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Hundertwasser-Krawina-Haus
Hundertwasser-Krawina-Haus
Nachdem der Maler Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) bereits seit Jahren ein theoretisches Konzept über menschen- und naturgerechtes Wohnen ausgearbeitet hatte, erhielt er von der Gemeinde Wien die Gelegenheit, dieses in enger Zusammenarbeit mit den Architekten Univ.-Prof. Josef Krawina und Peter Pelikan auf einem Eckgrundstück zu realisieren. 1983-1985 entstand sein Gemeindebau mit 52 Wohnungen und 4 Geschäftslokalen aus Stahlbeton, Ziegeln, Keramik, Holz mit einem Kalkzementmörtelverputz.
Im Dezember 2008 entschied das Wiener Handelsgericht, dass das Hundertwasserhaus in "Hundertwasser-Krawina-Haus" umzubenennen sei, da in einem Gutachten dem Grazer Architekten Josef Krawina ein wesentlicher künstlerischer Anteil an der Tourismusattraktion zuerkannt wurde. Hundertwasser hatte dem Gutachten zufolge bei seinen Ideen in vielen Fällen auf Vorentwürfe von Krawina zurückgegriffen, Teile der Anlage seien überhaupt von dem Architekten entworfen worden, heißt es. Als Konsequenz neben der urheberrechtlichen Präzedenz hat das Urteil auch finanzielle Folgen. Alle T-Shirts, Kataloge, Seidentücher, Poster und ähnliche Merchandising-Artikel mit dem "Hundertwasserhaus" ohne Hinweis auf Krawina müssen aus dem Verkehr gezogen werden. Der Mit-Urheber habe Anspruch auf Tantiemen. (Quelle: Vienna Online)
Hundertwasser-Krawina-Haus
 Das am 7. September 1985 eröffnete Haus hat unebene Böden und ist üppig begrünt (etwa 250 Bäume und Sträucher). Es entspricht nicht den üblichen Normen und Klischees der scholastischen Architektur. Eine Besichtigung ist nur von außen möglich.
Hundertwasser-Krawina-Haus
Hundertwasser-Krawina-Haus
Hundertwasser-Krawina-Haus
Hundertwasser-Krawina-Haus
 Friedensreich Hundertwasser hat an diesem Haus seinen Grundsatz des "Fensterrechts" umgesetzt. Demnach hat jeder Bewohner das Recht, "sich aus dem Fenster zu lehnen und außen an der Fassade alles umzugestalten, so wie es ihm entspricht, soweit sein Arm reicht. Damit man von weitem von der Straße sehen kann: Dort wohnt ein Mensch."
Diebunte, abwechslungsreiche Fassade mit vielen Kurven und Winkeln, eingefügten Kegeln, Zwiebeltürmen und Terrassen, mit der sich der Maler den Vorwurf einer "Verkleidungsarchitektur" zuzog, stellt heute eine große Touristenattraktion dar. Das Hundertwasser-Krawina-Haus ist eines der meistbesuchten Gebäude in Österreich.
Hundertwasser-Krawina-Haus
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Hundertwasser-Krawina-Haus
Hundertwasser-Krawina-Haus
 Das Hundertwasser-Krawina-Haus steht auf dem Eckgrundstück Kegelgasse 34-38/Löwengasse 41-43 im 3. Bezirk. Um diese Adresse nach außen zu dokumentieren, stellte Hundertwasser zur Löwengasse hin eine Löwenskulptur, zur Kegelgasse hin einen gelben Kegel auf die Terrassenbrüstung. Sie umrahmt den Schanigarten des Kaffeehauses.
Hundertwasser-Krawina-Haus
Hundertwasser-Krawina-Haus
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Zitat Hundertwasser, 1985: "Ich meine, gegen die Krankheit der weit auskragenden Vordächer, Balkone und Gebäudeteile gibt es nur ein Heilmittel: Säulen. Die Säule ist ein wesentliches Element abendländischer Architektur. Bei einer Säule fühlt man sich wohl wie unter einem Baum. Eine Säule muss schön und vielfarbig sein und auch im Regen und Mondlicht aus eigener Kraft leuchten.
Hundertwasser-Krawina-Haus
Hundertwasser-Krawina-Haus
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 Das Hundertwasser-Krawina-Haus ist eine Reise in das Land der kreativen Architektur. Hundertwassers Vorbilder, unter anderem Antoni Gaudí, das Palais idéal des Facteur Cheval, die Watts Towers und die anonyme Architektur der Schrebergärten und jene der Märchenbücher, sind dabei deutlich ablesbar.
Hundertwasser-Krawina-Haus
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Hundertwasser-Krawina-Haus
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 Im Hundertwasser-Haus sind dreizehn verschiedene Fenstergrößen verarbeitet, deren Anordnung Hundertwasser zunächst auf Papier und dann im Modell erarbeitet hat.
Hundertwassersagte: "Wenn die Fenster kleiner werden, je höher man nach oben kommt, vermittelt die Fassade ein Gefühl für Perspektive, je höher das Haus wird. Es entsteht der Eindruck, dass das Haus solide steht wie eine Pyramide mit breiter Basis."
Hundertwasser-Krawina-Haus
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Hundertwasser-Krawina-Haus
Hundertwasser-Krawina-Haus
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 Der Brunnen, von Peter Pelikan entworfen, ist aus fünf Teilen zusammengesetzt, die übereinader gestaffelt sind. Über dem Betonbecken ganz unten folgt eine Keramikschale mit mattweißen, schwarzen und grauen Teilen. Dann kommt eine Marmorguss-Schale, auf der eine kleinere, rosafarbene Keramikschale sitzt, die von einem Wasser speienden Marmorgussengel gekrönt wird. Vorbild war der klassische römische Springbrunnen.
Hundertwasser-Krawina-Haus
Hundertwasser-Krawina-Haus
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Hundertwasser sagte: "Ein Maler träumt von Häusern und einer schönen Architektur, in der der Mensch frei ist, und dieser Traum wird Wirklichkeit."
Leiderstellte sich bald nach der Eröffnung heraus, dass die praktische Umsetzung unvollkommen ist. Die als Mauerbekrönung verwendeten Ziegel waren zu weich, die Verwendung von Pflanzen mit Pfahlwurzeln verursachte große Zusatzkosten (besonders, nachdem der Meister während der Bauphase die Standorte veränderte). Die Glasfront lässt sich nur während der Nachtstunden mittels Straßensperre und Hebebühne reinigen.
Hundertwasser-Krawina-Haus
Hundertwasser-Krawina-Haus
Hundertwasser-Krawina-Haus
 Im Haus sind von vornherein Räume für "Baummieter" eingeplant gewesen. Baummieter sind Bäume, die aus den Fenstern herausragen. "Sie sind ein Geschenk des Hauses an die Außenwelt, für die Menschen, die am Haus vorbei gehen. Der Mensch gibt freiwillig von seinem Wohnbereich kleine Territorien an die Natur zurück, von den großen Gebieten, die wir ihr widerrechtlich weggenommen haben", sagte Hundertwasser 1985.
VILLAGE  GALLERY im Hundertwasser Village
Village
Village
Village
 Da die dem Hundertwasser-Krawina-Haus gegenüberliegende Reifenwerkstatt Kalke wegen des zu großen Touristenandrangs und der damit verbundenen Änderung der Zufahrtswege ihren Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten konnte, machte sein Besitzer Hundertwasser den Vorschlag, ein Besucherzentrum für die Touristen zu gestalten.
Am17. Juni 1991 wurde die Begegnungsstätte mit Café, Buchhandlung und Einkaufspassage eröffnet. Die schöne wertvolle Jugendstil-Stuckfassade wurde erhalten.
Village
Village
Village
Village
Village
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Die ganze "Galerie" dient eigentlich ausschließlich der Vermarktung Hundertwassers. Hier werden Postkarten, Kalender, Drucke und Souvenirs verkauft. "Es wurden gegen meinen Willen aus Büchern ausgeschnittene Reproduktionen gerahmt und für das Dreifache verkauft. Das ist unmoralisch und unanständig, gehört aber anscheinend zur skrupellosen Geschäftemacherei." beklagte sich Hundertwasser 1991.
Village
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Village Wien erleben - Wiener Leben Village
 Ob es daran liegt, dass das Hundertwasser-Krawina-Haus selbst nicht besichtigt werden kann, weiß man nicht zu sagen. Auf jeden Fall gehören die sanitären Anlagen im Village zu den beliebtesten Räumen. Was sich ganz international "Toilet of Modern Art" nennt, ist nur durch Sperrenanlagen und Erwerb einer "Eintrittsgenehmigung" zu erreichen. Was Touristenströme nicht daran hindert, in langen Schlangen, sogar die Stiegen hinauf, darauf zu warten, entweder ihrem natürlichen Bedürfnis nachgehen oder einfach nur die Räumlichkeiten besichtigen zu können.
Quelle einiger Texte: "Lexikon der Wiener Kunst und Kultur" und Wikipedia
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Copyright: Wolfgang Krause