Herichthys cyanoguttatus, (BAIRD & GIRARD, 1858)
Herkunft/Vorkommen:
Von allen Cichliden Mittelamerikas kommt die Art am weitesten nördlich vor. Belegt sind Vorkommen im Rio Grande im nordöstlichen Mexiko und im US-Bundesstaat Texas, was ihm auch zu seinem deutschen Namen "Texascichlide" verholfen hat.
Pflege und Zucht:
Zur erfolgreichen Pflege dieses Buntbarsches sind Behälter von mindestens 120 cm/300 Litern erforderlich, die mit Steinen und Wurzeln versteckreich eingerichtet und gegliedert sind. Die Männchen können zwischen 25 und 30 cm lang werden. Weibchen bleiben ca. ein Viertel kleiner. Im Alter können die Männchen einen Stirnbuckel ausbilden, der allerdings nicht so imposant ist wie z. B. beim Quetzal-Buntbarsch (Vieja synspila). Die Wasserwerte spielen keine große Rolle, nur sollte das Wasser nicht zu weich sein (ph 7,5, dGH 12-20, dKH 8-12). Entsprechend seiner Herkunft reicht eine Wassertemperatur von etwas 23-25° C aus. Das die Fische auch pflanzlich Kost nicht verschmähen, kommen nur robuste Arten wie etwa Riesenvallisnerien in frage. Die Nahrungspalette des Texas-Cichliden ist breit gefächert. Von Sticks und Großflocken über verschiedene mundgerechte Frostfuttersorten bis hin zu größerem Lebendfutter wie z. B. Regenwürmer, Asseln usw. Die Zucht verläuft in üblicher Offenbrütermanier. Allerdings ist eine absolute Harmonie des Paares unabdingbar, will man den Verlust des Weibchens verhindern! Zunächst wird das Laichsubstrat, (i. d. R. ein flacher Stein, der etwas geschützt liegt) peinlich genau gesäubert. Nach einer oft stürmischen Balz, in deren Verlauf immer wieder Beckeinsassen vehement vertrieben werden, werden zwischen 250 und 500 hellbraune Laichkörner abgesetzt. Das Weibchen kümmert sich danach um die direkte Pflege des Geleges und später der Larven und Jungfische. Das Männchen ist mit der Sicherung der Reviergrenzen beschäftigt. Nach etwa 50 Stunden bei 26° C schlüpfen die Larven und schwimmen weitere vier Tage danach frei. Sie nehmen gleich Artemianauplien an, können aber auch mit zerriebenem Flockenfutter ausgezogen werden. Die Alttiere legen dann ihr Brutpflegekleid an. Der Körper hellt im vorderen Drittel auf, während der Bauch und der hintere Körperteil sich deutlich dunkler färbt. Das Weibchen zeigt diese Färbung bereits nach der Eiablage, das Männchen erst nachdem die Jungfische aufgeschwommen sind (siehe Bilder). Die weitere Jungfischaufzucht ist einfach, erfordert nur einen regelmäßig mindestens einmal wöchentlich durchgeführten Wasserwechsel. Berücksichtigt man die genannten Punkte, ist die Pflege dieses Buntbarsches als einfach zu bezeichnen.
Besonderheiten/eigene Erfahrungen:
Herichthys cyanoguttatus wurde in früheren Jahren als Nominatform der "Perlcichliden" gesehen. Als südlichere Unterart wurde Herichthys cyanoguttatus carpintis betrachtet. Zwischenzeitlich hat man jedoch auch H. carpintis den Artstatus zuerkannt. Grundsätzlich lassen sich die beiden Arten schon äußerlich gut unterscheiden. H. cyanoguttatus hat ein wesendlich feineres Muster und ist in der Grundfärbung blasser. Auch wird diese Art größer als H. carpintis. Die größten H. carpintis, die ich je zu Gesicht bekam, waren nur knapp über 20 cm lang. Neben diesen optischen Unterscheidungsmerkmalen kann man H. cyanoguttatus auch als die Art mit dem deutlich höheren Aggressionspotential bezeichnen. Mein Männchen zeichnete sich durch sein kompromissloses Durchsetzungsvermögen sowohl gegen artfremde Fische als auch gegenüber seinem Weibchen aus. Während z. B. Parachromis loisellei, der von der Größe her das gleiche Kaliber wie C. cyanoguttatus hat, einfach nur in Ruhe gelassen werden möchte und sein "Machtstellung" durch ein kurzes drohen bekräftigt, scheint der Texas-Buntbarsch oft aus reiner "Langeweile" andere Mitbewohner zu traktieren.
Literatur zum Fisch:
Riehl, Dr. Rüdiger & Baensch, Hans A.: Aquarienatlas Band 1, 6. Auflage (1987) S. 724
Stawikowski, Rainer & Werner, Uwe: Die Buntbarsche der neuen Welt - Mittelamerika (1985), S. 110 ff
Hemme, Dietmar: Bemerkungen zum Texasbuntbarsch, DCG 29, 1 (1998), S. 8-9