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Schweim: Arzneimittelfälschungen auch in Deutschland ein
Problem
Arzneimittelfälschungen
sind ein Risiko für die Patienten. In Deutschland vernachlässige die
Regierung dieses Problem, sagte Prof. Harald G. Schweim, Lehrstuhlinhaber
für "Drug Regulatory Affairs" am
Donnerstag auf dem Kongress "Arzneimittelfälschung – ein
unterschätztes Problem" in Bonn.
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Zwar würden nahezu 70
Prozent aller Fälschungen in Entwicklungsländern entdeckt. Aber auch in
Europa entfielen etwa acht Prozent der Gesamtausgaben für Arzneimittel auf
gefälschte und entwendete Produkte. In Deutschland tauchen Schweim zufolge
immer mehr Arzneimittelplagiate von bandenmäßig strukturierten
Fälscherorganisationen auf. Einfallstore für Fälschungen seien besonders
Re- und Parallelimporte.
Mit dem Internethandel von Arzneimitteln – der politisch gewollt sei – sei
ein kaum abzuschätzendes Risiko verbunden, beklagte Schweim. Jedes zehnte
per Versandhandel vertriebene Medikament sei laut WHO eine Fälschung. Dies
hänge wesentlich damit zusammen, dass es für Verbraucher und
Überwachungsbehörden faktisch unmöglich sei, legale Internetapotheken von
illegalen zu unterscheiden, erläuterte Schweim.
Die Fälschungen selbst seien oft ebenso schwer zu erkennen. Kriminelle
Banden infiltrierten sogar renommierte Hersteller, um an die Codierungen
aktueller Chargen zu kommen, mit denen sie dann die Plagiate deklarierten.
Nahezu perfekte Fälschungen könnten sogar bis in die legale Verteilerkette
gelangen. Bezogen auf Großhandel und Apotheken seien dem BKA in den Jahren
1996 bis 2004 28 Verdachtsfälle bekannt geworden, berichtete Schweim. Dabei
habe es sich vor allem um Packungsfälschungen gehandelt. Schlechte
Fälschungen hätten dagegen allein im illegalen Vertrieb eine Chance.
Besonders betroffen sei hier der Markt des Bodybuildings.
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