I

Ich war zufällig bei dieser Auktion.
Bob, ein Bekannter, mit dem ich am Abend zuvor ein Bier im Pub getrunken hatte, fragte, ob ich nicht mal eine Vieh und Pferdeauktion miterleben wolle.
Abgesehen von der großartigen Landschaft war hier nicht allzu viel los. Zwei Wochen können lang werden. Ich sollte erst am nächsten Ersten, also in gut zehn Tagen zurück nach Sydney und dort meinen Reisebericht für das Magazin abliefern. Es war nur ein Job, um den Trip zu finanzieren. Eine Freundin hatte ihn mir vermittelt, weil ich gut genug Englisch kann. Sprechen, verstehen und auch schreiben. Und wahnsinnig genug bin allein einen solchen Trip zu machen.
Im wahren Leben ist Schreiben nur ein Hobby.
Seit drei Wochen war ich auf dem Kontinent und hatte allmählich die Schnauze voll. Von der extremen Sonne und der Sorglosigkeit der Bewohner.
Von den Schirmchen- Drinks, den Surfern, den Koalas und ewig kurzbehosten Mittfünfzigern. Sie sind ein andrer Schlag als die Amis. Ich ziehe sie vor.
Sie sind kritischer und besser informiert und weniger oberflächlich.
Geld ist wichtig, wie fast überall, aber nicht so sehr wie in USA.

Ich bin eine eher schwerblütige, melancholische Germanin. Die anfängliche Faszination für die Andersartigkeit dieses Menschenschlages war einer langsam wachsenden Genervtheit gewichen. Ich war genervt weil sie so gelassen waren  und ich so uncool. Oder es mir einbildete.

Ich war interessant, denn ich war anders. So interessant, wie jemand aus Indien oder China oder Grönland für mich gewesen wäre. Und ich war weiblich.
Australien ist definitiv MASKULIN. Und ziemlich Hetero.
Ich bin nicht mehr so jung, aber auch nicht zu alt oder zu unattraktiv, um das Gelände zu sondieren. Ich fuhr in meinem Leihjeep, Toyota-Allrad, in der Gegend umher, sammelte Eindrücke, redete mit Leuten.
Und ich war so was wie eine Teilzeit- Journalistin. Kommt immer gut.
„Hallo, wie geht’s? Darf ich ihnen eine Minute ihrer Zeit rauben? Ich komme aus Deutschland (Hindukusch, Burkina Faso, Asserbaidschan.. kenn ich wo her...??) und schreibe einen Bericht über ihr schönes Land. Darf ich ihnen ein paar Fragen stellen?“
Meist durfte ich. Vor allem, wenn der Ausschnitt  des Oberteils etwas größer war. Wozu 80DD nicht hin und wieder gut sind.
Der Reisebericht sollte die Eindrücke einer Westeuropäerin in Nordwestaustralien wiedergeben. Für eine Lokalzeitung aus meiner Heimat.
Ich bekomme nichts fürs Schreiben. Aber den Flug und 3000 € Spesen sobald der Artikel angenommen ist.
Es ist ein Risiko. Und eine Chance.
Mein Leben kotzte mich an. Fünf Wochen Urlaub. Ich war ausgebrannt, zwanzig Jahre Vollzeit als weibliche Version des Figaro, konnte mir aber keinen Kurzausstieg leisten.
Als diese Option kam, hörte ich auf meinen Bauch.
Ich schrieb eine kernige Bewerbung, glänzte mit ein paar Eitelkeiten  und bekam den Auftrag. Ich erzählte kaum jemand davon.
Eine Kollegin übernahm mein Haus und versorgte meine Katzen gegen freie Logis&Haushaltsgeld.
So landete ich in dem Gebiet namens Victoria, einer Landschaft, die nicht umsonst die australischen Alpen genannt wird. Das Klima ist ähnlich und die Gegend rau aber charmant.
Wie die Bewohner. Hierher zu fahren entsprang einem One Night Stand.
Es waren summa sumarum drei Nächte, aber was ändert das schon.
Tja. Ich bin kein Fan davon, aber shit happens.
Erst mal Sydney. Irre Stadt. Wo lernte ich ihn kennen?
Im Zweifelsfall immer in der Hotelbar.
Oder Kings Cross. Egal. Drei Tage später war ich weg.
Als Luke mir in der dritten Nacht in meinem Hotel eröffnete:
“Hmm, äh... ich bin verheiratet.“ holte ich tief Luft.
Er öffnete noch den Mund, aber kam nicht mehr zu Wort.
„Sei froh, dass du zum Zug gekommen bist. Hätte ich es DAVOR gewusst, hätte ich deinen Schwanz nicht mal mit der Grillzange angefasst. Zieh die Hosen hoch, du Fremdgänger und hau bloß ab. Und sag deiner Frau, ich habe es nicht gewusst, weil du es mir verschwiegen hast. Du trägst nicht mal den Ring. Vielleicht hätte ich fragen sollen, vielleicht bin ich naiv. Sag ihr, es tut mir wahnsinnig leid.“
Ich bin allergisch gegen Männer, die einem nach dem fünften Fick beichten, dass sie in festen Händen sind.
Grade wenn frau anfängt Vertrauen zu fassen und persönliches zu erzählen beginnt. Soweit war ich zum Glück noch nicht. Er kam mir zuvor.
Ich plädiere auf Todesstrafe. Was bilden diese Typen sich ein.
Er war stocksauer und ging. Ich pfefferte ihm das Glas nach.
Es zersplitterte an der Tür in tausend Einzelteile, wie meine Hoffnungen hier etwas zu finden, das mich gestärkt, geläutert und weise in die Heimat zurück kehren lassen würde. So wie in diesen Filmen, wo die Heldin (sie weiß nicht, dass sie eine Heldin ist. Obwohl sie blond, wunderhübsch und umwerfend liebenswert ist und am Ende natürlich den Mann ihrer Träume treffen wird) erst alles mögliche durchmachen muss. Wie hieß das Märchen?
Pretty Woman? Nein, das war die Hollywood Version. Aschenputtel.
Cinderella.
Ich verarsch euch doch bloß.
Pretty woman war ‘ne Nutte. Die kriegen keinen Richard Gere. Die kriegen bloß Aids.
Ich habe ihn seither nicht mehr gesehen, obwohl er hier in der Nähe wohnt.
Nicht Gere. Luke. Wie der aus  The Thornbirds, dem australischen ‚Vom Winde verweht’. Wenn er nicht gelogen hat. War übrigens auch ein Arschloch.
Der aus Thornbirds.
In der Nähe heißt hier: Im 50 Meilen- Umkreis.
Er war so einer, der die Eierstöcke anspricht. Ein Blick.
Ping. Eisprung.
Kennt ihr doch. Kernig, unrasiert, kantiges Kinn. Breite Schultern.
Dieser stählerne Blick, der dich röntgt, bis auf die Knochen.
Oder auch nur bis zur Oberweite.
Da fällt einem der 7. Monats- Bierbauch kaum auf.
‚Hach, mit diesem Mann könnte ich... vielleicht sogar noch Kinder bekommen’... wenn er es  denn schafft eine Aspirantin über vierzig  zu schwängern. Aber wo ein Wille ist, findet sich ein Weg...
Er machte das wohl als Hobby und suchte dann Absolution bei den Opfern.
Immerhin hat er mein Interesse für die Gegend geweckt.
Ich war am Boden, schwor mir in Zukunft besser aufzupassen und fuhr nach Victoria.
Jetzt erst recht.
Na, ja. Ich muss zugeben. Es war kein völliger Fehlschlag.
In einer Beziehung war er der Kracher.
Im Bett. Aber wer verbringt sein Leben schon im Bett?
Ich sag bloß eins: Lange Unterhosen bei 28°C. Kaltblütler.
Na, ja.

Die Story kam nicht voran. Ich war uninspiriert. Ich wusste nicht, was ich wollte. Und was ich hier sollte. Der Traum wird heimlich, still und leise zum Albtraum.
Die Notwendigkeit mir die Spesen und den Flug zu verdienen, um mich nicht vollends zu ruinieren, saß mir im Nacken wie eine dieser haarigen Taranteln aus den Regenwäldern. Und die Anfechtungen bei den Gedanken an einen Kerl namens Luke. Lange Unterhosen hin oder her.
Daheim werde ich nie schwach. Ich verreise .. und zack.
Ich verreise kaum allein. Ist wohl eine Art Fluchtneurose.
Das ist ok... du kannst ja bald abhauen... an mir ist ein Kerl verloren gegangen.
Und dann kam die Inspiration. In dem Moment, als ich am wenigsten damit gerechnet hätte.

Bob sabbelte in seinem nasalen Dialekt auf mich ein. Im Hintergrund der monotone Singsang des Auktionators.
Die Auktion. Im Freien. Es war gut warm. Ich hatte mich an die Eingeborenen angepasst mittels Hut und legerer Kleidung. Leinenhänger, Sandalen. Hut.
Die Aussies haben echt klasse Hüte. Nicht solche Monster wie die Texaner.
Elegant, schmissig. Eine Seite hochgeklappt.
Ich hatte zwei, einen aus Leder für Regen. Einen aus Stroh.
Ich sammle Strohhüte, habe bestimmt zwanzig.
Den aus Leder, ein Squatter von R. Williams, hatte ich der seltsamen Leidenschaft für einen Künstler vom Kontinent zu verdanken.
Der war selbst ein Hut –und Basecapträger.
Zum Glück bin ich ein Hut-typ. Und hier fiel ich damit nicht mal auf.

Ein Paddock von vielleicht zehn auf zehn Metern, wo sich Rindvieh, Ochs, Wallach, Hengst und Stute auf dem Öko-Catwalk abwechselten.
Ich verfolgte leicht gelangweilt den Reigen.
Der stechende Geruch von Kuhdung und Pferdeäpfeln drang mir penetrant in die Nase. Fliegen. Es war Januar, Sommer in Victoria.
Bob lachte beim Anblick  meiner gekräuselten Stirn und sein Blick  schweifte kurz in den Ausschnitt des Leinenkleides.
Er war ein verdächtig netter Mittvierziger, der wohl auf der Suche nach etwas Abwechslung war oder falls schlimmer nach einer Mrs.Bob, made in Europe.

Vielleicht hatte ihn mir Luke auf die Pelle geschickt , um mich loszuwerden.
Die Typen hier stecken doch alle unter einer Decke. Wie überall.
Sich Weiber zuschanzen, wieder loswerden. Wenn Frauen so zusammenarbeiten würden, säße im Weißen Haus KEIN Mann. Und Gerd hieße Angela.

Bob war geschieden und hatte einen kleinen Supermarkt am Ort.  Dass er mir das am ersten Abend unsrer Bekanntschaft erzählt hatte, machte mich misstrauisch. Er sah nicht gut aus aber auch nicht schlecht. Er war einfach Bob. Guter, alter Bob. Obwohl er mir sicher nicht mehr als fünf Jahre voraus hatte, fühlte ich mich viel jünger. Lag wohl an der starken UV- Strahlung.

Ich hatte ihn in der einzigen Pension hier kennen  gelernt. Der Besitzer war ein Kumpel oder was weiß ich. Ich war noch immer etwas am Boden, dankbar für Zuwendung jeder Art nach dem Fiasko mit Luke und ließ mich auf einen Drink einladen.
Es war eine Gelegenheit Kontakte zu knüpfen, schließlich musste ich eine Story schreiben. Es wurde ein Abend, an den man sich gern erinnert.
Bob war ganz Gentlemen. Er zahlte meine drei oder auch vier Gläser Roten, wir unterhielten uns sehr gut. Die üblichen Komplimente. “Woher kannst du so gut Englisch? Was, du bist älter als 18? Kaum zu glauben..“ Keine Beschwerden.
Wenn er Absichten hatte, ließ er es langsam angehen.
Was durchaus für ihn sprach.
Das Appartement war ein Zimmer mit Kitchenette.
Nett, einfach. Billig. Bob hatte einen kleinen Supermarkt. Wie praktisch.
Sozusagen der größte Arbeitgeber am Ort und hatte verblüffend viel Zeit.
Hin und wieder hatte ich eine schwache Minute und stellte mir vor Mrs. Bob Supermarket zu sein. Es begeisterte mich nicht.
Aber so übel war es auch nicht.
Meine forsche, germanische Art imponierte ihm.
Er wusste ja nicht, dass sie nur gespielt war.
Stellt euch Bob so vor:

Gross. 1,90 +. Bisschen bäuchig. Haare?
Ja!
Joke. Glattes, feines, mittelblond. Konservativ geschnitten.
Ein Mordskerl. Baum von Mann. Ich mag so was.
Ab 200 Pfund wird es interessant. Lasst zwei Zentner –Kerle um mich sein.
Solange sie mindestens 1,80 m sind.
Leichtes Doppelkinn. Klassische Römernase. Braune Hundeaugen.
Dunkler Teint. Auf den ersten Blick eher unattraktiv. Auf den zweiten einnehmend.
Nicht das ich eine verhinderte Filmschönheit wäre. Man bemüht sich.
Bisschen zu schwer, bisschen über dreißig.
Wer nicht? Ich weiß es zu kaschieren.

„Bob, wer ist das? Der da drüben. Habe ich vorher noch nie gesehen hier.“ fragte ich ihn, wedelte mir die Fliegen mit einer Zeitung weg.
Ich war seit vier Tagen im Kaff. Eine lähmende Faulheit hatte mich überkommen. Ich hatte längst nach Hobart übersetzen wollen.
Bisschen mit dem Toyota rumfahren. Mit Bob Abend essen.
Ein paar Drinks im Pub. Mehr war nicht passiert.
Er sah erst mich an, folgte dann meinem diskreten Wink.
„Der mit dem hässlichen Köter? Der Bärtige?“ Ich nickte.

Ich bin eine Beobachterin. Die Menschen zu studieren, deshalb war ich hergekommen. Ein Stück australisches Flair zu erhaschen. Nicht, das was Touristen aufschnappen.
Die Essenz. Stockmen. Farmer. Leute unter sich.
Er fiel mir auf. Weil er als einziger mit niemand redete. Er stand einfach da, ein Fuß auf dem Gatter, die Unterarme auf dem oberen Querbalken. Er mochte in meinem Alter sein, oder auch jünger. Bärte machen älter.
Ein abgewetzter Squatterhut hing ihm tief in der Stirn.
Der hässliche Köter war gar nicht so hässlich, eine kurzhaarige Mischlingshündin, kniehoch und drahtig, irgendwo zwischen Jack Russell und Schnauzer mit einem Hauch Jagdhund. Dunkelgrau gefleckt mit intelligenten Augen. Ich mochte sie sofort. Die Hand ihres Herrn tätschelte sie abwesend. So unnahbar der Mann wirken wollte, so offensichtlich war das enge Verhältnis zu dem Tier. Er schien zu spüren, dass er beobachtet wurde. Ich fing einen kühlen, hellen Blick auf, der sofort wieder abschweifte. Ich musterte ihn verstohlen, während Bob mir antwortete.

„Ist noch nicht lange hier. Einzelgänger. Er wohnt oben in der alten Jagdhütte, die saisonweise vermietet wird. Komischer Kauz. Trinkt ab und zu ein Bier im Pub. Scheint keine Gesellschaft zu wollen. Er kommt seit zwei, drei Jahren. Im Sommer. Manchmal auch eine Woche im Herbst oder Frühjahr.“
„Hmm“ erwiderte ich, tat uninteressiert, während ich ihn taxierte.
Schaftstiefel, helle, lockere Hosen. Ein meergrüner, grober Pullover, der schon bessere Zeiten gesehen hatte. Darunter ein Hemd. Natürlich kariert.
Wer hier kein kariertes Hemd trägt und männlich ist, muss schwul sein.
Die Homos konzentrieren sich in Sydney.
Mittelgroß, mittlere Statur. Neben Bob wirkte er fast wie ein Halbwüchsiger.
Er rauchte.
Ein hellbrauner Kinnbart, Haar derselben Farbe lugte im Nacken hervor.
Erneut traf mich ein eisiger Blick. Ich hielt stand. Es war die Augenfarbe, die ihn so kühl wirken ließ.
Helles grünliches Blau. Wie klares, kaltes Wasser in einem Bergsee.
Ein Ton dunkler als meine. Nicht blau, nicht grau, nicht grün. Immer anders.
Ich lächelte leicht, nickte höflich. Er fixierte mich kurz, keine Reaktion.
Dann tätschelte er wieder den Hund, wandte sich ab  und ging.
Ich fühlte mich schuldig. Hatte ich ihn verärgert?
Der  Typ war interessant. Aber irgendwas war falsch an ihm.
Irgendwas stimmte nicht. Oder kam mir das nur so vor, weil er sich ganz anders verhielt als der Rest? Dieser joviale Rest, der einen sofort in Beschlag nahm, wie Bob.
Das wäre doch eine Figur für meinen Bericht. Er war mysteriös.
Falls er doch nicht bloß ein mürrischer Langweiler war.
Ich hatte eine  Mission.

Ich lief ihm am selben Abend in Bobs Markt über den Weg. Plötzlich stand er mir gegenüber. Er sah mich einen Moment  genauso verblüfft  an wie ich ihn und wandte sich wieder  dem Regal zu. Sonst keine Reaktion.
Hundefutter. Ich schielte in seinen Einkaufskorb.
Eier, Wurst, Brötchen, ein Sixpack Fosters, ein paar Dosen und ein Büschel Bananen. Schokocreme. Kaffee.
Er sah gut aus, fand ich. Nicht im klassischen Sinn. Tolle Augen, so klar, lange Wimpern. Grosse, etwas schiefe Nase. Er roch stark nach Tabak, als ich an ihm vorbeiging, fiel es mir auf.
Ich strich ein paar Mal um ihn herum, bemüht zufällig. Er legte noch Milch, Zigaretten und zwei Zeitschriften  in seinen Korb. Ein Infomagazin und ein Kochmagazin.
Ich hätte fast gekichert, strebte der Kasse zu. Mein Appartement hatte eine kleine Küche, also versorgte ich mich selbst. Es ist interessant in fremden Ländern zu kochen und einzukaufen. Und es ist billiger.
Ich fühlte mich sehr unwohl, als er sich an der Kasse direkt hinter mich stellte.
Ich konnte seine Marlboro oder was auch immer riechen und ein bisschen Hund. Eine gewisse Kälte ging von ihm aus, als wolle er sagen:
Lasst mich alle in Ruhe. Vor allem du da, vor mir. Ich bin nicht interessiert.
Glaub ja nicht, dass ich es nicht merke.

Bob tauchte plötzlich auf. Er sah mich sofort, begrüßte mich lautstark mit Namen und lud mich  gegen acht  auf einen  Drink im Pub ein.
Alles sah sich nach mir um.
Ich fühlte mich nackt. Unwohl.
Aha, das ist Bobs neues Opfer.
Ich war JEMAND.
Die Journalistin aus... ach , egal... der Bob den Hof macht.
Raunen echote im Raum.

Ich nahm dankend an, fühlte die Blicke des Fremden in meinem Rücken.
Als ich in den Jeep stieg, kam er grade raus. Ich sah es im Rückspiegel.
Er hatte den Hut abgenommen. Seine Haare waren hellbraun und zerdrückt.
Ich wollte zu ihm hingehen und sie ihm durchwuscheln, damit er sich nicht lächerlich machte, so wie er aussah. Dann setzte er den Squatter wieder auf und ich fragte mich, was mit mir los war. Wildfremden Kerlen die Haare zausen.
Vielleicht sollte ich an Mrs. Bob Supermarkt arbeiten. Wer weiß was das Leben  noch mit einem vorhat. Und ob es noch etwas vorhat.
Unnahbar verschwand ums Eck. Kurz darauf brauste er  an mir vorbei in einem Zwilling meines Leihjeeps. Ich fing den vierten, schwer zu deutenden Blick ein.
Ich hörte es fast in meinem Ohr flüstern:
‚Geh nicht den leichten Weg. Sei nicht so bequem.’
Am liebsten hätte ich Unnahbar den Mittelfinger gezeigt oder aus dem Fenster geschrien: „Haben sie dir dein Lächeln geklaut, Fremder oder bist du einfach geizig?“
Ich sollte bald erfahren, dass er lächeln konnte und hinreißend dazu.

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