32.a Falco - 180 A. D. 

 Wenn es jemals in meinem Leben einen Zeitpunkt gegeben hat, an dem ich den Göttern für meine sorgfältige Ausbildung als Hure gedankt habe, dann  war es dieser. Ich brauchte keinen Spiegel um zu wissen, daß mein Gesicht nichts von dem Schock preisgab, den die schlichte Nennung des Namens dieses Mannes bei mir auslöste. Es hatte sich weder plötzlich zu einer verdächtig undurchschaubaren Maske verwandelt noch hatte es einen ebenso verdächtigen verblüfften Ausdruck angenommen. Kein Muskel spannte sich an oder zuckte, und weder um meinen Mund noch mein Kinn zeigte sich ein harter Zug, der vorher nicht zu sehen gewesen wäre. Kein Rot überzog meine Züge, aber auch keine ungesunde Blässe. Meine Augen gaben nichts preis, und kein Zittern meiner Lippen verriet den Aufruhr meiner Gefühle.

Statt dessen war da nichts als äußerste, perfekte, absolute Kontrolle.

Turia wäre stolz auf mich gewesen.

Selbst Cassius hätte mir ein Lächeln widerwilliger Bewunderung zugestanden.

Nein, meine Ausbildung war keine Verschwendung gewesen.

Und falls erforderlich, reichte es, einen Hebel herumzulegen, und ich konnte wieder auf das Gelernte zurückgreifen.

Unter den gegebenen Umständen war es sogar irgendwie tröstlich.

Auf der Decke kniend sah ich mein Spiegelbild in Maximus' Augen, während der stumme Aufschrei zu einem ebenso ohrenbetäubenden Schweigen verklang.

Er zuckte nicht mit der Wimper noch verriet eine einzige Gefühlsregung, was in ihm vorging, aber er war zu scharfsichtig, als daß irgend etwas seiner Aufmerksamkeit entging.

Und er kannte mich zu gut.

Und ich mußte handeln, bevor ihm der Gedanke kommen konnte, daß mehr hinter meinem Schweigen stecken könnte als Überraschung oder Enttäuschung. Denn trotz meiner äußerlichen Ruhe spürte ich, wie mir die Kontrolle allmählich entglitt, und ich wußte, daß ich sie bald gänzlich verlieren würde.

 

Ich zwang mich zu handeln und stand auf, wobei es mir gelang, meine Bewegung mühelos und natürlich erscheinen zu lassen - allerdings mit einem winzigen Anflug von Schroffheit.

Maximus versuchte nicht, mich zurückzuhalten, als ich mich umdrehte und mich einige Schritte von ihm entfernte. Ich nahm weder meine Umgebung wahr noch die Richtung, in die ich ging, aber dennoch gelang es mir, nicht so schnell  zu gehen, daß es sein Mißtrauen hätte erregen können.

Ich hatte nur zwei oder drei Schritte gemacht, als ich stolperte und mich gezwungen sah stehenzubleiben.

Ein kurzer aber heftiger Schmerz, der vom linken Fuß aus meinen Körper durchbohrte, zwang mich, den Blick zu senken und nachzuforschen, worüber ich gestolpert war. Und da stand ich und schaute wie betäubt auf die Sandalen, die ausgezogen zu haben ich mich nicht erinnern konnte. Sie waren sorgsam neben der Decke abgestellt worden, und ich war auf einen der Riemen getreten und hatte mir vermutlich einen kleinen Schnitt auf der Fußsohle zugezogen.

Ärgerlich versetzte ich ihnen einen Tritt, und den Schmerz ignorierend ging ich durch das Gras und trat in den Bach.

Das kalte Wasser brachte mich zurück von wohin auch immer meine Gedanken sich verirrt hatten.

Der kleine Wasserlauf floß größtenteils unter dem Dach hin, das die Bäume bildeten, so daß die Sonne kaum eine Chance hatte, das Wasser zu erwärmen. Trotz der Hitze fühlte es sich an wie flüssiges Eis, während ich mich auf die Mitte hin bewegte, mir meinen Weg über glatte Kieselsteine und rauhen Sand suchte und dabei nicht auf den Saum meiner Tunika achtete, der in kürzester Zeit vom Wasser durchnäßt war.

Kälte kroch an meinen Knöcheln empor, sobald der Bach sie bedeckte. Der Grund war flach, und an seiner tiefsten Stelle erreichte das Wasser nur eine Höhe von gut einem Fuß. Die Strömung ergriff den Saum meiner Tunika und versetzte ihn in eine sanfte Drehung, die den Mustern auf der Oberfläche des gurgelnden Gewässers folgte. Etwas Glitschiges berührte flüchtig meinen Fuß, und mein Blick erhaschte einen kleinen, silbrigen, spitz zulaufenden Fisch, bevor er schon wieder scheu davon schoß.

Ich mußte alle Kraft aufwenden, die mir zu Gebote stand, um mich zum Innehalten zu zwingen. So stand ich da - mitten im Bach, die Füße in den sandigen Untergrund gegraben, den Blick nach vorn gerichtet ohne jedoch etwas zu sehen. Ich atmete gleichmäßig, obwohl der dumpfe Schmerz in meiner Brust mit jedem Augenblick stärker wurde.

Aber so sehr ich es auch versuchte, so sehr ich mir selbst befahl, es nicht zu tun ... ich konnte nicht anders und schlang meine Arme um mich selbst. Nicht so fest wie damals, als ich ein ängstliches kleines Mädchen ohne Mutter und ohne Spielzeug war. Oder wenn ich in meinem Bett erwachte, kalt und einsam, nachdem ich Maximus in meinem Traum hatte zurücklassen müssen.

Statt dessen gelang es mir, die Bewegung fließend und natürlich wirken zu lassen, nichts, das mehr bedeutete als die unscheinbare Geste, welche anzeigt, daß ein lauer Nachmittag sich zu einem kühlen frühen Abend gewandelt hatte.

Ein zufälliger Betrachter hätte denken können, daß es die normale Reaktion auf das kalte Wasser war, in dem ich stand. Meine Arme waren sogar mit Gänsehaut überzogen.

O ja.

Selbst nach sechs Jahren in Freiheit, Reichtum und Macht war die Ausbildung, die man mir hatte zuteil werden lassen, nicht völlig vergessen.

Und weder die sanfte, schützende Geste noch die Gänsehaut auf meinen Armen hatten etwas mit dem kalten Wasser zu tun.

"Falco. Der Name des anderen Senators war Falco."

Ein Schauer lief mir über die Haut wie es immer geschieht, wenn ich eine Kakerlake sehe, ein Insekt, auf das ich mit beinahe übertriebenem Widerwillen reagiere, wenn man bedenkt, daß ich Spinnen eher amüsant und sogar faszinierend finde, während die meisten Frauen beim Anblick einer solchen geradezu hysterisch reagieren.

Mein Magen drehte sich um, wie er es zu tun pflegt, wenn ich den Geruch frisch gekochter Milch rieche, eine seltsame Eigenart, die mich seit meiner Kindheit begleitet hat. Es war nicht das plötzliche und sichere Bewußtsein, daß ich mich hier und jetzt übergeben müsse sondern eher ein anhaltendes Unwohlsein, das sich breit machte und das niederzukämpfen Stunden brauchte.

Ich atmete tief ein, und irgendwie gelang es mir, sowohl das Kribbeln auf meiner Haut als auch die Übelkeit unter Kontrolle zu halten.

Und auch wenn ich mir leicht über die Oberarme rieb, so gelang es mir, die Geste nicht nur natürlich sondern auch anmutig und sogar elegant erscheinen zu lassen.

"Falco. Der Name des anderen Senators war Falco."

Natürlich hatte ich seinen Namen dann und wann gehört.

Niemandem, der in Rom lebte, konnte dieser Name entgehen. Er war zu bekannt. Zu berühmt. Zu reich und zu hochrangig selbst dann, wenn Fortuna ihm nicht lächelte. Und Senator Anicius Dellius Falco war nicht der Mann, der friedlich darauf wartete, bis es der Göttin Fortuna beliebte, ihm wieder zuzulächeln, noch überhäufte er ihre Altäre mit Opfergaben und Gebeten in der Hoffnung, so wieder ihre Gunst zu erlangen. Nein, er gehörte zu jenen Männern, die sich nehmen, was sie wollen, selbst wenn das bedeutet, die Göttin bei der Kehle zu packen und ihr ein Lächeln abzupressen, und während er das tut, weicht das Lächeln nie von seinem eigenen Gesicht, ein Lächeln, das alles andere als angenehm war und niemals seine Augen erreichte. Ein unerbittlicher Mann, der für die Macht geboren war und dessen Ehrgeiz keine Grenzen kannte, ein Mann, dessen an jeder Ecke der Stadt Rom (*) verewigte Vorfahren so zahlreich waren, daß er keinem Imperator nachstand.

Auch wenn sie zu bestimmten Zeiten durch politische Launen und ebenso durch den Eifer einiger ihrer Mitglieder stark dezimiert worden waren, so bildeten die Dellier eine der ältesten Patrizierfamilien und waren seit den Tagen der Republik eifrig bemüht, edles Blut und altes Geld zu heiraten. Das derzeitige Oberhaupt der Familie der Dellier war in den politischen Kreisen Roms seit über dreißig Jahren aktiv gewesen und hatte seine Pflicht dem Reich gegenüber makellos erfüllt. Er hatte zwei oder dreimal geheiratet und jedesmal die richtige Frau, hatte Söhne gezeugt, die ihm in den Senat folgen, und Töchter, die der Familie durch angemessene Ehen weitere Verbindungen und Macht sichern würden, während er selbst zu den höchsten Ehren aufstieg, die ein Mensch, der nicht zur kaiserlichen Familie gehörte, erlangen konnte. Zweimal war er Konsul gewesen, sein Name wurde der Liste seiner Vorfahren hinzugefügt zum Dank dafür, daß er öffentliche Arbeiten mit der gleichen unnachgiebigen Regelmäßigkeit finanziert und gefördert hatte, mit welcher er ein Amt nach dem anderen erlangt und ein Gesetz nach dem anderen durchgebracht hatte.

Anders als seine Vorfahren - beginnend mit dem ersten Dellius in den Zeiten des Bürgerkrieges zwischen Octavius und Marcus Antonius (**) - hatte Senator Anicius Dellius Falco in Zeiten des Friedens und der Stabilität gelebt, und er hatte es nicht nötig gehabt, wechselnde Allianzen zu schmieden, um sein Amt, seine Macht und sein Geld zu behalten. Im Gegenteil: er hatte seinen cursus honorum*1 während einer Zeit glatter Übergänge durchlaufen, während derer die Macht von einem Imperator an seinen von ihm ernannten Nachfolger weitergegeben und jeder Versuch, diese Ordnung zu sprengen, schnell unterdrückt wurde. Vielleicht hatte ihn das enttäuscht, denn er war als listig bekannt mit einer Vorliebe für Intrigen ... oder vielleicht hatte es ihm auch zugesagt, denn er hatte dadurch Zeit und Energie gespart, die er so in die einzige Verbindung investieren konnte, die zählte - jene, welche ihm und seinen eigenen Interessen dienlich war.

Er war kein sympathischer Mann. Trotz Friede und Stabilität hatte Anicius Dellius Falco es geschafft, sich in den Reihen seiner Mitsenatoren Feinde zu schaffen, und es waren nicht wenige, die über seinen Fall glücklich gewesen wären. Aber er war nicht nur listig sondern auch glatt wie eine Schlange, und er kam mit jeder krummen Sache ungeschoren davon - egal, wie schmutzig das Geschäft war.

Und vor allem war er ebenso geschickt, die Schwächen anderer auszunutzen wie seine eigenen Geheimnisse zu hüten.

Und solche Geheimnisse hatte er in der Tat, und eines davon war möglicherweise zugleich seine einzige Schwäche. Ein Geheimnis, das für mich keineswegs ein Geheimnis war.

Zwischen seinen Ehen besuchte Senator Falco wie alle Männer häufig Bankette und Partys, aber er war bemerkenswert diskret, wenn es um seine Vergnügungen ging. Es war keine Sache der Selbstbeherrschung oder Mäßigung sondern betraf eher das, was einige als einen besonders raffinierten Geschmack bezeichnen würden, den zufriedenzustellen nicht einfach war.

Denn Anicius Dellius Falco zog junge Mädchen erwachsenen Frauen vor, und was diese Mädchen betraf, so hatte er sehr spezielle Vorstellungen. Speziell und genau.

Sie mußten jung sein, aber nicht so jung, wie andere, die seine Neigung teilten, sie begehrten. Seine Mädchen mußten die Schwelle zum frühen Frausein bereits überschritten haben aber das gerade erst. Schlank wie ein Knabe mußten sie sein, aber mit knospenden Brüsten, frisch und jungfräulich, eine ganz junge Frau, die erst vor kurzem zum erstenmal ihre Periode bekommen hatte.

Er gebrauchte sie nur eine einzige Nacht.

Eine Nacht, während derer er jeder eine Puppe schenkte, sie mit geschälten Früchten und Bonbons fütterte, während sie auf seinem Schoß saßen, und ihnen dann ihre Jungfräulichkeit nahm.

Einige Männer, die Mädchen den Frauen vorziehen, sind sanft mit ihren Opfern so wie Priester sanft sind mit den schönen Tieren, die sie auf den Altären schlachten. Aber nicht so Anicius Dellius Falco. Er weidete sich an dem Entsetzen der Mädchen, wenn er sich nicht länger freundlich stellte sondern ihnen seine teuflische Fratze zeigte. Und noch mehr genoß er ihren Schmerz, wenn er sie wiederholt und brutal vergewaltigte.

Ich zuckte zusammen bei der Erinnerung an seinen ersten Schlag.

Angetrieben von Verzweiflung und Furcht, hatte ich mich ihm entwinden können, aber er hatte mich an den Handgelenken gepackt, herumgedreht und ins Gesicht geschlagen. Der Schlag hatte mich gegen den Bettpfosten geschleudert, mit tränenden Augen, klingenden Ohren und Lippen und Wangen, die schmerzhaft brannten. Ich erinnere mich, wie ich dachte, daß er stärker war als er aussah - mit seinem schlanken Körper, den schmalen Schultern und den manikürten Händen. Bevor er mich schlug, hatte ich geschrieen, aber sein Schlag hatte mich zum Schweigen gebracht ebenso wie die Gewißheit, daß mir niemand zu Hilfe kommen würde ganz gleich wie laut ich rufen mochte. Durch seinen Schlag wie betäubt glitt ich zu Boden, aber er fing mich auf, bevor ich ihn erreichte, warf mich auf das Bett und benutzte mich eine Nacht lang, die kein Ende zu nehmen schien.

"Falco. Der Name des anderen Senators war Falco."

Ich hatte sein Bett und sein Haus auf dem Palatin verlassen, während er noch schlief, und kehrte niemals wieder dorthin zurück.

Nachdem er mir die Jungfräulichkeit genommen hatte, war ich für ihn nicht mehr von Interesse.

Senator Anicius Dellius Falco genoß die zweifelhafte Ehre, der erste zu sein in einer endlosen Reihe von Männern, deren Bett ich geteilt hatte, und ebenso der einzige, der niemals wieder nach mir fragte.

Nein, ich hatte ihn niemals wieder gesehen.

Nicht einmal nachdem ich zu einer reichen Freigelassenen geworden war, denn der Senator bewegte sich in anderen, exklusiven Kreisen und war sich seines Ranges und seiner privilegierten Stellung sehr wohl bewußt. Vor allem war er noch reicher als die meisten Männer seines Standes, und so war er nicht angewiesen auf die finanzielle Unterstützung von Leuten wie mir und meinesgleichen.

Ich hatte ihn niemals wieder gesehen. Statt dessen hatte ich die endlose Reihe junger, aufblühender Mädchen gesehen, die ihm in regelmäßigen Abständen geschickt wurden.

Und ich hatte sie gesehen, wenn sie zurückkamen.

Mit verstörten Blick und den Körper mit blauen Flecken übersät.

Gebrochen und weggeworfen.

Ich hatte ihn niemals wieder gesehen, aber seine Stimme hatte mich bis in meine Träume verfolgt, und bevor ich mich endlich davon hatte freimachen können, hatte es mir ein Schauer über die Haut gejagt, wenn nur sein Name genannt wurde.

So wie jetzt eben.

Ich hatte ihn niemals wieder gesehen, und obwohl die Gesichter der zahllosen Männer, die nach ihm kamen, in einem gnädigen Nebel verschwunden waren, so war die Erinnerung an jene Nacht in seinem Haus noch immer frisch in meinem Gedächtnis, .

Ich hatte ihn niemals wieder gesehen, aber dann und wann hatte ich seinen Namen nennen hören, denn er hatte ein Amt nach dem anderen übernommen, ein Veteran unter den Politikern, der eine einflußreiche Fraktion im Senat hinter sich hatte.

Ich hatte ihn niemals wieder gesehen ... und nun war er zurück in meinem Leben, zu einer Zeit und auf eine Weise, die ich am allerwenigsten erwartet hätte ...

Die Götter wissen in der Tat, wie sie unser spotten können..

Ein platschendes Geräusch hinter mir brachte mich in die Wirklichkeit zurück.

Maximus watete durch das Wasser, und ich erlaubte ihm, näher zu kommen, aber ich drehte mich nicht zu ihm um.

Ich konnte ihm nicht ins Gesicht sehen.

Nicht jetzt.

 

Er blieb hinter mir stehen, und wieder hüllte die Wärme seiner Nähe mich mit jener Schnelligkeit ein, die mir bereits so vertraut war. Er blieb stehen und gab mir Zeit, seine Gegenwart entweder anzunehmen oder zurückzuweisen. Als ich mich weder bewegte noch sonst irgendwie reagierte, kam Maximus näher und rieb mit seinen schwieligen Handflächen sanft über meine nackten Arme, dann schlang er seine Arme um mich und drückte meinen Rücken zärtlich gegen seine breite Brust.

Ich ließ ihn gewähren und lehnte mich gegen ihn, dankbar für die Zuverlässigkeit seiner Gegenwart, die ich in ihrer festen Körperlichkeit hinter mir spüren konnte - ein willkommener Anker in der neuerlichen Dunkelheit, welche mein Leben zu verschlingen drohte.

"Gehe ich recht in der Annahme, daß der Senator nicht der Richtige für Deine Pläne ist?" fragte er leise.

Ich fuhr mir mit der Zunge über die Lippen.

"Das ist er in der Tat nicht", flüsterte ich.

"Aber Du kennst ihn", insistierte er, und ich spitzte die Ohren, damit mir nur nicht entginge, was immer hinter dieser Frage stecken mochte.

Aber es gelang mir nicht.

Entweder konnte Maximus seine Gefühle noch besser als ich selbst verbergen, oder seine Vermutungen liefen in eine ganz andere Richtung.

Ich seufzte.

"Wenn Du so lange wie ich in Rom gelebt hättest, dann würdest Du ihn auch kennen", sagte ich, und meine Stimme klang so vollkommen neutral wie die Bemerkung, die ich von mir gab.

"Möchtest Du darüber sprechen?"

Maximus war nicht gewillt, das Thema fallenzulassen, also sollte ich das Gespräch besser in eine weniger gefährliche Richtung lenken.

"Senator Anicius Dellius Falco", dozierte ich gehorsam. "Alter Name, edle Familie, mehr Geld als Du zählen kannst, makelloser cursus honorum*1 und drei Jahrzehnte in der römischen Politik. Zweimal Konsul. Hätte schon vor Jahren zum Statthalter einer Provinz ausgelost werden sollen ..." (***)

 

Ich hielt inne und runzelte die Stirn. Ich hatte mich so lange rücksichtslos dazu angehalten, seinem Namen keinen Einlaß in meine Gedanken zu gewähren und bei der Nennung desselben nicht mit der Wimper zu zucken, bis ich ihn gar nicht mehr wahrnahm. Aber er war immer da gewesen, an der Schwelle ... ganz ähnlich wie das kleine ängstliche Mädchen und die einsame traurige Hure, die ich einst gewesen war.

Und nun, wo er zurück und irgendwie mit Maximus verbunden war, gab es keine Möglichkeit mehr zu leugnen, daß er immer und zu jeder Zeit gegenwärtig gewesen war.

Würde er auch in jenem anderen Leben einmal auf mich warten?

Würde er einmal, wenn es so weit sein würde, zusammen mit Turia und Cassius dastehen und mich auslachen?

Irgendwie gelang es mir, den kalten übelschmeckenden Kloß, der sich tief in meiner Kehle eingenistet hatte, hinunterzuschlucken - aber nicht so schnell, daß Maximus mein plötzliches Schweigen nicht bemerkt hätte.

"Aber?" drängte er mich sanft.

Diesmal holte ich so tief Luft, daß meine Lungen schmerzten.

"Aber der Senator genoß nicht gerade das Wohlwollen des toten Imperators."

Hinter meinem Rücken spannte Maximus sich an, aber als er sprach, kontrollierte er seine Stimme sorgsam.

"Was bedeutet das?"

Ich legte meine Schläfe an sein bärtiges Kinn und schloß wieder die Augen, aber das war ein Fehler, denn im selben Augenblick tauchte das gefürchtete Gesicht aus dem Dunkel hinter meinen geschlossenen Lidern auf. Ich öffnete die Augen ruckartig, doch zuvor bedachte mich das schmale Gesicht, gekrönt von welligem braunem Haar mit silbrigen Schläfen und tiefliegenden, ernsten, haselbraunen Augen, noch mit seinem vertrauten, humorlosen Grinsen.

"Es bedeutet", fuhr ich mit überraschend fester Stimme fort, " daß Marcus Aurelius ihm nicht traute und das, obwohl er ihm all die Jahre untadelig gedient hatte. Der Imperator verhinderte diskret seine Ernennung ... "

Statthalterschaften werden in einem Verfahren vergeben, das man für durch und durch unparteiisch hält, da es keine Stimmabgabe beinhaltet, die durch Geld oder das Einfordern bereits geleisteter oder das Versprechen noch zu leistender Gefallen beeinflußt werden könnte. Wie auch immer, es wird vorausgesetzt, daß die zur Auswahl stehenden Männer sich schon seit langem als über solche Dinge erhaben erwiesen haben ... aber Römer sind praktisch veranlagt und wissen das eine oder andere über Verrat. Außerdem gibt es für jedes verabschiedete Gesetz zehn Möglichkeiten, dasselbe zu umgehen oder nach Belieben zu beugen. Also versammeln sie sich feierlich im Senat, rufen die Götter an und bitten sie, darüber zu wachen, daß es bei dem Verfahren gerecht zugehe. Dann wird der zukünftige Statthalter dadurch bestimmt, daß jeder Senator den Namen seines Kandidaten auf einem Zettel in eine Urne wirft, ohne daß bekannt wird, wer für wen gestimmt hat. Wenn es um Politik geht, dann bedeutet "gerecht" natürlich nicht das gleiche wie bei anderen Gelegenheiten, und zum Zeitpunkt der Abstimmung gute Beziehungen zu haben, hat sich für einen ehemaligen Konsul noch nie als nachteilig erwiesen.

Aber es gibt ein letztes Hindernis, daß sich selbst für Männer mit den besten Beziehungen als schwierig oder unmöglich zu umgehen erwiesen hat: ein informelles, unausgesprochenes Veto des Thrones.

"Marcus Aurelius hatte Verdacht geschöpft, was seine Absichten betraf?" fragte Maximus, aber es war mehr eine Feststellung als eine Frage.

"Er sagte, wir würden zusammen nach Rom zurückkehren und daß er hoffe, die Götter würden ihm noch genüg Zeit schenken, um mich zu lehren, was ich wissen müsse ... Er sagte, er würde mich den Männern vorstellen, denen ich vertrauen könne, und mich vor jenen warnen, denen ich niemals trauen dürfe ..."

Ich lächelte schwach, antwortete aber nicht.

"War er beteiligt an ... ?"

Maximus beendete seine Frage nicht, aber das mußte er auch nicht.

Wir wußten beide, wovon er sprach.

"Cassius’ Verschwörung gegen Marcus Aurelius?"

Er zögerte einen Augenblick.

"War er?"

Ich zuckte die Achseln.

"Kann sein ... Vor Deiner Ankunft hetzten Kuriere Tag und Nacht zwischen Moesia und Rom hin und her, während sich Cassius der Unterstützung des Senats zu versichern suchte ... So weit ich weiß, war er diesbezüglich ziemlich optimistisch ... und der Senator war immer ein einflußreicher Mann gewesen ..."

"Aber nachdem die Verschwörung aufgedeckt worden war“, beharrte er, „da fand man den Namen des Senators nicht auf der Liste der Verschwörer ... "

Maximus' plötzliches Interesse an Falco war nicht gerade das, was ich in diesem Augenblick brauchen konnte, aber es gab keine Möglichkeit, seinem wißbegierigen Verstand zu entgehen, ohne Verdacht zu erregen oder Fragen heraufzubeschwören, denen mich zu stellen ich nicht und die zu beantworten ich noch weniger bereit war:

"Man fand seinen Namen nicht auf der Liste", stimmte ich zu, "aber in Rom und wenn es sich um einen Senator handelt, dann heißt das nichts anderes, als daß der in Frage stehende Mann klug genug war, seine Verbindungen zu der Verschwörung rechtzeitig zu kappen ... "

Die darauf folgende Stille wurde nur vom Gurgeln des fließenden Wassers unterbrochen. Trotz des dichten Laubdaches konnte ich sehen, daß die Sonne den Zenit schon lange überschritten hatte, und ihre schrägen Strahlen verkündeten, daß wir die Mitte des Nachmittags erreicht haben mußten.

Einen Moment lang war ich desorientiert und mir war übel.

Ich war erschöpft.

Meine Beine drohten nachzugeben, und es kostete mich alle Willenskraft, aufrecht stehen zu bleiben.

Wo war all die Wärme geblieben?

Ich zitterte.

Maximus umarmte mich ein wenig fester. Wortlos bot er mir den Halt, den ich brauchte, und gleichzeitig die Möglichkeit, mich loszumachen, falls ich seine Umarmung als beengend empfinden sollte.

Mein Körper bewegte sich wie von selbst, um sich besser an den seinen zu schmiegen, und ich spürte, wie Maximus' harte Muskeln arbeiteten, während er automatisch auf meine Bewegung reagierte.

Ich seufzte. Unsere Körper paßten so vollkommen zu einander, daß es mir immer wieder aufs Neue als ein Wunder erschien.

Warum konnten nicht auch unser beider Schicksale so perfekt zueinander passen. Oder taten sie das etwa - nur auf eine grausam verdrehte Weise?

"Und Marcus Aurelius wollte nicht, daß er Statthalter einer Provinz wurde, wie er es eigentlich hätte werden sollen?"

Ich nickte.

Imperator Caesar Marcus Aurelius Antonius Augustus war nicht nur ein guter Menschenkenner gewesen, sondern er hatte auch gelernt, seinen Instinkten zu trauen.

Und seine Instinkte hatten ihn gewarnt, Anicius Dellius Falco zu trauen, auch wenn dieser ihm nicht mehr Beweise für einen Verrat geliefert hatte als der Kaiser dem Senator Gründe, sich über ein falsches Spiel zu beschweren.

"Das scheint der Fall zu sein, und es erstaunt mich nicht", sagte ich und achtete nicht darauf, daß ich gefährliches Terrain betrat.

"Warum?"

Maximus' Stimme verriet nichts, aber da war dieses vertraute Aufblitzen von Stahl in seiner warmen Stimme und ich spürte den Widerhall in der Tiefe der breiten Brust, die sich gegen meinen Rücken preßte.

"Der Kaiser war ein Gelehrter", sagte ich und gestattete mir dabei ein wehmütiges Lächeln, "und mit der Geschichte wohl vertraut ... "

Maximus schwieg.

"Die Dellier hatte es seit den Tagen der Republik gegeben", fuhr ich fort, "und sie hatten sich immer gut auf die Kunst des Überlebens verstanden ... In der Politik bedeutet dies, rechtzeitig die richtigen Verbindungen einzugehen und die falschen aufzugeben ... "

"Wovon sprichst Du?"

"Es begann schon mit dem ersten Dellius. Er kämpfte an der Seite von Marcus Antonius, solange dessen Stern leuchtete ... aber als er zu sinken begann, wandte er sich Octavius zu ... "

"Viele Männer kämpften zu Begin des Krieges auf seiner Seite, waren dann aber von ihm enttäuscht und wechselten die Seiten ... "

Ich fuhr fort, als hätte ich ihn nicht gehört.

"Als Marcus Antonius' Truppen in Actium (****) belagert wurden und es immer deutlicher wurde, daß sie Agrippa nicht entkommen konnten, da begannen viele Senatoren und Offiziere, die ihm in den Osten gefolgt waren, zu desertieren. Sie segelten über den Golf von Ambracia (*****) zu Octavius' Lager ... Marcus Antonius wußte es, hielt sie aber nicht zurück ... Er war nicht dazu in der Lage, jene zu töten, die seinen Tisch und seine Siege geteilt hatten ... "

Ich hielt inne und dachte nach. Was tat ich da eigentlich? Ich dozierte römische Geschichte und schwatzte über ein durch und durch römisches Drama, wie es das Leben selbst geschrieben hatte, während die Hoffnung, welche mich allen Widrigkeiten zum Trotz aufrecht erhalten hatte, um mich herum in Stücke fiel? Warum erschien die berühmte Geschichte von aufflammendem Ruhm und loderndem Verhängnis so treffend für die Nachwehen meiner zerbrochenen Illusion und neuerlichen Dunkelheit?

"Dellius war nicht unter den ersten, welche die Seite wechselten ... ", fuhr ich fort, "aber er war derjenige, der den Zeitpunkt meisterhaft wählte ... und er setzte erst über den Golf, nachdem Marcus Antonius seine Anhänger von seinen Plänen, die Blockade zu brechen, in Kenntnis gesetzt hatte ... "

Natürlich hatte Octavius allen großzügig vergeben, die sich wieder in seine Arme geworfen hatten, und vermutlich war er mehr als nur ein wenig erheitert zu sehen, wie sich seine ehemaligen Feinde gegenseitig auf die Togen traten, um ihm die Aufrichtigkeit ihrer Treue neuerlich zu versichern. Der Mann, welcher bekannt wurde als Kaiser Augustus, und dessen Schlauheit, Willensstärke und Entschlossenheit das römische Imperium begründen sollten, wußte um den Wert einer öffentlichen Geste ... und er wußte auch, daß immer noch Zeit genug sein würde, um jene zu bestrafen, die seine Jugend und scheinbare Schwäche verachtet hatten, um dem leuchtenden Stern seines Rivalen zu folgen.

"Aber Dellius brauchte sich keine Gedanken über den Empfang zu machen, den der Erbe Cäsars ihm bereiten würde: er trug die Information bei sich, die Octavius zum Herrn der römischen Welt machen sollte ... "

"Marcus Antonius war lange vor Actium verloren ... " warf Maximus leise ein. "Er verlor den Krieg, als er mit Rom brach ... Was Octavius wußte oder nicht wußte, hätte den Ausgang des Krieges nicht beeinflußt ... "

Apollinarius und ich hatten dieses Thema viele Male diskutiert.

Mein ehemaliger Lehrer unterstützte Maximus' Theorie. Trotz unserer römischen Kleidung und Sitten war Apollinarius ebenso wie ich ein Außenseiter, aber er akzeptierte Rom als das, was es war - manchmal mit verhaltener Belustigung und manchmal auch mit tiefem Abscheu, wie es sich für einen reinblütigen Griechen gehört.

Ich dagegen bin nie gut darin gewesen, Dinge so zu akzeptieren wie sie sind, und zog es vor zu glauben, daß Marcus Antonius etwas anderes von Rom gewollt hatte.

Aber Roma Dea hatte sich eingemischt, und die neu ernannte Göttin wollte nichts weniger als ein Imperium, um es zu beherrschen, und einen Imperator, um ihre Altäre zu ehren. Und Octavius hatte ihr beides gegeben ... (******)

Ich seufzte.

"Vielleicht war er verloren, vielleicht auch nicht ... Octavius war nicht so mächtig, wie er es die anderen glauben machen wollte. Der Überraschungseffekt hätte den Ausschlag geben können ... aber Dellius überquerte den Golf in jener Nacht... und präsentierte Octavius Antonius' Pläne... Am Ende spielte er dem Rivalen in die Hände... und wenn es auch einige Zeit brauchte, bis man das Ende des Krieges voraussehen konnte, nach der Schlacht von Actium gab es keinen Zweifel mehr daran, wer gewinnen würde ... (*******)

"Julia, das war vor zweihundert Jahren. Du kannst Senator Falco nicht die Schuld geben für das, was sein Vorfahr getan hat ... ganz gleich, wie schlimm es gewesen sein mag ... "

Plötzlich drehte ich mich um und sah ihn an.

Überrascht hätte Maximus mich beinahe losgelassen, aber er hatte sich schnell genug wieder unter Kontrolle, um mich weiter festzuhalten.

"Maximus, hast Du nicht gehört, was ich gesagt habe? Der Mann hätte schon vor Jahren zum Statthalter ernannt werden sollen ... aber Marcus Aurelius hat seine Ernennung verhindert ... "

Sein Gesicht glich einer Maske von perfekter Schönheit, verriet jedoch nichts von dem, was in ihm vorging.

"Er traute Falco nicht ... ", fuhr ich fort. "Und er hatte sicher seine Gründe dafür ... Sehr gute Gründe. Ist er ehrgeizig genug und erhält die richtige Provinz, dann kann ein Statthalter zu einem nicht zu unterschätzenden Rivalen des Imperators werden ... "

"Denkst Du, er will Kaiser werden?"

Die Frage war so freimütig, daß ich einfach lachen mußte.

"Vielleicht .... aber ich bin mir sicher, daß er dabei geholfen hat, einen Kaiser auf den Thron zu setzen ... "

Maximus erbleichte.

 

(*) Stadtbekannten römischen Bürgern, die sich in der Politik und bei militärischen Unternehmungen ausgezeichnet hatten, wurde das Recht zugesprochen, ihre Statuen an Straßenecken und auf Foren und Plätzen aufstellen zu lassen.

(**) Wie viele kleinere Nebencharaktere in dieser Geschichte war Dellius eine historische Person, die während der Zeit des Bürgerkrieges zwischen Marcus Antonius und Octavius lebte und die, wenn man den Geschichtsschreibern glaubt, sich so verhielt, wie Julia es Maximus erzählt.

(***) Einer von den zwei obligatorischen Konsulen Roms zu werden, war das höchste Wahlamt, das ein römischer Senator erlangen konnte. Nachdem er einmal Konsul war, konnte er nur ein weiteres mal wiedergewählt werden, oder er konnte als Statthalter vorgeschlagen werden. Dieses Amt war kein Wahlamt, weil es - wenn es sich um reiche oder unruhige Provinzen handelte - zu viel Macht beinhaltete, und man konnte nicht riskieren, es in die Hände des falschen Mannes fallen zu lassen.

(****) Am Morgen des 2.September des Jahres 31 v.Chr. unternahmen die vereinten Seestreitkräfte von Kleopatra und Marcus Antonius den Versuch, Octavius' Blockade zu durchbrechen und nach Ägypten zurückzukehren. Sie überließen dabei ihre Landstreitkräfte ihrem Schicksal. Die Entscheidung - gewöhnlich dem Einfluß der Königin auf ihren römischen Gemahl zugeschrieben - stand im Widerspruch zum Rat seiner Offiziere, denn Marcus Antonius war der geborene Feldherr, während Octavius Roms besten Admiral - Agrippa - auf seiner Seite hatte. Am Ende des Tages war es Kleopatra und einem Viertel der Flotte gelungen zu entkommen. Marcus Antonius folgte ihr, aber sie hatten 300 Schiffe und 5000 Mann verloren. Eine Woche später ergaben sich die Landtruppen, schlossen sich Octavius' Armee an und marschierten nach Ägypten, um gegen ihren einstigen Führer zu kämpfen.

(*****) Im westlichen Griechenland gelegen, befindet sich der Golf von Ambracia zwischen Actium - wo Marcus Antonius lagerte - und Preveza, wo Octavius zur Feier seines Sieges eine Stadt baute, die er Nikopolis nannte (griechisch: "Stadt des Sieges")

(******) Der Kult der Göttin, die unter dem Namen Roma Dea bekannt ist, wurde von Octavius begründet. Octavius war der Großneffe von Julius Cäsar und war von ihm als Nachfolger adoptiert worden. Als er der erste römische Kaiser wurde, nahm er den Namen Augustus an. Man vermutet, daß seine Frau, die bemerkenswerte Kaiserin Livia, ihm die Schaffung dieses Kultes vorgeschlagen hatte, als die unterworfenen Länder des Mittleren Ostens eine Gottheit zu verehren verlangten, welche ihre lokalen Kulte mit denen des Imperiums verband, das sie als Provinzen vereinnahmt hatte.

(*******) Im Gegensatz dazu, wie es in Filmen über Jahrzehnte dargestellt wurde, beendete die schwere Niederlage, die Marcus Antonius und Kleopatra bei Actium beigebracht wurde, nicht den Bürgerkrieg zwischen ihnen und Octavius. Sie bezeichnete den Anfang vom Ende des Paares und ihrer ehrgeizigen Pläne, aber Octavius brauchte noch ein gutes Jahr (und den Verrat  einiger Könige des mittleren Ostens), um die ägyptische Grenze bei Pelusium erfolgreich durchbrechen und Königin Kleopatra VII zusammen mit ihrem römischen Liebhaber besiegen zu können.

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*1                                                vgl. Julias Tagebuch, Teil 2, Kapitel 30.b Anm.******

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