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| Grinzing
- Teil 1 |
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Ein Besuch im romantischen
Grinzing beginnt am besten schon mit einer Tramfahrt: Die Linie 38 fährt
in 25 Minuten vom Schottentor sozusagen bis ins Herz von Grinzing hinein.
Der Ort liegt im Nordwesten Wiens und stellt den größten Teil
Döblings dar, dem 19. Wiener Bezirk.
Leider kommen
hierher fast nur Touristen, die zum Heurigen
gehen wollen. Wir schauen uns daher noch etwas näher um. |
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Der Name Grinzing bezeichnet
die Zugehörigkeit von Menschen zu einem Sippenoberhaupt und bedeutet
"bei den Leuten, die zu einem Mann mit dem Namen Grinzo gehören".
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Grinzing 1114 als Grinzigan.
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Hinweis: Anzahl der Bilder und
Umfang der Texte dargestellter Heurigenlokale bedeuten keine Wertung. Die
Auswahl ist rein zufällig. Ich habe nie einen Heurigen in Grinzing
besucht, um ihn beurteilen zu können. Mir ging es nur um die Motive.
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Zum Aufschwung des Ortes trug
der Wein wesentlich bei.
Kaiser Josef II. erließ am
17.
August 1784 eine Zirkularverordnung, nach
der jedermann die Erlaubnis zuteil wurde, selbst hergestellte Labensmittel
(Lebensmittel), Wein und Obstmost zu allen Zeiten zu verkaufen und auszuschenken.
Nach
und nach entstanden hier und in den Nachbargemeinden zahlreiche "Heurige".
Die
eigentlich richtige Bezeichnung eines solchen Lokales ist "Buschenschank".
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Durch den starken Bustourismus
und die Aufgabe der Berufswinzer hat Grinzing viel von seinem Charme verloren
und wird von der Wiener Bevölkerung nur noch eingeschränkt besucht.
Auch mag der Wiener keine Musik beim Heurigen. Da ich bei meinen Wienbesuchen
einen touristenfreien Heurigen suchte, fuhr ich nach Stammersdorf.
Dieser Ort liegt so weit außerhalb von Wiens Innenstadt, dass man
dort "unter Wienern" ist.
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Geht man von der Straßenbahn-Endhaltestelle
nach rechts in die Sandgasse, fällt auf der linken Seite sofort der
Heurige mit gelbem Anstrich auf. Das Lokal "Bach-Hengl" ist der älteste
Heurige in Grinzing und besteht bereits seit 1137. Ab 16 Uhr können
sich hier mehr als Tausend Weinfreunde zu ihrem Lieblingsgetränk mit
Wiener Musik treffen.
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Wir wenden um 180 Grad und gehen
die Cobenzlgasse hinunter. Ab hier gibt es einen Heurigen neben dem anderen.
Die Innenhöfe sind einladend gestaltet und mit vielen blühenden
Pflanzen ausgestattet.
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Am Anfang der "Heurigenmeile"
kann man sich darüber informieren, wer "ausg'steckt", also geöffnet
hat. Nicht jeder Buschenschank darf nämlich täglich öffnen.
Es gibt hierfür bestimmte Regeln, z. B. nur an geraden oder ungeraden
Tagen.
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Die Fassaden der Häuser
sind in abwechslungsreichen Farben gestaltet und laden auch am hellen Tag
zu einem gemütlichen Spaziergang durch die Gassen ein.
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Ein weiterer bekannter Heuriger
ist der "Hauermandl" in der Cobenzlgasse.
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Das "Weingut Reinprecht" besitzt
eine langjährige Tradition. Bereits seit 1717 werden beste Rotweine
angebaut und verkauft.
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Das nächste Heurigenlokal
ist die "Grinzinger Reblaus", die leider am Tage ihr Tor zum Innenhof geschlossen
hatte.
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Das Haus, in dem Edmund Samuel
Eysler (1874-1949) seine Operette "Bruder Straubinger" komponierte, ist
seit 1966 mit einer Gedenktafel versehen. Dieses Werk wurde bei ihrer Uraufführung
am 20. Februar 1903 mit Alexander Girardi in der Hauptrolle ein großer
Erfolg. Mit insgesamt 60 Operetten prägte Eysler die damalige Musikwelt
in Österreich und Deutschland sehr stark. International war er weniger
erfolgreich, da seine Musik eher wienerisch und lokalfolkloristisch war.
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