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| Stephansdom - Teil 1 |
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Der Turm des
Stephansdoms, von den Wienern liebevoll "Steffl" genannt, stellt als Stadtmittelpunkt
stets eine Orientierungshilfe dar. Die Dom- und Metropolitankirche zum
hl. Stephan ist seit 1365 Propstei, seit 1480 Sitz des Bischofs und seit
1723 auch Sitz des Erzbischofs. Er wurde in babenbergischer Zeit als Pfarrkirche
erbaut und gegründet. Heute ist der Stephansdom das bedeutendste gotische
Gebäude Österreichs und DAS Wahrzeichen Wiens mit fast 3 Millionen
Besuchern pro Jahr. |
| Durch das
mächtige Dach werden seine verschiedenen Teile aus zweieinhalb Jahrhunderten
zusammengefasst und kommen geschlossen zur Wirkung: das romanische Westwerk
mit den Heidentürmen und den angebauten gotischen Kapellen, der Chor
aus derselben Epoche, das spätgotische Lang- und Querhaus, dem die
beiden hohen Türme angefügt sind, und schließlich der diesem
Komplex angegliederte Chor. |
| Der monumentale
Bau stand bis 1735 inmitten eines Friedhofs, dessen Umfang der umgebende
Platz festhält. Die ältesten heute noch erkennbaren Teile sind
das Riesentor und die Heidentürme. Dieses romanische Westwerk erhielt
nach dem Brand von 1258 seine heutige Gestalt. Der mit bekrönendem
Adler 136,5 Meter hohe Südturm ("Steffl") wurde von 1359 bis 1433
erbaut. Er ist neben dem Turm des Freiburger Münsters der einzige
hohe Turm der deutschen Gotik, der im Mittelalter vollendet wurde. |
| Das Westtor
heißt Riesentor nach Mammutknochen, die man hier zur Schau stellte.
Das Hauptportal des Domes galt früher auch als öffentliche Anschlagtafel
und diente zur Anbringung der Maßeinheiten u.ä. Das Riesentor
entstand 1240. Der Innenraum ist nach den Zerstörungen von 1945 in
seiner ganzen Weite überblickbar wie nie zuvor, da früher das
hohe Chorgestühl und das Kaiseroratorium den Chor in drei Räume
teilten. Netzrippengewölbe überziehen jedes Schiff in der ganzen
Länge. |
| Die berühmte
Kanzel, die Anton Pilgram um 1500 als Wunderwerk durchbrochener Steinarchitektur
schuf, ist weithin populär wegen des "Fensterguckers" unter dem Stiegenaufgang,
einem Selbstbildnis des Meisters aus Brünn. An der Brüstung sind
die vier lateinischen Kirchenväter dargestellt, im komplizierten Geäst
des Aufbaus Statuetten, und auf der Stiegenbrüstung kriechen Eidechsen
und Kröten als Symbole von Gut und Böse hinauf bzw. hinunter. |
| Der Johannesaltar
enthält ein Gemälde Rottmayrs (1708); am folgenden Pfeilerpaar
befinden sich links der Cäcilienaltar von 1701 und rechts der hl.
Januarius, des Schutzpatrons von Neapel, mit dem Altarbild von Martino
Altomonte (1711). Von den Altären an den Pfeilern vor dem Querhaus
ist der linke der Frauenaltar mit einem alten Gnadenbild nach Schongauer,
die Madonna auf der Mondsichel mit der Stifterfamilie zu Füßen. |
| Alte Glasmalereien
besitzen nur mehr die drei Fenster des Mittelchores; sie wurden 1900/01
aus alten Teilen (von etwa 1350) zusammengesetzt. Alle anderen wurden schon
in der Barockzeit nach und nach durch hellere ersetzt, um einen lichteren
Innenraum zu gewinnen. Die herrlichen Habsburgerfenster mit den Bildnissen
des österreichischen Fürstenhauses werden seit 1887 im Historischen
Museum verwahrt. |
| Mit Der Dom
wurde nicht durch Bomben zerstört, sondern geriet durch Artilleriebeschuss
vom 8. bis 15. April 1945 in Brand. Der Frauenchor wird noch von den alten
Gewölben überdacht, während Mittel- und Apostelchor durchschlagen
wurden und auch die alte Einrichtung, vor allem das gotische Chorgestühl
von Wilhelm Rollinger und die barocken Oratorien verbrannten. Die Glasfenster
wurden ausgelagert, ebenso der Wiener Neustädter Altar. Der Hochaltar
blieb unversehrt, weil das Chorquadrat standhielt. Der Wiederaufbau konnte
nur in Schritten vollbracht werden. |
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Die Texte
stammen teilweise aus dem "Lexikon der Wiener Kunst und Kultur", Ueberreuter
Verlag.
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