Archocentrus centrarchus (Gill & Bransfort, 1877)
Herkunft/Vorkommen:
Die Fische sind auf der atlantischen Seite Mittelamerikas, von Nicaragua (z. B. Nicaraguasee) bis nach Costa Rica (z. B. Rio San Juan) beheimatet. In diesen Gewässern bevorzugen die Tiere ehr die ruhigen und mit Pflanzen bestandene Zonen. Stärkere Strömungsbereiche werden gemieden. Dem sollte man bei der Beckeneinrichtung Rechnung tragen.
Pflege und Zucht:
Jüngeren Exemplaren bietet schon ein Behälter ab 100 cm und ca. 200 Litern Wasservolumen Platz. Erwachsene Exemplare benötigen mehr Platz! Das Aquarium sollte mit Steinen und Wurzelholz so strukturiert sein, dass Höhlen und Rückzugsmöglichkeiten entstehen. Auf harte Pflanzen braucht nicht verzichtet zu werden. Allerdings können diese bei Laichvorbereitungen im Wege sein und dabei ggf. ausgegraben werden. Die Ernährung bereitet keine Schwierigkeiten. Von Flockenfutter über Sticks und verschiedenen Frostfuttersorten wie Artemia, Krill oder Mysis bis hin zu einem Regenwurm wird alles gierig verschlungen. Pflanzliche Kost spielt dagegen keine Rolle. Wenn sich aus einer Gruppe Jungfische ein Paar gefunden hat und das Weibchen durch abwechslungsreiche Fütterung Laich angesetzt hat, schreiten die Tiere willig zur Nachzucht. Die Gelege umfassen bis ca. 400 Laichkörner und werden vorzugsweise an vertikalen Flächen abgelegt. Bei einer Temperatur von 26 Grad schlüpfen die Larven nach 45 - 50 Stunden und werden von den Eltern in vorher angelegten Gruben unter gebracht. Hierbei werden sehr gern die Wurzelballen größer Pflanzen als Kinderstube benutzt. Nach weiteren vier bis fünf Tagen schwimmen die Jungfische frei und können sofort mit Artemianauplien angefüttert werden. Das weitere Wachstum ist rasch und Problemlos bis zu einer Größe von etwa fünf Zentimetern. Danach geht das Wachstum deutlich langsamer voran. Vor allem fällt es schwer zu glauben welche Farben diese Fische im Erwachsenenalter erlangen können, wenn man die grauen Jungfische vor sich hat! Wohl mit ein Grund, warum diese Art bislang noch keine große Verbreitung gefunden hat.
Besonderheiten/eigene Erfahrungen:
In der Literatur wird für diese Art häufig eine Endgröße um 15 cm im männlichen und 12 cm im weiblichen Geschlecht angegeben. Ich habe ein Paar dieser Art mehr als sechs Jahre gepflegt und kann das nicht bestätigen. Mein Männchen erreichte 21 cm, das Weibchen war mit 16 cm ausgewachsen! Da man diese Art früher in den Formenkreis um "Cichlasoma" (heute Cryptoheros) nigrofasciatus gestellt hat, scheinen hier die Größenangaben einfach übernommen worden zu sein. Interessant ist auch der Farbwechsel der Fische während der Jungfischbetreuung. Die sonst grünlich gelbe Färbung weicht völlig. Die unteren beiden Körperdrittel werden fast schwarz, während das obere Drittel fast weiß wird. Ich habe diese Fische als vergleichsweise ruhige Vertreter kennen gelernt. Ab einem Alter von ungefähr vier Jahren stellte mein Paar die Fortpflanzungsaktivitäten völlig ein, blieb sich aber dennoch treu und verteidigte immer ein kleines Revier um "seine Ruhe" zu haben.
Literatur zum Fisch:
Riehl, Dr. Rüdiger & Baensch, Hans A.: Aquarienatlas Band 3 (1990) S. 722
Stawikowski, Rainer & Werner, Uwe : Die Buntbarsche der neuen Welt - Mittelamerika (1985) Seite 255 ff
Stalsberg, Alf: DCG Informationen 06/1989, Seite 114
Luig, Michael: DCG Informationen 05/1997, Seite 92