Prekariat
Bezeichnung für ein Leben am Rande des Existenzminimums:
- Arbeitslos gewordene Mitbürger erhalten nach ihrer Entlassung befristet „Arbeitslosgengeld 1“. Das sichert die Zeit der Arbeitssuche finanziell ab, aber manchmal ist der Arbeitsmarkt wie leergefegt.
- Findet der Mitbürger in der Zeit keine neue Stelle, erhält er „Arbeitslosengeld 2“. Zuvor muss er sämtliche Ersparnisse, auch Lebensversicherungen, versilbern.
- Jetzt kann er zu einem Hilfsjob verpflichtet werden. Dafür erhält er zusätzlich zum Arbeitslosengeld 2 einen fürstlichen € pro Stunde.
Das können Sie sich so vorstellen: der promovierte Historiker wickelt Folie um Bäume im Stadtgarten.
In der Folge brauchts einen Stadtgärtner weniger. Der erhält nach Entlassung erst ALG1, dann ALG2, siehe oben.
- Dabei verschärft sich die Arbeitsmarktlage so, dass die Arbeitgeber die Bedingungen nach gusto bestimmen können. Sie DGB-Studie (Pdf).
Beispielsweise das Briefzusteller-Unternehmen mit den grünen Fahrrädern entlohnt so geringfügig, dass die Briefboten trotz Acht-Stunden-Arbeitstag Hartz IV erhalten, um zu überleben.
Zusammengefasst: eine Straße voller Verlierer, die sich zu allem Überfluss von unserem Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (glücklicherweise raus aus der Politik) als „Sozialschmarotzer“ titulieren lassen musste.
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