Wien erleben - Wiener Leben
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Fiakerfahrt - Teil 1
DAS klassische Wien-Erlebnis ist eine Fahrt mit dem Fiaker. Das Wort "Fiaker" bezeichnet sowohl das (zweispännige) Gefährt, die Kutsche, als auch den Kutscher selbst. Nach der Pariser Strasse "Rue de Saint Fiacre" benannt, wurde 1693 dem ersten "Fiacre" in Wien die Lizenz als Lohnfuhrwerk erteilt. Seit 1984 gibt es auch weibliche Fiaker. Obwohl meistens ansehnlich, konnte ich mich an deren Anblick noch nicht gewöhnen.
"Meinen" Fiaker suchte ich mir am Heldenplatz vor der Hofburg.
Fiaker Vor Antritt einer Fiakerfahrt mache man den Preis und die Fahrtzeit aus. Auf diesen Seiten dargestellt ist eine Fahrt von 50 Minuten Dauer zu seinerzeit 1200 ÖS (heute etwa 90 Euro). Zugegeben, ein teures Vergnügen, jedoch macht man eine solche Fahrt wahrscheinlich nur ein einziges Mal. Um ein klassisches Ambiente zu empfinden, habe ich mir einen "echten" Wiener Fiaker ausgesucht, mit Melone, Weste, Schnurrbart, Wiener Dialekt sprechend und willens, mir alle Sehenswürdigkeiten am Rande der Fahrtroute zu erklären.
am Josefsplatz
Albertinaplatz (hinter der Oper)
auf dem Opernring
"Hier am Josefsplatz befindet sich die Österr. Nationalbibliothek mit dem holzgetäfelten Prunksaal, dem wohl schönsten Bibliothekssaal der Welt. Hier stehen die kostbaren 16.000 goldgepressten Bände des Prinzen Eugen von Savoyen. Auf dem Platz davor das Reiterstandbild Josephs II."
"Vor uns die Wiener Staatsoper, am 25. Mai 1869 mit Mozarts 'Don Giovanni' eröffnet. 1945 wurde das Gebäude fast vollständig zerstört. Die Wiedereinweihung nach
Beseitigung der Kriegsschäden fand am 5. November 1955 mit Beethovens 'Fidelio' statt."
Von der Operngasse bogen wir nach rechts in die Ringstraße ein, die in diesem Abschnitt sinnigerweise "Opernring" heißt.
Dr.-Karl-Renner-Ring mit Blick auf Parlament Parlament
"Wir kommen nun zum Tagungsgebäude des National- und Bundesrates, dem Parlament. Es gilt als schönster Ringstraßenbau."
DaGriechenland als das Mutterland der Demokratie gilt, wählte der Architekt Theophil Hansen diesen strengen neoklassizistischen Stil. Erbaut wurde das Parlament von 1874 bis 1884.
am Burgtheater Wien erleben - Wiener Leben am Burgtheater
"Vor uns sehen Sie das traditionsreichste Theater im deutschsprachigen Raum, das Burgtheater. Es wurde 1888 im italienischen Renaissance-Stil von Karl von Hasenauer und Gottfried Semper erbaut."
Trotz des starken Verkehrs auf der Ringstraße kommt es ganz selten zu Unfällen zwischen Fiakern und den restlichen Verkehrsteilnehmern, da diese gebührenden Abstand zu den Pferden halten, und die Fiaker äußerst aufmerksam kutschieren.
Dr.-Karl-Lueger-Ring (am Burgtheater)
Dr.-Karl-Lueger-Ring (am Rathaus)
Dr.-Karl-Lueger-Ring (am Burgtheater)
Jedoch kommt es manchmal vor, dass man in einem günstigen Moment von den eigenen "Kollegen" überholt wird. Hier z. B. zwischen Volksgarten und Burgtheater.
Dem Burgtheater gegenüber steht das Rathaus. Es wurde 1872 - 1883 im neugotischen Stil von Friedrich von Schmidt erbaut.
"Sie sehen nun vor uns das berühmte Café Landtmann. Es wurde bereits 1873 eröffnet und gehört zu den renommierten
Ringstraßen-Cafés."
Am Café Landtmann
Am Café Landtmann
Am Café Landtmann
"Hier trifft sich die wohlhabende Mittelschicht und während der Spielzeit die Schauspieler des Burgtheaters. Aufgrund seiner Lage verkehren hier auch viele Politiker."
Wenn eines der Pferde noch Neuling als Fiakerbespannung ist, kann es schon mal vorkommen, dass es das Gefährt etwas stärker in die Kurve zieht. Hier vor dem Café Landtmann.
Außer dem schönen Gastgarten gibt es im Keller ein eigenes Theater, die "Tribüne". Ob manche Schauspieler des Burgtheaters hier ihre Karriere begonnen haben, ist nicht überliefert.
An der Mölker Bastei
Das "Dreimäderlhaus" steht westlich der Mölker Bastei, in der Schreyvogelgasse. Es entstand 1803 im Stil des josephinischen Klassizismus. Es heißt, Franz Schubert habe hier drei Geliebte versteckt gehalten. Der Name stammt aber wohl vom gleichnamigen Singspiel "Das Dreimäderlhaus" aus den Zwanziger Jahren, in dem Melodien Schuberts verarbeitet sind. Das Gebäude selbst steht in keinem Zusammenhang mit Franz Schubert. Gleich daneben lebte Beethoven im Pasqualati-Haus, in dem er z. B. die Oper "Fidelio" schrieb.
"Vor uns sehen Sie das 'Dreimäderlhaus', ein typisches Biedermeiergebäude vom Anfang des 19. Jahrhunderts."
Unmittelbar vor dem "Dreimäderlhaus" nach links abgebogen, fällt der Blick bereits auf die Universität.
Blick in Richtung Universität
Am Liebenbergdenkmal
Am Liebenbergdenkmal
Wir fahren am Liebenberg-Denkmal vorbei, welches 1890 unterhalb der Mölker Bastei errichtet wurde.
J. A. von Liebenberg war während der Belagerung 1683 Wiener Bürgermeister.
WIEN EINMAL ANDERS
Lassen Sie sich von einem waschechten Wiener Kutscher mit Schmäh und Melone im Fiaker gemütlich durch die Kaiserstadt führen:

Alt-Wiener Fiaker Johann Trampusch
A-1160 Wien
Telefon +43 (0)1 61 61 725 · mobil +43 (0)664 30 20 076 · Fax +43 (0)1 61 61 725
http://www.fiaker.net

Fiakerfahrt - Teil 2

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Copyright: Wolfgang Krause