Zur Brücke gehört auch
das Reich des Funkers "der Funkraum !
Der Funker hat eine wichtige Funktion
auf einem Schiff. Aus der Sicht der Schiffsbesatzung ist er
das wichtigste Verbindungsglied zwischen Schiff und dem Heimathafen.
Neben der Übermittlung der Fangergebnisse im Auftrag
des Kapitäns und dem Empfang und der Übermittlung
von Nachrichten in und aus der Heimat, ist er für die
Erstellung von Wetterkarten verantwortlich. Darüber hinaus
übermittelte er über "Radio Rügen"
die Seetelegramme der Besatzung von und zu den Angehörigen
zu Hause. Im weiteren ist er für die "musikalische
Unterhaltung" über den Bordfunk und die Ausgabe
und Verteilung von Wein und Schnaps verantwortlich. Es gibt
noch weitere wichtige Aufgaben, dazu gehören:
Dazu
ein Beitrag des Funkers Wilfried Findling:
Auf
den Seeschiffen bestimmter Grösse und Besatzungsstärke
musste ein Funkoffizier an Bord hauptsächlich
im
Seefunkdienst auch die internationale Anruf- und Notfrequenzen
auf Mittelwelle 500 KHz (bei Erforderniss auch die Grenzwelle
2182
KHz) zu bestimmten Zeiten überwachen.
Ein
Funker auf unseren Trawlern hatte 4 x 1 Std. offizielle Wachzeit.
( Im Funkraum war man jedoch fast
tagsüber
ununterbrochen anwesend). In seiner 1std.Wachzeit gab es dann
jeweils 2 Seenotperioden auf 500 kHz von
Std.
Minute 15 bis 18 sowie Std. Minute 45 bis 48. Während
dieser Zeit (Seenotpause) durfte auf 500 KHz nicht
gesendet
werden --- die Frequenz wurde auf eventuelle Notrufe
in Telegrafie aufmerksam abgehört.
Die
Frequenz 2182 KHz war eine Telefonie-Seenotfrequenz im Grenzwellenbereich,
die später über einen Empfänger auf der
Brücke
abgehört
wurde. Hier galt die Seenotpause von Std.Minute 30 bis
33 und Std. Minute 00 bis 03.
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Roter
Sektor steht jeweils für Seenotperiode 500
KHz und
grüner
Sektor für die Überwachung Seenotfrequenz
2182 KHz.
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Praktisch
wurde die internationale Anruf- und Notfrequenz im Funkraum
wärend der gesamten Anwesenheit des FO mitgehört.
Nach
den Seenotpausen nutzen die Küstenfunkstellen die 500
KHz für Anrufe oder Ankündigungen von Sicherheitsmeldungen
in den
jeweiligen
Seegebieten mit Angabe ihrer Frequenz, auf die sie im MW-Bereich
senden würden. Es gab dann entsprechende
Informationen
über Hindernisse oder Eiswarnungen usw.
Jedem
FIKO - Funker wird die Frequenz 2385 KHz auf der "Grenzwelle"
geläufig bleiben. Hier trafen sich die Rostocker Funker
zum
Austausch von Fangergebnissen, Informationen und bei eingetretener
Ruhe auch zum Klön. Das war eine Freude mitten im
Atlantik
mit einem ein- oder auslaufenden Funkkollegen zu sprechen
und Neuigkeiten zu erfahren.
Von
den Fangplätzen war die Verbindung zur Heimat und damit
zu Rügen - Radio ( damals DHS ) für uns Trawler
in der
Regel
nur auf Kurzwelle in Telegrafie möglich.
Dienst-Telegramme, Presse, Privat-Telegramme und auch hin
und wieder den
Ausgang
der Oberliga wurde dann übermittelt.