sie immer noch fest in seinem Griff. Ihr Gesicht spiegelte eine Mischung aus Furcht und Verwirrung wieder. "Maximus ..." Die Worte blieben ihr im Hals stecken, als sie die scharfe Spitze eines Messers unter ihrem Ohr spürte. Noch viel furchterregender war jedoch der Klang von Maximus' Stimme, als er in ihr Ohr knurrte. "Nette Vorstellung heute Abend, Julia." "Maximus, ich verstehe nicht." Sie zitterte am ganzen Leibe. "Sprich leise oder ich schlitze Dir Deine hübsche Kehle auf." Julia versuchte verzweifelt, seine Stimmung zu heben. "Ich wußte, daß Du frustriert sein würdest, aber dies ..." "Sei still und tu, was ich Dir sage. Beschreibe mir Claudius." "Ich habe ihn nie gesehen." Eine der Wachen schob den schweren Vorhang etwas beiseite und spähte herein. "Raus!" brüllte Maximus und Julia zuckte zusammen als ob man sie geschlagen hätte. Der Vorhang schloß sich wieder, und Maximus setzte sein Verhör fort. "Wer hat Dein Treffen mit mir heute abend organisiert?" "Das war Marcellus." "Marcellus. Ist er wirklich ein Tribun, Julia?" Sie wimmerte vor sich hin, durch Maximus' plötzliche Brutalität in Panik versetzt. "Ja, ja. Er ist einer von Cassius' engsten Beratern." "Und er wies Dich an, was Du mir sagen solltest?" "Ich habe für Dich nur genau das wiederholt, was er mir zu sagen aufgetragen hatte. General, was ist los?" Maximus' Brustkorb hob und senkte sich in seinem Zorn und sie spürte seinen stossweise gehenden Atem an ihrem Ohr. Er knurrte: "Claudius ist nicht Claudius." "Was?" "Ich kenne Claudius noch aus Germanien, und der Mann, der vorgibt, er zu sein, sieht ihm in keiner Weise ähnlich. Claudius ist ... war ... von mittlerer Größe und blond. Dieser Mann ist stämmig und kahl." "Das ist Balbinus. Er ist ein Tribun und enger Freund von Marcellus. Maximus ... was geht hier vor?" "Ich weiß es nicht. Aber Du bist ein Teil von alle dem." "Bitte ... ich habe nur die Botschaft ausgerichtet, Maximus. Ich habe nichts mit irgendeiner Verschwörung gegen Dich zu tun." Julia weinte jetzt still vor sich hin. "Glaubst Du wirklich, daß ich Dir das antun könnte?" "Ich glaube, daß Du alles kannst, was Du nur willst. Das war wirklich eine nette kleine Vorstellung, die Du da heute abend für mich abgezogen hast." Julia legte ihre zitternde Hand über seine Faust, die das Messer an ihre Kehle drückte. "Es war keine Vorstellung, Maximus." Er erlaubte ihrer Hand, das Messer wegzuschieben, dann trat Julia zurück und wandte sich um, damit sie ihm ins Gesicht schauen konnte. Sie hielt sich selbst fest umschlungen, während sie versuchte, das Schluchzen zu unterdrücken, das unter dem Vorhang rot-goldener Haare hervordrang, der ihr zu Boden gewandtes Gesicht verbarg. "Ich würde nie ... ich habe nicht ... ich ...", stotterte sie zwischen Schluchzern und Schluckauf. Maximus seufzte ungeduldig, dann steckte er das Messer hinter seinem Rücken in den Gürtel und versuchte, Julia in seine Arme zu nehmen. Sie widersetzte sich jedoch und versuchte, sich möglichst weit weg von ihm zusammenzukauern. Er gab jedoch nicht nach, und endlich sank sie an seine Brust und ließ ihren Tränen freien Lauf , bis sie seine Tunika durchnässten. Er flüsterte in ihr Haar und seine Stimme hatte einen entschuldigenden Klang: "Es tut mir leid. Ich bin schuld daran, daß Du heute Nacht so viel weinen mußt. Ich weiß nicht, wem ich trauen kann, Julia, oder wer versucht, mich in eine Falle zu locken. Und ich weiß nicht, wie Du in diesen Plan paßt." "Niemand vertraut mir, Maximus. Ich werde nur benutzt ... als Bote ... als ein Werkzeug, um sich zu vergnügen. Ich befriedige lediglich die Bedürfnisse von Männern. Nichts mehr." Sie trat zurück und schaute ihm in die Augen. "Ich könnte niemals mit dem Gedanken leben, Dich - wenn auch nur unabsichtlich - mit etwas verletzt zu haben." "Das hast Du nicht. Komm her und setz Dich." Sie folgte Maximus zu seinem Bett, wo sie sich nebeneinander niederließen, dicht beieinander, jedoch ohne sich zu berühren. "Ich hätte Dich mit diesem Messer nie verletzt", versuchte er sanft sie zu beruhigen. "Nun, Du warst ziemlich überzeugend. Du kannst sehr furchterregend sein, wenn Du willst." "Ich weiß. Manchmal ist das ganz praktisch." Er senkte seine Stimme zu einem Flüstern. "Julia, ich brauche Deine Hilfe." "Wie kann ich Dir helfen?" "Ich muß Cassius töten und es muß so aussehen, als ob einer seiner Männer es getan hätte." "Warum einer seiner Männer?" "Weil, wenn ich ihn töte, ich hier niemals lebend herauskomme und auch keiner meiner Männer. Aber wenn die Soldaten seiner Legion denken, daß einer von ihnen ihn getötet hat, dann würde es sie so weit verwirren, daß die Anhänger von Marcus Aurelius ihre Kräfte so weit sammeln könnten, um die Kontrolle zu übernehmen ... mit meiner Hilfe, natürlich." Er ließ ihr Zeit, diese Information zu verarbeiten, dann fügte er hinzu: "Willst Du mir helfen?" Sie nickte. "Du weißt, daß ich will." Sie machte eine Pause und fuhr dann fort: "Wirst Du mir vertrauen?" "Ja." "Bist Du sicher? Ich will nicht noch einmal hier hereingeschleppt werden mit einem Messer an meiner Kehle." Maximus lächelte über ihren neckenden Ton. "Das kann ich Dir nicht verübeln." "Was ist mit der Verschwörung gegen dein Leben? Du bist auch in Gefahr, vergiß das nicht." "Balbinus warnte mich vor einem Ausritt außerhalb des Lagers später heute am Tage. Vielleicht beabsichtigt Cassius, das Lager zu verlassen, nachdem er mich so eingeschüchtert hat, daß ich im Lager zurückbleibe, wo ich praktischerweise tot sein werde, wenn er zurückkehrt, und seine Hände werden makellos rein sein." Julia schauderte. "Ich muß einfach nur verhindern was immer er im Schilde führt", sagte Maximus beiläufig, während er seine große Hand über die ihre legte und sie vollständig bedeckte. "Bist Du mit Cassius Gewohnheiten vertraut?" Julia nickte. "Allzu vertraut." "Beschreibe sie mir, so daß ich herausfinden kann, wann und wo ich es machen muß." Das bemerkenswerte Paar saß dicht beieinander auf seinem Bett und sprach leise miteinander. Gelegentlich schob Maximus eine Locke ihres Haares beiseite, und für das Auge jedes zufälligen Betrachters sahen sie aus wie Liebende, die Worte und Gesten der Zuneigung austauschten. |
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Kapitel 47 - Das Schicksal der Wachen Obwohl die Sonne am nächsten Morgen schon lange aufgegangen war, und General Maximus immer noch nicht erschien, waren die Wachen nicht besorgt. Schließlich war der Mann heute Nacht sehr beschäftigt gewesen, und selbst er brauchte seinen Schlaf. Als er jedoch um die Mitte des Vormittags immer noch nicht zu sehen war, beschlossen sie, ihn zu wecken. Was sie fanden, war eine aufgeschlitzte Naht des Zeltes und ein leeres Bett. Die vier Wachen erstarrten augenblicklich in panischem Schrecken. Cassius hatte sie beauftragt, General Maximus zu jeder Minute des Tages zu folgen, und nun hatten sie nicht die geringste Idee, wo er sein könnte. Das quälende Bild von an ihren Kreuzen verfaulenden Zenturios schoss wie ein Blitz gleichzeitig durch ihrer aller Köpfe, und ihre Mägen verkrampften sich, während ihre Beine nachzugeben drohten. Nach einer kurzen, aufgeregten Diskussion, rannten zwei von ihnen los, um Maximus' Männer zu befragen, und die anderen beiden machten sich auf den Weg, um Julia zu verhören. Die Männer von Maximus' Kavallerie waren damit beschäftigt, sich um ihre Pferde zu kümmern, oder sie saßen in kleinen Gruppen beieinander und unterhielten sich, als die Wachen ihre Waffen schwingend und Drohungen ausstoßend auf sie zustürmten. Unerschrocken hielten die Männer von Felix III kurz für einen neugierigen Blick inne, bevor sie zu ihrer jeweiligen Beschäftigung zurückkehrten und ganz bewußt den Aufstand ignorierten. Sie traten beiseite, als ihre Unterkünfte durchwühlt wurden, krümmten aber keinen Finger, um dabei behilflich zu sein. Statt dessen tauschten sie vielsagende Blicke aus: Maximus war also entwischt, nicht wahr? Das bedeutete, daß ihr General beschlossen hatte, es sei Zeit zum Handeln. Nach einer Stunde vergeblichen Suchens machten die zutiefst frustrierten und verängstigten Wachen einen großen Fehler. Eine griff in das Haar eines Soldaten, der still dasaß und ihnen den Rücken zukehrte, zog mit einem Ruck dessen Kopf zurück und hielt ihm eine Klinge unter das Kinn, während sie Antwort von ihm verlangte. Augenblicklich waren alle Männer auf den Beinen, Waffen gezückt und bereit, ihren Freund zu verteidigen. Der Sprecher der Kavallerie, Gallienus, sagte ruhig: "Ihr habt diesen Ort gründlich durchsucht und nicht die Spur von General Maximus gefunden. Wir wissen nicht, wo er ist und dieser Mann", Gallienus deutete mit dem Kopf auf den bedrohten Soldaten, "weiß nicht mehr als wir alle. Wenn Ihr ihn verletzt, werdet Ihr sterben. Wenn Ihr General Maximus irgendwelchen Schaden zufügt, wird keiner von uns eher ruhen, bis daß Ihr tot seid. Wie Ihr also feststellt, seid Ihr in einer ziemlich unangenehmen Situation. Laß sofort das Schwert fallen und gib ihn frei." Die Hand der Wache gab nach und das Schwert hing schlaff unter dem Kinn des Soldaten herab. Augenblicklich sprang Gallienus auf ihn zu, und schlug ihn mit einem gezielten Schlag auf den Nacken zu Boden. Die andere Wache erfuhr das gleiche Schicksal bei dem Versuch davonzulaufen. Maximus' Männer schleiften die Wachen in einen nach hinten gelegenen Raum und fesselten sie, dann zogen zwei der Soldaten der Kavallerie deren Uniformen an, liefen zu Maximus' leerem Zelt und standen Wache, als ob nicht das Geringste vorgefallen wäre. Julia erfuhr von der Ankunft der Wachen durch die Schreie der anderen Sklavinnen, die den Männern, die entschlossen schienen, ihr Quartier in Stücke zu reißen, Schimpfwörter an den Kopf warfen. Von ihrem Platz im Bad aus konnte sie hören, wie Betten umgeworfen und Regale von den Wänden gerissen wurden, die dann zu Boden krachten und das Holz splittern ließen. Alles in ihr spannte sich an und sie kroch tiefer in ihre große Badewanne hinein; die Knie an die Brust gezogen, drängte sie einige der auf dem stark parfümierten Wasser treibenden und dessen spiegelnde Oberfläche verbergenden pinkfarbenen Rosenblätter bei Seite. Die Wachen brachen durch die Tür und drehten und wanden sich, um den Griffen der zornigen Frauen zu entgehen, die sie verfolgten, ihre Gesichter zerkratzten, an ihren Kleidern und Haaren rissen und gegen ihre Schienenbeine traten. Als eine der Wachen bei Julia anlangte, bedeckte sie ihre Brüste und forderte: "Verschwinde von hier, Du Flegel! Siehst Du nicht, daß ich bade?" "Wo ist er?" schrie die Wache. "Wo ist wer?" fragte Julia kühl. "General Maximus! Er war letzte Nacht mit Dir zusammen und nun ist er weg!" "Du Idiot! Du hast mich persönlich vergangene Nacht hierher begleitet, und ganz offensichtlich war er nicht bei mir!" Er stürzte sich auf Julia, griff ihren Arm und zog sie aus dem Wasser, während kleine Rinnsale ihren nackten Körper hinabrannen und die seltsamen Blätter an ihrer glänzenden Haut klebten. Augenblicklich traten die anderen Frauen zwischen Julia und die Wanne und hüllten sie in ein großes, weiches Tuch, während sie die Wachen mit wütenden Blicken bedachten. "Also! Du hast mich aus meinem Bad gezerrt. Und was nun? Möchtest Du, daß ich Dir unser Quartier nochmals zeige, Wache? Um Dir abermals zu beweisen, daß General Maximus nicht hier ist?" Die Wache stand einfach nur da, völlig verunsichert, was sie als nächstes tun sollte; also griff Julia den Arm des Mannes und zog ihn in Richtung ihrer Schlafräume. "Nicht so eilig", sagte er und blickte sich in dem kleinen Raum um. Es gab hier nichts, wo ein Mann sich verstecken konnte, trotzdem stocherte er hinter Vorhänge und in Stapel von Handtüchern, bevor er Julia und den meisten ihrer Freundinnen zurück in die Schlafräume folgte, wo sie ungeduldig mit ansahen, wie dieser Ort abermals durchwühlt wurde. Die wenigen Frauen, die im Bad zurückblieben, schlossen leise die Tür und rannten dann in wildem Lauf zu dem mit Blättern bedeckten Badewasser, langten hinein, packten Maximus bei den Haaren und zogen ihn an die Oberfläche. Er tauchte auf - spuckend und nach Luft schnappend, den Mund weit geöffnet, die Augen zusammengepresst. Seine Lungen brannten, weil er ihnen so lange die nötige Luft vorenthalten hatte, und er rieb mit den Knöcheln seiner Hand über die Augen, um das parfümierte Öl wegzuwischen, das diese so reizte. Eugenia und Honora legten ein Tuch über sein tropfendes Haar und ein weiteres um seine Schultern, während sie aufmerksam auf den Tumelt vom anderen Zimmer her lauschten, jederzeit bereit, ihn, falls nötig, wieder unter Wasser zu drücken. Plötzlich verstummte der Lärm, und Julia kehrte nach kurzer Zeit wieder ins Bad zurück, rannte zu Maximus hin und kauerte sich an seine Seite, während sie das Tuch wegnahm, ihm über den Kopf strich und ihm einige Worte zuflüsterte. Sie war nun angekleidet. Nachdem sie sich aufgerichtet hatte, legte sie ihre Hände unter seine Oberarme und half ihm, das Gleichgewicht zu halten, während er aufstand - Wasser lief in Sturzbächen aus seiner durchtränkten Tunika und auf dem roten Fliesenboden bildeten sich Pfützen. Ein Dutzend Frauenhände griff nach ihm, und eine junge Frau reichte ihm ein in klares, sauberes Wasser getauchtes Tuch, das er dankbar auf seine Augen drückte, während er noch bis zu den Knien in der Wanne stand, und sein muskulöser Körper sich unter der Tunika deutlich abzeichnete. Nach nasser Wolle und Rosen riechend öffnete er endlich seine blutunterlaufenen Augen und trat über den Rand der Wanne, vorsichtig, um nicht auf dem glitschigen Boden auszurutschen. Er schaute Julia an und grinste: "Meinen herzlichsten Dank, gnädiges Fräulein, daß ich das Bad mit ihnen teilen durfte, aber beim nächstenmal würde es auch etwas weniger von diesen parfümierten Ölen tun. Sie brennen höllisch in den Augen!" Julia lächelte zurück, und ihre Gefährtinnen konnten das Kichern kaum unterdrücken, während sie seine männliche Figur bewunderten. "Sind sie weg?" fragte er. Mehr als ein Dutzend Köpfe nickte eifrig bejahend. "Vielen Dank, meine Damen. Bald werdet ihr freie Frauen sein. Julia, zieh Dich an und komm mit mir ... wähle etwas Verführerisches aus." Während Julia hastig ihre Gewänder anlegte, wrang Maximus soviel Feuchtigkeit als möglich aus seiner Tunika und zog seine Stiefel an, die unter den schweren Kleidern von zwei der Frauen versteckt gewesen waren. Eine andere reichte ihm sein Schwert, das immer noch warm war von seinem Versteck dicht an ihrer Haut. Die blonde Sklavin, die während der Party bei Cassius gewesen war, kam lachend in den Raum gerannt. "Ich habe die Wachen beobachtet, als sie weggingen", kicherte sie. "Sie sind weiß wie die Wand und wißt Ihr, wo sie hingegangen sind?" "Wohin?" fragten fast zwei Dutzend Stimmen gleichzeitig. "Direkt aus dem Lager. Ich schwöre es! Sie sind durch das Tor hinausgegangen und rannten auf die Wälder auf der anderen Seite zu. Ich habe sie beobachtet!" Maximus konnte ein kleines Lächeln des Triumpfes nicht unterdrücken. So weit so gut. |
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Kapitel 48 - Unter Kontrolle Cassius saß an seinem großen, verzierten Schreibtisch und machte Eintragungen in sein Tagebuch, als Julia unangemeldet sein Zelt betrat. Er schaute kurz zu ihr auf, senkte dann aber seinen Kopf wieder über seine Arbeit. Ohne nochmals aufzuschauen sagte er: "Was willst Du?" "Ich will Dich nur sehen. Ich vermisse Dich, wenn Du so viel arbeitest." Sie trug ein beinahe durchsichtiges, fließendes Gewand. Julia schlenderte hinüber zu seinem Schreibtisch, strich mit ihren langen Fingern über seine Hand, dann seinen Arm hinauf zu den Schultern, wo sie beide Hände benutzte, um die verspannten Muskeln an seinem Nacken zu massieren. Nach einigen Augenblicken konnte sie feststellen, wie sich das Tempo seines Schreibens deutlich verlangsamte und er endlich ganz aufhörte, die Augen schloß und sich ihren Diensten hingab. "Ah, Julia", seufzte er. "Du bist die Beste, die ich je gezüchtet habe." Es gelang ihr, den ruhigen und gleichmäßigen Rhythmus ihrer Finger beizubehalten. "Ich habe noch zwei kleine Schwestern von Dir, weißt Du ... und sie sind bereit, Dir zu folgen. Wenn wir wieder in Rom sein werden, dann werde ich Dir die Verantwortung für ihre Ausbildung übertragen. Sie werden großartige Geschenke abgeben, denke ich, für Männer, deren Gefolgschaft ich mich versichern muß." Maximus schauderte sichtbar, als er Cassius' gefühllose Worte vernahm, und in seinem Versteck hinter einem schweren Vorhang neben der Tür konzentrierte er sich darauf, seinen Atem ruhig und unhörbar zu halten. Die Wache, deren Uniform er trug, war bewußtlos und gefesselt und sicher in einem Schrank verstaut. Maximus betete, daß Julia nicht auf Cassius' Köder anbeissen möge. "Ich tue, was immer Du von mir willst, Herr", sagte Julia, ihre Stimme war so ruhig wie ihre Hände. Trotzdem war ihr nur zu deutlich bewußt, daß sie unter ihrer Tunika verborgen ein Messer trug ... ein Messer, von dem nicht einmal Maximus wußte, daß sie es besaß. Als Cassius sich entspannte, und sein Kinn auf die Brust sank, griff ihre eine Hand nach dem Silbergriff des Messers und zog dieses langsam aus seinem Vesteck hervor. Sie schreckte entsetzt zusammen, als Marcellus in den Raum stürmte, und ließ beinahe die Klinge fallen. "Cassius!" schrie er. "Irgendetwas ist hier faul. Zwei der Männer, die Maximus bewachten, sind heute nacht aus dem Lager geflohen ... " Er hielt abrupt inne, als er Julias ansichtig wurde. "Nun, also ... vielleicht haben wir hier jemanden, der uns sagen kann, was eigentlich vor sich geht. Wie es scheint, ist Maximus heute noch nicht gesehen worden, und wie ich gehört habe, bist Du letzte Nacht mit ihm in seinem Zelt gewesen." Cassius machte eine Bewegung, um sich ihr zuzuwenden, aber sie war schneller und rammte ihr Messer bis zum Griff in seine Halsschlagader. Blut schoß in weitem Bogen heraus und tränkte die Papiere unter seinen Händen, bevor sein Kopf mit einem abscheulich dumpfen Geräusch auf die Tischplatte fiel. Marcellus war zu verblüfft, um sich zu bewegen, und das einzige Wort, das er hervorbringen konnte, ging unter, als sein Kopf von einer schwarzgekleideten Wache herumgerissen und sein Genick gebrochen wurde. Maximus ließ den Körper langsam zu Boden gleiten, seine blauen Augen auf Julia gerichtet, die immer noch ruhig hinter dem Tisch stand und Maximus' Blick gelassen erwiderte. "Er ist tot", sagte sie schlicht. "Das sehe ich", entgegnete er, während er über Marcellus hinüberstieg und langsam auf sie zu kam. "Das ist nicht gerade gelaufen, wie es geplant war." "Ich mußte es tun." Maximus nickte. "Das verstehe ich. Aber nun haben wir ein Problem. Wir müssen es so aussehen lassen, als ob Marcellus es getan hat." "Du kannst gehen, Maximus. Ich werde sagen, daß ich sah wie Marcellus Cassius tötete, und daß ich deshalb Marcellus getötet habe." Maximus blickte auf den verdrehten Körper, der zusammengesunken zu seinen Füßen lag. "Ich denke nicht, daß irgendjemand Dir glaubt, Du könntest einem Mann das Genick brechen, Julia." Er sah, daß sie leicht schwankte. "Julia, laß mich jetzt nicht im Stich. Wir müssen das zu Ende bringen. Sei stark." Sie schluckte heftig und nickte. "Nun, steig jetzt hier hinüber und vermeide sorgfältig das Blut auf dem Boden. Laß nichts davon an Deine Füße oder auf Deine Tunika gelangen." Sie tat, was er ihr sagte, wagte aber nicht, auf den toten Körper zu blicken, der ausgestreckt über der Tischplatte lag, und dessen roter Lebenssaft auf dem Holz glänzte und das Muster des Teppichs unter ihr tränkte. "Setz Dich hier in diesen Stuhl, während ich das Szenario für einen Mord herrichte." Maximus benutzte seinen Mantel, um vorsichtig das Blut von ihren Fingern und Armen zu wischen, während er sie zu dem Stuhl auf der anderen Seite des Raumes führte. Jetzt trat er in Aktion. Er wuchtete Marcellus' leblosen Körper auf die Beine und hievte ihn sich über die Schulter, dann trat er vorsichtig hinter den Schreibtisch. In dieser Stellung ergriff er die schlaffe Hand des Tribuns und zog mit ihrer Hilfe das Messer aus Cassius' Nacken, wobei er sicherstellte, daß Marcellus' Finger und Arme während dieses Vorganges mit Blut beschmiert wurden. Das Herausziehen des Messers verursachte ein gurgelndes Geräusch, als Luft durch die klaffende Öffnung in den Körper eindrang. Maximus blickte vorsichtig in Julia's kreidebleiches Gesicht. "Neig Dich nach vorn, nimm den Kopf zwischen die Knie und atme durch den Mund. Atme langsam und tief durch. Werde mir bloß nicht ohnmächtig." Julia gehorchte und ihr rotes Haar ergoß sich über den Boden - eine grausame Parodie des Mannes, den sie gerade getötet hatte. Maximus ließ Julias Messer zu Boden fallen und benutzte Marcellus' Hand, um den Brieföffner vom Schreibtisch aufzunehmen und ihn in die Öffnung einzuführen, die die Mordwaffe hinterlassen hatte. Dann ließ er Marcellus wieder auf den Boden und in das anzutrocknen beginnende Blut fallen. Mit seinem Fuß schob er den Körper ein wenig herum um sicherzustellen, daß dessen Brust mit einem purpurroten Blutfleck bedeckt war. Ein kurzer Blick gab Maximus die Gewissheit, daß Julia noch bei Bewußtsein war. Sie hatte sich wieder aufgerichtet, ihre Wimpern waren wie dunkle Flecken in ihrem bleichen Gesicht. Er wußte, was sie fühlte ... wie man sich fühlt, wenn man zum erstenmal im Leben einen Menschen getötet hat. Es war einfach nur schockierend, wie leicht es war. Maximus entledigte sich schnell der Uniform jener Wache und darunter kam seine eigene feuchte, zerknitterte Tunika zum Vorschein. Er zerrte die immer noch bewußtlose Wache aus dem Schrank heraus und fluchte vor sich hin, während er mühsam dem Mann seine Uniform wieder überstreifte. Dann benutzte er das Schwert der Wache, um einen tiefen Schnitt in Marcellus' Nacken zu schlagen, obwohl ihm bewußt war, daß das Herz des Toten nicht die nötige Menge Blutes pumpen würde, um die Wunde bei genauerer Betrachtung überzeugend wirken zu lassen. Maximus stöhnte angewidert in Anbetracht dessen, was er jetzt noch zu tun hatte. "Wenigstens wirst Du als Held sterben", murmelte er bedauernd vor sich hin, als er der Wache deren eigenes Schwert in den Leib rammte, und den Mann auf Marcellus' Körper fallen ließ, das Schwert zwischen den beiden eingeklemmt. Seine Hände waren mit Blut befleckt und rote Spritzer bedeckten seine ramponierte Tunika. Maximus trat einen Schritt zurück und überblickte das Szenario. Es war nicht allzu überzeugend aber es mußte ausreichen. Er nahm Julias Messer wieder an sich, wischte es ab und steckte es in seinen Gürtel. Dann ergriff er Cassius' schweren Mantel und hüllte sich selbst darin ein. Er hockte sich vor Julia hin und nahm ihre kalten Hände in die seinen. "Julia, hör mir zu. Ich muß gehen und das Blut abwaschen und eine saubere Tunika anziehen. Warte bis ich zurückkomme, bevor Du Alarm schlägst. Wenn jedoch inzwischen jemand hereinkommt, dann mußt Du so tun, als ob Du gerade eben in diese Mörderszene hineingestolpert bist und ohnmächtig wurdest, bevor Du wieder so weit zu Kräften kamst, um Dich in diesen Sessel zu schleppen. Gib niemandem eine Erklärung, verstehst Du mich?" Julia nickte und ein Hauch von Farbe kehrte auf ihre Wangen zurück. Sie hatte ihre Augen auf Maximus geheftet, der zum Ausgang des Zeltes ging und dann in der Nacht verschwand. Weniger als eine halbe Stunde später schreckten Julias Schreie die Wachen und Tribune auf, welche zu Cassius' Zelt rannten. General Maximus und seine verbliebenen beiden Wachen waren eben auf dem Weg, um Cassius zu treffen, und sie langten kurz hinter den anderen an. In dem nun ausbrechenden Aufruhr übernahm General Maximus schnell die Kontrolle und übte unangefochten seine Autorität aus. Seine beiden Wachen enfernten hastig General Cassius' Körper aus dem Mörder-Szenario und trugen ihn auf sein Bett, um dem Mann den Respekt zu erweisen, der ihm auf Grund seines Amtes zukam. Dann trennte Maximus persönlich die beiden anderen Leichen und erklärte nachdrücklich, daß Marcellus offenbar Cassius ermordet habe, während die tapfere Wache bei dem Versuch, ihn daran zu hindern, ihr Leben gelassen habe. Er erlaubte nicht, daß Julia befragt wurde ... was war die Aussage einer hysterischen Frau auch schon wert? ... und stellte sie unter seinen persönlichen Schutz. Maximus' Kavallerie stellte die Ordnung in dem unter Schock stehenden Lager schnell wieder her und ernannte Maximus zum neuen General der Legion. Um Mitternacht waren Cassius' Tribune und Zenturios in Gewahrsam und harrten der schwierigen Aufgabe, Verräter an Marcus Aurelius von denen zu trennen, die ihm treu waren. Beim ersten Morgenlicht wurden Kuriere auf den Weg zu den anderen Legionen des Ostens geschickt, um bekannt zu machen, daß General Maximus die Kontrolle übernommen habe, daß er im Namen von Marcus Aurelius handele, und daß jeder Mann, der sich ihm widersetze, als Verräter behandelt und auf der Stelle exekutiert würde. Vier weitere Kuriere waren auf dem Weg nach Rom, um Lucilla und ihrer Familie die Nachricht zu überbringen, daß das Reich sicher sei, und daß Maximus das Kommando über das gesamte römische Heer übernommen habe, bis Marcus Aurelius persönlich in Moesia anlangte. |
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Kapitel 49 - Marcus' Rückkehr Marcus Aurelius kam sehr viel früher an, als Maximus dies erwartet hatte. Fünf Tage nach den Morden verkündeten Trompeten die Ankunft des Kaisers und seiner Prätorianer so wie von zwei Legionen schwer bewaffneter Soldaten. Maximus hatte kaum Zeit, die Legion auf einen würdigen Empfang des Kaisers vorzubereiten, als dieser auch schon das Tor passierte, vom Pferd sprang und direkt auf Maximus zuging, der sich zum Zeichen der Ehrerbietung auf ein Knie niederließ. Doch Marcus ließ dies nicht zu. Er richtete seinen General wieder auf und schloß ihn vor den Augen von fünfzehntausend grinsenden und jubelnden Männern fest in die Arme. Während er den jüngeren Mann noch an seine Brust gedrückt hielt, flüsterte er ihm zu: "Wer außer Dir hätte eine solche Tat vollbringen können, Maximus? Wer außer Dir? Ich hatte bereits damit gerechnet, in einen tötlichen Bürgerkrieg verwickelt zu werden, aber Du hast all dieses Blutvergießen überflüssig gemacht. Ich weiß nicht, wie ich Dir jemals genug dafür danken kann." Der Kaiser trat zurück, ergriff Maximus' Hand und hob sie in einer Geste der Anerkennung hoch in die Luft. Die Jubelrufe waren ohrenbetäubend. "Wir sollten Dir zu Ehren ein Fest geben, Herr, aber ich weiß nicht, wie wir all diese Männer satt machen sollen." Maximus blickte voll Besorgnis über das Meer grauer Rüstungen, die jeden Zentimeter des Lagers und der umliegenden Hügel bedeckten. Marcus ließ ihrer beider Hände sinken und legte seine eigene auf Maximus' Unterarm, während sie sich langsam einen Weg durch die Menge hin zum Prätorium bahnten. "Ich bin sicher, daß sie eine Möglichkeit finden werden, für sich selbst zu sorgen, nun, da sie sich nicht mehr gegenseitig umbringen müssen", lachte Marcus. Maximus wurde plötzlich sehr ernst. "Cäsar, wie konnte Cassius denken, daß er damit durchkommen würde?" "Ich war in Ägypten auf einer Inspektionsreise durch Nordafrika, und ich war weit genug von Rom entfernt und lange genug weg, daß Cassius denken konnte, das Volk würde den Gerüchten über meinen Tod Glauben schenken ... Gerüchte, die er in die Welt setzte, natürlich. Ich hätte auf seinen Ehrgeiz mehr achtgeben sollen." Marcus drückte Maximus' Arm. "Er hat mit Sicherheit auch Dich unterschätzt. Ist Dir klar, Maximus, daß Du im Augenblick auf die Loyalität der gesamten römischen Armee zählen kannst, nicht nur der nördlichen Legionen?" Die Worte des Kaisers ließen Maximus erzittern. Es war eine überwältigende Verantwortung. "Ich habe von seiner Verschwörung nichts erfahren, bis ich nach Rom zurückkehrte und mir Lucilla berichtete, daß sie sich an Dich um Hilfe gewandt hatte. Sie vertraut Dir vollkommen, Maximus, und das tue ich auch. Vollkommen." Später am Abend zogen sich die beiden Männer in die Gemächer zurück, die für den Kaiser reserviert waren. Marcus Aurelius machte es sich auf einem Ruhebett mit einem Becher Wein bequem, während Maximus neben ihm in einem komfortablen Sessell saß. Drei geöffnete Weinflaschen, von denen zwei bereits geleert waren, hatten die Zunge des Kaisers gelöst. Marcus seufzte tief. "Ich hätte es niemals erlauben sollen, daß Senator Licinius Dich adoptierte ... ich hätte dies selbst tun sollen." Er blickte Maximus mit geröteten Augen zärtlich an. "Du hättest meiner Familie so gut getan. Commodus braucht einen Bruder wie Dich, und Lucilla, nun, Lucilla ist nie wirklich über Dich hinweggekommen, weißt Du." "Lucilla?" fragte Maximus vorsichtig. "Ah, ja ... Lucilla liebte Dich, bevor sie Lucius geheiratet hat, und sie liebt Dich immer noch. Ich weiß es." Marcus machte eine Pause, um einen tiefen Schluck Wein zu nehmen, dann winkte er mit seinem Kelch in Maximus' Richtung, um die Aufmerksamkeit seines Generals zu erlangen, der gedankenverloren in die rote Flüssigkeit in seinem eigenen Glas starrte. "Würdest du es je in Erwägung ziehen zu heira ..." "Ich bin bereits verheiratet, Hoheit", unterbrach ihn Maximus schnell, denn er fürchtete zu hören, was der Kaiser im Begriff war auszusprechen. "Ah ja ... Ich erinnere mich. Gut für Dich. Gut für Dich." Marcus machte eine Pause und setzte dann hinzu: "Ich gab Dir die Erlaubnis zur Heirat, nicht wahr?" Maximus nickte. "Ah ja. Ein weiterer Fehler. Ich hätte Dich in meine Familie verheiraten sollen." Maximus wurde unruhig. "Marcus, bitte nenn' meine Ehe nicht einen Fehler." Das Haupt des Kaisers fuhr herum, als Maximus seinen vertrauten Namen benutzte. "Vergib mir, Sohn. Vergib mir. Ich habe nur laut gedacht, das ist alles. Es war grausam von mir, das zu sagen." Maximus akzeptierte die Entschuldigung mit einem kurzen Kopfnicken. "Hoheit, ich habe eine Bitte." "Alles, Maximus. Alles auf der Welt." "Ich möchte nach Hause zurückkehren, um meine Familie zu sehen. Es ist mehr als zwei Jahre her ..." "Natürlich. natürlich darfst Du gehen, aber nicht zu lange. Das Imperium könnte ohne Dich zusammenbrechen." Marcus sprach in scherzhaftem Ton, aber jedes Wort war ihm ernst. "Wie lange, Hoheit?" "Hmmm?" Marcus begann, schläfrig zu werden. "Wie lange darf ich in Spanien bei meiner Familie bleiben?" "Oh, einige Monate, nehme ich an. Ich bin sicher, daß das Imperium einige Monate ohne Dich überleben wird." "Danke, Hoheit." "Ich werde Dir einige meiner Prätorianer mitgeben, denen ich am meisten vertraue." "Hoheit ..." "Nein, Maximus. Ich werde Dich nicht allein gehen lassen. Ende der Diskussion." Beide Männer verharrten einige Zeit in einträchtigem Schweigen, bis Marcus den jüngeren Mann aufschreckte, indem er eine Augenbraue hochzog und skeptisch bemerkte: " Marcellus hat also Cassius und die Wache dann Marcellus getötet." Maximus schwieg. Marcus betrachtete ihn aufmerksam und lächelte dann. "Nun ... jetzt sag mir, was wirklich geschehen ist." Maximus berichtete Marcus die ganze Geschichte in allen Einzelheiten, und Marcus hörte konzentriert zu, bis Maximus fertig war. "Diese junge Frau ... wie sagtest Du noch, sei ihr Name gewesen?" "Julia." "Ja ... Julia. Sie ist sehr tapfer." "Ja, Hoheit, das ist sie. Ihr und den anderen Frauen ist durch Cassius furchtbares Unrecht zugefügt worden, und das muß wieder gutgemacht werden." "Was schlägst Du vor?" "Sie sollten unter Deinem Schutz nach Rom zurückkehren, und jeder von ihnen sollte man einen ausreichenden Geldbetrag geben, damit sie ein neues Leben beginnen können." Marcus nickte. "Fahr fort." Maximus seufzte. "Ich weiß nicht, ob es wahr ist oder nicht, aber Cassius hat sich gebrüstet, diese jungen Sklavinnen regelrecht für sexuelle Dienste zu züchten, und er sagte, daß er noch mehr Mädchen besäße ... einige noch sehr jung ... irgendwo in Rom untergebracht. Ich möchte, daß man dem nachgeht, Hoheit." "Züchten?" Marcus konnte es kaum fassen. "Hoheit, Sklaven sind seit Urzeiten gezüchtet worden. Es ist widerwärtig, aber es ist nun mal so. Es erscheint mir jedoch noch um einiges schlimmer, wenn dies allein zu dem Zweck geschieht, Männer auf diese Weise zu befriedigen." "Die Institution der Sklaverei überhaupt scheint Dir Schwierigkeiten zu bereiten, ist es nicht so, Maximus?" "Ja, Hoheit." "Mir auch." Marcus drückte mit dem Finger gegen seine Nasenwurzel, als ob er von einem Kopfschmerz heimgesucht würde. "Aber sie ist ein so integraler Bestandteil der römischen Gesellschaft, daß das Reich ohne sie zusammenbräche ... finanziell und gesellschaftlich." "Man könnte sie allmählich auslaufen lassen." "Das würde Generationen in Anspruch nehmen." "Vielleicht. Aber man muß einmal damit anfangen." Marcus wechselte plötzlich das Thema. "Maximus, ich beabsichtige ernsthaft, Rom nach meinem Tod wieder in eine Republik umzuwandeln." Er hob die Hand, als er das Erschrecken auf dem Gesicht des jüngeren Mannes sah. "Nein, ich sterbe noch nicht, aber ich bin auch kein junger Mann mehr, und ich muß diese Dinge gründlich bedenken." "Commodus ..." In Marcus' Stimme schwang deutlich erkennbar der Ärger mit. "Commodus, Commodus. Es wäre Commodus' Pflicht gewesen, Cassius' Erhebung während meiner Abwesenheit zu unterdrücken. Statt dessen verbringt er seine Tage im Kolosseum damit, Gladiator zu spielen, ausgerechnet das. Du hast getan, was er hätte tun sollen. Du hast das Reich zusammengehalten. Das gibt mir allerdings einiges zu denken", setzte Marcus rätselhaft hinzu. "Aber genug geredet für heute nacht. Ich bin erschöpft ... und betrunken ... und ich bin sicher, daß das Imperium zu retten ebenfalls eine anstrengende Sache ist. Am Morgen werde ich die Frauen nach Rom zurückschicken unter der Begleitung einer der Legionen. Ich möchte, daß Du noch einen Tag mit mir verbringst, dann darfst Du nach Spanien aufbrechen." Marcus lehnte sich zu Maximus hin und packte ihn bei der Schulter. "Aber, sei versichert, wenn ich Dich brauche, werde ich Dich augenblicklich zurückbeordern." "Nun, ich habe die Hoffnung, daß Du mich nicht brauchen wirst, Hoheit. Gute Nacht."
Julia blickte von ihrem Platz auf dem Pferd, das sie nach Rom tragen würde, hinab zu Maximus. "Werde ich Dich jemals wiedersehen?" fragte sie. "Nein", kam die schlichte Antwort, aber Maximus' Stimme war sanft und freundlich. Sie lächelte ihn an. "Das dachte ich mir." Er erwiderte ihr Lächeln. "Du wirst damit beschäftigt sein, Dich in Deinem neuen Leben einzurichten." Er berührte ihren Fuß. "Bist Du sicher, daß Du nicht doch lieber in dem Wagen reisen möchtest?" Sie schüttelte den Kopf - ihre rotgoldenen Locken waren von genau dergleichen Farbe wie die frühe Morgensonne. "Nein, ich fühle mich dort zu eingesperrt, und ich habe genug davon, eingesperrt zu sein." Maximus nickte verständnisvoll. Julia zögerte kurz und sagte dann: "Du brauchst Dir keine Sorgen zu machen. Ich werde niemandem sagen, daß ich den großen römischen General persönlich kenne." Ein Stirnrunzeln wurde deutlich bei ihm sichtbar. "Warum sollte ich mir deshalb Sorgen machen?" Julia starrte auf einen Punkt außerhalb des Lagers. "Ich möchte Dich nicht beschämen." "Julia." Maximus schüttelte ihren Fuß. "Julia, schau mich an." Widerstrebend tat sie dies und er sah Tränen in ihren Augen schimmern. "Ich bin stolz darauf, eine Frau von solchem Charakter, solcher Stärke und Intelligenz zu kennen. Was Cassius Dir angetan hat, dafür konntest Du nichts. Wenn Du Dich ihm widersetzt hättest, hätte er Dich getötet. Das weißt Du." Sie nickte und tat einen unsicheren Atemzug, dann blickte sie abermals in die Ferne. "Ich wünsche Dir ein sehr langes und glückliches Leben mit Deiner Familie, Maximus." "Ich danke Dir." Maximus nickte dem Zenturio zu, der in Habachtstellung neben ihnen stand, und dieser gab den Befehl zum Aufbruch. Maximus trat zurück, als Julias Pferd sich in Bewegung setzte, und sie schaute ihn nicht noch einmal an. Er grüßte einige der anderen Frauen, die ebenfalls zu Pferd reisten und erwiderte das Winken der Hände, die sich ihm aus dem Reisewagen entgegenstreckten. Am nächsten Morgen ritt er an der Spitze von acht Prätorianern dieselbe Straße entlang auf seinem Weg heim nach Spanien. |
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Kapitel 50 - Das Treffen Maximus kauerte sich unter die große Pappel ganz dicht am Fuße der Haupttreppe seines Hauses, sein Körper verschwand gänzlich in dem dunklen Schatten, als er sich gegen den Stamm lehnte. Seine Augen waren auf die Frau und das kleine Kind geheftet, die auf den Stufen spielten unweit von seinem Versteck. Olivia hatte ihn nicht erwartet, und er hatte, um sie nicht vorzuwarnen, seinen Hengst am Fuße des Hügels zurückgelassen, nachdem er die Prätorianer im letzten Dorf entlassen hatte. Als er sich zu Fuß dem Haus näherte, trug der Wind die süße Stimme seiner Frau zu ihm herüber, Lachen, das sich mit Gesang vermischte. Olivia saß auf der obersten Stufe, die Hand ausgestreckt, um das Kind zu führen, das die Stufen, glücklich vor sich hin glucksend, auf seinen kleinen Händen und Füßen erkundete und nach seiner Mama rief, um sicher zu sein, daß sie seine Fortschritte gebührend bewunderte. Als Maximus seinen Sohn das letztemal gesehen hatte, war er noch ein Säugling gewesen, nun aber war er schon ein kleiner Junge mit pechschwarzem Haar, das sich in seinem Nacken ringelte, und pummeligen Beinchen unter der kurzen, weißen Tunika. Maximus beobachtete in verblüfftem Schweigen, wie das Kind die unterste Stufe erreichte, sich umwandte und in seine Richtung blickte, seine Aufmerksamkeit durch einen farbenprächtigen Schmetterling gefesselt. Maximus tat einen unsicheren Atemzug. Er war schön ... das Ebenbild seiner Mutter, mit großen schwarzen Augen ... ein freudiges Lachen entblößte ein paar kleine weiße Zähnchen. Olivia klatschte Beifall und lockte dann den Jungen mit ihrer Hand und Stimme wieder die Treppe hinauf. Maximus beobachtete den Erfolg seines Sohnes und fiel dann in Olivias Gesang ein - seine tiefe Stimme erklang aus dem Schatten, der ihn vor ihren Augen verbarg. Verwirrt blickte sie schnell um sich, stand dann auf und schloß ihren Sohn schützend in die Arme, während sie ihre Augen beschattete und in Maximus' Richtung starrte. "Maximus?" fragte sie zögernd. Er erhob sich aus seinem Versteck und lächelte sie an - eine stumme Antwort auf ihre Frage - während seine blauen Augen zwischen Mutter und Kind hin und her huschten. "Maximus!" schrie sie auf. Der Junge auf ihrem Arm erschrak vor ihrem plötzlichen Aufschrei, steckte die kleine Faust in seinen Mund und begann zu weinen. Olivia wiegte ihn auf den Armen und sprach mit ihrer sanften Stimme beruhigend auf ihn ein, während ihre Augen auf das Gesicht ihres Ehemannes geheftet blieben. Auf das liebe, müde Gesicht ihres Mannes. Besorgte Diener lugten durch die Fenster, zogen sich dann aber lächelnd schnell zurück. Der Herr war zu Hause. Maximus näherte sich nun langsam den Stufen, die sein Sohn eben hinaufgeklettert war. Die Aufmerksamkeit des Kindes war ganz auf den Mann in der seltsamen Kleidung gerichtet, der auf ihn zukam. Maximus hörte, wie Olivia dem Jungen immer und immer wieder das Wort "Papa" zuflüsterte, während sie ihn an ihre Brust presste und zärtlich hin und her wiegte. Maximus blieb auf der zweiten Stufe von unten stehen, als er sah, daß die Unterlippe des Kindes wieder zu zittern begann und sich wachsende Panik in den jungen Augen zeigte. Er wußte nicht, was er tun sollte und schaute Olivia hilfesuchend an. Sie wischte die Tränen aus ihren Augen und sagte dann zu ihm: "Ist schon gut, Maximus. Er fürchtet sich vor Deiner Uniform, das ist alles. Komm langsam näher, Liebling." Sie wandte ihre Aufmerksamkeit wieder dem Kind zu und murmelte beruhigende Worte. Aber Maximus stand immer noch da. Der große römische General, der eben noch das Imperium vor Bürgerkrieg gerettet hatte, wußte nicht, wie er sich diesem verängstigten Kind nähern sollte. Seinem Kind. Seinem Sohn. Grinsende Diener versammelten sich hinter Olivia, aber sie war sich ihrer Anwesenheit nicht bewußt. "Maximus, bleib stehen und ich komme zu Dir. Es könnte so besser sein." Sie fuhr fort, dem Kind das Wort "Papa" zuzuflüstern, während sie langsam die Stufen hinabstieg und auf jeder einzelnen innehielt, um der Furcht des Kindes nachzuspüren. Während sie dies tat, schnallte Maximus seinen reich verzierten Brustpanzer ab und warf ihn auf den Boden mitten auf den Umhang und die Pelze. Nun stand er nur noch in seiner einfachen Tunika da, die Arme hingen an seinen Seiten herab und mit den Fingern nestelte er nervös am Stoff der Tunika. Olivia stand nur noch zwei Stufen über ihm, und sie streckte ihre Hand aus, um sein bärtiges Gesicht zu streicheln. "Maximus", flüsterte sie. "Ich kann nicht glauben, daß Du wirklich nach Hause gekommen bist." Ihr Gemahl hob langsam seine Hand und führte die ihre an seine Lippen, wo er sie immer und immer wieder küsste, die Augen geschlossen und überwältigt von seinen Gefühlen. Marcus ließ kein Auge vom Gesicht des Fremden, während er sich an seine Mutter drückte und versuchte, den Kontakt mit diesem Mann zu vermeiden. Maximus wandte seinen Blick dem Jungen zu und streckte vorsichtig eine Hand aus, um die kleinen Grübchen am Knie des Kindes zu berühren. Er strich mit dem Handrücken leicht über die seidenweiche Haut und flüsterte: "Hallo, mein Sohn. Hallo, Marcus." Der Junge ließ die Augen sinken zu der Stelle an seinem Knie, wo diese großen sonnengebräunten Finger seine eigene blasse Haut berührten. Er schaute wieder in das bärtige Gesicht - schlang dann seine Ärmchen um den Hals seiner Mutter und verbarg sein Gesicht an ihrer Schulter. Olivias Gesicht spiegelte des Schmerz ihres Mannes wider. "Maximus, es tut mir so leid. Ich erzähle ihm die ganze Zeit von Dir. Aber es ist wohl etwas anderes, wenn er Dich leibhaftig vor sich sieht. Er wird schnell darüber hinwegkommen." "Ist schon gut. Ich verstehe." Maximus zwang sich dazu, seinen Ton leicht zu halten, obwohl ihm das Herz schwer war. So hatte er sich seine Heimkehr nicht vorgestellt. Olivia übergab Marcus einer der Bediensteten und das Kind ließ es gern geschehen, streckte ihr die kleinen Arme entgegen, um sich von ihr umfangen zu lassen. Eine überwältigende, unverständliche Eifersucht schwappte wie eine Welle über Maximus hin, als er sah, wie sich sein Sohn in die Arme der Dienerin kuschelte, kurz bevor diese im Haus und damit seinen Blicken entschwand. Olivia zog Maximus an sich und drückte sein Gesicht an ihre Schulter als ob er ein Kind sei, das sie trösten mußte. Sie küsste seinen Hals und flüsterte ihm ins Ohr: "Das bedeutet nichts, Maximus. Er kennt Dich nur nicht, das ist alles. Das wird sich bald ändern." Sie stieg die letzten Stufen herab, um neben ihrem Gemahl zu stehen und ihn lange in die Arme zu schließen. "Ich liebe Dich", flüsterte sie. "Ich liebe Dich so sehr. Ich danke den Göttern, daß Du wieder zu Hause bist." Maximus erwiderte ihre zärtlichen Worte und streichelte das Haar seiner Frau und ihren Rücken, während er sie umschlungen hielt. "Ist der Krieg in Germanien vorbei?" fragte Olivia. "Für eine Weile. Ich war jedoch im Osten, um einige Probleme dort zu lösen." "Im Osten? Was ... ?" Olivia hielt sich zurück. "Komm herein, Liebling, weg aus der heißen Sonne. Du mußt erschöpft und müde sein. Wir werden später darüber sprechen." Sie streichelte die Wange ihres Mannes und schaute in seine Augen. Das Herz tat ihr weh, als sie die Mischung aus Erschöpfung und Enttäuschung darin sah. "Im Moment brauchst Du etwas zu Essen, ein Bad und Ruhe. Alles andere kann warten." |