Antennenwelse
Allgemeines:
Wenn von Antennenwelsen die Rede ist denken wohl viele Aquarianer zuerst an die Vertreter der Gattung Ancistrus, die man wegen der Hautauswüchse am Kopf der Männchen im deutschen so bezeichnet. Die "richtigen" Antennenwelse jedoch haben Ihren Namen von den bei einigen Arten sogar mehr als körperlangen und beweglichen Oberkieferbarteln erhalten, die den überwiegend nachtaktiven Welsen zur Orientierung und zum Beuteerwerb dienen. Das Verbreitungsgebiet dieser Fische ist das tropische und subtropische Mittel- und Südamerika. Über 300 Arten sind heute bekannt. Vom Zwerg mit nur wenigen Zentimetern Körperlänge bis zum 3-Meter-Riesen sind alle Größenstufen vertreten. Es handelt sich ausnahmslos um Raubfische, die pflanzlich Nahrung nur über den Darminhalt ihrer Beutetiere aufnehmen. Für die Aquaristik am besten geeignet sind die kleineren Vertreter der Gattungen Pimelodus, Pseudopimelodus, Pimelodella, Brachyrhamdia, Rhamdia und Microglanis. Zwar werden auch weitaus größere Arten für die Becken der Liebhaber importiert, doch muss sich jeder Käufer solcher Riesen bereits im Vorfeld darüber im Klaren sein, dass es sich dabei nur um eine Pflege auf Zeit handeln kann, denn diese Welse wachsen schnell und somit aus den Behältern heraus. Wer sich erst dann über den Verbleib seines "Lieblings" Gedanken macht, wird sehr bald merken, dass er echte Probleme bekommt das Tier adäquat unter zu bringen. Schauaquarien sind zwischenzeitlich mehr als gut mit solchen Exemplaren ausgestattet und es wird zu einem Martyrium für Fisch und Pfleger. Die Pflege der großen Arten muss aus noch einem weiteren Grund in Frage gestellt werden. Viele Vertreter unternehmen zu den Laichzeiten Wanderungen in die Oberläufe großer Flüsse, ähnlich wie man dies von Lachsen her kennt. Unter solchen Voraussetzungen sollte eine Pflege solcher Riesen unterbleiben und ist auch für die größten öffentlichen Schauanlagen kein Umstand mit dem man sich Lorbeeren verdienen könnte. In den frühen 90er Jahren hatten solche Großwelse ein besonderen Boom erlebt. Aquarien von 2 und mehr Metern beherbergten dann einen einzigen Fisch! Glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei und diese Welse werden nur noch hier und da im Handel angetroffen. Ich halte es für wünschenswert, wenn der Fachhandel hier umdenken würde und im Interesse der Fische auf den Import solcher Arten verzichtet. Es gibt genügend passendere Arten, die sich im Aquarium pflegen lassen!
| Hemisorubim platyrhynchos |
| Pimelodella cf. gracilis |
| Pimelodus pictus |
| Pimelodus sp. |
| Pseudoplatystoma sp. |
| Sorubim lima |