Germanien IV

Der Kuss war zunächst sanft.
Wenige Atemzüge später fühlte sie seine Zunge, öffnete die Lippen.
Auf diese Art hatten sie und Baldur sich selten geküsst, um zu vermeiden, dass es zu mehr führte, als sie vereinbart hatten.
Um kein Verlangen zu erwecken, dass sie nicht stillen wollten.
Zunächst scheu, begegnete sie ihm, lernte den Geschmack seines Mundes kennen, die angenehme Wärme. Mit einem zustimmenden Laut legte sie die Arme um seinen Nacken, als er sie enger an sich zog. Seine Hände glitten um ihre Taille, auf ihre Hüften. Sie lehnte sich an ihn, streichelte durch sein kurzes, dichtes Haar.
Der Kuss bekam von seiner Seite schnell eine drängende Note, sie wich ein wenig zurück, erschreckt von dieser raschen Entwicklung.
„Verzeih.“ murmelte er, ein schuldbewusster, unsicherer Blick streifte ihren.
Seine Lippen bewegten sich von ihrem Mund zu ihrer Kehle, küssten, streichelten.
Sie gab unbewusst einen  wohligen Laut von sich. Sein in den letzten Tagen kräftig gewachsener Bart kitzelte und jagte ihr Schauer über den Rücken, genau wie seine Hände, die auf ihren Hintern glitten, ihn umspannten. Eine Art genüssliches Seufzen begleitete seine Erkundungen, er schien zusehends erregter, suchte ungeduldig ihren Mund zu einem neuen, hungrigen Kuss.

‚Tu, was immer du für gut hältst. Wenn du wieder bei mir bist, ist all dies vorbei. Du kennst mich. Ich liebe dich und bin gern deine Frau, in jeder Beziehung. Du weißt, dass ich körperlich weniger leiden werde als du. Auch wenn du mir sehr fehlen wirst. Wir beide wissen nicht wie lange. Deine Bedürfnisse, dein Verlangen sind stärker als meines. Ich will nicht, dass du leidest. Stille sie. Es hat keine Bedeutung für uns. Ich vertraue dir. Nichts wird sich ändern.’ raunte Selenes Stimme in seiner Erinnerung, während er die andere Frau in den Armen hielt.
‚Für dich wird sich nichts ändern , aber für mich. Dies ist etwas anderes, als du gemeint hast, Liebste. Ich hatte nicht geahnt, dass es dazu kommen könnte. Und jetzt ist es zu spät. Ich kann nicht mehr zurück. Ich will nicht mehr zurück. Ihre Zärtlichkeit, ihre Hingabe ist für mich wie Wasser für einen Verdurstenden. Ich kann nicht widerstehen. Ich bin bereit den Preis dafür zu bezahlen. In wenigen Tagen werde ich fort sein. Und bis dahin werde ich keinen weiteren Gedanken daran verschwenden, ob dies richtig oder falsch ist. Im Moment scheint es das einzig Richtige  für uns beide. Sie versteht es. Sie ist klug und stark genug damit umzugehen.’ beendete Meridius den  Kampf mit seinem Gewissen und ließ sich willig in den Strudel ziehen. Einen unwiderstehlichen Sog aus aufgestautem, körperlichem Verlangen, Vertrauen, Anziehung und dem Bedürfnis zu vergessen, wenn auch nur für kurze Zeit.
Die Wirkung seiner stürmischer werdenden Liebkosungen  erschreckte Berane, versetzte sie aber auch in einen sinnlichen Taumel. Sie schob die Hände unter das Leder des Hemdes, fuhr über die warme Haut seines Rückens. Seine Rechte glitt im selben Moment von ihrem Po über ihre Taille nach oben, legte sich zögernd um ihre linke Brust, streichelte. Er löste sich aus dem Kuss. Fragend, fast verwirrt sah er sie an, als wolle er sagen: Geschieht das wirklich? Willst du das wirklich?
‚Wie seltsam anders es jetzt ist dich zu berühren, dich anzusehen. Ich kenne deinen Körper, habe ihn überall berührt, ohne etwas dabei zu empfinden. Und jetzt fühle ich mich schwach und ängstlich wie ein Kind in deinen Armen.’ dachte sie verwundert. Sie legte ihre Finger zustimmend auf seine, drückte sie leicht, dann nahm sie seine Hand  beiseite, zog ihm das Hemd über den Kopf, behutsam auf die Narben achtend. Mit gespreizten Fingern fuhr sie über seine Brust, durch die leichte Behaarung. Über die breiten Schultern, strich an seinen kraftvollen Armen entlang, folgte ihrem Weg mit zärtlichen Augen.
Erwartungsvoll zog er sie an sich, streichelte ihren Rücken unter dem Leder ihrer Kleidung. Mit bebenden Fingern löste sie ihren Gürtel.
Als sie die Arme hob, um ihren Kittel auszuziehen, spürte sie seine Hände noch bevor sie ihn ganz abgelegt hatte. Er löste ihr leinenes Brustband.
Es fiel zu Boden. Mit beiden Händen bedeckte er ihre nackten Brüste.
Seine Daumen streichelten über die rosigen Spitzen, er senkte den Kopf, begann zu küssen, zu saugen.
Berane stöhnte unbeherrscht auf unter der Flut aus Verlangen, die über sie hereinbrach. Ein heißer Strom schien durch sie zu fließen, von seiner Zunge,
seinen Fingern  in ihren Schoß. Die Wärme zwischen ihren Beinen wurde zu einem Ziehen und pulsierenden Pochen. Eine Hand glitt verstohlen unter das Leder ihrer Hose, schob sich auf ihren Hintern, griff fest zu. Berane wurde unsicher.
Er konnte nicht wissen, dass sie unerfahren war, sonst wäre er sicher zurückhaltender gewesen. Er küsste weiter ihre Brüste, drängte sich eng an sie.
 Sie spürte deutlich, wie erregt er war. „Bitte“flüsterte sie. “Langsam.“
Meridius wich ein wenig zurück, um ihrem Wunsch zu folgen, sah in ihr Gesicht.
Ihre Augen glänzten fiebrig und ihr voller Mund schien nach den Küssen dunkler und  üppiger. Sie löste das Band, das ihr Haar im Nacken hielt.
Er griff in die sich lösenden Strähnen, verbarg  sein Gesicht darin.
 Sie streichelte seinen Nacken, begann sein Gesicht mit Küssen zu bedecken, bis sie seine Lippen erreichte. Er öffnete sofort den Mund, empfing sie hungrig.
„Komm“ bat er atemlos nach dem Kuss, zog sie die paar Schritte zu seinem Schlafplatz. Fordernd streckte sich seine Hand nach ihr aus, sobald er sich gesetzt hatte. Ohne Zögern kniete sie zu ihm, ließ sich wieder in seine Umarmung ziehen, umschlang ihn. Als sie etwas zu fest zugriff, vernahm sie ein schmerzliches Brummen. Sie gab einen bedauernden Laut von sich, machte es gut, indem sie die Narbe auf seiner Brust zart mit den Lippen streichelte, wie eine Katze ihr Gesicht an ihm rieb. Meridius kostete diese zärtliche Entschuldigung bis zur Neige aus, dann spürte sie seine Hände an ihren Schultern, er drückte sie sanft nach hinten.
Eng legte er sich neben sie, schmiegte sein Gesicht zwischen ihre Brüste, drehte es hin und her, um abwechselnd links und rechts zu liebkosen.
Unabsichtlich musste sie lachen, weil der Bart sie so kitzelte. Er sah überrascht zu ihr hoch. Statt etwas zu sagen, berührte sie in einer unmissverständlichen Geste seinen dicht behaarten Kiefer. Er lächelte verlegen, streichelte ihre Schultern und das Brustbein mit den Lippen, um ein weiteres unfreiwilliges Lachen zu ernten.
Ihre Hände wanderten ruhelos über seinen Oberkörper. Sie konnte sich nicht satt fühlen, wagte sich auf seine Hüften, umschloss seinen Hintern, streichelte ihn.
Sie erinnerte sich, wie hell er sich von der übrigen Haut abgehoben, wie sie sich fast mit ihrem unterdrückten Lachen verraten hatte.
Als er seine Härte an ihr zu reiben begann, erwiderte sie seine Bewegung nach anfänglichem Zögern. Er stöhnte heiser auf, eine Hand glitt über ihren Rücken, unter ihre Hose, streichelte sie, dann folgte die andere Hand, begann am Bund zu ziehen. Sie öffnete die Bänder und half ihm, sie ihr abzustreifen.
 Als er sie wieder ansah, ruhte sein Blick eine Weile genießerisch auf dem dunklen, dichten Haar zwischen ihren vollen Schenkeln, ihren runden Hüften, glitt zu der schmalen Taille, hinauf zu ihren üppigen Brüsten. Meridius hatte davor noch keine Frau berührt, deren Körper so ausgeprägt weiblich war. Selene war mädchenhaft schmal  mit angedeutet femininen Formen. Dies hatte auch die Schwangerschaft kaum verändert. Es war einerseits fremdartig bei einer Frau zu liegen, die so anders war, andrerseits sehr erregend für ihn, nicht nur wegen seines langen Zölibats. Berane deutete sein Zögern  als Verlegenheit. Sie nahm all ihren Mut zusammen und öffnete das Band seiner Hose. Er zog sie ungeduldig selbst über die Hüften, richtete sich kurz auf die Knie auf, um sie ganz abzustreifen.
Ein ohnmächtiges Flattern breitete sich in ihrem Magen aus, als er sich ihr wieder zuwandte. Das Verlangen in seinem Blick war unverkennbar. Ihre Hände schienen einen eigenen Willen zu haben, glitten über seine Schultern, seine Brust, den harten Bauch, folgte der Spur feiner Haare zum Nabel.
Dort hielt sie inne, zögerte. Er nahm ihre Hand, führte sie. Langsam schloss sie die Finger um sein hartes, warmes Glied, streichelte es, solange er eine ihrer Brüste mit der Hand umschlossen hielt und mit Lippen und Zunge liebkoste.
Sein Griff wurde fester, das Saugen und Lecken drängender.
Sie  fühlte wie er ein Knie zwischen ihre schob, seine Hand über ihren Bauch,
ihre Schenkel strich, sich zwischen ihre Beine bewegte, streichelnd, tastend.
Sie ließ ihn los, hielt sich mit geschlossenen Augen an seinen Schultern fest, als er sich auf sie legte. Ihre Hände strichen fieberhaft über seine Brust, sie schloss die Augen, versuchte sich völlig zu entspannen. Atemlos spürte sie, wie er sie suchte, mit einem weichen Stoss in sie glitt. Der Schmerz war kurz und scharf wie ein Messer, als er sich tiefer bewegte, das Hindernis überwand.
Ein hartes Keuchen entfuhr ihr. Er erstarrte, als es ihm bewusst wurde, sah sie erschrocken an. Sie verschloss ihm hastig den Mund mit einem Kuss, bevor er etwas sagen konnte, umschlang ihn fest mit beiden Beinen, zog ihn an sich. Behutsam begann er sich wieder zu bewegen. An ihren Reaktionen erkannte er schnell, dass er ihr nicht länger wehtat.
Sie fing an sich zu winden, seinem Rhythmus anzupassen.
Es brauchte alle Beherrschung der mächtig aufsteigenden Lust zu widerstehen.
Es war köstlich. Flüssiges Feuer, das ihn eng umschloss, eine seidige Flamme, die ihn von innen wärmte, höher und  höher loderte.
Seine Bewegungen wurden schneller, er konnte sich nicht mehr zurückhalten. Wenige Momente später drang ein mühsam beherrschtes Grollen aus seiner Kehle. Sein ganzer Körper gespannt wie eine Feder, erschauerte er, verbarg das Gesicht an ihrem Hals. Benommen von dem, was zwischen ihnen geschehen war, blieben sie lange so liegen.

Mit einem entspannten Seufzer rollte er sich zur Seite. Seine Rechte spielte mit ihrem Haar, er schien etwas sagen zu wollen.
”Ich wusste nicht...” begann er verlegen. ”Ich dachte ....dein Mann.. hat er nicht....”
Sie unterbrach ihn. „Nicht Mann und Frau. Er gehen Krieg. Dann tot.“
Sie versuchte so sachlich wie möglich zu klingen. Er streichelte ihre Wange, sah sie mit einer Mischung aus Mitgefühl und Zärtlichkeit an.
“Habe ich dir sehr wehgetan? Das wollte ich nicht. Du hättest es mir sagen sollen.“ murmelte er mit leisem Vorwurf. Sie schüttelte den Kopf, umfasste sein Handgelenk, streichelte seinen Unterarm. „Schmerz klein“ beruhigte sie ihn, lächelte. Ihre Wangen waren gerötet wie ihr Mund und das Funkeln in ihrem Blick bestätigte, dass sie die Wahrheit sprach. Meridius zog sie wieder an sich, sie küssten sich mit halb geschlossenen Augen.
 Ihr Liebesspiel hatte in wenigen Minuten eine  Vertrautheit geschaffen, die beiden die Scheu voreinander nahm. Berane ließ jetzt, da sie sicher war, dass er es genoss, ihrer Lust ihn zu fühlen freien Lauf.
Ihre Hände erkundeten jeden für sie erreichbaren Zentimeter seiner Haut.

‚Wie lange hat es gedauert, bis meine Frau und ich uns so berühren konnten?
Ich war unerfahren bevor wir vermählt worden waren, bis auf die paar Besuche bei Damen des Gewerbes, die ihr Geschäft stets schnell hinter sich brachten. Und die unschuldige Romanze mit Lucilla, die für sie und mich so enttäuschend endete. Selene ist sehr zurückhaltend und anfangs sehr ängstlich gewesen. Es hat lange gedauert bis wir Mann und Frau wurden und Jahre bis sie ihre übermäßige Schüchternheit im Bett abgelegt hat. Sie war mir seither eine willige  Geliebte, passiv aber liebevoll. Ich hatte oft den Wunsch von ihr so begehrt zu werden wie ich mich nach der Vereinigung mit ihr sehnte. Dann habe ich mich damit abgefunden, dass Frauen wohl  nicht so stark begehren wie Männer und war zufrieden mit dem Grad an Leidenschaft, die wir einander entgegen gebracht haben. Ich nahm Rücksicht und sie ging auf mich ein, soweit es ihr möglich war.’

Meridius wollte jetzt diese Gedanken loslassen, einfach das Vergnügen bei einer Frau zu liegen, den Moment auskosten. Einer Frau, die es offensichtlich genauso genoss in seinen Armen zu sein, wie er in ihren. Ihre Hände, ihre Finger schienen jeden Winkel erforschen zu wollen, bereiteten ihm mit ihrem Tasten und Streicheln zunehmend lustvollen Genuss. Ihr scheinbar ungestilltes Verlangen erregte ihn.
Sein Mund wanderte über ihren Hals, bewegte sich tiefer, umschloss eine Brustwarze, streichelte mit der Zunge, hörte wie sie scharf den Atem einzog.
Er spürte ihre Hände auf seinen Hinterbacken, den Schenkeln, mit gespreizten Fingern fuhr sie über seine  Haut. Eine Hand glitt verstohlen zwischen sie, umschloss warm sein anschwellendes Glied, entlockte ihm ein dankbares Stöhnen. Neugierig spürte sie, wie es unter ihrem Reiben und Streicheln wuchs und hart wurde, während er sich weiter  hingebungsvoll ihren Brüsten widmete.
 Seine Hand streifte ihre, glitt in das dichte Haar auf ihrem Schoß. Finger teilten ihr Fleisch, suchten, fanden die kleine Erhebung, das Zentrum der weiblichen Lust.
Sie begann sich zu winden, öffnete ihre Schenkel. Unerwartet umschlang sie ihn, zog ihn über sich. Er stieß einen erstaunten  Laut aus, sah ihr neugierig ins Gesicht. Das Verlangen in ihrem Blick war offensichtlich, sie umschloss seinen Nacken, fand seinen Mund zu einem gierigen Kuss, aus dem er sich zu ihrem Unmut gleich wieder löste.
“Langsam.“ bat  diesmal er, schmunzelte, als er ihren verwunderten, fast verärgerten Ausdruck wahrnahm. Der erste Hunger gestillt, wollte er es dauern lassen, ihr Vergnügen bereiten. Spielerisch rieb er sein Gesicht über ihre Brüste, ihre Schultern, brachte ihr sanfte Bisse bei. Seine streichelnden Fingern führten sie weiter und weiter voran, bis sie sich atemlos an ihn klammerte, ihm entgegen hob. Ihr Stöhnen mischte sich mit einem heiseren Knurren von ihm, als er vorsichtig in sie kam.
Ein leichtes Brennen erinnerte sie an den Schmerz von zuvor.
Seine Bewegungen waren bedächtig, er schloss die Augen. Als sie jedoch die Knie höher zog und ihn tiefer in sich, hatte er alle Mühe das geruhsame Tempo beizubehalten. Berane folgte ihrem Instinkt, gab ihm jede Bewegung voller Leidenschaft zurück. Sie hatte nicht geahnt, dass ein solch wildes Vergnügen in ihr sein könnte. Etwas in ihr sammelte, ballte sich und dabei entstand ein unglaubliches Gefühl. Als ob jeder Nerv ihres Körpers vibrieren würde, in Flammen stünde. Es gab nur noch dieses geschmeidige Drängen und Gleiten in ihr, dass sie auf einen unbestimmten Punkt zutrieb.
Allmählich selbst die Kontrolle verlierend, stieß er härter und tiefer, ahnte, dass sie kurz vor dem Gipfel war. Ungestüm bäumte sie sich im nächsten Moment unter ihm auf, bog den Kopf in den Nacken. Ihre Hüften und Beinen zuckten.
Er verharrte, spürte heftige Spasmen, die ihm ein lustvolles Stöhnen entlockten. Kein Laut kam von ihr, bis die Wellen  abebbten, ihre gespannten Muskeln erschlafften. Dann erst holte sie hörbar Luft, hob den Kopf, sah ihm noch halb betäubt in die Augen. Er entdeckte ein ungläubiges Staunen darin.
Als er anfing sich wieder in ihr zu bewegen, legte sie zärtlich beide Hände um sein Gesicht. Sie passte sich ihm an, kam ihm entgegen, bis sie vor ihm noch einmal den Höhepunkt erreichte. Diesmal mischte sich ihr raues Stöhnen mit seinem, als er ihr Augenblicke später folgte.

Berane fühlte sich unwirklich, als träume sie. Er war eine süße Last, schwer atmend über ihr, das Gesicht an ihren Schulteransatz geschmiegt. Sie strich mit einer Hand durch sein Haar, die andere lag auf seinem Rücken.
Sie spürte sein Herz schlagen. Matt hob er den Kopf, küsste reumütig das leichte Bissmahl über ihrem Schlüsselbein, das er ihr unabsichtlich auf dem Gipfel seiner Lust beigebracht hatte. Schließlich drehte er sich mit ihr, so dass sie auf ihm lag.
Sie streckte die Beine aus,  legte ihren Kopf unter sein Kinn, lauschte, wie sein Atem ruhig und gleichmäßig wurde. Er lag völlig entspannt, einen Arm locker um ihre Taille schien er zu schlafen. Aber als sie vorsichtig aufstehen wollte, gab er ein fragendes Brummen von sich, rieb sein Kinn an ihrem Scheitel.
”Ich schnell  zurück.” flüsterte sie, erhob sich. Er ahnte was sie vorhatte.
Auch er hatte das Verlangen nach einem reinigenden Bad.
Er sah ihr zu, wie sie sich rasch Hemd und Hose überzog.
Seine Blicke streichelten über ihren  Körper, ihre Züge. Träge richtete er sich auf.
„Warte, ich komme mit dir.“ bat er.
Sie sah ihn mit ihrem typischen, unergründlichen Blick an, den er nie recht einschätzen konnte. Dann lächelte sie, bückte sich und reichte ihm seine Kleider.

Der Abend war kühl und klar. Die graue Wolkendecke war verschwunden.
Schweigend gingen sie zu dem kleinen Weiher, zogen sich schnell aus.
Als sie bis zum Hals ins eisige Wasser eintauchte, fühlte sie ihn sich von hinten an sie schmiegen. Er legte wärmend seine Arme um sie, kreuzte sie vor ihren Brüsten. ”Kalt.” murmelte er erschauernd. Sie lachte leise, drehte sich zu ihm, begann ihn abzureiben. Er tauchte kurz weg, schüttelte sich übermütig wie ein junger Hund, bespritzte sie absichtlich.
Das Abendlicht glitzerte auf den Wassertropfen in seinem Haar und der Haut.
Es erinnerte sie an den Morgen, als sie ihn hier beobachtet hatte.
‚Ist das wirklich kaum zwei Tage her??’ fragte Berane sich ungläubig.
’Vor  weniger als zwei Wochen habe ich dich gefunden. Und in wenigen Tagen wirst du fort sein. Für immer.’
Er sah sie an, als würde er ihre Gedanken lesen.
Sie streckte eine Hand aus, fuhr leicht über den Wundschorf an seinem Oberarm.
”Gut” stellte sie fest. Er kam zu ihr, nahm sie in die Arme.
”Dank dir.“ sagte er einfach, neigte sich zu ihr, küsste sie.
Es war zunächst der Kuss eines Freundes, der zu dem eines Liebsten wurde, während er sie enger an sich zog , dabei ihre Hüften streichelte.
Seine Lippen waren so kühl wie ihre. ”Lass uns gehen.” bat er, watete zum Ufer.
Schnell schwamm sie ein paar Züge, dann folgte sie ihm ans Ufer, zog sich hastig an. Dabei spürte sie, wie er sie beobachtete.
„Berane?“ fragte er endlich kläglich. „Ich bin schrecklich hungrig. Du nicht?“  Nachsichtig schmunzelnd nickte sie. „Du gehen Pferde sehen. Feuer sehen. Ich bald zurück..“ erwiderte sie und verschwand im Wald.

Zuerst warf er Holz auf die restliche Glut, entfachte damit sofort ein prasselndes Feuer. Dann tränkte er die Stuten, streichelte sie, redete mit ihnen. Er wollte nicht daran denken, dass er bald Abschied nehmen musste, aber die Pferde erinnerten ihn unbarmherzig an seine Lage. Berane erlöste ihn, als sie mit einem Wasserhuhn und einer Ente über der Schulter zurückkehrte und ihm einen der Vögel zum Rupfen und Ausnehmen reichte.
Das Kaninchen hatten sie beide völlig vergessen.
Während die Beute über dem Feuer briet, saß Meridius in einen Umhang gehüllt daneben, drehte hin und wieder den Ast, der als Bratspieß diente.
 Seine und Beranes feuchte Kleider hingen zum Trocknen über dem Gestänge des Rauchabzugs. Sie stand am Eingang, den Rücken zu ihm, ebenfalls in den schweren Wollstoff gehüllt, schaute in den Himmel.
„Kein Regen morgen.“ stellte sie fest, drehte sich.
Meridius sah auf. Etwas in ihrem Gesicht veränderte sich. Die verträumte Weichheit der letzten Stunden machte einer bemühten Entschlossenheit Platz.
 Sie zog den Stoff enger um sich, legte die Hände an ihre Oberarme.
„Morgen alles fertig. Ein Tag. Du nach hause.“ eröffnete sie ihm ohne Vorwarnung. „Ich dachte... , du hast gesagt, in zwei Tagen..„erwiderte er.
Ihr Blick wurde unsicher. Sie wandte sich ab, schwieg.
 Meridius ahnte was in ihr vorging. „Berane, komm her. Bitte.“ forderte er.
Sie tat es, setzte sich neben ihn. Er nahm ihre Hände, sie waren eiskalt. Fürsorglich begann er sie zu reiben, in seinen zu wärmen.
„Berane, ich...“ wollte er beginnen. Sie entzog ihm eine Hand, hielt sie ihm vor den Mund, strich dabei über seine Lippen. Ihre Augen waren wie die See vor einem Sturm. Dunkel, unruhig.
“Maximus, nicht sprechen. Ich wissen. Du wissen. Wenig Zeit. Ich nicht machen schwer. Du nicht machen schwer. Zwei Tage bei mir, ich zwei mal Schmerz.
 Viel mehr. Du sagen Familie Gefahr. Ein Tag. Du gehen.“
Ihre beherrschte Stimme rührte ihn zu Tränen. Er verstand sofort.
‚Rede nicht davon, dass du bald fort sein wirst. Wir haben gewusst, was kommen würde und wir haben beide entschieden zu tun was geschehen ist, obwohl wir wussten, dass wir wenig Zeit haben würden. Ich will dir den Abschied nicht schwer machen und du sollst ihn mir nicht schwer machen. Deshalb wirst du einen Tag früher gehen. Deine Familie ist wichtiger als alles andre. Wenn du länger bleibst, wird es mich nur noch mehr schmerzen und du wirst dich schuldig fühlen. Deshalb wirst du einen Tag früher gehen. Du bist soweit. Du musst gehen, für deine Familie, für dich UND für mich. So bald wie möglich.’
Sie sah ihm beharrlich in die Augen.„Du sagen ja.“ forderte sie, während er noch  bedrückt schwieg. Er hob ihre Hand, die sich langsam erwärmte an seine Lippen, küsste die Knöchel.
„Ja, ich verspreche es.“ sagte er ernst. „Gut“ meinte sie.
Dann zerbrach ihre Maske. Sie verbarg ihr Gesicht an seiner Schulter wie ein Kind, murmelte fast unhörbar: „Maximus verstehen?“  Er legte tröstend den Arm um sie.„Ja.“ antwortete er, hielt sie einfach.
„Berane, erzähl mir von Baldur.“ bat er nach einigen Minuten des Schweigens.
Sie hob den Kopf, schaute ihn überrascht an. “Warum ?“ wollte sie wissen.
„Wenn du nicht davon sprechen willst, entschuldige...“
„Ich sprechen. Viel Zeit gehen. Schmerz vorbei.“ lenkte sie ein.
Dann begann sie in ihrem  drolligen Latein zu erzählen.
Meridius lauschte gespannt, half ihr ab und zu mit einem Wort, das sie nicht wusste. Als  er den Namen Valens hörte, glaubte er erst sich getäuscht zu haben.
Aber dann bat er sie, es zu wiederholen. Sie tat es.
„Hast du ihn gesehen? Er war Kommandant hier? Vor mehr als 10 Jahren?
Ein großer, blonder, gutaussehender Mann?“ fragte er sie erregt.
Sie nickte. Meridius schnaubte. „Ich kenne ihn. Er ist ein Mörder und verdient
den Tod. Jetzt mehr denn je, da ich weiß, was er euch angetan hat.
 Was er dir angetan hat.“ Er schüttelte ungläubig den Kopf.
„Unsere Wege sind auf sehr seltsame Weise verknüpft worden, schon lange bevor wir uns begegnet sind. Valens ist auch mein Feind. Er wollte mich töten lassen, weil ich ihn gehindert habe in meiner Heimat weitere Verbrechen zu begehen.
Berane bemerkte die plötzliche Veränderung in seinem Gesicht, als ihm klar wurde welche  verstörende Dynamik sich dadurch ergab.
‚Ich war der Auslöser dafür, dass all dies geschehen ist. Dass Baldurs Vater auf diese Art starb, dass seine Schwester starb. Dass du so deinen Mann verloren hast,  seither dieses Leben führst. Ich habe die Kette ausgelöst, die in der Garnison Trujillo begann und letztendlich auch mich hierher geführt hat. Meinetwegen kam Valens nach Vindobona. Und nun begegnen wir uns unter solch seltsamen Umständen. Über zehn Jahre danach.’
Meridius versuchte sich nichts anmerken zu lassen, lauschte ihrer weiteren Erzählung. Er war zutiefst betroffen über die Zusammenhänge, die sich ihm eröffneten. Eine Tragödie, in der er eine Rolle zu spielen schien, eine bisher unbewusste, aber tragende Rolle. Baldur war ein halbes Jahr später in einer der großen Schlachten mit den Chatten gefallen.
Er zog sie impulsiv in die Arme, drückt sie voller Mitgefühl an sich.
„Schmerz vorbei, viele Jahre gehen.“ wiederholte sie, schloss damit ihre Erzählung. Sie stand auf, des Redens müde, nahm die Ente vom Feuer.
„Genug sprechen. Essen.“ erklärte sie, sah ihn auffordernd an.
Unweigerlich musst er wieder einmal lächeln über die ihr ganz eigene Sicht der Dinge.
Ausgehungert verzehrten sie das Fleisch der beiden Vögel. Berane konnte ihre Augen kaum von dem  Mann ihr gegenüber abwenden. Als er es bemerkte, sah er sie erst verwirrt an, dann blickte er verlegen zu Boden. Er schluckte, räusperte sich. „Warum siehst du mich so an?“ wollte er argwöhnisch wissen.
‚Weil mein Herz lacht, wie sehr lange nicht mehr, wenn ich es tue. Weil es angenehmer ist als im Sommer im See zu baden, süßer als die ersten Erdbeeren, besser als ein gebratenes Ferkel. Und weil nichts je schöner war, als bei dir zu liegen, dich zu spüren.’
Berane wusste zunächst nicht was sie wirklich antworten sollte, dann entschied sie sich einfach für die Wahrheit. Allerdings in unverfänglicherer Form.
„Freude dich sehen. Wie Blume sehen. Sonne sehen. Freude.“
 Meridius nickte zögernd, weil ihm nichts besseres einfiel, aß weiter.
„Maximus?“ Er sah auf. Sie kam zu ihm, stellte sich hinter ihn, begann seinen Nacken  zu massieren.„Du nicht Angst. Alles gut. Ich gut. Du bald zuhause.“ sprach sie beruhigend auf ihn ein. Satt und müde lehnte er sich gegen sie, genoss das Reiben und Kneten ihrer starken Finger, ihre angenehm tiefe Stimme, ließ den Kopf gegen ihre Brust sinken. Nach einer Weile beugte sie sich zu ihm, küsste sie ihn auf die Stirn. „Pferde Wasser geben. Dann Schlafen. Ich viel müde.“
Während Berane hinausging, um die Stuten zu tränken, warf er noch Holz aufs Feuer. Dabei fiel sein Blick auf ihr Lager.

Auf den Ellbogen gestützt lag er auf seinem Platz, schaute zu ihr hoch, als sie zurückkam. ”Komm” sagte er einfach, streckte den Arm nach ihr aus.
Dieses Bild sollte sich in ihr Gedächtnis einprägen, wie seine lichtumspielte Gestalt in der Morgensonne. Das flackernde Feuer warf  Schatten über seinen kraftvollen Oberkörper, ließ rötliche Lichter in seinem zerzausten braunen Haar aufglühen, in dem dichten honigfarbenen Bart, der leichten Behaarung seiner Brust. Seine klaren, hellen Augen strahlten grün im Zwielicht der Flammen.
In ihnen spiegelte sich für sie die ganze Tiefe seines Wesens, die Aufrichtigkeit seines Charakters, die sich ihr offenbart hatten. Ihr Lager war verschwunden.
„Es ist hier“ erklärte er als Antwort auf ihren suchenden Blick und wies auf den freien Platz vor ihm. Dort lagen die  Felle und der dritte Umhang, die zuvor ihr Schlafplatz gewesen waren. „Komm.“ wiederholte er, setzte sich auf.
Sein Gesicht, seine Augen sagten alles, was er nicht mit Worten ausdrücken konnte. ‚Komm. Ich brauche dich jetzt. Gib mir deine Wärme.
 Gib mir deine Liebe. Ich weiß, ich nehme weit mehr als ich geben kann.’
Berane ging die paar Schritte zu ihm, nahm die ihr gereichte Hand.
Er drehte ihr Handgelenk, küsste die Innenseite, zog sie zu sich herunter.
Sie  legte sich neben ihn, ließ ihn die beiden Umhänge, in die sie sich gehüllt hatten als warme, zweifache Decke über sie breiten. Er schmiegte sich an ihren Rücken, umschlang mit einem Arm ihre Mitte. Mit der freien Hand streichelte er über ihre Hüfte zu ihrem Knie und zurück, küsste ihren Nacken, die Schultern. Nichts Forderndes lag in seinen Berührungen.
Nur das Bedürfnis Wärme zu geben und zu bekommen.
Berane drehte sich zu ihm, legte beide Hände um sein Gesicht, küsste ihn sanft.
Lippen, Nase, Wangen, Stirn, Lider. Sie rieb ihre Wange an seinem Bart, schmiegte den Kopf unter sein Kinn. Er gab wohlige, zufriedene Geräusche von sich, strich über ihren Rücken, legte beide Hände auf ihren Hintern, zog sie näher heran. Bald erkannte sie an seinem gleichmäßigen Atem, dass er eingeschlafen war. Sie hielt sich mühsam noch eine Weile wach, kostete das Gefühl ihm nahe zu sein so lange als möglich aus.
Die Wärme der Haut, die männliche Struktur seines Körpers, seinen Geruch.
Irgendwann übermannte sie der Schlaf.

Meridius erwachte bei Morgengrauen. Sein Blick fiel auf Beranes Haar.
Sie lag seitlich neben ihm, das Gesicht abgewandt. Sie schlief.
Noch etwas benommen betrachtete er sie, dachte daran, was gestern zwischen ihnen geschehen war. An die leidenschaftlichen Reaktionen, als er sie genommen hatte, die Hitze in ihr, die Hingabe, ihre hungrigen Küsse.
Und an ihre Bitte einen Tag früher aufzubrechen. Die Erinnerung daran kühlte sein aufflackerndes Verlangen zunächst.
‚Wenn du länger bleibst, wird es mich nur noch mehr schmerzen.
Deshalb wirst du einen Tag früher gehen.’
Aber er sah auch ihren liebevollen Ausdruck wieder, als gesagt hatte
„Freude dich sehen. Wie Blume sehen. Sonne sehen. Freude.“
Seine Kehle war trocken, er schluckte. Eine drängende Erregung überkam ihn. Vorsichtig schmiegte er sich an ihren Rücken, ihre warme Haut genießend,
rieb er sich begierig an ihr. Er schob das Haar zur Seite und begann ihren Nacken mit den Lippen zu kosen. Seine Hände glitten unter ihren Achseln hindurch auf ihre Brüste, umfassten sie.
Sie gab ein maunzendes, schläfriges Geräusch von sich, seufzte, bewegte die Schultern. Er verstärkte seine Bewegungen, streichelte ihre Brustwarzen mit den Daumen. Sie antwortete mit einem leisen Stöhnen, drückte den Hintern gegen ihn. Seine Rechte  strich über ihren Bauch, legte sich  flach unter ihren Nabel, rutschte tiefer auf ihren Hügel. Er drückte sie an sich, brummte ihr leise ins Ohr.
Finger stahlen sich zwischen sie, glitten über seine Lenden, umschlossen ihn, rieben und streichelten mit aufreizender Langsamkeit. Er keuchte auf, musste sich beherrschen, um sie nicht umzudrehen und einfach in sie zu drängen. Ein Finger fand  ihre empfindliche Knospe, rieb sie sanft. Sie gab einen erstickten Laut von sich, bäumte sich auf. Ihr Griff wurde fester, dann ließ sie ihn plötzlich los, drehte sich, schlüpfte aus seiner Umarmung. Er gab einen überraschten Laut von sich, als sie unter der Decke verschwand, um gleich darauf  laut aufzustöhnen, als er ihren Mund fühlte.
Ihre Lippen streichelten über seinen Bauch, sie nahm sein Glied wieder in die Hand, fing an mit den Lippen zu streicheln. Er schnappte nach Luft, als er sich von feuchter Wärme umschlossen fühlte. Heiser keuchte er, während ihre Zunge ihn streichelte, auf und abglitt, sie ließ es tief in ihren Mund gleiten, sog an ihm.
Als er glaubte, sich nicht mehr lange zurückhalten zu können, zog er sie hoch, küsste sie unbeherrscht, rollte sich über sie. Sie kam ihm entgegen.
Ungestüm presste er sich an sie, sie umklammerte ihn. Er fühlte, wie es in ihr zuckte bei seinen ersten ungestümen Stößen. Sie keuchte, bäumte sich unter ihm auf. Ihre ungehemmte Hingabe ließ ihn alles vergessen, außer der Lust, die wie ein Pfeil emporschoss. Er presste seine gespreizten Finger in das weiche Fleisch ihres Po während er sich immer wieder tief in sie grub. Ihre Hände umklammerten seine  Arme, als er sich über ihr aufstützte, seinen Oberkörper anhob.
Seine Lust steigerte sich mit jedem Drängen, jedem Entgegenkommen von ihr.
Es schien ihm, als ob er immer einen Schritt vom Gipfel entfernt wäre, wenn er ihn erreicht glaubte.

Berane befand sich zwischen Schlaf und Wachen, als ein leichtes Kitzeln sie in die Realität holte. Sie wollte gerade die Augen öffnen, als sie spürte, wie Hände auf ihre Brüste glitten. Ein wenig raue Hände, deren Finger über die Spitzen rieben.
Sofort erwachte Lust in ihr, ihre Nerven schienen völlig blank zu liegen.
Sie drückte sich gegen den warmen, starken Körper hinter ihr. Sein Mund war an ihrem Nacken, sie fühlte seine Zunge. Er war spürbar erregt, bewegte die Hüften, rieb sich an ihr. Sie stöhnte leise, bewegte sich mit ihm. Eine Hand fuhr über ihren Bauch, drückte ihren Unterleib gegen ihn, als er seine Lippen an ihr Ohr legte und ein wohliges Brummen von sich gab. Die Schwingungen dieses Tons schienen sich in ihrem ganzen Körper auszubreiten, vibrierten förmlich in ihr. Sie schob eine Hand nach hinten, berührte seine Härte, umschloss ihn fest.
 Er stöhnte auf. Sie fühlte, wie sein Fleisch in ihren Fingern pulsierte, warm und überaus lebendig. Eine Hand glitt zwischen ihre Beine, ungeduldige Finger fanden sie, stachelten ihre Begierde an.
Berane entzog sich spontan seiner Umarmung, drehte sich und rutschte unter die Decke. Sie hörte den Laut der Überraschung von ihm, dann sein Stöhnen, als sie mit dem Mund über seinen Bauch fuhr. Sie nahm ihn wieder in die Hand, ihre Lippen fanden ihn, streichelten. Neugierig ließ sie ihn in ihren Mund gleiten, fuhr forschend mit der Zunge auf und ab, umspielte ihn, sog. Das Pulsieren wurde stärker, sie hörte wie er aufstöhnte, dann zog er sie wieder nach oben.
 Während er den Mund gierig auf ihren presste, rollte er sich über sie.
 Sie folgte seiner Bewegung. Ihr stockte der Atem, als er mit ganzer Kraft in sie drang, sie dabei mit wenigen Bewegungen in einen schnellen, kurzen Orgasmus drängte. Er stützte sich auf die Arme, sie umklammerte sie, als fürchte sie von der Wucht seines Ansturms weggetragen zu werden.
Er schien ein Fremder zu sein, der sich mit von Verlangen trunkenen Zügen in sie grub, immer wieder, sie rücksichtslos an sich presste. Kurz bevor er zum Erguss kam, überrollten sie noch einmal die atemberaubenden Wellen, sie bäumte sich unter ihm auf, hörte sein tiefes Stöhnen. Danach ließ sie sich einfach fallen, schloss die Augen, bis das unglaubliche Gefühl langsam schwand, einer wohligen Entspannung und Müdigkeit wich.
Er lag über ihr, schwer atmend, sie spürte wie seine Härte sich verlor.
Schließlich rollte er sich stumm von ihr, sie drehte sich mit ihm, schmiegte sich an seinen Rücken, legte einen Arm um seine Brust. Er schob seine Finger zwischen ihre, während sie den Schweiß von seinem Nacken küsste bis sie wieder einschliefen.

Sein knurrender Magen weckte ihn. Er rieb sich die Augen,  setzte sich auf.
Eine Hand streifte seine Schulter, strich über seinen Arm. Noch etwas benommen sah er hoch. Eine verlegene Röte stieg ihm in die Wangen, während er von Berane kaltes Fleisch, Brot und einen Becher Wasser entgegennahm. Sie sagte nichts, lächelte nur auf ihre geheimnisvolle Art, dann ließ sie ihn allein.
‚Nein. Das war kein Traum. Was ist nur in mich gefahren?’ fragte er sich, kaute ein großes Stück kaltes Geflügel.
‚Vielleicht das, was du bisher vermisst hast. Das Gefühl so begehrt zu werden, wie du bisher nur selbst begehrt hast.’ Meridius blinzelte nachdenklich.
Dann dachte er daran, dass er eine Entscheidung getroffen hatte, die sie offensichtlich billigte.
‚Wir haben gewusst, was kommen würde und wir haben beide entschieden zu tun was geschehen ist, obwohl wir wussten, dass wir wenig Zeit haben würden. Ich will dir den Abschied nicht schwer machen und du sollst ihn mir nicht schwer  machen.’
Es gab kein richtig oder falsch. Es gab nur noch diesen einen Tag, bevor er in ein andres Leben aufbrechen würde.
Ein Leben, das wohl nie wieder so sein würde, wie er es gekannt hatte.

Der anbrechende  Frühling zeigte sich an diesem Morgen von seiner besten Seite.
Die Luft war mild und erfüllt von Vogelgezwitscher. Blauer Himmel mit ein paar freundlich aussehenden Wolken.
Berane war gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen zumute, während sie den Wasserschlauch am Bach füllte. Ihr ganzer Körper fühlte sich verändert an.
Er schien zu summen, zu vibrieren, mit ihr zu sprechen.
Sie fühlte sich ein wenig wund, ihre Lippen brannten  und ihr Hals juckte vom Reiben seines Bartes. Jeder Schritt verursachte ein leichtes Ziehen und erinnerte sie daran, dass sie sich vor wenigen Stunden mit einer verstörenden Wildheit geliebt hatten. Sie errötete, als sie daran dachte.
Ihre ungezügelten Reaktionen erschreckten sie.
Sie hatte sich benommen wie eine Dirne und hatte es genossen.
‚Es ist gut, dass er morgen geht. Was zwischen uns geschieht, ist zu verwirrend. Freya, ich habe dir  nachgegeben und du hast mir ein wunderbares Geschenk gemacht. Es zerreißt mich, wenn ich daran denke, dass er diese gefährliche Reise vor sich hat. Und noch mehr Gefahren, wenn er am Ziel sein wird.’
„Denk nicht länger darüber nach, es führt zu nichts.“ sprach sie mit sich selbst.
„Nimm diesen Tag und mach das beste daraus.“
Er war nicht mehr da, die Pferde hatte er auch mitgenommen. Bestimmt war er mit ihnen am Teich, badete und tränkte die beiden Stuten. Berane machte sich wieder auf ihre Fallen zu überprüfen. Er sollte sich heute noch einmal  richtig satt essen. Sie hatte ihm zwar reichlich Proviant zusammengepackt und Brot, Trockenfrüchte und Dörrfleisch waren zwar sättigend, aber nicht unbedingt sehr reizvoll für den Gaumen. Und wenn  er länger unterwegs wäre, würden die Rationen knapp werden. Frisches Fleisch  natürlich  und als  Leckerbissen der restliche  Honig aus einer Bienenwabe . Sie hatte die Kräuteraufgüsse damit gesüßt, um seinen entzündeten Hals zu beruhigen.
Es tat Berane gut sich mit diesen praktischen Überlegungen abzulenken.
Zielsicher schritt sie die Strecke ab. Fast fürchtete sie mit leeren Händen heimzukehren, bis sie in der letzten Falle ein Moorhuhn fand.
 Für ihn würde es reichen. Erleichtert ging sie zurück, sah gerade noch wie er von einer der Stuten abstieg, beide Zügel  in der Hand und sie festband, bevor er im Eingang verschwand. Als sie nahe genug war, entdeckte sie den Kadaver eines mageren, halbwüchsigen Wildschweins am Boden.
Es trug eine Stich- oder Pfeilwunde, sie konnte es nicht mit Bestimmtheit sagen.
Als sie eintreten wollte, kam er ihr entgegen. Ihre Augen trafen sich, er umarmte sie kurz, lächelte. “Berane, schau, diesmal habe ich für das Essen gesorgt.“ meinte er zufrieden, zeigte auf seine Beute. Sie zog die Brauen hoch. „Mit Messer??“f ragte sie verwundert. “Ich habe deinen Bogen mitgenommen und hatte Glück, obwohl ich nicht mehr viel Übung damit habe.“ erklärte er.
Lobend rieb sie ihm über die Schulter. „Gut! Ich nur das.“
Sie hielt ihm mit kläglicher Miene das Moorhuhn hin. Er lachte mit einem mitleidsvollen Unterton, begann das Wildschwein aufzubrechen und auszunehmen.
Sie ging hinein. Da jetzt genug Fleisch zum Braten da war, beschloss sie aus ihrer
Beute eine Suppe zu kochen, mit vielen Kräutern und getrockneten Pilzen vom Herbst. Sie füllte den Kessel mit Wasser, fachte die Reste der Glut unter der Asche neu an. Als das Feuer kräftig brannte und sie den Vogel  fast fertig gerupft hatte, kam Meridius herein. Er hatte das magere, ausgenommene Schwein auf einen grünen, kräftigen Ast gespießt und lehnte es gegen die Wand.
 Herz und Leber hing auf einem dünneren Ast, den er daneben stellte.
Schweigend setzte er sich neben sie, sah ihr zu, wie sie dem Moorhuhn die letzten Federn ausrupfte. Seine Hand strich über ihren Rücken, zu ihrem Nacken, streichelte und rieb ihren Haaransatz unter dem Zopf.
 Sie streckte den Hals, drückte sich stumm gegen seine Hand. 
Er nahm er ihr das Moorhuhn aus den Händen, griff nach dem Messer.
„Ich nehme es aus.“ erklärte er und  ging hinaus. Sie stellte die Federn, die sie in einem Korb gesammelt hatte, wie die von andren Vögeln davor, zur Seite und suchte aus dem Vorrat Kräuter für die Suppe zusammen. Sie schnitt Bärlauch, wilden Knoblauch, Kresse und Sauerampfer klein und warf alles ins leicht siedende Wasser. Als Meridius zurückkam, erfüllte bereits ein würziger  Duft den Raum. Er schnupperte, reichte ihr den ausgenommenen Vogel.
Sie warf ihn zu seinem Erstaunen im Ganzen ins Wasser. “Warten“ meinte sie.
Meridius zog eine klägliche Miene. „Lange? Berane, ich verhungre bis dahin.“ klagte er halb scherzhaft, halb im Ernst.
Sie lachte nur, füllte ihm die restliche Milch in eine Schale.
„Du mehr essen als drei Männer.“ neckte sie ihn.
Er wischte sich den Mund ab, funkelte sie zum Schein warnend an.
Plötzlich veränderte sich sein Ausdruck, er setzte sich, stellt die leere Schale weg.
“Komm zu mir. Ich muss mit dir reden.“ bat er ernst, streckte den Arm nach ihr aus. Sie tat es. Er nahm ihre Hand, drückte sie kurz an seine Lippen.
“Morgen früh werde ich aufbrechen.“ begann er mit einer Art Seufzen.
„In sieben oder acht Tagen müsste ich in Trujillo sein, wenn mich nichts aufhält. Ich muss  meine Familie in Sicherheit bringen, vorsichtig Erkundigungen einziehen. Ich weiß noch nicht, ob wir bei Verwandten untertauchen können oder vielleicht das Land verlassen müssen. Es ist alles sehr ungewiss.“ 
Er drückte ihre Finger  schmerzhaft fest, ohne es zu bemerken.
Sie entzog ihm ihre Hand nicht, lauschte aufmerksam.
„Ich bin ein reicher Mann, Berane. Und ich war mächtig. Ich war der Befehlshaber hier in Germanien. Ich bin der Führer hier gewesen seit über zwei Jahren. Nur der Kaiser konnte mir befehlen. Ich habe mich geweigert seinem Nachfolger Treue zu geloben, deshalb sollte ich sterben.“
 Seine Worte kamen stockend, der Tonfall war anders, als sie ihn kannte.
Ihr unverändert ruhiger, interessierter Ausdruck gab seiner Rede  zunehmend Sicherheit, als er fortfuhr. „Ich werde nicht fortgehen, ohne  dir etwas zu versprechen. Wenn es mir möglich ist, werde ich jemand zu dir schicken oder selbst kommen. Es kann lange dauern. Vielleicht Jahre, vielleicht nur Monate.
Du hast mein Leben gerettet und ohne dich würde ich morgen nicht in meine Heimat aufbrechen. Ich will dir das vergelten, wenn ich irgendwie  kann.“
Mit einer entschiedenen Handbewegung wies er jeden Einwand von ihr ab, ließ sie nicht zu Wort kommen.
„Nein, weise dieses Versprechen nicht von dir. Nimm es an. Du erwartest, dass ich all deine Hilfe annehme, wie kannst du dann meine Dankbarkeit zurückweisen?“ tadelte er sie milde.„Ich soll immer nur nehmen. Was ist mit dir?“fragte er vorwurfsvoll,  küsste erneut ihre Finger. “Wenn ich kann, werde ich dir ein sorgenfreies Leben ermöglichen. Du kannst entscheiden wie, wenn es soweit ist. Aber versprich mir, dass du meine Dankbarkeit nicht abweisen wirst.
Ich habe nicht vor zu vergessen, wem ich mein Leben verdanke.“
Berane umarmte ihn wortlos, küsste ihn auf die Schläfe.
Er zog sie an sich, suchte ihren Mund. Bevor der Kuss leidenschaftlich wurde, entzog sie sich ihm. „Gut.“ stimmte sie zu. Sie sah ihn aufmerksam an.
Er schien  noch etwas sagen zu wollen, zögerte.
„Berane, ist es möglich, dass du ..“ er suchte nach Worten. Schließlich legte er die gewölbte Hand auf ihren Bauch, blickte sie fragend an.
Daran hatte sie noch gar nicht gedacht.
„Zeit muss gehen. Mond bald voll. Dann wissen.“ erklärte sie. In wenigen Tagen war Vollmond. Danach würde ihre Blutung einsetzen. Oder nicht.
Er schluckte. „Ich werde es nicht wissen. Und glaub mir, ich würde nicht wollen, dass du etwas dagegen unternimmst. Aber ich weiß nicht, ob ich  in Zukunft  noch irgendetwas für dich tun kann. Und  für das Kind, wenn es so ist.
Es ist deine Entscheidung. Ich kann nichts verlangen.“ Sie nickte.
‚Es wird Zeit, es ihm leichter zum machen.’ dachte sie, nahm alle Kraft zusammen, um sicher und überzeugend zu klingen.
„Maximus, du fort, ich gehen Dorf. Bleiben. Ich nicht töten. Nicht töten dein Herz.
Ich nicht wollen. Zeit gehen, ich wissen. Du wissen, wenn  für dich alles gut.
Wenn nicht, dein Herz bei mir.“
‚Wenn du fort bist werde ich ins Dorf gehen und dort bleiben. Ich werde  das Kind nicht abtreiben, sollte ich schwanger sein. Ich will es selbst nicht. Ich werde es bald wissen. Wenn du deine Sache zum Guten wenden kannst und mich findest, wirst du es erfahren. Wenn nicht und ich erwarte ein Kind , bleibt ein Teil von dir bei mir.’
Meredius hörte konzentriert zu, seine Augen sagten ihr, dass er sie verstanden hatte. Als er etwas sagen wollte, legte sie ihren Zeigefinger über seine Lippen.
„Genug sprechen. Nicht sprechen von Schmerz. Nicht mehr sprechen davon..“  bat sie ihn entschieden. “Nicht schwer machen.“
Er nickte, zog sie erneut an sich, sah ihr mit einem wehmütigen Ausdruck in die Augen.„Deine Göttin ist grausam zu dir.“ murmelte er bitter. Berane blickte ihn verwundert an, dann lächelte sie nachsichtig „Ich denken wie du, dann verstehen. Nicht grausam. Besser du tot und ich dich nicht kennen?“ fragte sie ihn vorwurfsvoll, schüttelte entschieden den Kopf. Beschämt gab er ihr recht, senkte den Kopf. Sie umschloss sein Gesicht mit beiden Händen, sah ihn eindringlich an. “Ich machen.. Freya nur führen. Ich entscheiden. Nicht wollen anders.“
Er hatte begonnen sie zu streicheln, ihren Hals zu küssen, während sie sprach.
„Nicht sagen Hunger?“ spottete sie in liebevollem Ton.
„Das Essen ist noch nicht fertig, oder?“ entgegnete er unschuldig, fuhr mit beiden Händen unter ihr Hemd, rieb ihren Rücken.
Sein sehnender Blick erstickte ihren Spott im Keim.
„Lange nicht fertig.“ bestätigte sie mit einem amüsierten Seufzer.

Er schlief an ihren Rücken geschmiegt, schnarchte leise. Sein rechter Arm lag angewinkelt unter ihrer Achsel, die warme Hand schlaff über ihrem Nabel.
Berane dachte an ihren Traum, als sie den Ring an seinem kleinen Finger betrachtete. Meridius murmelte im Schlaf, umfasste sie enger.
Sie hatte gesehen, was vor wenigen Minuten geschehen war.
Sie selbst war die Frau aus dem Traum.
Die Wirklichkeit hatte die Vorsehung  schließlich eingeholt.
‚Freya, verzeih, dass ich an dir gezweifelt habe.’

Meridius schlürfte genüsslich die dritte Schale heiße Moorhuhnsuppe.
Berane hatte das  gekochte Fleisch von den Knochen gelöst, es zerkleinert und wieder in die kräftige Brühe geworfen. Die Knochen hatte sie aufgebrochen und mitgekocht, um die Suppe mit dem Mark anzureichern. Das Wildschwein brutzelte vor sich hin, erfüllte den Raum mit seinem  köstlichen Aroma. Es würde ohne Zweifel genug Fleisch liefern, um ihm die ersten beiden Tage den Proviant aufzustocken. Mit einem zufriedenen Seufzen stellte Meridius die leere Schale ab, sah Berane zu, wie sie die für ihn abgepackten Heilmittel, eine Schale,einen Löffel, einen ihrer gebrannten Becher und die Trockenrationen in ein Fell einschlug, es verschnürte. Sie stellte es zu den Bündeln aus Waffen und Kleidung, die neben der Tür lagen.
Meridius hatte einige Lederriemen so daran  angebracht, dass er das Wichtigste auf dem Rücken tragen konnte. Die restlichen Waffen  würde er dem jeweils reiterlosen Pferd aufladen, wenn er die Stuten nach einem halben Tagesritt auswechselte. Einen der Umhänge hatte sie so gefaltet und zusammengenäht, dass er als Packtasche benutzt werden konnte. Ein Riemen um die Brust des Tieres und einige Steine für das Gleichgewicht der Seiten würden verhindern, dass er bei schnellem Tempo abrutschte.
Morgen früh würde er ein letztes Mal im Weiher baden. Abschied nehmen.
Dann würde er aufbrechen. In der Uniform eines Prätorianers.
Er wehrte sich gegen die Ängste, die immer wieder in ihm hochkamen, brachte die  Stimmen in seinem Kopf schließlich zum Schweigen, indem er seine ganze Aufmerksamkeit auf die Frau richtete, die sein Leben gerettet, ihn gepflegt und versorgt hatte. Und weit mehr als das.
Sie ließ sich nichts anmerken, lächelte, wenn sich ihre Blicke trafen.
Ihm war klar, dass sie ihm zuliebe eine gute Miene aufrecht erhalten würde, bis er fort war und er war ihr sehr dankbar dafür.
Auch wenn er wusste, dass sie in Wahrheit anders empfand.

Berane wickelte das abgekühlte Fleisch in große Blätter, die er ihr vom Weiher mitgebracht hatte. Es war noch von der dicken, nahrhaften Suppe übrig, so konnte sie das restliche Fleisch einpacken, ohne morgen früh nichts für ihn zu essen zu haben. Sie füllte den Rest in eine Schale, stülpte eine zweite darüber um Ungeziefer abzuhalten, stellte sie beiseite.
Meridius striegelte draußen die beiden Stuten, untersuchte sie auf Stiche oder andre Blessuren. Sie waren in guter Verfassung. Mit etwas Glück würden sie die Reise unbeschadet überstehen. Ein einzelnes Pferd hätte er zuschanden reiten müssen oder versuchen unterwegs ein zweites aufzutreiben. Berane hatte die Schürfwunden und Kratzer behandelt, die die beiden Braunen davongetragen hatten. Sie waren ebenso gut verheilt, wie seine eigenen Verletzungen.
Er selbst fühlte sich fast wieder so stark wie früher, wenn nicht ab und zu die Narben geschmerzt hätten. Als die Dämmerung hereinbrach, streichelte er den Stuten ein letztes Mal über die Stirn.
Berane saß am Feuer. Es gab nichts mehr für sie zu tun.
Jede Kleinigkeit war vorbereitet. Sie sah  sehr hilflos aus, suchte seinen Blick.
 Er setzte sich neben sie, musterte sie.
„Alles fertig.“ murmelte sie ausdruckslos.
Ihre sonst so wachen Augen wirkten müde. Sie zwinkerte, rieb sie, um zu verbergen, dass sie die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte.
Meridius lehnte sich an sie, strich ihr eine Haarsträhne aus der Stirn.
Er spürte wie niedergeschlagen sie war, obwohl sie es mühsam zu verbergen versuchte. Neben ihr stand ein kleines Gefäß. Sie nahm es nachdenklich in die Hand, überlegte kurz. Dann tauchte sie eine Fingerspitze hinein, wandte sich zu ihm, strich ihm zu seinem Erstaunen etwas von dem zähflüssigen Inhalt auf die Lippen. Er kostete neugierig, lächelte entzückt. Er liebte Honig.
Mit einem gierigen Laut griff er ihren Finger, leckte ihn ab, um ihn gleich wieder tief in den Topf zu tunken. Berane verfolgte amüsiert sein Tun, wollte ihm das Gefäß in die Hand geben, aber er schüttelte den Kopf, schleckte genüsslich an ihrem honigbeschmierten Zeigefinger.
Es gelang ihm bald, damit ein Lächeln auf ihre Züge zu zaubern.
 Das hatte er beabsichtigt.
Sein Zunge kitzelte. Sie musste lachen, ging auf sein Spiel ein.
Nach einer Weile entzog sie ihm ihren Finger, ließ ihn danach schnappen wie ein Vogel, der einen Wurm fängt und lachte hell auf, wenn sie ihn täuschen konnte.
Plötzlich griff er sich den Topf, tauchte spitzbübisch lächelnd seinen Zeigefinger hinein, wedelte vor ihrer Nase damit herum.
Bevor er reagieren konnte, packte sie einfach sein Handgelenk und steckte sich den Finger in den Mund, lutschte ihn lautstark gründlich ab.
Gemeinsam brachen sie in schallendes Gelächter aus.
Sie, wegen seines unglaublich verdutzten Gesichtsausdrucks, er in Anerkennung ihrer listigen, blitzschnellen Handlungsweise. Lachend rangen sie spielerisch um den Schatz, bis er ihn ihr scheinbar widerwillig überließ.
 Ihre Augen funkelten katzenhaft, als sie wieder in den Honig langte, ihre Lippen dick damit bestrich. Sie schaute ihn provozierend an, öffnete den Mund und tat als wolle sie ihn selbst ablecken.
„HALT!“ befahl er mit  seiner tausendfach geübten Kommandostimme, die in dem kleinen Raum wie Donner klang. Sie ließ fast den Topf fallen, riss die Augen auf.
Im nächsten Moment verzog sie erbost das Gesicht, boxte sie ihn zur Strafe für den Schreck, den er ihr bereitet hatte kräftig gegen die Brust. Da lachte er übermütig , zog sie an sich, begann ihr mit spitzer Zunge die süße Masse vom Mund zu lecken. Sie schloss die Augen, hielt ganz still, bis es nichts mehr zu lecken gab, kicherte nur hin und wieder, weil es  kitzelte.
Als er fertig war, benetzte sie erneut ihren Finger, bestrich diesmal seine Lippen.
Betont langsam näherte sie sich, tupfte hier und da mit der Zunge.
Sie ließ sich Zeit, zeichnete die Konturen mit der Spitze nach, sog an seiner Unterlippe, summte absichtlich dabei wie ein ganzer Bienenschwarm.
„Jetzt weiß ich, warum deine Küsse mir so süß vorkamen. Du bist die Königin der Bienen.“ neckte er sie.
Sie verstand nicht, sah ihn großäugig mit hochgezogenen Brauen an.
Er lachte nur.
Sie spielten  weiter wie zwei übermütige Kinder bis kein Honig mehr da war.

„Lass uns schlafen gehen.“ bat er, gähnte. Sie nickte müde, stand auf.
Ihr Herz war viel leichter nach all dem Lachen und den Neckereien.
Sie zog sich rasch aus, schlüpfte unter den schweren Wollstoff.
Meridius war hinausgegangen. Sie hatte sich bereits hingelegt, als er zurückkam.
Er war sich bewusst, dass sie ihn beobachtete, während er die Kleider ablegte.
Sie lachte leise, da er sichtlich verlegen wurde.
Zielsicher warf er ihr das Hemd über den Kopf, streift schnell die Hose ab, schlüpfte eilig neben sie, bevor sie es unter Protest wegziehen konnte.
Dann nahm er es ihr aus der Hand, legte es beiseite, küsste entschuldigend ihre Wange. Eine Hand löste ihr Haar im Nacken.
Auf den Ellbogen gestützt, spielte er eine Weile mit den weichen Strähnen.
Dann umschlang er ihre Mitte, bettete seinen Kopf an ihre Schulter.
Wenig später war er eingeschlafen.
Trotz ihrer Müdigkeit konnte Berane lange keine Ruhe finden.
 Sie lauschte seinem Atem, betrachtete ihn im Licht des allmählich erlöschenden Feuers. Die letzten Stunden hatten ihrer Melancholie eine bittersüße Note verliehen, die sie im Moment erträglicher machte.
‚Große Mutter, beschütze ihn. Du hast ihn zu mir geführt und führst ihn nun wieder fort. Lass ihn seine Reise unbeschadet überstehen. Spende ihm Kraft und Mut, wenn er es braucht. Erfülle seine Wünsche.’ betete sie zu Freya.
Als das Feuer erlosch, fiel sie in einen unruhigen Schlaf voll seltsamer Bilder.

Ein Heulen und Jaulen, als tobe ein Sturm. Sand zu ihren Füßen.
Sie dreht sich im Kreis. Wachsam. Das Heulen wird lauter.
Verschwommene Gestalten, blitzendes Metall in der Sonne.
Schweiß rinnt ihr übers Gesicht.
Das Licht blendet sie. Sie flieht in den großen Schatten hinter ihr.
Er ist kalt wie Eis. Sie erwacht.

Meridius schreckte in der Dunkelheit aus dem Schlaf. Eine Hand berührte ihn.
„Böse Träume?“ erklang Beranes Stimme.
Sie war wach, lag auf den Ellbogen gestützt neben ihm, sah ihn besorgt an.
Er drehte sich zu ihr, es dauerte etwas bis sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Benommen  rieb er sich das Gesicht.
„Ich weiß nicht. Ich erinnere mich nicht.“ Er zog sie an sich, seufzte.
„Maximus, du keine Furcht. Bald zuhause.“ versicherte sie ihm.
“Hmmmmm.“ brummte er, den Mund an ihrer Kehle.
Sie spürte überrascht, wie er sie mit den Lippen streichelte, den Bart an ihr rieb.
Seine Hände glitten zu ihren Brüsten, umschlossen sie, seine Finger rieben über die Spitzen.Sie stöhnte leise auf, verwundert über seinen sinnlichen Appetit in diesem unpassenden Moment.
„Berane,“ murmelte er heiser, „Ich will jetzt nicht denken. Wenn wir uns lieben, kann ich  vergessen. Ich will noch einmal bei dir sein und vergessen.
 Wenigstens bis morgen. Dann möchte ich schlafen. Hilf mir.“
Er klang beinah wie ein Kind, das sich im Dunkeln fürchtet.
Sie antwortete nicht, küsste ihn stattdessen. Während er den Kuss erwiderte, drehte er sich auf den Rücken, zog sie mit sich. Sie löste sich von ihm, kniete über seine Mitte. Er richtete sich ein wenig auf, um ihre Brüste zu berühren, sie mit dem Mund zu streicheln.
Sie beugte sich vor, stützte sich mit einer Hand auf seine Schulter, umschloss ihn mit der anderen. "Ja,“ flüsterte er dankbar. „Ja.. Wenn du soviel für mich empfindest, wie du mir zu verstehen gibst .. obwohl ich es nicht glauben kann... liebe mich.“ bat er leise.
Berane verstand seine Worte nicht, aber sie verstand seine Not.
‚Verwundet, verraten und verurteilt habe ich dich gefunden. #
Nichts ist mehr  für dich, wie es war. Ich bin im Moment alles, was du  hast.
Ich werde dich nicht gehen lassen, ohne deinen Wunsch zu erfüllen.
Ohne dich spüren zu lassen, wie wenig es mir Gefallen, wie viel es mir Freude ist.’
Sie führte ihn, nahm ihn auf. Er ließ sich mit einem erwartungsvollen Seufzen wieder auf den Rücken fallen, betrachtete sie durch halb geschlossene Lider.
Der sanft wiegende Rhythmus ihrer Vereinigung ließ ihm Zeit, er umfing ihre Hüften, unterstützte ihre Bewegungen, erwiderte sie. Sie erreichte den Höhepunkt vor ihm, brachte ihn an seine Grenze, aber er konnte sich noch zurückhalten.
Sie ließ sich auf ihn sinken, folgte ihm, als er sich über sie rollte, umschlang ihn mit den Beinen.
Lange blieb er ganz ruhig, genoss einfach die absolute Nähe, bis das Verlangen nach Erfüllung wieder stärker wurde. Als er sie endlich fand, vernahm sie von ihm einen Laut, der mehr einem Schluchzen als einem Stöhnen glich.
Noch in der Umarmung rollten sie sich zur Seite, schliefen sofort ein.

Berane versuchte ihn nicht zu wecken, als sie aufstand, aber es misslang ihr.
Er blinzelte sie müde an.„Schlaf“ flüsterte sie„Ich bald zurück.“  
Er nickte, kuschelte sich wieder in die Decke.
Stechender Kopfschmerz in der linken Schläfe hatte sie geweckt.
‚Also bin ich nicht schwanger. Das sind die Vorboten der Blutung.’
Weder bedauerte noch begrüßte sie es. Es unterlag nicht ihrem Willen.
Freya hatte entschieden.

zurück                                                        Germanien V