Glyptoperichthys gibbiceps, (Kner,1854)
Herkunft/Vorkommen:
G. gibbiceps wurde aus dem Rio Pacaya in Peru beschrieben. Zwischenzeitlich sind unter verschiedenen L-Nummern auch Exemplare aus dem Rio Xingu (L83), dem Rio Tefé (L164) und dem Rio Negro (L165) in der DATZ vorgestellt worden. Ob es sich bei all diesen Fischen definitiv um G. gibbiceps handelt ist wissenschaftlich noch nicht belegt. Daher hat die Art entweder ein sehr großes Verbreitungsgebiet mit unterschiedlichen Standortvarianten entwickelt, die sich entweder in Form (z. B. Ausprägung der Rückenflosse) oder Farbe (unterschiedlich Bauchzeichnungen) unterscheiden, oder es handelt sich um nahe verwandte und noch unbeschriebene Arten.
Pflege im Aquarium:
Da es sich beim Wabenschilderwels, wie er hier in Deutschland genannt wird, um eine Art handelt, die auch im Aquarium durchaus 50 cm Körperlänge erreichen kann, versteht sich von selbst, dass entsprechende Behälter von mindestens 150 cm Seitenlänge zur erfolgreichen Pflege erforderlich sind! Die Art ist dämmerungs- und nachtaktiv und benötigt daher seiner Körpergröße entsprechende Versteckmöglichkeiten, die z. B. aus Drainageröhren bestehen können. Wer sein Aquarium lieber natürlich einrichten möchte, kann diese Unterstände auch aus Steinplatten errichten oder sich Tonröhren nach eigenen Vorstellungen selbst formen. Wurzelholz zur Nahrungsergänzung ist unerlässlich, denn das abgeraspelte Material dient als Ballaststoff. Die Ernährung ist einfach, denn Die Fische fressen alles, was sie erreichen können. Dennoch ist ein hoher Anteil pflanzlicher Nahrung sehr vorteilhaft. Gurken- und Zucchinischeiben, Kartoffel- und Karottenstückchen oder auch Kohlrabi werden gern genommen. Allerdings frisst nicht jedes Exemplar alles genannten Futtersorten. Man muss schon etwas experimentieren um die Vorlieben seiner Exemplare heraus zu finden. Sehr gern nehmen sich die Welse auch der Jungbrut offen brütender Cichliden an! Auf ihre Brutflossen gestützt saugen sie die Jungfische förmlich ein. Selbst erhebliche Rammstöße der Buntbarscheltern können den Wels dann nur kurzzeitig von seiner Mahlzeit abhalten. Allerdings hängt das auch vom Größenverhältnis Buntbarscheltern zu Wels ab! Wichtig, wie bei allen größeren Harnischwelsen, deren Ernährungsschwerpunkt bei der pflanzlichen Nahrung liegt, ist ein großzügig dimensionierter Filter, denn es fallen Unmengen an Kot an. Ein regelmäßiger Teilwasserwechsel ist somit unverzichtbar. Die Wasserparameter sind dabei zweitrangig, so lange es sauber ist und keine Extremwerte erreicht werden (ph 6,5 bis 8, Härte von 5-leicht über 20° dGH).
Besonderheiten/eigene Erfahrungen:
Im Mergus Aquarienatlas wird G. gibbiceps als friedlich selbst gegenüber kleinen Fischen beschrieben. Dies ist allerdings nur mit Einschränkungen richtig! So lange die Gesellschafter keine Harnischwelse sind, mag dies stimmen. Allerdings ist es fast unmöglich zwei erwachsene Tiere selbst in einem großen Becken von mehr als 500 Litern gemeinsam zu pflegen! Die ständigen Jagereien, besonders während der nächtlichen Aktivitätsphase, lassen das unterlegene Tier sehr bald kapitulieren. Auch bei der Fütterung werden sich die Fische ständig attackieren, sodass der Unterlegene nicht mehr ans Futter gelangt. Welche Konsequenz das auf die Dauer mit sich bringt dürfte wohl klar sein! Bei entsprechendem Futter- und Raumangebot wachsen die Welse rasant schnell. Ein Jungwels von 5-6 cm kann unter guten Bedingungen während eines Jahres ohne weiteres auf 20 cm heranwachsen! Das attraktive Farbkleid dieser Welse hat schon so manchen Aquarianer dazu verleitet sich ein Exemplar anzuschaffen, dass dann sehr schnell aus dem 100cm-Gesellschaftsaquarium herausgewachsen ist. Immer wieder sieht man bei Zoohändlern dann Tiere von 25 und mehr Zentimetern in kleinen Verkaufsbecken ohne Deckung und Unterschlupf auf neue Käufer warten. Bei aller Attraktivität muss man sich dennoch vor Augen führen, welche Behälter für eine einigermaßen vernünftige und dauerhafte Pflege erforderlich sind. Hier wäre auch der Fachhandel gefordert, der immer noch junge G. gibbiceps von nur wenigen Zentimetern Länge in großen Zahlen und für wenig Geld anbietet. Zu groß gewordene Segelschilderwelse sind nämlich nur sehr schwer "los zu werden". Selbst Schauanlagen nehmen die Fische kaum noch an, da der Bedarf mehr als gedeckt ist. Bestenfalls als Krokodilfutter findet man in öffentlichen Anlagen noch Abnehmer für die Welse. Aber das kann es doch nicht sein?!
Literatur zum Fisch:
Riehl, Dr. Rüdiger & Baensch, Hans A.: Aquarienatlas Band 1 (1982), Seite 497
Mayland, H.J,: Welse - Glyptoperichthys gibbiceps sowie einige Verwandte und Biotop-Mitbewohner, Das Aquarium, Ausgabe März 1996
Staeck, Dr. Wolfgang, Segelschilderwelse - Sanfte Riesen im Aquarium, Aquarium heute, Ausgabe März 1998