Heute abend, auf dem Heimweg vom Arbeitzsplatz, sehe ich am Hauptbahnhof (und zwar keineswegs zum ersten Mal) zwo Polizeibeamte mit schusssicherer Weste (keinerlei Missbehagen) und ausgewachsene MPs im Anschlag (ausgeprägtes Missbehagen meinerseits). Ich gehe schulterzuckend weiter.

Einige Schritte weiter halte ich inne, kehre um und frage freundlich nach dem Grund für Schnellfeuerwaffen im Zivilbereich. Die Beamte fragen – so freundlich oder verbindlich, wie von Polizisten eben zu erwarten – ob ich in den vergangenen Tagen keine Zeitung gelesen habe. Terror. – Ich antwortete freundlich: danke; die beiden antworteten ebenso freundlich: gerne (alle Zitate sinngemäß).
Selbstverständlich habe ich meinen Schäuble gelesen und verinnerlicht (und folglich nicht geglaubt). Denn dass Terrorgefahr in der politischen Praxis operationalisiert wird zum Grundrechteabbau, das weiß praktisch jeder.
Aber jetzt habe ich sie mal in corpore gesehen, die MPs.
Bei fefe gefunden – das Wahlergebnis einschließlich der Nichtwähler.

Aus sportlicher Sicht wirkt es nicht ganz so verheerend. Entscheidend ist natürlich, welche Politik dabei raus kommt. – Aber, bei aller Skepsis: aufgegeben wird nicht!
Auf die Gefahr, mich zu wiederholen – Aufruf an alle: wählen! Stimmverweigerung bringt nichts.
Nächste Frage: wen wählen? Da brauchts keinen Wahl-O-Mat. Als Entscheidungshilfe reicht eine Checkliste:
Wenn Sie mit all dem unzufrieden sind, stehen Ihnen Die Linken sowie eine ganze Reihe von kleineren Alternativen zur Verfügung.
Ich werde Ihnen mit meiner Wahlempfehlung nicht den Tag verderben. (Meine Stimme ist freilich beschlossen und verplant.) Aber, auf die Gefahr, mich zu wiederholen – Aufruf an alle: Wahl ist angesagt!
Zusammengefasst: wer nur faul, unfähig und bösartig genug ist, kann es sehr, sehr weit bringen. (Via oeffingerfreidenker)
Der Metzinger Stadtrat Steffen Übele, überzeugter Sozialdemokrat, empfiehlt dem Bürger, bei der kommenden Bundestagswahl die Piraten zu wählen.
Seine Schreibe ist ehrlich. Er spricht aus, was alle, die ich kenne, denken. Ich gewinne den Eindruck, dass er die Schnauze voll hat von den selbstherrlichen Aktionen der SPD-Spitze, dieser „Partei in der Partei“.
Übele zeigt Stirn. Damit erweist er sich als echter Sozialdemokrat unter all den Parteisoldaten in der SPD. Er verdient Respekt.
Zwar ist dieser Blog wahlkampfbezogen, aber hier mal unser neuer Katzenzuwachs:

Kam als Katzenkind zu uns. Erhielt den Namen „Willi“, bevor wir rauskriegten, dass es sich um ein Katzenmädel handelt. – Ist gestern aus dem Fenster (1. Stock) gefallen, wurde gebremst von einem Autodach, läuft seither etwas steifbeinig, sollte sich aber legen. Gerade wird sie gesund gestreichelt (die streichelnde Hand ist grad aus dem Bild).

Hier im Bild mit Tröste-Banane
Zum Wahlkampfbesuch unserer Kanzleröse am 18. September in Hamburg wurde ein Flashmob verabredet, der buchstäblich jeden Satz mit einem laut gepöbelten yeah! quittierte. Halb- und Nebensätze auch.
Chapeau. – Wie mag das Merkel mit der verborgenen subtilen Ironie umgehen? Wird es nachts ins Kissen weinen? Wir wissen es nicht.
[…] Verleger, Herausgeber und Journalisten müssen sich bei ihrer Arbeit der Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und ihrer Verpflichtung für das Ansehen der Presse bewusst sein. Sie nehmen ihre publizistische Aufgabe fair, nach bestem Wissen und Gewissen, unbeeinflusst von persönlichen Interessen und sachfremden Beweggründen wahr.
Wer sich vom Pressekodex verabschiedet, verdient, publizistisch geächtet zu werden. Beispielsweise hier in meinem Blog.
Nachtrag – hier die SHZ in eigener Sache zum Thema – das langatmige und flachgreifende Geschwurbel können Sie eigentlich übergehen und gleich zum Kommentarbereich vorstoßen.
Wie das Handelsblatt berichtet, will Schäuble die Parlamentarische Kontrolle des Geheimdienstes abschaffen.
Das Handelsblatt zitiert ihn so:
Parlamentskontrolle zielt auf Öffentlichkeit, Nachrichtendienste aber brauchen den Verzicht auf Öffentlichkeit. [...] Wir benötigen eine andere Art der Kontrolle der Nachrichtendienste, vielleicht sollten wir eine bestimmte Persönlichkeit dafür berufen.
Wo Schäuble sagt: „zielt auf Öffentlichkeit“, meint er: „zielt auf Kontrolle“. Das Parlament ist vom Volk gewählt und mithin der Souverän, und der Souverän hat die Kontrolle verdammt nochmal zu behalten.
Nun ja, Schäuble: der letzte Wahnsinnige in der Politik. – Kommentar von Markus Kompa: Meine gestrige Frage, ob hier einige Politiker einen Polizeistaat wollen, dürfte nunmehr beantwortet sein.
Lieber Leser, dies Blog dient zwar primär zu Wahkampfzwecken, aber hier mal ein einfach schönes Beispiel des russischen Konstruktivismus:
Die Musik trägt einen optimistischen Pathos. Aber warum auch nicht? Besser als jammern. Oder? Oder nicht?
Wilfried Schmickler räumt mit der These auf, die da oben täten sowieso nur das, „was sie wollen“:
Eben genau nicht.
Zur Abwechslung mal ein bon mot:

Der Oeffinger Freidenker stellt zutreffend die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, vor der Krise mit Klugheit zu agieren. (Hinterher kann jeder.)
Werber denken scheinbar alle katholisch: Sündigen, beichten, Schwamm drüber.
Abschlussarbeit des Filmstudenten Vincent Chai – es beginnt mit der abgehobenen Ästhetik eines Telespiels, aber das Ende ist überraschend weltnah: