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| Kaffeehaus - Teil 1 |
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| Eigentlich
interessiert es nur wenig, dass die erste Lizenz, "Caffé" öffentlich
ausschenken zu dürfen, 1685 einem Armenier namens Johannes Diodato
(ursprünglich: Theodat) erteilt wurde, zu einer Zeit also, als in
England Kaffeehäuser wegen des von ihnen ausgehenden politischen Freigeistes
bereits wieder geschlossen wurden. Und auch darüber, dass die Wiener
bereits 15 Jahre vor der Türkenbelagerung Kaffee kannten, macht sich
heute kaum jemand Gedanken. (Die Legende um Georg Franz Kolt(!)schitzky
ist übrigens erfunden. Er hatte mit Kaffee nichts zu tun.) |
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Heute interessiert
den Besucher eines Wiener Kaffeehauses, dass der Kaffee (bitte unbedingt
auf der 2. Silbe betonen!) stets zusammen mit einem Glas frischen Leitungswassers
mit darauf querliegendem Löffel serviert wird. Es wird immer wieder
nachgefüllt, solange Sie bleiben. Das Wiener Wasser ist anerkanntermaßen
das beste Leitungswasser der Welt und schmeckt hervorragend. |
Wie
auch der Kaffee, der in unzähligen Variationen genossen werden kann.
Siehe hierzu Teil 2 ! DIE klassische Wiener
Mehlspeisenspezialität ist der Gugelhupf.
Der Begriff 'Mehlspeise' umschreibt im Österreichischen alle Süßspeisen,
Kuchen und Torten. Sie müssen auch nicht unbedingt Mehl enthalten.
Klicken
Sie hier für das Rezept.
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Hören
Sie die typische Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre: Download(mp3,
318 kB)
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| Hinweis:
Die abgebildeten oder beschriebenen Kaffeehäuser wurden vom Autor
subjektiv ausgewählt und besucht. Die Auswahl stellt keine Wertung
dar. |
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Das
malerische "Kleine Café" am Franziskanerplatz 3 im 1. Bezirk
wurde von Hermann Czech gestaltet. Es ist ein beliebtes Künstlercafé
und gehört dem bekannten Wiener Schauspieler Hanno Pöschl. In
einer Drehpause kann man ihn mit viel Glück dort antreffen. |
| Die
Größe des Schanigartens passt sich dem Innenraum an: nur maximal
8 Tische bieten dem Kaffeehausgast bei schönem Wetter Platz zum Verweilen. |
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| Es ist wirklich
ein kleines Kaffeehaus - mit nur 5 Marmortischen und ein paar Thonetstühlen,
aber trotzdem gemütlich. Die Wände sind mit Spiegeln verkleidet,
die Sitzgelegenheiten aus Leder. |
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Ein
besonderes Erlebnis bietet die Dachterrasse des Do & Co im Haas-Haus
am Stephansplatz. Bei Melange und Apfelstrudel
sitzt man Auge in Auge mit dem Stephansdom. Leider soll der reine Kaffeehausbetrieb
hier oben eingestellt worden sein. |
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Café
Diglas, Wollzeile 10 im 1. Bezirk, ist noch der Altwiener Kaffeehaustradition
verpflichtet. Es ist - wie alle bedeutenden Kaffeehäuser der Innenstadt
- ein Eckcafé und prächtig ausgestattet: Marmorfußboden,
Holzvertäfelung an den Wänden, geschliffene Kristallglastüren.
Nur leider fand ich an den Logentischen wenig Platz für meine Beine. |
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Hören Sie
ins Café Raimund:
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635 kB) |
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| Gegenüber
dem Volkstheater, in der Museumstraße 6 im 1. Bezirk, findet man
das Café Raimund. Es verdankt seinen Namen dem Schauspieler
und Nestroys Dichterkonkurrenten Ferdinand Raimund (1790-1836). Das Café
Raimund war Treffpunkt von Schauspielern und Schriftstellern. Nach dem
Zweiten Weltkrieg wurde es berühmt durch den Literaturstammtisch des
Schriftstellers und Theaterkritikers Hans Weigel. Von ihm stammt der Ausspruch:
"Man kann über Wien schreiben, was man will, und es wird stimmen."
Was den Widerspruch sowohl der Wiener Seele als auch der Wiener Geschichte
und Kultur bedeuten sollte. Im "Raimund" begann auch der Aufstieg der Schriftstellerin
Ingeborg Bachmann. |
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Café
Hawelka im 1. Bezirk, Dorotheergasse 6, ist ein unbedingtes Muss für
jeden Wien-Besucher. An den Wänden hängen unzählige künstlerische
Bilder und Plakate. Dieses Kaffeehaus ist eine Wiener Institution. Es wurde
1938 von Leopold Hawelka (11.04.1911 - 29.12.2011) gegründet. Hier
saßen schon die Literaten Hans Weigel, Heimito von Doderer und Friedrich
Torberg.
In wohl
jedem Wien-Reiseführer der Welt wurde das Kaffeehaus des liebenswürdigen
Herrn Leopold Hawelka schon beschrieben. Mit 80 Jahren bekam der Wirt und
Künstlerfreund den ehrwürdigen Titel "Kommerzialrat" verliehen. Heute wird das Café von den Enkeln Michael und Amir geführt. |
Der legendäre Künstlertreff der 60er Jahre hat nichts von seinem
Glanz verloren. Wobei "Glanz" wohl nicht der richtige Ausdruck ist; denn
es ist eher düster und theatralisch, aber urgemütlich. Nichtraucher
wie ich werden sich dort eher weniger wohlfühlen. Ab 22 Uhr wurden
von Frau Josefine Hawelka die von ihr eigenhändig hergestellten berühmten
Buchteln verkauft. Leider verstarb sie am 22. März 2005 im 91. Lebensjahr.
Seitdem werden die Buchteln von Sohn Günther nach altem Rezept vorbereitet
und von Enkel Amir Hawelka gebacken. |
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freundliche Linkgenehmigung danke ich Herrn Michael Milde / GastroWeb.
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Verein
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für Kaffeekultur
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