Bericht "Der Walser" Nr. 8 vom 22.2.2002

Waldbesitzervereinigung gegründet

Über 3000 Hektar Wald gibt es im Kleinwalsertal, aufgeteilt unter weit mehr als 250 Waldbesitzer. 93 Prozent der Waldfläche sind Privateigentum, mehr als 90 Prozent der Waldbestände sind Schutzwald. Eine Bewirtschaftung dieser Flächen kann großteils nur erschwert und mit großem Aufwand erfolgen. Die Folge: Ein Großteil der Waldfläche bleibt über lange Zeit unbewirtschaftet. Hinzu kommt sehr oft eine räumliche Trennung des Waldbesitzers von seinem Waldeigentum. Rückgänge in der Waldbewirtschaftung machen sich daher bemerkbar. Und genügend Motivation für die Holznutzung durch die einzelnen Waldbesitzer findet sich meist nur in gut erschlossenen Waldbereichen.

Waldbewirtschaftung
Die Walser Waldbesitzer haben nun einen eigenen Verein gegründet. Dieser soll vor allem dem nicht fachkundigen Waldeigentümer eine Stütze in den wichtigen Fragen der Waldbewirtschaftung und der Holzvermarktung sein. Besonders die Waldbewirtschaftung wird den Verein beschäftigen. "Denn", so hieß es bei der Gründungsversammlung der "Waldbesitzervereinigung Kleinwalsertal" (WBVK), "ungenutzte Bergwälder können ihre vielfältigen Funktionen, wie etwa die Nutz-, Schutz-, und Erholungsfunktion, auf lange Sicht nicht mehr erfüllen." Deshalb braucht es eine entsprechende Waldpflege, welche im Regelfall durch den Waldbesitzer erfolgen sollte. Auf die kostenlose Bereitstellung dieser vielfältigen Walddienstleistungen könne eine Tourismusregion wie das Kleinwalsertal nicht verzichten, sind sich die Waldbesitzer einig. Eines scheint sicher: Intakte Bergmischwälder stellen ein wichtiges Landschaftselement im Kleinwalsertal dar. Das weiß und schätzt auch der Tourismus, denn attraktiv "schöne" Landschaften sind heute ein entscheidendes Buchungskriterium für Erholungssuchende bei der Wahl ihres Urlaubszieles. Das belegen Umfragen und Studien.

Bewußtseinsbildung
Durch die Waldbesitzervereinigung soll jetzt eine verstärkte Bewußtseinsbildung des einzelnen Waldbesitzers und der Bevölkerung erfolgen. Dies soll etwa durch Waldbegehungen und Informationsveranstaltungen gefördert werden. Weiter soll die Vereinigung dem Waldbesitzer Hilfestellung in der Holzvermarktung sein. Zum Beispiel beim Einholen von Angeboten über den Holzerlös und die Bereitstellung des Holzes. Gegen eine Gebühr kann sich der Grundeigentümer von der Waldbesitzervereinigung in diesen Dingen nach Wunsch unter die Arme greifen lassen. Erster Obmann des Vereins ist Waldaufseher Stefan Fritz, sein Stellvertreter ist Andreas Haid. Weitere Vorstandsmitglieder sind Oliver Rinner, Rechnungsführer Max Drechsel und Schriftführer Hubert Fritz. Forstlicher Beirat ist Hubert Zimmermann aus Oberstdorf. (ös)