Labkraut (Galium)
Gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae)
Das Kletten-Labkraut (Galium aparine), auch klebriges Labkraut oder Klebkraut genannt, ist eine in Deutschland häufige Pflanzenart aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae).
Mit Hilfe des raubehaarten Stängels ist diese Pflanze ein "Klimmer" und wird daher auch klimmendes Labkraut genannt. Es erreicht eine Höhe von 60 bis 160 cm und hat grün-weiße Blütendolden. Die einjährige Pflanze liebt feuchte, nährstoffreiche und stickstoffhaltige Lehmböden und wächst als "Wildkraut" auf Äckern, in Gärten, auf Schuttplätzen und in Hecken. Die Pflanze ist in Mitteleuropa ein so genannter Apophyt, da die ursprünglich im Wald heimische Art auf "anthropogene Standorte" -heißt von Menschen verursachte Veränderungen- wechselte, als in Mitteleuropa vor etwa 7000 Jahren Wälder durch Menschen gerodet wurden, um Platz für Äcker zu schaffen.
Es gibt noch das Wahre Labkraut (Galium verum), im Volksmund auch Beinritzenkraut, Bitterstielkraut, Bettstroh, Liebfrauenstroh, Magerkraut, Milchgerinnkraut, Sternkraut und Wundstillkraut genannt. Es kommt häufiger in höheren Lagen vor, steht aufrecht, wird 30 bis 60 cm hoch und trägt goldgelbe Blüten, die honigartig duften.
Der Name Labkraut geht auf das Labferment, welches früher zur Käseherstellung verwendet wurde, zurück. Gesammelt wird das blühende Kraut etwa im Juli.
Das weiße Labkraut (Galium mollugo) mit gelblich-weißen Blüten, dem Schleierkraut ähnlich, ist sehr häufig auf Böschungen und Wegrändern, in der Blütezeit mehr liegend als stehend, anzutreffen. Alle genannten Labkrautarten sind in ihrer Heilkraft annähernd gleich. Man verwendet sie auch in der gleichen Art und Weise. Es leistet wertvolle Dienste für unsere Gesundheit, vor allem für die Haut und das Verdauungssystem.
Wirkstoffe:
Galiosin, Asperulosid, Rubiadinprimverosid, Quercetinglucosid, Luteolinglucosid,
Palustrosid, Rutin, Chlorogensäure, Hesperidin, Gerbstoffe sowie ätherisches Öl
in Spuren. Im frischen Kraut ist ein Enzym, das - wie Labenzym aus dem Kälbermagen - Milch zur Gerinnung bringt.
Praktische Heilanwendung:
Labkräuter sind ein hervorragendes Mittel bei Nierenbeschwerden jeglicher Art. Sie sind stark wassertreibend. Der Labkrauttee reinigt Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse, und Milz von Krankheitstoffen. Bei Störungen des Lymphdrüsen Systems, sollte dieser Tee täglich getrunken werden. Bei schweren Erkrankungen überhaupt wird angeraten, die Pflanze unbedingt im frischen Zustand zu verwenden. Grundsätzlich ist gerade beim Labkraut die Heilwirkung frischer Pflanzen weit größer als die der getrockneten Pflanze.
Zur äußerlichen Anwendung hilft dieser Tee sehr gut bei allen Hautkrankheiten, Wunden, Furunkeln und Mitessern. Auch lässt sich der frische Presssaft der Pflanze pur auftragen, oder mit Butter vermengt zu einer Salbe verarbeiten, welche dann bei krebsartigen Hautleiden hilft. Gegen Kropfleiden hilft der Tee, wenn man ausgiebig und regelmäßig damit gurgelt. Auch bei Pilzinfektionen des Mundes ist er hilfreich.
Zur äußerlichen Anwendung:
Frisches Labkraut wird gewaschen und noch im feuchten Zustand mit der Saftzentrifuge entsaftet.
Salbenbereitung:
Der zentrifugierte Frischsaft wird mit zimmerwarmer Butter zu einer Salbe verrührt und im Kühlschrank aufbewahrt.

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