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| Naschmarkt |
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An
der Linken und Rechten Wienzeile zwischen
der Stadtbahnstation "Kettenbrückengasse" (U4) und Secession, gleich
neben dem "Theater an der Wien", liegt im Schatten der Jugendstilhäuser
des genialen Stadtbahnarchitekten Otto Wagner der belebte und beliebte
Naschmarkt. Es soll auf dieser Seite nur vom wochentäglichen Marktgeschehen
die Rede sein und nicht vom touristenüberströmten Floh- und Trödelmarkt,
der jeden Samstag ab Kettenbrückengasse stadtauswärts stattfindet. |
 Wer
Wien wirklich kennenlernen will, sollte den Naschmarkt besuchen. Er bietet
weltweit eine einzigartige Mischung aus urwienerischem Marktstandler-"Schmäh"
und orientalischer Basar-Atmosphäre. Diese 718 Meter lange Oase entstand
auf der Einwölbung des Wienflusses, der hier unbemerkt seinen unterirdischen
Verlauf nimmt.
Da mein
Besuch noch zu Vor-Euro-Zeiten stattfand, sind sämtliche Preise in
Österr. Schilling ausgezeichnet. |
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dem 18. Jahrhundert befand sich der Naschmarkt vor dem Kärntner Tor.
Als das Wiedner Freihaus (ein gewaltiger Komplex von Mietwohnungen) abgerissen
wurde, verlegte man auch gleich das Marktgeschehen an die Wienzeile. Die
Nutzbauten mit den charakteristischen abgeflachten, kupfergedeckten Glockendächern
wurden vom Stadtbauamt errichtet. Den Abschluss der Gesamtanlage bildet
das Marktamt, welches 1916 von Friedrich Jaeckel nach Entwürfen von
Otto Wagner gebaut wurde. |
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Sie in
diese Szene
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| Auf
dem Naschmarkt mischt sich ein multikulturelles Sammelsurium von Sprachen
und Akzenten. Den echten Urwiener "Schmäh" findet man hier mittlerweile
selten, da den Österreichern die Knochenarbeit am Marktstand zu hart
geworden ist. Das anstrengende Leben als Standler haben viele alteingesessene
Wiener den "Zuag'rasten" überlassen. Immer mehr südländische
Kultur mengt sich unter die anbietenden Händler. Wiener Dialekt mit
türkischem, indischem oder griechischem Akzent klingt schon irgendwie
eigenartig. Auch hier spürt man die Weltstadt Wien. |
| Trotz
zahlreicher Lebensmittel aus den Herkunftsländern der Marktstandler
gibt es noch Preisschilder, auf denen je nach Jahreszeit Einheimisches
wie Fisolen (grüne oder Brechbohnen), Paradeiser (Tomaten), Erdäpfel
(Kartoffeln), Schwammerln (Pilze), Weichseln (Sauerkirschen), Marillen
(Aprikosen), Kren (Meerrettich), Karfiol (Blumenkohl), Karotten (Möhren),
Zeller (Sellerie) oder Sprossenkohl (Rosenkohl) angeboten werden. Und wenn
Sie Auberginen möchten, fragen Sie einfach nach "Melanzani" ! |
| Eigentlich
gibt es am Naschmarkt nichts, was man nicht kaufen könnte. Nichtessbares
wie Textilien, Leder- und Korbwaren oder Haushaltsartikel ebenso wie Gewürze,
Hülsenfrüchte oder Nüsse aller Art aus aller Welt, Oliven
in allen Farben, eingelegt oder auch nicht, Backwaren, Fisch, Fleisch und
Geflügel, sowie lächelnde Kürbisse, rund oder lang, orange,
gelb oder grün. |
| Fast
eine ganze Standzeile am Naschmarkt besteht nur aus Lokalen. Es lockt der
"Indische Pavillion", die "Orientalische Pizza", eine italienische Espressokette
oder ein "Gasthaus zur Eisernen Zeit". Im Herzen des Marktes steht, von
Einkaufenden und Flaneuren beinahe übersehen, die Johann-Nepomuk-Kapelle,
eine kleine klassizistische Marienkapelle, die vom Zentrum des ehemaligen
Freihauses hierher übertragen wurde. An der Wand hängt eine Tafel,
die an die Verlegung des Naschmarktes erinnert. |
| Eine
Attraktion sind die Spezialitäten der "Wiener Essig Brauerei Gegenbauer".
In zahlreichen Glasbehältern und Eichenfässern stehen Essigsorten
zum Verkauf, von denen ich bisher nichts gehört, geschweige denn probiert
habe. Wozu ich beispielsweise Quitten-Essig brauche oder Pflaumen-Essig
oder Melonen-Essig oder Marillen-Essig ... Die Gourmets werden es schon
wissen. Der geschichtsträchtigste Markt Wiens, der Naschmarkt, ist
bis heute der größte und bekannteste Markt Wiens. |
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